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Das simple Drehbuch im Kopf von Rainer Wendt

Rainer Wendt im Spiegel Quelle: Flickr.com, Foto: the_jetboy, CC BY2.0

Rainer Wendt hat auf seiner Facebookseite mal wieder etwas geschrieben und dafür 12.000 Likes erhalten. Statt sich im Stillen zu ärgern, kann man den Text ja mal genauer anschauen:

Ja, ich weiß, man darf keine solcher Taten instrumentalisieren für irgendeine politische Forderung oder Aussage. Und manchmal gebietet in der Tat der Respekt vor dem Opfer und seinen Angehörigen, innezuhalten und zu schweigen.

Machmal ist das wohl so, nicht aber, wenn der Täter ein Flüchtling ist oder Rainer Wendt gerade in der Stimmung für Polemik ist.

Als Vater und Großvater türmt sich wie eine riesige schwarze Wand die Furcht auf, wenn ich daran denke, welche Bestien da noch unterwegs sind, jederzeit bereit, zu töten, zu quälen und ihrer menschenverachtenden Brutalität freien Lauf zu lassen.

Hier beschreibt Herr Wendt fast schon poetisch seine Gefühle. Was er äußert, ist eben nicht Ergebnis besonnenen Nachdenkens, sondern tiefer irrationaler Angst. Es basiert, wie er selbst ausführt, nicht auf tatsächlichen Gegebenheiten und auch nicht auf einer Strategie, sondern einzig auf Rainer Wendts Fantasie. Darauf, was für Monster er sich auszumalen in der Lage ist. Und in Zeiten von Netflix wird die Fantasie bezüglich denkbarer Gewalttaten ja allenthalben gefüttert. (Natürlich ist es eine Tatsache, dass es diesen Täter, diese Tat gab, aber aus dieser Tatsache lassen sich keinerlei Erkenntnisse über zukünftige Taten ableiten.) Fazit: Rainer Wendt ist kein Profi, sein Handeln wird allein von Impulsen bestimmt. Man stelle sich vor, Polizisten würden ihre Einsätze planen, indem sie sich zusammensetzen und erzählen, welche menschenverachtenden Bestien sie sich so vorstellen können.

Und auch Wut baut sich auf, wenn man an das Strafregister desjenigen denkt, der hier angeblich Schutz gesucht hat und jetzt so einfach abhauen konnte, in ein Flugzeug steigt, wie ein Tourist.

Noch mehr Gefühle. Und Wut ist natürlich viel schöner als Angst. Sie suggeriert, man könne und müsse irgendwie handeln. Was heißt das, was Wendt hier schreibt? Ihn ärgert offenbar, dass jemand mit Vorstrafen fliegen kann. Es sind zwar nicht nur Touristen, die Flugzeuge benutzen, sondern z.B. auch Geschäftsleute oder Personen, die gerade abgeschoben werden, aber gut. Wäre der Täter mit einem Schlauchboot bei Nacht und Nebel geflohen, hätte das vermutlich besser auf Rainer Wendts innere Leinwand gepasst, auf der Killer schmutzige Bestien sind. Schnöde Normalität, in der jemand, solange er noch nicht verdächtig ist, einfach normale Sachen machen kann, die passen nicht in die Inszenierung in seinem Kopf.

Was wird aus unserem Land, wenn geduldet wird, dass Menschen einreisen, jede Menge Straftaten, sogar schreckliche Verbrechen begehen und trotzdem frei herumlaufen, offensichtlich jederzeit bereit, erneut zuzuschlagen?

Hier wiederholt sich das Motiv. Es ist selbstverständlich, dass jemand, der eines Mordes verdächtigt wird, nicht mehr frei herumlaufen kann. Aber die Vorstellung, jeder, der irgendwann mal irgendeine Straftat begangen hat, könne sich fortan nie mehr frei bewegen, ist kindisch. Und sollte sich herausstellen, dass der Täter tatsächlich bereits eine 11-Jährige vergewaltigt hat, so wäre natürlich zu prüfen, ob es hier einen Fehler der Behörden gab. Es kann aber auch sein, dass ihm das eben einfach nicht nachzuweisen war und dass es dann ganz einfach keine Handlungsmöglichkeiten gab. Einer der gängigsten Denkfehler ist es, im Nachhinein zu glauben, man hätte etwas im Vorhinein wissen können.

Was wird aus unserem Rechtsstaat, wenn er die Menschen nicht mehr schützen kann, wenn er nur noch aus Papier, schnöden juristischen Ausführungen, bürokratischen Verfahren und stillschweigender Hinnahme himmelschreienden Unrechts und lebensbedrohlicher Gefahr zu bestehen scheint?

In diesem Zusammenhang das Wort „Rechtsstaat“ zu gebrauchen ist fast schon zynisch von Wendt, weil er ja offensichtlich keinen Rechtsstaat will, sondern eine Art intuitionsgeleitetes Lynchsystem. Jedenfalls kann ein Rechtsstaat aus nichts anderem bestehen als Papier, juristischen Ausführungen und bürokratischen Verfahren. Was wäre denn die Alternative? Ach so, ein Sheriff natürlich, der – ausgestattet mit der Lizenz zum Töten – den Bösen an der Nase erkennt und selbst für Ordnung sorgt. Noch mal: Was schwebt Herrn Wendt vor, wenn er das schreibt? Soll die Polizei, die er ja immerhin nach wie vor vertritt, ohne juristische Grundlagen handeln? Soll es keine schriftlichen Einsatzbefehle, keine Dokumentation geben? Out of protocol, wie der Kommissar das im Krimi macht, wenn er das Tonband ausstellt?
„Stillschweigende Hinnahme himmelschreienden Unrechts“ ist natürlich eine schöne Alliteration, Sinn für pathetische Ajdektive hat Herr Wendt ja. Bloß gibt es eben kein Schweigen, alle reden darüber und der Rechtsstaat wird ganz normal tätig.

Was wird aus unserer Demokratie, wenn diejenigen, die gewählt sind, den Willen derjenigen beharrlich ignorieren, die ihnen Macht übertragen haben?

Das ist das typische AfD-Argument, das oft genug besprochen wurde. Auch hier zeigt sich eben der Denkfehler, der die eigene „Meinung“ automatisch überproportional darstellt, weil man nicht in der Lage ist zu abstrahieren und statistisch zu denken. Meinung in Anführungsstrichen, weil es ja gar keine konkreten Forderungen gibt, sondern nur ein diffuses Bedürfnis nach Rache und Sicherheit.

Jetzt wieder die bekannten Rituale, die wiederkehrenden Floskeln, die abgenutzten Worte? Und dann zurück zur Tagesordnung? Wie oft? Wie lange noch? Was wird aus unserem Land?

Laut Rhetorikschnellkurs mussten hier ein paar Fragen hin, einfach ein paar wiederkehrende Floskeln und abgenutzte Worte halt.

Susanna ist tot. Und meine Gedanken sind bei ihrer Familie, ihren Freunden, den Menschen, denen sie für immer fehlen wird.

Komischerweise bezieht sich der Text dann aber auf alles andere. Herr Wendt kannte das Opfer ja auch gar nicht und kann allenfalls sehr generalisiert über sie und ihre Angehörigen nachdenken.

Und meine Gedanken sind auch bei den Tätern.

Eben. Wie in jedem schönen Revenge-Movie ist die Tat nur der Vorwand und das eigentlich interessante ist, wie Charles Bronson die Täter abknallt.

Will ich sie wirklich vor einem unserer Gerichte stehen sehen? Mit höhnischem Grinsen für das Opfer und Verachtung für unser Land im Gesicht? Will ich wirklich erleben, wie Gutachter und Anwälte relativieren, verharmlosen und zu erklären versuchen, was nicht erklärbar ist?

Hier zeigt sich dann noch mal mit voller Breitseite Wendts Verachtung für den Rechtsstaat. Es soll gar kein faires Gerichtsverfahren geben, Anwälte sollen noch nicht einmal versuchen dürfen, ihre Mandanten zu vertreten, Gutachter sollen gar nicht erst hinschauen dürfen. Denn er will nicht erleben, wie jemand versucht zu erklären, was nicht erklärbar sein darf. Wenn die Welt vollkommen schwarz-weiß ist, klischeetriefend wie ein billiger Comic, wenn alles in sehr einfache Muster gepresst werden muss, dann ist jeder, der etwas erklären will, schon eine Bedrohung für das steife Weltbild. Es darf keine Relativierung geben, weil damit die Vorstellung, es gebe „das Gute“ und „das Böse“ wanken müsste. Man muss schon sehr simpel strukturiert sein, um so zu denken, aber umso aufschlussreicher ist es, das hier zu sehen: Der Erklärungsversuch wird abgelehnt. Die Vorstellung vom absoluten Bösen darf nicht verwässert werden.
Im Übrigen sind wir auch hier wieder beim Kino: Genau diese Argumentation ist es ja, die Hollywood immer wieder auftischt, wenn es darum geht, Cops zu zeigen, die das Gesetz selbst in die Hand nehmen.

In der Hölle sollen sie schmoren. Das will ich.

Ja, man glaubt es ihm. Bleibt nur zu hoffen, dass er zu feige und der Rechtsstaat zu stark ist, als dass er seine 24.000 Follower zu einem Lynchmob zusammentreibt.

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13 Kommentare zu “Das simple Drehbuch im Kopf von Rainer Wendt

  • #1
    Andreas

    @ Robert von Cube

    der link bei "Facebookseite":

    "Rainer Wendt hat auf seiner Facebookseite"

    verlinkt auf den Artikel der Ruhrbarone, nicht auf die "Facebookseite" von Rainer Wendt.

    Dass Rainer Wendt noch bei der Polizei ist, ist der eigentliche Skandal für unseren Rechtsstaat.

  • #2
    Klaus Lohmann

    Während Wendt immer offener seinen Gewerkschaftsjob mit rechtsaußen-populistischem Getöse verwechselt und dabei alle AfD-Güllefässer neu aufmacht (http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/giessen-polizeigewerkschafter-rainer-wendt-widmet-sich-der-fluechtlingskrise_18802851.htm), ermittelt man gottseidank weiter gegen ihn aufgrund seiner landesbezahlten "Freistellung" (https://www.ksta.de/politik/fall-rainer-wendt-juergen-mathies-soll-zur-klaerung-beitragen-30052590). Auch das Disziplinarverfahren wg. verschwiegener Nebeneinkünfte aus diversen Aufsichtsratstätigkeiten ist noch nicht abgeschlossen (http://www.spiegel.de/panorama/rainer-wendt-nrw-leitet-disziplinarverfahren-ein-a-1137831.html).

    Gut, er musste zur Ausübung krimineller Handlungen nicht erst illegal einreisen. Das ist für einige "echte Deutsche" natürlich ein Vorteil.

  • #3
  • #4
    KlausW

    Dieser Mann ist eine Katastrophe für den Rechtsstaat und seine Organe. Genauso erschütternd ist die Tatsache, dass er trotz seiner in vielen Fällen hoch umstrittenen, geradezu den Rechtsstaat konterkarierenden Ansichten zum Vorsitzenden einer Polzeigewerkschaft gewählt werden konnte. Wurde er nicht trotz, sondern wegen dieser Ansichten gewählt, steht uns ein ernsthaftes Problem ins Haus.

  • #5
    Angelika

    Unter anderem erwähnt Wendt "…in der Hölle schmoren…".

    Er ist aber kein Prediger, er hat einen ganz anderen Beruf. Und in dem Beruf geht es um Irdisches, nicht um Höllenqualen für Sünden.

    Ihm ist anscheinend die Distanz abhanden gekommen, die Distanz, die viele in vielen Berufen brauchen (Polzei, Medizin, Seelsorge, Sozialarbeit usw.). Diese Distanz ist kein Desinteresse, kein Unterkühltsein bezüglich menschlicher Nöte. Diese Distanz gehört (eigentlich) zu seinem Beruf.

  • #6
    Michael

    #4

    Kurz: Wenn die Nazis D. übernehmen, dann haben sie bereits die passende Polizei.

  • #7
    Walter Stach

    Wendt…………
    Ein Wichtigtuer, ein Selbstdarsteller, substanzlos, intellektuell stets überfordert.
    Nicht beachtens- , nicht erwähnenswert.

    Wenn es da nicht seinen Funktionärstatus als "Polizei-Gewerkschafter" geben würde und wenn es da nicht immer die Macher sog. Politik-Talks geben würde, die diesen Typen zu sich einladen.
    Und wenn es da nicht uns als Steuerzahler geben würde, die das Beamten-Gehalt für diesen Typen finanziert haben, obwohl er vom Dienst als Landesbeamter freigestellt war. Letzteres ärgert mich, nicht die dummdreist/dämlichen Sprüche des "kleinen Gerne-Groß". Hoffentlich bleiben dieserhalb Staatsanwaltschaft und "Disziplinar-Behörde" weiter am Ball -sh. Hinweis von Klaus Lohmann unter unter -2-. Denkbar oder undenkbar, daß er deswegen (!!) ‚mal in eine Talk-Runde eingeladen und dazu befragt würde?

  • #8
    ke

    In den letzten Tagen und Wochen gab es immer mehr Berichte über ein gefühltes Staatsversagen in Deutschland im Rahmen der Migrationskrise. Das sehe ich auch so.
    Dass wir aber so weit sind, dass prominente Vertreter aus dem Polizeiumfeld Schwierigkeiten damit haben, dass vor einer Verurteilung ein Gericht entscheiden muss, habe ich nicht erwartet.

    Es bleibt zu hoffen, dass die Polizisten, die "richtig" arbeiten, ihre Arbeit sorgfältig ausführen und umfassend ermitteln, um den wahren Tathergang zu klären, damit eine fundierte Anklage erfolgen kann, die dann zu einem Urteil führen wird.
    Der Staat und hier insbesondere wohl die Bundespolizei hat es geschafft, einen ausgereisten Tatverdächtigen wieder ins Land zu bringen. Das ist eine gute und schnelle Aktion, die hoffentlich auch rechtlich wasserdicht war. Jetzt wird sich zeigen, ob der Hergang ermittelt werden kann und eine Verurteilung folgt.
    —-
    Es bleibt natürlich zu klären, ob wir eine Kuscheljustiz haben, die insbesondere bei Mehrfachtätern die Interessen der Bevölkerung auf Schutz vor Gewalttätern vernachlässigt.
    Ich kann die vielen Berichte von polizeibekannten Personen, die nach einer wiederholten Gewalttat nach Aufnahme der Personalien ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen, nicht mehr lesen. Dies führt zu erheblichen Zweifeln an die Leistungsfähigkeit des Rechtsstaats.
    Ebenso ist es nicht nachvollziehbar, dass D solche Probleme haben soll, Personen im Jahr 2018 eindeutig zu identifizieren. Mit welcher Identität auch immer.

    Es wird Zeit, dass die Kanzlerin ihren "Laden" wieder ansatzweise in den Griff bekommt.

  • #9
    Ke

    Das Langzeitgedächtnis brauchte etwas Zeit.
    Herr Böhmermann war doch mal als Sänger aktiv:
    https://youtu.be/QwAm7RnrZyo

  • #10
  • #11
    bob hope

    Sehr gute Analyse. Der Mann ist schon lange entsichert, die „autoritäre Revolte“ in Teilen der Gesellschaft bestätigt ihn leider in seinen Überzeugungen. Allein das letzte Zitat zeigt aber auch, dass es auf Seiten der „Wutbürger“ ähnlich viele Hassprediger gibt wie bei den Islamisten. Strukturell sind sie sich da recht ähnlich, auch wenn es die Verteidiger einer angeblichen homogenen „christlich-abendländischen Kultur“ nicht hören wollen.

    Ein Problem war immer schon, dass einige Medien (ohne zu verallgemeinern) mit daran beteiligt waren und sind, dass Wendt sich in dieser prominenten Rolle als „Wutbürger in Uniform“ präsentieren darf. Als Vorsitzender der eigentlich unbekannteren, weil gegenüber der in DGB organisierten GdP wesentlich kleineren und unwichtigeren Deutschen Polizeigewerkschaft (DOolG) – einige Journalisten kennen den Unterschied immer noch nicht – hat Wendt immer schon die populistische Variante gewählt, um in die Schlagzeilen zu kommen. Wenn man ein Statement brauchte, Wendt war immer dazu bereit, egal ob am Feiertag oder Mitten in der Nacht. Substanz hatten seine Aussagen selten, es war in der Regel ein Mix aus autoritären Überzeugungen, Verschwörungstheorien und fake news. Liberalität war für ihn immer schon ein Schimpfwort und der Rechtsstaat, der ja eigentlich dazu ist, den Einzelnen vor Leuten wie Wendt zu schützen, ein Instrument zum Überwachen und Strafen. Gewaltenteilung ist für ihn überflüssig. Wäre zu wünschen, dass Wendt den Knast auch mal von innen sieht.

  • #12
    Pasa Condor

    Sehr geehrter Herr von Cube,
    vielen Dank für Ihre detaillierten Ausführungen. In unserem Land dürfen und sollen Sie Ihre Meinung sagen und das ist gut so. Auch wenn Sie mit großer dichterischer Phantasie in Herrn Wendts Aussagen viel hineinreden, was dort nicht gesagt ist. Ihre Unterstellungen zeigen mir, wie wenig es Ihnen darum geht, erst einmal zu verstehen, was Herr Wendt gemeint hat, bevor Sie kommentieren. Sie legen gleich los mit Irer Verurteilung. Ich vermute, daß er bei Ihnen schon in einer Schublade steckt. Ich vermute. Sie vermuten nicht. Sie unterstellen, Herr Wendt wäre nicht in der Lage als Polizist adaequat seiner Aufgabe nach zu kommen. Auch ihm steht das Recht zu, sich als Mensch emotional zu äußern. Das macht sogar die Kanzlerin und begründet damit die Abweichung von Recht und Gesetz im Rahmen der Migrations"krise", indem sie die Dublinregelung aussetzte. Mich erstaunt Ihre, nach meiner Empfindung, überhebliche und menschenverachtende Art Herrn Wendt zu verurteilen. So kommen unterschiedliche Ansichten nicht zusammen. Ich vermute, daß Sie das auch gar nicht wollen. Geht es Ihnen bei dieser "aggressiven" Art der Darstellung wirklich gut? Beste Grüße
    Pasa Condor

  • #13
    bob hope

    @„Pasa Condor“: Haben Sie den Beitrag überhaupt gelesen? Die dort zitierten Posts von Herrn Wendt sind doch recht eindeutig, die Anmerkungen vermutlich auch dazu gedacht, Leute wie Sie zum Umdenken zu bewegen… naja, wohl eher nicht.

    Aber Herr Wendt steht ja nicht nur für einen autoritären Staat, er steht auch in mehrfacher Hinsicht für die Fehler im System. Einerseits echauffiert er sich darüber, dass die Polizei angeblich kaputt gespart wurde, andererseits hat er jahrelang doppelt abkassiert – auf Staatskosten. Interessiert den Wutbürger natürlich nicht, so lange da einer ist, der den „Mut zur Wahrheit“ aufbringt. Mittlerweile hat Wendt von seinem Pamphlet „Deutschland in Gefahr“ mehr als 100.000 Exemplare verkauft. Ist vermutlich das Sarrazin-Syndrom. Dessen Bücher wurde ja auch hauptsächlich von den Leuten gekauft (gelesen wohl eher nicht), für die er nur Verachtung übrig hat.

    Wendt ist jedenfalls ein reines Medienkonstrukt. Inhaltlich hat er nichts zu den Debatten beizutragen, stattdessen liefert er einfache, kompakte Schlagzeilen, die auch der Dümmste noch kapiert (Die Zitate kann übrigens jeder schnell im www finden). Ein Populist, wie er im Buche steht – im wahrsten Sinne.

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