Deutscher Theaterpreis geht nach Essen und Bochum

Aalto-Theater, Essen Foto: Thomas Robbin Lizenz: CC BY-SA 3.0

Der Deutsche Theaterpreis „Der Faust 2023“ ging in diesem Jahr dreimal ins Ruhrgebiet. Als beste „Inszenierung Musiktheater“ wurde David Hermann, Aalto Musiktheater Essen, für „Dogville“ ausgezeichnet. Er zeige „das Vexierbild einer Gesellschaft, hinter deren Fassade bürgerlichen Anstands sich zunehmend Abgründe auftun. Die albtraumhafte Erzählung entfaltet eine starke Sogwirkung und kulminiert in einem großen effektvollen Finale“, so die Begründung.

Thomas Krupa (Regie, Drehbuch) und Tobias Bieseke (VR-Artist) vom Schauspiel Essen erhielten eine Ehrung als „Genrespringer“. Mit „Die Wand (360°)“ haben sie ein immersives Theatererlebnis geschaffen. Die Inszenierung wurde gelobt als doppeltes Spiel, „in dem sich der Inhalt der Romanvorlage mit dem gewählten Erzählformat ständig neu spiegelt und kommentiert. Regie, Schauspiel, Bühnenbild, Ausstattung und Soundscape verweben sich zu einem beeindruckenden Gesamterlebnis“. Hervorgehoben wird, dass das Schauspiel Interessierten das Equipment zuschickt und so Menschen erreicht, für die der Besuch im Theater schwierig ist.

In der Sparte „Kostüm“ gewann Johanna Trudzinski vom Schauspielhaus Bochum. In“Baroque“ habe sie „lustvolle Verbindungen über die Epochen hinweg“ geschaffen. „Rauschhaft wird so mit historisierenden Schnitten und Motiven, vermischt mit Adidas und Allongeperücke, Narrenkappe und Nikeschuh ein ins heute transferiertes, barockes Lebensgefühl vermittelt.“

Außerdem erhielt Ligia Lewis als „Darsteller:in Tanz“ eine Auszeichnung für ihre Produktion „A plot / A scandal“, die zusammen mit der Ruhrtriennale und weiteren Partnern entstand und bei der Ruhrtrienannle Premiere feierte. Der Deutsche Theaterpreis wird veranstaltet von dem Deutschen Bühnenverein und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in Kooperation mit der Kulturstiftung der Länder.

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