10

Der Himmel über Bochum

Was bisher definitiv zu kurz kommt im Diskurs unter Vulkanasche: Selten so schön gewesen – der Himmel überm Ruhrgebiet.

Ohne Dauerdröhnen, Konsdensbewölkung, Landungsquietschen. Selten Blau, Bochum Blau, super entspannend. Von mir aus können die Flughäfen ruhig wochenlang dichtmachen, gibt eh zuviel davon; Dortmund, Köln-Bonn, Münster-Osnabrück, Düsseldorf (Weeze), Paderborn-Lippstadt, Kassel-Calden, u.u.u. Und die mit Doppelnamen kommen sofort weg.

RuhrBarone-Logo

10 Kommentare zu “Der Himmel über Bochum

  • #1
    el-flojo

    Ja, das sieht wirklich toll aus. Ich weiß gar nicht, ob ich hier vorher schon mal einen Himmel ohne Kondensstreifen gesehen hab. Wenn, dann ist das lange her.

  • #2
    JK

    es ist erstaunlich zu sehen wie der Flugverkehr das Gute Wetter beeinflusst. Was 3 Tage Zwangspause ausmacht. Von mir aus sollte es ein flugverbot ab Freitag geben

  • #3
    Dieter Carstensen

    Ich wohne in Waldbröl, Nordrhein-Westfalen, einer Kleinstadt im Oberbergischen Kreis.

    Durch die Änderung der Einflugschneisen für den Flughafen Köln/Bonn leidet unsere Region seit Jahren unter immer mehr zunehmenden Fluglärm, da es für den Flughafen kein Nachtflugverbot gibt, umso ärgerlicher!

    Ich bin 53 J., kann mich also bestens an die Zeiten erinnern, wo täglich mal ein oder 2 Flugzeuge über unseren Ort flogen.

    Von mir aus könnte der Vulkan ruhig mal ein bis zwei Jahre den Flugverkehr lahm legen denn der Gewinn an Lebensqualität ohne den Fluglärm, den reinen blauen Himmel ohne Dutzende Kondensstreifen finde ich mehr wert, als nach Griechenland fliegen zu können.

    Geht auch mit Bahn und Fähre und Schnittblumen aus Südafrika brauche ich nicht per Flugzeug gebracht. Die jetzige Ruhe über Oberberg ist ein wahrhafter Genuss, es erinnert mich an die wunderbaren autofreien Sonntage, wo ich mit meiner damaligen Partnerin bei Herford auf der Autobahn mit dem Fahrrad unterwegs war.

    Das Flugzeug als alltägliches Verkehrsmittel wird noch nicht einmal von 5 % der Deutschen genutzt, 60 % der Deutschen können sich ja noch nicht einmal einen Flug in den Urlaub gönnen.

    Wo also ist das Problem? Ich sehe keines, sondern nur Gewinn für die Natur, die Umwelt und die Mehrzahl der Menschen.

  • #4
  • #5
    sannchen

    Ja, ich dachte heute auch schon, wie viel offener der Himmel aussieht, um wie viel weniger “strukturiert”, wenn die Kondensstreifen fehlen. Ich fühlte mich an Urlaube in Schweden erinnert. Schön

  • #6
    Perik O'Loso

    Schnittblumen, dieses tote Gestrüpp, braucht in der Tat kein Mensch. Ich finde es pervers, sich mit etwas Sterbendem die Wohnung zu schmücken. Von den verkrüppelten Blumenzüchtern in Bolivien und sonstwo mal abgesehen. Aber 1973er-Autofreier-Sonntag-Nostalgie hin und “Strukturiertheit” des Himmels her (was für eine kluge Beobachtung; gefällt mir) – ganz so lyrisch wie die bisherigen Kommentare wird “die Wirtschaft” sicher nicht argumentieren. Im Gegenteil werden jetzt die täglichen Milliardenverluste ins Feld geführt werden und die damit “zwingend” einhergehenden Jobverluste mustergültig erklärt sein.

    Mal abgesehen davon, dass ich ab und zu mal ganz gerne fliege (hallo? WANDERT Ihr etwa nach Spanien, wenn Ihr Urlaub habt?), lassen sich jedoch viele Geschäftsflüge auch durch Videokonferenzen ersetzen. Viele so genannte “Lebensmittel” (es heißt ja etwa ausdrücklich “Flugananas”) braucht man gewiss nicht im täglichen Leben. Regionale, saisonale Lebensmittel sind viel besser und langfristig billiger als das Zeug, das auf Kosten anderer Leute (der Produzenten in Übersee, der Anwohner in der Einflugschneise usw.) von weither per Luftfracht hierher transportiert werden muss. Möglicherweise liegt darin eine gewisse Chance dieser Ruhe am Himmel: zu erkennen, dass man nun wirklich nicht immer alles sofort braucht. Wenn überhaupt. (Und dass man trotzdem gute Geschäfte machen kann mit den Möglichkeiten, die eher regional und am Boden operieren. Auch wenn man dafür LKW braucht. Die sind aber auch böse!)

    Dennoch mag ich a) den irrationalen Gedanken, dass ein gewisser Grad an Dekadenz eine hoch entwickelte Gesellschaft nicht umwirft (hehe: natürlich darf dann nicht JEDER dekadent sein, es reicht, wenn ICH mir gelegentliche Wirr-Entscheidungen leiste) (schwache, anfechtbare Argumentation, aber zur Dekadenz gehört ja auch die Elite-Diskussion…); und b) mehren sich nun natürlich die technikfeindlichen Stimmen. Bäh. Die nerven. Dass die Welt im Wortsinn global vernetzt ist, auch dank des ewigen Flugverkehrs, dahinter kommt man nicht zurück. Und sollte es auch nicht wollen. Zu sehr hat eben auch (bei aller Ausbeutung) die arme Landbevölkerung in Hintertupfistan davon profitiert, dass die Warenströme fließen können. Und diese Leute haben jetzt mal wieder, weil sie die Schwächsten sind, am schnellsten die Arschkarte.

    So schön das auch ist mit dem blauen Himmel und der Ruhe über der Ruhr: es killt uns wirtschaftlich. Und zu glauben, “ein bisschen weniger” ginge, ist leider naiv. Genauso naiv wie die Vorstellung, das Zeug, das Ihr aus dem Discounter-Regal zerrt, weil es so billig ist, sei zu Fuß mit der Schubkarre vom Bauernhof next door dorthin gekarrt worden. Nee, das kommt auch alles mit dem Flugzeug. Oder mit dem Containerschiff. Und das macht bekanntlich Barrier Reefs kaputt.

    Also zum Schluss noch mal ganz platt: Wer in den letzten vier Tagen in den blauen Himmel geblickt und wohlwollend/zustimmend geseufzt hat, ist ein Heuchler. Oder?

  • #7
    Michael Kolb

    Ist schon interessant, die Nummer mit dem blauen Himmel, seine Ursachen und die Reaktionen darauf. Hmm… wenn es heißt, die Asche in der Luft würde für besonders effektvolle Techni-Fuji-color Sonnenuntergänge sorgen, vielleicht ist die Asche dann auch der Grund für dieses Alpenpostkarten-blau? Aber vielleicht klärt mich da ja auch ein Physiker auf, der von diesem Wellendingsbums Ahnung hat, für mich hört es bei mehr oder weniger bei einfacher Mechanik auf.

    Dennoch, schon komisch. Da jubiliert man über die Einführung von Umweltzonen und Grenzwerten für Feinstäube, man ist froh, gerade hier im Revier (das reimt sich), über Filteranlagen in Schloten, damit die Wäsche weiß bleibt und man weniger Persil in die Trommel kippen muss, vom Menschen erzeugte Emissionen sind schließlich “bäh” (was einen ungewollten Bogen zur Nichtrauchensollendürfenmüssendiskussion an anderer Stelle hier schlägt). Wenn aber so ein dahergelaufener Vulkan den Rotz in die Luft bläst, dann ist das plötzlich super… na klasse…

    Aber mal abgesehen davon… die letzten Tage war der Himmel wirklich wunderschön blau 😉

  • #8
    Angelika

    Wir waren am Samstag auf der Halde Hoheward. Traumhafte Aussicht, ohne Flugzeuglärm besonders schön.

  • Pingback: Links anne Ruhr/Links zur Wahl (20.04.2010) » Pottblog

  • #10
    Uwe

    Da man in Salzkotten nur sehr wenig vom Flughafen Paderborn-Lippstadt mitbekommt habe ich erst durch die Medien von der Schließung Erfahren. Und dann den blauen Himmel um so mehr genossen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.