Dann halt mit den Mullahs: Hauptsache gegen Israel und Amerika!

Lanz vor einem Bild angeblicher Mullah-Massenunterstützung Foto: Screenshot

Im Iran ist Krieg, und im Krieg gibt es Dinge, die man wirklich nicht verstehen kann. Und eine der irrsten Begebenheiten ist, dass plötzlich die politische Linke mit den Mullahs unironisch sided und zahlreiche deutsche Medien jeden noch so dämlichen Propagandazipfel aus Teheran übernehmen, wenns nur dem großen Ziel dient:

Hauptsache gegen Amerika und Israel.

Wenn wir uns einmal kurz ein paar Grundüberzeugungen vergegenwärtigen: Eigentlich ist sich die gesamte Welt einig, der Iran ist der Hauptfinanzier des internationalen Terrorismus. Und die Mullahs sind ein faschistisches Drecksregime, das eigentlich jeder loswerden möchte. Selbst in einer Region, in der diverse Typen regieren, die nur bedingt knusper im Oberstübchen sind, gelten die Mullahs und allen voran Khamenei als ganz besonders irre.

Bei den Protesten im Januar schlug sich noch die gesamte Welt auf die Seite der Demonstranten im Iran.

Und jetzt passiert etwas Verrücktes: Denn versuchen die Amerikaner und die Israelis, die Mullahs loszuwerden, und das geht nun einmal nur mit Gewalt, schlägt die Stimmung reflexhaft um. Das Völkerrecht, Diplomatie, ganz wichtig.

Und ja, Völkerrecht und Diplomatie sind wichtig. Aber wie, wenn die Gegenseite Waffen baut und Terrororganisationen unterstützt, mit dem Ziel, völlig unironisch, Israel auszurotten und Juden zu töten?

So hat beispielsweise der Vorsitzende der Linkspartei eine Idee: Ja, natürlich wollte man sich eigentlich auch irgendwie für die Iraner engagieren, natürlich soll man für Freiheit sein, man müsse die Iraner in die Lage versetzen, friedlich zu einem Regimesturz beizutragen.

Friedlich – das hat man im Januar gut gesehen: Da wurden 50.000 Menschen ermordet, gequält und vergewaltigt, als sie versucht haben, friedlich gegen das Mullah-Regime vorzugehen. Die Gestapo hätte sich sicherlich ähnlich offen gegenüber friedlichem Wandel präsentiert.

Und auch der Anti-Amerikanismus gelangt derzeit zu neuen Höhen. Da Trump ohnehin der personifizierte Satan und böse ist, erleben wir seit Jahren immer gleiche Abläufe:

Gegen Trump – heilig und edel.

Für Trump – worse than Hitler!

Selbst vor Propagandahörigkeit schreckt man nicht zurück.

Da werden plötzlich Aufnahmen gezeigt, auf denen angeblich Tausende von Menschen für das Mullah-Regime protestieren und gegen den Angriff der Amerikaner – bei helllichtem Sonnenschein und tollem Wetter mitten in Teheran –, während die Amerikaner am Tag zuvor Teheran bombardiert haben und die Stadt unter einer Dunstwolke liegt, worüber man sich als Kriegsverbrechen beschwert hat.

Fünf Minuten Recherche hätten gezeigt: Die Aufnahmen sind von 2020.

Schlussendlich muss man nach zwei Wochen Krieg konstatieren: Der Jude ist weiterhin schlicht und ergreifend verdächtig, so war es immer, so soll es immer sein. Und den Amerikanern hat man den Zweiten Weltkrieg in Deutschland ohnehin noch nicht verziehen.

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