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Der VRR darf nicht Modellregion des Bundes für Bus und Bahn werden

Hauptbanhof Wanne-Eickel

Die Bundesregierung unterstützt Verkehrsunternehmen im Rahmen des Klimaschutzprogramms dabei, ihre Angebote zu verbessern – so sollen sie zum Beispiel in die Lage versetzt werden, ihren Fahrgästen neue Angebote zu machen oder die Preise zu senken. Das ist eine gute Sache. Keine gute Sache ist, dass CDU und SPD nun wollen, dass sich der  Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) um dieses Geld bewirbt.

Im Ruhrgebiet nutzen nur zehn Prozent alle Menschen den Nahverkehr – in anderen großstädtischen Regionen sind es doppelt so viele. Das liegt vor allem an der Arbeit des VRR und seiner Mitgliedsunternehmen: Fahrpläne sind nicht aufeinander abgestimmt, Einkäufe werden nicht verbandsweit getätigt, jedes einzelne Verkehrsunternehmen leistet sich einen teuren Vorstand und einen Aufsichtsrat. Der VRR selber gönnt sich ein Zwei-Kammern-Parlament. Über den Vorschlag, die Nahverkehrsunternehmen in eine Genossenschaft zu überführen, den Uli Paetzel, der Chef der Emschergenossenschaft machte, wird nicht einmal diskutiert.

Das Geld, das der Bund im Rahmen seines Klimaschutzprogramms für Modellregionen ausgibt, kommt von den Steuerzahlern, von Menschen, die für dieses Geld hart gearbeitet haben. Es sollte den Nahverkehrsunternehmen gegeben werden, die schon in der Vergangenheit bewiesen haben, dass sie gut wirtschaften können, die nicht nur neue Ideen hatten, sondern diese auch umsetzen konnten, und die sich schlanke, effektive Strukturen zulegten. Der VRR gehört nicht zu diesen Unternehmen und das liegt nicht an erster Stelle am Geld, es liegt an der Unfähigkeit seiner Führung, den Nahverkehrsunternehmen aus der Region und den für Verkehr zuständigen Politikern. Diese Unfähigkeit darf nicht auch noch mit zusätzlichen Steuergeldern belohnt werden. Bevor Geld fließt, muss der Nahverkehr im Ruhrgebiet sich neu organisieren, müssen die Unternehmen zeigen, dass sie es können. In ein kaputtes System darf kein Geld fließen. Es wäre Verschwendung

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8 Kommentare zu “Der VRR darf nicht Modellregion des Bundes für Bus und Bahn werden

  • #1
    Ruhr Reisen

    Diese Worte sind Balsam für meine Seele. Über diese Selbstbedienungsmentaltität könnte ich seit Jahren ausflippen. Kann man diesen Herren – oder gibts auch Damen? – nicht das Handwerk legen? Gibt es irgendwelche Möglichkeiten dafür zu sorgen, dass Bürger diese überbezahlten Cretins stoppen können, damit das Ruhrgebiet nicht weiter auch im Bereich ÖPNV ein Schlusslicht setzt, weil einige Wenige sich an diesen Strukturen seit Jahrzehnten bereichern?

  • #2
    didi

    Und WER sagt es dem BUND? Die werden wohl eher weniger diesen Beitrag hier lesen. Aber heute hat der VRR und die Vestische wieder 1A-Service bewiesen: Die Strecke zwischen Recklinghausen und Recklinghausen SÜD ist für den Zugverkehr komplett lahmgelegt. Die Linie SB20 ist gnadenlos überfüllt (die ist ohnehin immer voll und fährt alle 10 Minuten). Nun herrscht ein Buskollaps, die Linie platzt aus allen Nähten und vom die einzigen, die es diesmal wirklich richtig machen: Die Bahn. Mit mehreren Bussen.

    Das Problem: In Herne sowie RE HBF gibt es Umstiegmöglichkeiten und der SB20 fährt wesentlich häufiger als der SEV. Statt also mehr Busse zu ordern und den Takt auf 5 Minuten zu verringern, herrscht das blanke Chaos.

    Ansonsten kann ich der Darstellung oben nur komplett zustimmen. Nur schick diese Darstellung bitte auch über Twitter etc. pp raus

  • #3
    Kevin Ernst

    Ich habe mich ohne den Artikel zu lesen gefragt, warum man dem VRR nicht Geld gibt, damit man hier vernünftig den Laden in Schwung bringen kann. Nachdem ich den Artikel gelesen habe verstehe ich nun auch weshalb und finde es genau gut so, vor allem mit diesen harten, aber nett ausgedrückten Worten. Es stimmt einfach, dass vieles drunter und drüber läuft. Meine Stadt wird ab Dezember sogar von der S-Bahn so gut wie abgekoppelt. Angeblich soll das Angebot sich durch Direktverbindungen verbessern. Nun muss ich allerdings statt 2 Mal umsteigen sogar 4 Mal umsteigen und brauche 30 Minuten länger. Ich denke, dass ich künftig eher das Auto nehme. Da auch die Busverbindungen die reinste Katastrophe sind.

  • #4
    ke

    Der Klimaschutz kostet Geld. Der BUND hat es und gibt es für viele Projekte aus. Die Subventionen für Dienstwagenfahrer, die irgendwas mit E-Motor im Luxus-Auto haben, Geld für die E-Autofahrer, damit der Drittwagen angeschafft werden kann. Geld für Busse, die zwar teuer sind, aber nicht fahren , Geld für die Pendler, damit sich das Fahren lohnt ….

    Wenn diese Gelder alle sinnlos verbrannt werden, dann darf der VRR sich in diese Gruppe der sinnlosen Geldverschwendung einreihen. Das bringt zwar auch nichts fürs Klima, aber das Geld landet hier in der Region.

    Wenn ich aktuell die Stauberichte und die Bahnreports mit ausgefallenen Zügen, fehlenden Lokführern etc. höre, frage ich mich, was aus dem Wahlversprechen der Landesregierung wird.

    Das Ruhrgebiet und die Bauern sind immer die ersten,die aus dem Winterschlaf erwachen, wenn irgendwo Subventionen versenkt werden sollen.

  • #5
    Dirk Schmid

    > Bevor Geld fließt, muss der Nahverkehr im Ruhrgebiet sich neu organisieren, müssen die
    > Unternehmen zeigen, dass sie es können.

    Wenn Du darauf wartest, Stefan, dann wird sich hier gar nichts tun. Nur mit Druck und Anreizen schaffst Du es, dass die Verkehrsunternehmen und deren Gesellschafter sich bewegen.

    Ach ja, Gesellschafter sind die kommunalen Räte…

  • #6
    Volker Theis

    Bund und Land haben Milliarden für den Bau von S-Bahnen ausgegeben, für einen 20-Minuten-Takt, 96 cm hohe Bahnsteige und barrierefreie Fahrzeuge. Der VRR führt jetzt den 30-Minuten-Takt ein, will Bahnsteige auf 76 cm Höhe bringen und schreibt S-Bahnen aus mit Fahrzeugen mit Stufen im Innenbereich. So sieht doch keine Modellregion für Klimaschutz aus.

  • Pingback: Mit Bus & Bahn im Ruhrgebiet: Für 18 Kilometer satte anderthalb Stunden | Ruhrbarone

  • #8
    Sabine

    Argumente sind schön und gut, aber was ist mit denen,die keinen Führerschein haben und auch nicht wollen. Die können nicht wählen, allenfalls wenn möglich , mit dem Fahrrad fahren. Aber auch das ist ein Ding der Unmöglichkeit an vielen Stellen und zudem saugefährlich. Diejenigen die am wenigsten verbrauchen sind immer am meisten gea…

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