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Die Filzdecke Ruhr wird gelüftet

filzdecke_komplett

Ihr wollt es so haben: Das Projekt Filzdecke Ruhr, kann dank Eurer und der Unterstützung von Correctiv starten. In den kommenden Monaten werde ich Material darüber sammeln, wer an der Spitze der vielen Volkseigenen Betriebe steht und was die überhaupt machen.

Damit kann ich nun anfangen, vielen Dank an alles, die das Projekt unterstützt haben. 

Für alle die es noch nicht kennen: Hierum geht es…

Mein Ziel ist es, dass die Strukturen transparent werden, denn nur wenn klar ist, wie groß dieser Wirtschaftlich-Politisch-Komplex ist, kann eine öffentliche Debatte über seinen Sinn oder Unsinn beginnen. Mein Ziel ist es, einen VEB-Atlas Ruhr zu veröffentlichen.

Dieser VEB-Atlas Ruhr richtet sich vor allem an die Bürger der Revier-Kommunen. Sie erhalten die Möglichkeit, sich unkompliziert und verständlich über die Verbindungen der Politik mit dem öffentlichen Unternehmen zu informieren und sich überhaupt erst darüber klar zu werden, wie groß dieser Sektor im Ruhrgebiet ist.

Aber auch für lokale Blogs und Journalisten ist der VEB-Atlas Ruhr gedacht: Er könnte zum Ausgangspunkt weiterer Recherchen werden. Warum gibt es welche Verflechtungen. Da kann eine Menge aufgeklärt werden.

Zuletzt richtet sich der Atlas auch an die Lokalpolitiker selbst. Viele von Ihnen werden die Orientierung verloren haben, was überhaupt von Ihnen kontrolliert werden soll.

 

RuhrBarone-Logo

24 Kommentare zu “Die Filzdecke Ruhr wird gelüftet

  • #1
    Peter Neuenkämpfer

    Herzlichen Glückwunsch!

    Ich hoffe als nächstes Projekt nehmen Sie sich den Medienfilz in NRW vor.

    Einen „Propaganda-Atlas Ruhr“ (so eine kleine polemische Zuspitzung – das wissen Sie ja – von wegen „VEB“, „Propaganda“, „Untergang des Abendlandes“ tut dem Marketing gut) würde ich wahrscheinlich sogar gerne kaufen.

    Herr Hombach wird sich darüber sicherlich freuen und Correctiv die Recherche großzügig finanziell unterstützen .

  • #2
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Peter Neuenkämpfer: In dem Projekt ist kein Cent von Correctiv drin – das waren alles Spenden und Medienfilz in NRW ist ein schönes Thema. Aber hat der nicht drei Buchstaben: WDR? 🙂

  • #3
    Franz Przechowski

    Lieber Stefan,
    ich freue mich über diesen ersten Schritt zur Finanzfilzung Deines Projektes. Ein nächster Schritt ist dann die Berichterstattung über die Politverfilzung in kommunalen Unternehmen. Danach kann bei den kommenden Wahlen weiter an der Entfilzung gearbeitet werden. Meine Unterfilzung hast Du.

    Glückauf

  • #4
  • #5
    Peter Neuenkämpfer

    Vielleicht bin ich ja blöd und habe das Konzept der Crowdfunding Plattform von correctiv.org nicht kapiert.

    So wie ich es verstanden habe, kommt das ganze Geld das Sie bekommen formal von der „PULS – Recherchen für die Gesellschaft gemeinnützige GmbH“, die es für Sie als Spenden von den Unterstützern einsammelt. Sonst bekämen die nämlich gar keine steuerlich absetzbaren Spendenquittungen.

    Und diese „PULS – Recherchen für die Gesellschaft gGmbH“ betreibt unter ihrer „Marke“ Correctiv eben diese Crowdfunding-Plattform.

    Richtig wäre also, von den 3.050,00 Euro kommt jeder Cent von Correctiv, bzw. von der „PULS – Recherchen für die Gesellschaft gGmbH“, „anders wär nämlich schlecht“, da sonst das Finanzamt das mit den Spendenquittungen gar nicht lustig fände.

    https://www.correctiv.org/impressum/

  • #6
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Peter Neuenkämpfer: Klar – aber das Geld kommt von den Spendern und wird an mich weiter gereicht. Zu Funke: Das ist ein Regionalverlag und der deckt nur noch das westliche Ruhrgebiet ab. Im Osten und im Norden spielt Funke keine Rolle mehr. Wenn ich mir die Rolle der Politik beim WDR und der LfM anschaue, ist der sicher das am meisten von der Politik bestimmte Medium in NRW – und natürlich die Lokalradios, bei denen Politiker auch in den Betreibergesellschaften sitzen.

  • #7
    Peter Neuenkämpfer

    @ Stefan Laurin

    Sie schreiben:

    „Zu Funke: Das ist ein Regionalverlag und der deckt nur noch das westliche Ruhrgebiet ab.“

    Wollen Sie mich veräppeln? Die Funke-Mediengruppe ist einer der einflussreichsten Verlage in der BRD und beschränkt sich in NRW auch nicht auf das westliche Ruhrgebiet. Mit seinen Anzeigenblättern, über die sie z.B. auch mit Lensing verbunden sind, ist Funke im Ruhrgebiet fast Monopolist. Darüber hinaus gehören Funke bundesweit diverse Lokalzeitungen, Funke hat einen sehr beachtlichen Yellow-Press-Bereich und besitzt überdies den Klartext-Verlag, in dem Sie regelmäßig Ihren Immobilienführer-Ruhr publizieren und in dem soweit ich mich erinnere auch das „Print-Ding“ der Ruhrbarone erscheint.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Funke_Mediengruppe

    Ganz so blöd sind die Leser der Ruhrbarone auch nicht.

  • #8
    Peter Neuenkämpfer

    Aber wenn Sie keine Lust auf die Medienfilzrecherche haben, stelle ich vielleicht auch mal so ein Projekt bei correctiv.org ein.

  • #9
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Peter Neuenkämpfer: Funke ist im Ruhrgebiet alles nur kein Monopolist mehr. Und Funke ist hochverschuldet. Und Monopolist in NRW schon gar nicht: Da gibt es noch die RP, DuMont und viele andere. Das Print-Ding gibt es schon lange nicht mehr, der letzte Immobilienführer Ruhr – es gab übrigens nur eine Ausgabe, erschien 2010. Sie haben wirklich keine Ahnung.

  • #10
    Peter Neuenkämpfer

    @ Stefan Laurin

    Sie haben recht, der typische Ruhrbarone-Leser ist unterbelichtet und verwechselt alles.

    Ihr zweiter Immobilienführer mit dem schönen Untertitel:

    „Die schönsten Wohnlagen im Raum Düsseldorf“

    erschien zwar 2013 auch im Klartext-Verlag aber war – wie Sie richtig anmerken – nicht über das Ruhrgebiet.

    http://www.amazon.de/Immobilienkompass-Düsseldorf-besten-Wohnanlagen-Raum/dp/3837503151/ref=sr_1_5?s=books&ie=UTF8&qid=1421768693&sr=1-5&keywords=stefan+laurin

    Und:

    „Positionen und Perspektiven. Jahbuch Ruhr 2014“

    ist – da haben Sie recht – natürlich kein Immobilienführer, aber das Ding haben Sie auch im Hause Funke, d.h. im Klartext-Verlag rausgebracht:

    http://www.amazon.de/Positionen-Perspektiven-Jahbuch-2014-Regionalverband/dp/B00IY1C6JU/ref=sr_1_3?s=books&ie=UTF8&qid=1421768693&sr=1-3&keywords=stefan+laurin

    Sicher, Sie sind freier Journalist und arbeiten für viele Brötchengeber aber so zu tun, als sei FUNKE fast pleite und deshalb nicht einflussreich, ist ja wohl Mumpiz. Wer für 930 Mio. diverse Zeitungen und Zeitschriften von Springer kauft, wird später natürlich nicht im Geld schwimmen. Damit sich das rentiert müssen Ihre Kollegen bei WAZ, MOPO, Hörzu und Co. den Gürtel ein wenig enger schnallen oder direkt zur Arbeitsagentur gehen. Oder eben Crowdfunding machen wie Sie.

  • #11
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Peter Neuenkämpfer: Der Immobilienführer Düsseldorf ist erschienen – versuchen Sie mal, ihn zu bestellen. Die Schulden der Funke-Gruppe sind bekannt. Für den Springer-Deal lieh sich das Unternehmen Geld bei Springer.

  • #12
    Peter Neuenkämpfer

    Was soll ich mit so ’nem Ding?

    Das ist wahrscheinlich auch der Grund, wieso es Springer besser geht als Funke, weil Springer frühzeitig gemerkt hat, dass gedruckte Immobilienführer so attraktiv sind, wie benutze Papiertaschentücher. 😉

  • #13
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Peter Neuenkämpfer: Schon wegen Sozis wie ihnen macht es Spaß, den VEB Atlas Ruhr zu schreiben 🙂

  • #14
    Klaus Lohmann

    @Peter Neuenkämpfer: Gern nehme ich Ihnen die Recherche und das Denken ab:

    https://itbeobachter.wordpress.com/tag/funke-mediengruppe/
    „Funke-Mediengruppe glaubt an die Zukunft der Zeitung, aber wer glaubt noch an die Funke-Mediengruppe“

    http://www.mediadb.eu/datenbanken/deutsche-medienkonzerne/funke-mediengruppe.html
    „Für Beobachter überraschend und unverständlich wurden im Sommer 2013 dann unter Aufnahme hoher Schulden diverse Regionalzeitungen und TV- und Frauenmagazine von Axel Springer gekauft (Kaufpreis 920 Millionen Euro). Um die Schulden wieder abzubauen wird die Funke Gruppe wohl verfahren wie bisher: Einsparungen durch Zusammenlegungen von Redaktionen und Stellenabbau erzielen.“

    http://www.wiwo.de/unternehmen/it/lokalausgaben-insolvenz-bei-sieben-funke-zeitungen/10760880.html
    „Eigentlich wollte die Funke Mediengruppe sieben ihrer Zeitungen an Lensing verkaufen – doch das Kartellamt hatte Bedenken. Nun müssen die Essener die Lokalausgaben in die Insolvenz schicken. “

    Sowas hat hier keinen Einfluss mehr. Schon garnicht mit Rätselheftchen und geschassten Redakteuren, die man dann nicht mehr beeinflussen kann.

  • #15
  • #16
  • #17
    W.K.

    Danke – darauf habe ich schon lange gewartet. Da sind fast alle Posten nach Proporz
    besetzt worden. Wer kontrolliert eigentlich die RAG ?
    Wieso muss ein Projektentwickler wie RAG-Immobilien mit einem Projektentwickler Kölbl und Kruse zusammenarbeiten ?
    Was leisten die, das nicht auch die RAG-Immobilien hätte leisten können müssen ?
    Siehe hier:
    http://www.rag-montan-immobilien.de/geschaeftsfelder/entwicklung/
    „Unser Metier: Standorte zum Blühen bringen
    – Wir haben den Heimvorteil für Innovationen
    Stillgelegte Areale der Montanindustrie bergen enorme Potenziale. Diese für die Region fruchtbar zu machen, ist unsere Kernkompetenz: mit zukunftsfesten Nutzungskonzepten nah am Puls von Wachstumsmärkten. Rund 1.500 Hektar Flächen entwickelt die RAG Montan Immobilien derzeit für zukunftsweisende neue Nutzungen. Mit einem Blick für brachliegende Potenziale und einem Vorgehen, das kein Detail dem Zufall überlässt“

  • #18
    Hapi

    Schön das die Finanzierung erfolgreich war. Wie wäre es bei Erfolg, den Atlas zu erweitern, z. B. auf die Rheinstädte?

  • #19
    Flusskiesel

    Tolles Projekt, dass ich auch gerade mit einem kleinen Obulus unterstützt habe!
    Wir in Duisburg haben ja leider auch so einige Beispiele für den Filz:
    http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/halbe-million-euro-fuer-das-neue-chef-trio-der-wirtschaftsbetriebe-id7496682.html

  • #20
    Axel

    Weil es hier gefallen ist: was ist denn mit dem Print Ding? Wird es kein neues mehr geben? Folgt noch eine abschliessende Betrachtung/Analyse? Das würde mich sehr interessieren.

  • #21
    Helmut Junge

    Ein Projekt, daß eigentlich noch ergebnisoffen ist, stößt bereits bei seiner Ankündigung schon auf nicht unerheblichen Widerspruch. Wie schön!

  • #22
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Axel: Das Blog und das Print-Ding gehen schon seit 2012 getrennte Wege. Seit 2013 erschien dann das letzte Print-Ding. Correctiv plant ein neues Magazin, was das noch mit dem alten Printding zu tun hat, weiß ich nicht.

  • Pingback: Links anne Ruhr (21.01.2015) » Pottblog

  • #24
    Claus Schäfer

    Tolle Sache! Bitte auch mal über den Tellerrand ins rheinische Grevenbroich schauen, wo die Essener RWE viel Landschaft zur Braunkohleförderung verbrauchen und die Stadt zur ‚Bundeshauptstadt des CO2 und Hg‘ gemacht haben. Bei uns heißt der Filz übrigens auch ‚Schützenwesen`. 😉

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