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„Deutschland muss Deutschland bleiben“

wetzlar_kurierEine kostenlose Zeitung überschrieben mit dem Titel „Deutschland muss Deutschland bleiben“. Dazu ein 25-Punkte-Programm mit Forderungen wie: „Einschränkung des Asylrechts“, „Eigene Camps für „Balkanstaatler“, „Konsequente Abschiebung krimineller Ausländer“. Man könnte jetzt denken, es handelt sich um eine Publikation der NPD, der Partei „Die Rechte“ oder einer anderen Nazi-Gruppierung.

Aber weit gefehlt, es handelt sich um den „Wetzlar Kurier“, ein Werbeblatt der CDU im hessischen Lahn-Dill-Kreis, das es seit 1982 gibt. Herausgeber der Zeitung ist der Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Irmer. Irmer fiel schon in der Vergangenheit immer wieder durch extrem rechte Positionen auf.

Vielleicht täte es Herrn Irmer einmal gut, sich mit der deutschen Geschichte zu befassen. Dann käme er vielleicht nicht auf Ideen wie Lager für Geflüchtete und würde nicht, wie es die NSDAP 1920 tat, ein 25-Punkte-Programm verfassen.

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18 Kommentare zu “„Deutschland muss Deutschland bleiben“

  • #1
    philter

    wahrscheinlich hat er sich aber sehr genau mit der deutschen geschichte auseinandergesetzt?!

  • #2
    Stiller Beobacher

    Ich habe mir den vollständigen Artikel (http://wetzlar-kurier.de/ausgaben/wk_2015-11.pdf) durchgelesen und kann nicht erkennen, dass die dort vertretenen Ansichten rechtsextrem bzw. verfassungsfeindlich sind, was ja die Erwähnung der NPD durch den Verfasser suggeriert.

    Als Beispiel: Die Forderung nach einer "konsequente(n) Abschiebung krimineller Ausländer" ist mitnichten rechtsextrem, sondern entspricht geltendem Recht (§§ 53, 54 Aufenthaltsgesetz).

    Über viele der anderen Forderungen in dem Artikel kann man streiten; man sollte es vermutlich auch. "Eigene Camps für Balkanstaatler" würde ich auch ablehnen; jeder soll die Möglichkeit erhalten, sein Asylgesuch gleichberechtigt vorzubringen.

    Dem politischen Diskurs kann es jedoch nur schaden, wenn man die Verfasser einer anderen als der eigenen Meinung ohne Not in die Nähe der NSDAP rückt – in diesem Fall über den Kunstgriff der Zahl der Forderungen (25). Das ist albern und eigentlich unter dem Niveau des Verfassers. Zum Vergleich hier die 25 Forderungen der NSDAP: http://www.dfg-vk-darmstadt.de/Lexikon_Auflage_2/NSDAP_25_Punkte_Programm.pdf

  • #3
    Stiller Beobacher

    Und wenn ich schon hier kommentiere, dann möchte ich noch das folgende loswerden:

    Ich habe die Ruhrbarone bis vor einiger Zeit wegen des Lokalbezugs besucht. (Ich habe einige Jahre im Ruhrgebiet gewohnt, jetzt nicht mehr.) In der letzten Zeit gibt es jedoch kaum noch Beiträge, welche dem Anspruch der Seite ("Journalisten bloggen das Revier") entsprechen. Zwischen den Veranstaltungshinweisen sind – gefühlt – nurmehr Artikel über Fußball und dem "Kampf gegen Rechts" zu finden, daneben noch unlustige Cartoons.

    Klar, niemand zwingt mich zum Besuch der Seite. Aber ein Feedback schadet ja nie…

  • #4
    UIrich

    Wer sich mit Hans-Jürgen Irmer befasst der wundert sich wieso man den Mann nicht schon längst in hohem Bogen aus der CDU geworfen hat. Die Positionen die er bereits seit langem bekleidet decken sich eher mit denen von NPD und Co. als denen der Union. Ich kann mir kaum vorstellen dass er sich z.B. in Nordrhein-Westfalen in der Partei gehalten hätte.

    Aber im Land der "jüdischen Vermächtnisse" scheinen die Verhältnisse andere zu sein.

  • #5
    Klaus Lohmann

    @Stiller Beobacher: Wir streiten hier nicht mehr über solche "Auflistungen" von braunen Populisten, die in der Einöde Stimmen fangen wollen. Wir sind da, denke ich, schon einen Erkenntnisschritt weiter und verurteilen braunen Populismus ala NPD, Die Rechte oder anderer Nazitruppen als braunen Populismus. Nichts Anderes steht da oben. Punkt.

    PS: "Ohne Not" hat nur der unselige Autor dieses unseligen Witzlarer Hetzblättchens "25 notwendige Maßnahmen" mit teils verfassungswidrigen Inhalten aufs Papier gebracht.

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  • #7
    thomas weigle

    @ stiller beobachter als Hesse in OWL und interessierter, aber nicht stiller Beobachter hessischen Fußballs und Politik darf ich Ihnen sagen, dass jener Wetzlarer Herr nun so gut wie kein ausländerfeindliches Fettnäpfchen umgeht und ständig in den hessischen Medien Thema ist.

  • #8
    Robert F.

    Es ist imO schwierig, Positionen als "extrem" zu bezeichnen, die von ca. 70% der Bürger dieses Landes geteilt werden. Aber kämpft ruhig weiter an der Internetfront mit solchen Nebelkerzen. Bald seid ihr unter Euch, dann widerspricht auch keiner mehr…

  • #9
    Klaus Lohmann

    @#8 Robert F. : Meinten Sie jetzt die 25% rechtsradikal-mental Verseuchten in Deutschland oder die 75% aufrechte Demokraten unter uns Bürgern, die für die Pegiden die Beobachtung durch den Verfassungsschutz wünschen?

    Und PS: Natürlich sind wir gern unter uns, wenn dadurch braune Relativisten wie Sie außen vor bleiben müssen.

  • #10
    Skatbruder

    Ich finde es gut, derlei hellbraune, braune oder kackbraune Ansichten anzuprangern. Zwei Dinge stören mich aber. Die sofortige Einteilung in zwei Meinungslager und die fehlende Fantasie zu dem Warum, in diesen beiden Lagern.
    Warum also kommen wohl solche Leute auf diese 25 Vorschläge, was treibt Sie dazu? Was sind die Gründe?
    Warum fällt den Kritikanten nichts weiter ein, sich nur brandmarkend zu äußern? Die Nazis wie auch die DDRler konnten die Vielfalt der Meinungen nicht ertragen.
    Anprangern reicht mir in meinem Land nicht. Demaskieren, sich auseinandersetzen, erklären und für Erkenntnis sorgen sollte in unserem Land deutlich vor ausgrenzender Lagerbildung stehen.
    KontraReBock

  • #11
    Klaus Lohmann

    @Skatbruder: Das Spielchen, aus einer kackbraunen Buchstabensuppe zwecks Relativierung ein paar Brocken "Wahres" suchen zu lassen, damit man als Brauner im Gerede bleibt, funktioniert noch bei Pegiden oder Aluhut-Trägern. Vielleicht dort mal versuchen.

  • #12
    Skatbruder

    Alles klar @Lohmann. Sie unterscheiden sich in nichts von den Kackbraunen. Sie wollen spalten, nichts erklären, Konfrontation ist Ihre Welt. Schwarz-Weiß malen.
    Wie will man, wollen Sie 14 jährigen erklären, dass kackbraune Ideen nicht funktionieren? Sicher nicht mit Ihrer Idee von Klassenkampf, Kastendenken und bloßer Abscheu rechter Gedanken. Es braucht mehr und da liefern Sie leider nicht mehr, sogar eher weniger, als ein 14 jähriger. Ein Klaus, ein Vorname, der vor mehr als 50 Jahren en vogue war, sollte aus reiner Lebenserfahrung mehr drauf haben. Schade.

  • #13
    JR

    @Robert F.: Ich bezweifle die 70%
    Es gibt bestimmt eine Mehrheit von Menschen hier, die sich angesichts der hohen Zahlen von Flüchtlingen aus fremden Kulturkreisen Sorgen machen, wie das alles vernünftig geregelt werden kann. Das ist verständlich. Wünschenswert wäre aber ein intensives Nachdenken darüber, ob es wirklich Probleme geben wird, und in welchem Umfang, und dann gerne noch darüber, was man sinnvollerweise tun könnte. Nur passiert das normalerweise nicht.
    Statt dessen stimmen die Leute irgendwelchen kurzgefassten Parolen zu, die einfache "Lösungen" vorschlagen, in Wirklichkeit aber überhaupt nichts mit Problemlösungen zu tun haben, sondern nur ein indifferentes "Ich will, dass alles wieder wie früher ist, als alles noch wie früher war." verbalisieren.
    Fragt man solche Leute konkret, mit wie vielen Migranten und ihrer Lebensweise sie persönlich überhaupt irgendwann mal konfrontiert waren, kommt außer "Döner" nicht mehr viel.

  • #14
    Klaus Lohmann

    @Skatbruder: Ist doch prima, dass Sie hier Ihren ganzen Frust auskotzen können. Woanders schmeißt man Sie schon am Empfang wieder raus.

  • #15
    Skatbruder

    Bravo @JR !
    Es sich einfach machen geht immer. Nicht miteinander reden sondern nur übereinander herfallen scheint die Devise dieser Tage zu sein.
    Läuft offenbar hier nicht anders als bei Jauch(e) und Co.

  • #16
    Skatbruder

    Herr Lohmann, schrieb ich was von "Ankotzen?
    Nein! Welches Treffen oder welche Versammlung unterstellen Sie mir zu besuchen, an dessen Empfang ich schon rausgeworfen werde?

  • #17
    Gerd

    http://wetzlar-kurier.de/ausgaben/wk_2015-11.pdf

    Man sollte den Artikel ganz lesen. Der fordert, was klassische Einwanderungsländer(USA, CAN, AUS) seit eh und je machen.

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