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Die Piraten und die Kinderschänder

Auch wenn es nervt, muss ich noch mal auf die Piratenpartei zurückkommen. Ich hoffe, es wird das letzte Mal sein. Und zwar habe ich jetzt diese unsäglichen Sachen gelesen, die der Bodo Thiesen über die Kinderpornographie geschrieben hat.

Er hat sich zwar von seinen Revisionistischen Ausfälle entschuldigt – damit aber nicht die Probleme der Piraten beseitigt. Wo offenbar jenseits von irgendwelchen Werten Unsinn erzählt werden kann.

Auch in einem zweiten Bereich hat Thiesen in meinen Augen den Blick auf den wertefreien Bullshit eröffnet, der bei den Piraten verzapft wird. Im Wiki der Partei hat Thiesen sich nämlich zu Kinderpornographie eingelassen.

Kurz: er fordert zumindest Teilweise die Freigabe des kriminellen Drecks.

Es fällt mir schwer, mich ernsthaft mit so einer Position auseinanderzusetzen. Aber zum Teil muss man es hier tun. Denn mit dem eingeständigen Kinderpornobesitzer und Ex- oder Noch-Immer-SPDler Tauss hat damit die Piratenpartei den zweiten Mann, der die Nummer mit den kriminellen Bildern nicht auf die Reihe kriegt.

Thiesen schreibt in seinen Forderungen:

Versetzen wir uns mal in einen Pädophilen. Wir wissen ob der Strafbarkeit von Sex mit Kindern und sehen das auch ein (die meisten Pädophilen werden nicht zu sexuellen Straftätern, das passiert nur einer kleinen Randgruppe). Was bleiben uns für Möglichkeiten der sexuellen Befriedigung? Bücher, Zeichnungen usw. die der sexuellen Befriedigung dienen könnten, sind alle verboten - bereits der Besitz davon.

Auch wenn es nervt, muss ich noch mal auf die Piratenpartei zurückkommen. Ich hoffe, es wird das letzte Mal sein. Und zwar habe ich jetzt diese unsäglichen Sachen gelesen, die der Bodo Thiesen über die Kinderpornographie geschrieben hat.

Er hat sich zwar von seinen Revisionistischen Ausfälle entschuldigt – damit aber nicht die Probleme der Piraten beseitigt. Wo offenbar jenseits von irgendwelchen Werten Unsinn erzählt werden kann.

Auch in einem zweiten Bereich hat Thiesen in meinen Augen den Blick auf den wertefreien Bullshit eröffnet, der bei den Piraten verzapft wird. Im Wiki der Partei hat Thiesen sich nämlich zu Kinderpornographie eingelassen.

Kurz: er fordert zumindest Teilweise die Freigabe des kriminellen Drecks.

Es fällt mir schwer, mich ernsthaft mit so einer Position auseinanderzusetzen. Aber zum Teil muss man es hier tun. Denn mit dem eingeständigen Kinderpornobesitzer und Ex- oder Noch-Immer-SPDler Tauss hat damit die Piratenpartei den zweiten Mann, der die Nummer mit den kriminellen Bildern nicht auf die Reihe kriegt.

Thiesen schreibt in seinen Forderungen:

Versetzen wir uns mal in einen Pädophilen. Wir wissen ob der Strafbarkeit von Sex mit Kindern und sehen das auch ein (die meisten Pädophilen werden nicht zu sexuellen Straftätern, das passiert nur einer kleinen Randgruppe). Was bleiben uns für Möglichkeiten der sexuellen Befriedigung? Bücher, Zeichnungen usw. die der sexuellen Befriedigung dienen könnten, sind alle verboten – bereits der Besitz davon. Jetzt verlassen wir mal kurz das Rollenspiel und überlegen uns, wie wir uns fühlen würden, wenn wir a) kein Sex mit Freund/Freundin/Ehepartner(in) haben könnten (ohne uns strafbar zu machen), b) keine Pornos, Liebesromane etc. sehen und lesen dürften und c) unsere Phantasien nicht niederschreiben dürfen – nichtmal in ein Tagebuch. Enthaltsamkeit das ganze Leben lang. Wer ist dazu fähig, bitte Hände hoch. Aha. Aber genau das verlangen wir von den Pädophilen. Unter dieser Voraussetzung erstaunt es mich ehrlich gesagt, daß so extrem wenig passiert – geachtet der rund 100 Tausend Pädohilen, die alleine in Deutschland leben – oder aber, die Dunkelziffer ist bedeutend höher, als man sich das eingestehen will.

Hierzu kann man Thiesen nur sagen: Ja verdammt, ich verlange von einem Kinderschänder, dass er sein Leben lang abstinent bleibt. Sonst geht er in den Knast und zwar zu recht.

Weiter schreibt Thiesen:

Ich stelle hiermit die provokante These auf, daß der Verbot Kinderpornographicher Schriften nach §184b tendenziell eher schädlich als nützlich ist.

Daher meine Forderungen:

1. Der sexuelle Mißbrauch von Kindern (§176) bleibt weiterhin strafbar.

2. Die Dokumentation der Handlungen nach §176 werden bedingt unter Strafe gestellt.

3. Alle Straftatbestände nach §184b, die ohne Handlungen mit Kindern stattfinden (Zeichnungen etc) werden bedingungslos gestrichen.

Zunächst zur Begrifflichkeit: Kinderpornografie ist Kinderpornografie ist Kinderpornografie. Diese Verniedlichung mit „Dokumentation der Handlungen nach §176“ ist erbärmlich. Das Fotografieren und Abfilmen der Vergewaltigung eines Kindes ist ein mieses Verbrechen für das die Typen in den Knast gehören. Wer solche Vergewaltigungen besitzt, gehört genauso in den Knast. Wer die Vergewaltigungen in dreckigen Geschichten verherrlicht, gehört in den Knast.

Manchmal ist das so einfach. Das ist gesellschaftlicher Konsens. Nicht nur hier – überall.

Die Polizei dokumentiert Verbrechen. In Schulen werden Vergehen auf weißen Blättern dokumentiert, aber nicht wenn Kinder von geilen Säcken mit und ohne Kamera vergewaltigt werden. Die Vergewaltiger dokumentieren nichts, die vergewaltigen.

Die Piratenpartei hat das auf ihren Seiten stehen, da wo über die Forderungen der Partei diskutiert werden soll. Und nennt das Meinungsfreiheit. Bitte.

Das passt ja gut zu Tauss, der Kinderpornos gekauft und besessen hat, und bei den Piraten eingetreten ist.

Vielleicht plaudern die beiden über die Freiheit für Kinderpornos mal am Tresen bei einer Piratenversammlung.

Da fällt mir noch was auf. Wir haben hier bei den Ruhrbaronen schon öfter über Kinderpornographie und die Piraten geschrieben. Dabei waren etliche Kommentare dabei die Kinderpornografie mit dieser noch erbärmlicheren Abkürzung „Kipo“ verniedlicht haben. Und es gab Kommentare in denen von der „Dokumentation von Kindesmissbrauch“ die Rede war. Daraus schließe ich mal einfach, dass dieses Thema in Reihen der Piraten durchaus gängig ist.

Ich hoffe nicht, dass die Piraten unter dem Deckmantel des Kampfes um die Meinungsfreiheit zum Sammelbecken der Kinderschänder in Deutschland werden. Ich hoffe es echt nicht. Die Gefahr aber sehe ich.

Es geht weiter mit der nächsten absurden Forderung des Piraten Thiesen. Er will Kinderpornografie zumindest teilweise legalisieren. Und zwar sollen die Vergewaltigungsopfer- wenn sie 18 sind – die Filme und Fotos ihrer Erniedrigung, ihrer Zerstörung, ihres Missbrauchs, ihrer seelischen und körperlichen Folter freiwillig freigeben "der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden". Damit andere Vergewaltiger sich daran aufgeilen können. Das fordert Thiesen:

Es sollte Entscheidung des Mißbrauchsopfers sein, ob diese Dokumentationen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden dürfen oder nicht. Zu diesem Zwecke kann sich das Mißbrauchsopfer ab dem 18 Lebensjahr persönlich bei einer Polizeibehörde melden um die Freigabe der entsprechenden Dokumentationen zu beantragen. Als Urheber im Sinne des Urhebergesetzes gilt in diesem Falle das Mißbrauchsopfer selbst. Diese Einverständniserklärung kann nur vom Mißbrauchsopfer selbst, nicht jedoch von Erziehungsberechtigten oder anderen gegeben werden. Die Behörden haben zu diesem Zwecke solche Dokumentation bis zum 28 Lebensjahr des Opfers aufzubewahren. Willigt das Opfer innerhalb dieser sich daraus ergebenden 10 Jahre nicht ein, so sind alle Kopien dieser Dokumente zu vernichten.

Thiesen weiß auch, was nicht passieren soll. Auf jeden Fall soll nämlich der Staat die Füße ob der Vergewaltigungen still halten. Thiesen schreibt:

In der Zwischenzeit dürfen diese (Kinderpornos . d.A.) auch nicht von Strafverfolgungsbehörden z.B. zum Zwecke der Ermittlungen in Umlauf gebracht werden.

Ich möchte hier mit dem letzten Thiesen-Satz schließen:

Für die Moral ist die Kirche zuständig, nicht der Gesetzgeber.

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103 Kommentare zu “Die Piraten und die Kinderschänder

  • #1
    Lucy*13

    Comics, die sexuelle Handlungen Minderjähriger zeigen, sind z.B. in den USA nicht verboten.

  • #2
    TomD

    Zur These von „die Polizei dokumentiert“:
    Schon mal das hier gelesen:

    http://mogis.wordpress.com/2009/04/05/hallo-welt/

    „Eigentlich ist alleine schon der Begriff der ?KinderPornographie? fragwürdig. Porno kommt aus dem griechischen und heisst Hure oder Hurer, Graphie, ebenfalls griechisch, heißt darstellen. Üblicherweise geht es also um die Darstellung der Sexualität mit leicht verfügbaren Menschen (und deren Herabwürdigung, dies insbesondere in amerikanischen Pornos, aber das ist ein anderes Thema). Zusätzlich ist die Darstellung und ihre Verbreitung regelmäßig einvernehmlich.

    Wo aber bitte kann hier eine Einvernehmlichkeit und Freiwilligkeit herrschen, bei einer solchen Erfahrungs- und Machtdifferenz?

    Auch handelt es sich, wie ein Nutzer im lawblog so schön treffend kommentiert nicht um eine szenische Darstellung sondern um die Dokumentation eines realen Geschehens!

    Es kann sich doch hierbei nur um die Verbreitung ?dokumentierten Kindes-Missbrauchs?handeln. [dank auch an scusiblog für diese Klärung]“

    Ich glaube, Christian Bahls ist in der Beziehung unverdächtig. In meinem semantischen Netzwerk ist inzwischen „Kinderpornographie“ der Euphemismus, und „dokumentierter Kindesmißbrauch“ der viel deutlichere Ausdruck eines schweinischen Verbrechens. Aber ich kann verstehen, dass das manche Leute anders sehen.

    Der Grund für Christians Definition, ist daß die überwiegende Anzahl von Mißhandlungen ohne Foto und Film abgehen. Die Mißhandlung ist das Verbrechen, und, (sehr flapsig formuliert) das auch noch zu fotografieren und ins Internet zu stellen macht es auch schon nicht mehr viel schlimmer. Um bei Deinem Beispiel zu bleiben: Du willst die Leute in den Knast stecken, weil sie die Vergewaltigung eines Kindes filmen, Christian Bahls (und ich schließe mich da seiner Logik an) will sie in den Knast stecken, weil sie ein Kind vergewaltigen.

    Bei den restlichen Vorstellungen von Herrn Thiesen stimme ich mit Dir vollkommen überein: Nicht akzeptabel.

  • #3
    Torti

    Ich bin wirklich fassungslos….Piraten ich habe euch bei der Eurowahl gewählt.
    Aber seit sicher, nicht nochmal.

  • #4
    Shizuma

    1. Es gibt einen Unterschied zwischen einem Pädophilen und einem Pädokriminellen (oder wie du sagst „Kinderschänder“).
    Ebenso wie es einen Unterschied zwischen einem Heterosexuellen und einem Vergewaltiger gibt. Der größte Unterschied hierbei besteht darin, dass ein Pädophiler keine Möglichkeit hat, seinen Neigungen mit einem Partner nachzugehen (was ja auch Thiesen überhaupt nicht verlangt!). Bleibt nur die Selbstbefriedigung, was uns zum zweiten Punkt führt:

    2. Du schreibst, die Dokumentation (oder ist allein das Wort Dokumentation „erbärmlich“?) einer Vergewaltigung sei „ein mieses Verbrechen für das die Typen in den Knast gehören.“ Ich sehe nicht, wo Theisen dir da widerspricht.
    Das Problem liegt hier im Begriff „Kinderpornographie“ selbst, welcher zwar auch die dokumentierte Vergewaltigung bezeichnet, aber ebenso eine Zeichnung oder einen geschriebenen Text, bei dem (und das ist der wichtige Unterschied) kein Mensch zu Schaden kommt.

    3. der Punkt mit der freiwilligen Freigabe, über die ein Opfer bestimmen kann, ist mit Sicherheit kritisch zu sehen.

    PS: bevor die Flames einschlagen möge sich bitte jeder die oben erwähnten Unterschiede in den Begriffen verdeutlichen. Danke

  • #5
    Kinch

    Man könnte doch sich bitte etwas um die richtige Terminologien bemühen. Pädophile sind keine Kinderschänder. Menschen die Kinder schänden, sind Kinderschänder. Diese können Pädophil sein, müssen es aber nicht.

    Kindesmissbrauch ist daneben nicht per se eine Vergewaltigung. Und nicht jede Kinderpornographie ist auch ein Kindesmissbrauch. Die fiktionale Darstellung von Kindesmissbrauch ist zum Beispiel kein Kindesmissbrauch, wohl aber Kinderpornographie.

    Mir stellt sich daneben auch schon länger die Frage, warum fiktionale Kinderpornographie strafbar sein soll. Man kann es unsittlich finden, aber das begründet keine Strafbarkeit. Ansonsten gibt es dabei weder Täter noch Opfer.

    Ansonsten verstehe ich nicht, was an der reinen Beschreibung des Dilemmas Pädophiler problematisch sein soll.

  • #6
    Mela

    @Lucy Ich denke es geht David hier vor allem um die merkwürdige Vorstellung es sei in Ordnung wenn man irgendwann die Erlaubnis der Opfer einholt um Dokumente _tatsächlichen_ Mißbrauchs im Umlauf zu legalisieren.

    Das hat doch schon einen ziemlich widerlichen Beigeschmack.

  • #7
    Philip

    Möchte hier nicht relativieren, beschönigen oder verniedlichen, aber der Begriff des „Dokumentierten Kindesmissbrauchs“ vs. „Kinderpornographie“ wurde mal in den Kommentaren des Lawblog auseinandergenommen:
    http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/03/25/die-legende-von-der-kinderpornoindustrie/#comment-381928
    Und ich kann den Ausführungen (der Kommentatorin) auch nichts verwerfliches abgewinnen. Unterm Strich ist es wichtig, dass die Leute wissen, was gemeint ist, ohne dass der Eindruck entsteht, dass man über einen Kindergeburtstag spricht. „Dokumentierter Kindesmissbrauch“ geht einem noch weniger leicht über die Lippen, irgendwer hatte das Beispiel der „amyotrophen Lateralsklerose“ genannt. „KiPo“ finde ich in der Tat auch deutlich relativierender als „ALS“.
    Die restlichen Ausführungen Thiesens sind indiskutabel, wobei ich sagen muss, dass die Kinderpornographie-Tatbestände schon ein ziemlicher Holzhammer sind. Wenn ich hier irgendwo in einem IFRAME eine Kinderporno-Seite verlinke, haben sich alle Surfer, deren Browser diese Seite laden, strafbar gemacht. Punkt. Wenn die Polizei kommt, bevor sie ihren Browser Cache löschen können, ist schonmal schlecht. Zumindest landen sie dann in Frau von der Leyens 111%, aber wer möchte seinem Partner/Nachbarn/Verwandten zuhause erklären, dass das ein böser IFRAME auf ruhrbarone.de war?
    Andererseits kann man den Spieß natürlich auch herumdrehen und sagen, dass sich dann alle Kinderpornobesitzer darauf berufen können, dass sie sich im Vorbeisurfen Kinderpornos eingefangen haben. Grundsätzliche sehe ich die Gefahr bei so einer verschärften Gesetzgebung aber gegeben, allerdings sind mir keine Fälle bekannt, wo es Verurteilungen gegeben hat von Leuten, die Kinderpornos im Browser-Cache hatten.

  • #8
    Boomel

    Ich denke nicht das die Piratenpartei so wie du das in die Nähe rückst Unterstützer einer Kinderpornografie ist.

    Einfach nur Bescheiden argumentiert wenn du mich frägst. Provokante These hin oder her, aber mit dem Text lässt du viele tausend Menschen gleich mit in einen Topf springen.

    Naja wenns dich glücklich macht.

    Hier mal ein Beispiel, du bist nicht zufällig auch bei den #Jusos?

    http://boomel.lhwclan.de/?p=523

  • #9
    Barbara Underberg

    Die Piratenpartei hat bei der Europawahl 0,9 Prozent geholt. Thiesens öffentliche Einlassungen tragen sicher erfolgreich dazu bei, dass es nicht über die Ein-Prozent-Hürde gehen wird. Selber Schuld. Ansonsten wurde den abstrusen Positionen dieses Piraten nun überall im Netz mehr als genug Raum gegeben. Zuviel der Ehre.

  • #10
    micha

    Schade, ich dachte zumindest bei euch wird das thema wenigstens reflektiert diskutiert. stattdessen nur plattes „jetzt machen wir den thiessen aber engültig fertig“ … peinliches geschwurbel, was ihr/david da von euch/sich gebt/gibt.

    ich habe keine probleme herrn thiessens aussage zu verstehen/nachzuvollziehen. eure reaktion darauf wieder mich aber fast an.

  • #11
    Lucy*13

    @Kinch

    Die fiktionale Darstellung von Kindesmissbrauch ist zum Beispiel kein Kindesmissbrauch, wohl aber Kinderpornographie.

    In den USA und wohl auch in Japan sind fiktionale Darstellung noch nicht einmal Kinderpornographie, sondern unterliegen (noch) der Kunstfreiheit.

  • #12
    fRED

    das ist der preis den parteien für einen transparenten dokumentierten dialog zahlen, das ist der grund warum piraten anders und wichtig sind. wer das nicht versteht, soll sich weiter von hinterzimmer parteien verarschen lassen. wenn ihr das wiki dann durch habt findet ihr bestimmt auch das programm und die gemeinsamen grundsätze, das ist das ergebnis das wir in die parlamente tragen wollen.

  • #13
    Florian

    „Es fällt mir schwer, mich ernsthaft mit so einer Position auseinanderzusetzen. “

    Ja…das habe ich deutlich gemerkt, denn es wurde sich von Ihrer seite keineswegs ernsthaft oder gar sachlich mit dieser Position auseinandergesetzt.
    Thiesens Meinungs ist sicherlich nicht ohne Grund umstritten und ich bin im Augenblick der Meinung, daß er der Partei mit diesen Vorstößen gerade grösseren Schaden zufügt, dennoch bin ich für einen Sachlichen Umgang mit diesem Thema.

    Die Thesen bezüglich Kinderpornographie von Thiesen sind nicht neu und werden gar von einigen Psychotherapeuten vertreten. Es ist zunächst nur eine These, die es zu beweisen oder zu widerlegen gilt: können gezeichnete Bilder oder Geschichten eines Verbrechens tatsächliche Verbrechen hervorbringen? Wenn ich alle Krimis verbiete, werde ich dann auch nur einen Psychopatischen Serienmörder weniger haben? Wie ist das in der Sexualität? Ich fühle mich jedenfalls nicht in der Lage diese Fragen zu beantworten und ich glaube weder sie noch Thiesen sind dazu qualifiziert.

    Es ist im übrigen wahr, dass Zeichnungen und Geschichten über Kindesmißbrauch in den USA NICHT strafbar sind.
    Nur hat Thiesen nie verlangt, dass Kinderpornographie NICHT strafbar sein soll.

    Desweiteren bin ich mir selbst nicht so ganz sicher, was Herr Thiesen gegen Ende seines Textes fordert. Da jedoch „Die Dokumentation der Handlungen nach §176 werden bedingt unter Strafe gestellt“ werden soll, kann das „der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden“ nicht ganz hinein passen. Ist dort gemeint den Ermittlungsbehörden zur Verfügung stellen?!? Alles andere währe ziemlich daneben.

    Sie können mir Glauben, dass ich mich sicher mehr mit dem Thema befasst habe, als so manch anderer, denn ich kenne mehrere Missbrauchs – betroffene. Ich weiss OHNE jeden Zweifel, welche Auswirkungen auch nur EIN solcher Übergriff haben kann und genau aus diesem Grund MUß darüber gesprochen werden!

    Wenn Menschen wie sie solche unüberlegten und uninformierten Artikel verfassen, wird wieder jegliche Diskussion erstickt und es ist wieder einmal unmöglich, auch für betroffene, nur darüber zu reden! Nur durch reden und durch dem Auseinandersetzen mit dem Problem (und hier sind vor Allem gerade die Psychologen gefragt) können wir verhindern, was Leben zerstört.

    Ob sie es nun glauben oder nicht: Ich stehe auf Ihrer Seite, nur nicht was die Art und Weise angeht, wie ich das Problem angehe.
    „AUFHÄNGEN“ und „VERBRENNEN“ hat noch nie jemandem geholfen.

    Je lauter jemand geschrien hat, wenn ein Betroffener seine Geschichte erzählt hat, desto seltener haben sie diese Geschichte erzählt. Das würt „Betroffene“ ist übrigens nicht auf meinem Mist gewachsen und stellt auch keine Verniedlichung dar. Es ist von einem der „Betroffenen“ selbst gewählt worden.

    Ich hoffe auf mehr sachliche Diskussionen und viele viele Lösungsvorschläge!

  • #14
    Thomas Schulte

    Moin,

    bei voller Zustimmung zu dem Grundtenor des Artikels, als Pirat teile ich auch die entsprechenden Sorgen, möchte ich zu folgender Passage etwas anmerken:

    „Die Piratenpartei hat das auf ihren Seiten stehen, da wo über die Forderungen der Partei diskutiert werden soll. Und nennt das Meinungsfreiheit. Bitte.“

    Es ist normal das auf einer Diskussionsseite zum programatischen Kurs einer Partei auch Schwachsinn auftaucht, nur findet der Diskurs bei keiner anderen Partei so offen statt wie bei den Piraten. Haarig würde es werden wenn solch hahnebüche Vorschläge nennenswerte Unterstützung finden.

    Gruß,
    Thomas

  • #15
    Flex

    Super gemacht, Herr Ruhrbaron. Einfach mal diverse Begriffe in einen Topf geworfen, kräftig umgerührt und den verhackstückten Mist in Worte gefasst. Mir scheint, da wurden neben den Definitionen von Begriffen wie „Pädophiler“ und „Kinderschänder“ nebst „Kinderpornographie“ und „Kindesmissbrauch“ auch die Aussage von Herrn Thiesen nicht ganz verstanden? Auch wenn ich nicht immer seiner Meinung bin, lässt sich anhand seiner Texte zumindest erkennen, dass er sich über die schwierige Thematik Gedanken macht und andere Lösungsansätze zu präsentieren versucht, als wie die breite Masse unreflektiert bei diesen Reizwörtern in die Kerbe „Wir stecken alle Pädophilen in die Kinderfickerschublade und verknasten sie“ zu schlagen. Ich kann den Kommentaren 4, 5 und 8 nur zustimmen.

  • #16
    Christian

    Dieser Diskussionsbeitrag von Bodo Thiesen ist ein ziemlich intelligenter. Zur Zeit fallen Shota-Bilder und Comic-Bilder und erfundene niedergeschriebene Sexgeschichten unter Kinderpornographie. In Großbritannien ist die ganze Situation noch viel absurder.
    http://www.youtube.com/watch?v=8APlx9btTn8

    Und danke für die Klarstellung: Pädophile sind ganz normale Menschen, die eben sexuell (auch) auf Kinder stehen. Und sich mit dieser „Besonderheit“ durchs Leben schlagen, was nicht nur Nachteile hat, und definitiv sehr gut und ohne Missbrauch gelingen kann. Das letzte, was man da braucht ist der Hass des uninformierten Mobs. Früher als Homosexualität noch strafbar war, berichtete die Presse eben von den schwulen Vergewaltigern. Heute gibts halt keine Berichte von den vielen „guten“ Pädophilen, die sich aufopfernd um Jungs kümmern (ich bin auch nicht unbedingt scharf darauf, dass meine engen den Jungs viel gebenden (nicht materiell zu verstehen :P) Jungsfreundschaften jetzt unnötig umgedeutet werden).

    Und noch ein sinnvoller Gedanke: Wem nützt es eigentlich, wenn auf PCs von Pädophilen wieder mal die selben alten Kinderpornobilder gefunden werden, auf die er sich immer mal wieder einen runterholte? Der Pädo hat kein Wixmaterial mehr, außerdem besteht die Gefahr, dass sein Leben ruiniert ist; die Polizei hat einen weiteren Fall, der Zeit kostet, die besser verwendet werden könnte; kein Kind und keine Kinderseele wurde gerettet. Stattdessen könnte man natürlich auch die zahlenden Kinderpornokonsumenten verfolgen (von denen es anscheinend aber gar nicht so viele gibt) und vor allem die Kinderpornoproduzenten. Die sollten zur Verantwortung gezogen werden und zwar richtig (und das kommt von nem Boylover :D).

    Also lasst bitte die billige Polemik, nur wenige Pädophile missbrauchen oder vergewaltigen gar Kinder.

    Christian

  • #17
    Dominik Boecker

    Hallo David,

    Du versuchst grade ein Dorf zu bauen, um anschließend eine Sau dadurch zu treiben. Das ist IMO sehr billig. (Klarstellung: ich bin kein Mitglied der Piratenpartei, auch wenn ich (obwohl oder grade weil Anwalt) teilweise mit deren Ansätzen sympathisiere.)

    Deine Aussage: „Kinderpornografie ist Kinderpornografie ist Kinderpornografie.“ ist die Verniedlichichung, denn Pornografie impliziert Einwilligung der Beteiligten, die es in dem Bereich nicht geben kann.

    Bei dem Radiointerview auf der SIGINT in Köln sind Constanze Kurz und ich vom Moderator auch auf zum Thema Zugangserschwerungsgesetz angesprochen worden (ab Minute 12:30 Uhr ungefähr). In seiner ersten Fragestellung hat der Moderator auch beide Begrifflichkeiten benutzt. Danach taucht der Euphemismus Kinderpornografie aber nicht mehr auf.

    Kurzfassung: Nicht Thiesen benutzt eine Verniedlichung, sondern Du – und diesen Ansatz teilen auch Mißbrauchsopfer: http://mogis.wordpress.com/2009/04/05/hallo-welt/

    Die Tatbestände, die inhaltlich thematisiert werden, sind auch unter Juristen (wegen des wackeligen Begründung für die Strafwürdigkeit) nicht unumstritten. Es ist legitim, dass das in einer Partei zum politischen Diskurs aufgeworfen wird.

    Das mal als kurze sachliche Analyse des Ansatzes.

    Ich stimme Dir aber vollkommen und uneingeschränkt zu, dass Thiesen eine der momentan denkbar ungeeigneten Personen für das Thema ist.

  • #18
    tbe

    Aber bitte doch Herr Ruhrbarone!

    Zitat von der SELBEN wiki-Seite: „Dieser Artikel ist keine offizielle Aussage der Piratenpartei Deutschland sondern stellt die Meinung von Bodo Thiesen dar“

    Danke für die Aufmerksamkeit

  • #19
    Sven

    Schon lustig. Hier wird eine politische Gruppe über einen Kamm mit *einem* Wirrkopf geschoren wegen seiner Äußerungen. Und auf der rechten Seite sehe ich gerade fett Werbung mit jungen Mädchen in knapper Kleidung …. ruhrbarone – sind die denn schon volljährig?! Damit verdient ihr euer Geld. Lobenswert!

  • #20
    supaheld

    Also ich bin mit Sicherheit kein Freund von Thiesens Aussagen, aber das hier wird doch offensichtlich aufgebauscht ohne Ende. Du kannst wünschen und erwarten, dass Pädophile ihr Leben lang enthaltsam sein mögen, aber das ist nunmal nicht die Realität. Thiesen hat sich Gedanken darum gemacht, wie man verhindert, dass Pädophile auch Pädokriminell werden, das find ich einen löblichen Ansatz, denn das wird von kaum jemanden gemacht und jeder der ein kind ansieht wird in denselben Topf geschmissen wie ein Pädokrimineller. Ob das inhaltlich Sinn macht was Bodo schreibt, dazu bin ich mit der Thematik bei weitem nicht vertraut genug, aber ich erkenne einen Ansatz zur Verhinderung von Verbrechen.

  • #21
    Francis Drake

    David. Die Piraten sind transparent, sie diskutierten Vorschläge ihrer Mitglieder öffentlich.

    Der Preis den sie dafür zahlen, sind Artikel wie Deiner.

    Solltest Du diesen Beitrag aus wahrer Besorgnis und nicht aus purer Polemik geschrieben haben, dann versichere ich Dir hiermit, dass wir (ich bin selbst Parteimitglied) geschlossen gegen Kindesmissbrauch sind. Ich frage mich auch ständig, wie man eigentlich auf die Idee kommen kann wir würden so etwas unterstützen? Hallo?!

    Nur, weil wir einen Wirrkopf in unseren Reihen haben, musst Du seine Meinungen und provokanten Vorschläge nicht gleichsetzen mit „Parteimeinung“.

    Ich begrüsse Kritik auf Blogs, bei Twitter usw. Ich finde es gut, wenn wir eine starke Öffentlichkeit haben, die sehr kritisch ist. Piraten setzen sich genau dafür ein. Im Fall Bodo gab es viel Missverständnisse und Polemik – aber dies ist mE nicht zu vermeiden und daher okay.

    Was ich mir allerdings wünsche ist, dass Du mal ein bisschen besonnener vorgehst und Dich besser informierst. Auch Dein Hinweis auf Tauss zeigt, dass Du Dich mit der wahren Problematik kein Stück auseinandergesetzt hast sondern mal einfach den Knüppel auspackst und auf alles einschlägst.

    Schade…

  • #22
    formido

    Seh ich auch leider so…
    Es gibt hier paar Probleme und zu viel Emotionen in den Themen.

    Thiesen ist aus meiner Sicht leider ein Mensch der extrem auf der Definition von Worten rumhackt und seine Argumentationen darauf aufbaut. Dieses wiederrum führt dazu, dass andere Menschen das alles komplett missverstehen da er scheinbar auch nicht in der Lage ist (schon alleine weil es ein heikles Thema ist) seine Ansichten transparent darzustellen.
    Leider ist es traurig mit anzusehen wie er damit das Ansehen der Partei nach und nach immer weiter zerstört, es ist aber auch traurig anzusehen das Parteimitgleider oder Menschen die sich für die Partei interessieren gleich alle Mitglieder und damit die komplette Partei in die Schublade „Bodo Thiesen spricht für alle“ stecken.

    Die Piratenpartei besteht NICHT nur aus Bodo Thiesen!

    Man sollte daher dieser ganzen Thematik etwas rationaler und sachlicher betrachten und nicht gleich alle in einen Topf stecken.
    Shizuma hat im Kommentar 4 das ganze eigentlich schon sehr gut formuliert und auch den größten Teil der Kommentare kann man hier gut entnehmen, dass solch ein Bericht wie er hier von Ruhrbarone.de veröffentlicht worden ist, nur eine Ansammlung von Passagen ist die so aus dem Kontext gezogen natürlich einen ganz anderen Sinn ergeben.

  • #23
    ExeCRabLE

    Das ist wieder ein Artikel von Menschen die _nicht_ im Ansatz verstanden haben, was Pädophile sind, und was das bedeutet. Das er innert mich an Schwule die man auch für ihre Sexualität verteufelt und diskriminiert hat.

    Mein Gott, so lange ein Pädophiler seine gesellschaftlich „entartete“ Sexualität nicht auslebt d.h. keinen kontakt zu Kindern und keinen zu dokumentierten Kindermissbräuchen hat – IST DAS HINNEHMBAR !

    Was soll das hier werden GEDANKEN-POLIZEI ?! Das ist bestes Gutmenschentum …

  • #24
    Paul

    Hallo David,

    hast du dich mit dem Thema auseinandergesetzt? Ich denke Bodos Kritik ging in eine andere Richtung, der §184b stellt ja wie gesagt auch die verbreitung von Schriften, Zeichnungen, Computergraphiken etc unter Strafe. Man mag das für noch so eklig halten, aber diese Schriften zu verbieten fällt schon ein Bisschen in die Katergorie „Gedankenverbrechen“, schließlich kommt bei der Produktion und unmittelbar beim Konsum niemand zu schaden.

    Man muss danach fragen ob durch die Betrachtung solcher fiktiver Werke möglicherweise mehr reale Übergriffe auf Kinder stattfinden. Dann wäre die Bestrafung auch von fiktiven Werken gerechtfertigt. Wie in der Killerspieldebatte gibt es dazu aber geteilte Meinungen und wenige Fakten. Kann jemand mit pädophilen Neigungen durch fiktive Kinderpornographie seine Triebe so weit ruhigstellen, dass er von Übergriffen absieht, oder ist es umgekehrt so, dass seine Hemmschwelle sinkt? Diese Frage scheinst du automatisch mit „die Hemmschwelle sinkt“ zu beantworten, ich bin mir da nicht so sicher, und ich finde du tust Bodo unrecht, wenn du die Frage einfach mit dem moralischen Hammer „Wer fiktive Schriften herstellt, vertreibt oder besitzt gehört in den Knast“ beantwortest, ohne auf die Problematik einzugehen, selbst Juristisch ist deine aussage im Moment in Deutschland nicht gedeckt.

  • #25
    Klaus

    Die Kunstfreiheit sollte gewahrt sein. Außerdem hat selbst ein Missbrauchsopfer das Recht auf das eigene Bild und damit die Entscheidung darüber, was er damit tun möchte. Die Forderungen von Thiesen finde ich richtig. Denn warum soll irgendein Gutmensch darüber entscheiden, was ich als „Opfer“ zu fühlen und mit meinen Fotos zu machen habe? Nur weil er sich vielleicht daran stoßen könnte?

  • #26
    Maschinist

    Ich möchte mal allgemein anmerken:

    „Dokumentierter Kindesmissbrauch“ ist nicht verharmlosend gemeint. Der Begriff stammt von den MOGIS-Leuten – und denen war die Begrifflichkeit sehr wichtig.
    „Pädokriminelle“ ist eine Bezeichnung die im Dunstkreis von der Leyen / „Deutsche Kinderhilfe“ kreiert wurden.
    „KiPo“ ist meiner Meinung nach nicht abwertend, sondern folgt nur der Dialektik einer mit Kurzformen und Abkürzungen aufgewachsenen Generation.
    Das nebenbei zu den Begrifflichkeiten.

    In jeder rechtsethischen Diskussion muss jede Meinung wertungsfrei aufgenommen und argumentativ widerlegt werden. Sonst wird aus dem Rechts- ein Hysterie-Staat und jeder auch nur im Verdacht stehende wäre schon längst kastriert und lebenslang eingesperrt.
    Ich werde den Eindruck nicht los, Herr Thiesen legt es eher darauf an als dass er persönliche Interessen verfolgt.

    Wäre die Sachlage bei Herrn Tauss eindeutig wäre schon Anklage erhoben worden. Der Besitz einer DVD ohne Nachbestellung innerhalb eines Jahres lässt zumindest nicht auf exzessiven Konsum schliessen. Mehr lässt sich momentan kaum dazu sagen.

    Insgesamt sind das zwei Irrlichter in einer Partei mit mittlerweile 3000 Mitgliedern und hunderttausenden Wählern. Sollte man die Partei gleich derart bashen?
    Die Grünen wurden von bekennenden Päderasten mitgegründet, die offen freien Sex mit Kindern haben und ihn gesellschaftlich anerkannt sehen wollten. Sollten sie jetzt auch auf ewig unwählbar sein? Keine guten Ideen haben?

    Ich halte es für sehr anmassend einer jungen, nur halbwegs organisierten, Partei derart zum Vorwurf zu machen, dass ein Irrlicht einen Posten zugesprochen bekam. Mit hysterischen Diskussionen segeln die Piraten zumindest im Kreis um ihre eigene Achse – und direkt an potentiellen Wählern vorbei.

    Eine demokratische Partei muss auch so etwas aushalten. Einzelmeinungen werden überstimmt, damit ist die Meinungsfindung der Partei gewährleistet.
    Wer eine Einzelmeinung innerhalb einer Partei auf das Ganze projiziert kann letztlich keine Partei wählen, muss eine eigene gründen bei der jedes potentielle Mitglied vor der Aufnahme genau überprüft wird. Für einen Piraten wäre das eine Horrorvorstellung.

  • #27
    Philip Brechler

    Wie kann man nur die Aussage eines Mitglieds auf die ganze Partei prokektieren? Wenn ein CSU Abgeordneter im Bundestag sagt: Wir können von China lernen was das Internet angeht.“ dann wird doch auch nicht gesagt, dass die CSU für Kommunismus ist…
    Also runterkommen und die Aussagen eines Einzelnen nicht gleich als Parteimeinung hinstellen.

  • #28
    Bert

    Hier gibt es den Rest zu lesen:

    http://wurstball.de/static/ircview/pictures/779cc268eb1747671621a9ed60fd82a9.png

    😉

  • #29
    pavel

    Sehr schwach, dieser Versuch, Bildzeitungsniveau zu erreichen. Kein Wunder, dass Politik sonst in Hinterzimmern stattfindet, wenn es selbst halbwegs intelligenten Menschen wie David Schraven offenbar schwer fällt, ihren eigenen Verstand zu benutzen, bevor sie sich äussern, und statt Vernunft in die Diskussion über ein sehr emotionalisierendes Thema zu bringen, Öl ins Feuer giessen und Hass zu schüren.

    Und vermutlich geht die Rechnung sogar auf, dadurch mehr PIs zu kriegen. Ihr seid schlimmer als eine Frau von der Leyen, denn die macht das immerhin nicht wegen des Geldes.

    Billigste Polemik an der Grenze zur Hasspropaganda.

  • #30
    anonym

    Der Begriff des dokumentierten Missbrauchs kommt nicht von den Piraten sondern wird durch Opferverbände verwendet, die den Begriff Kinderpornographie ablehnen. Aber Recherche ist wohl nicht die Stärke der „Ruhrbarone“.

  • #31
    Pirat4KA

    Mal ein Vorschlag zur ent-BILD-ifizierung Deiner Artikel:

    Ersetzte „Piraten“ mit „Bodo Thiesen, Mitglied der Piratenpartei,“

    Denn der Titel: „Bodo Thiesen, Mitglied der Piratenpartei, und die Kinderschaender“ wuerde mehr Sinn machen der jetzige Titel.

    Pirat4KA

  • #32
    Chris

    Oh je…
    Da Du so auf der Begrifflichkeit rumreitest.. da wurde in den letzten Jahren einiges verschlimmbessert.
    Beispiel „Jugendpornographie“ die nun auch unter „Kinderpornographie“ fällt. Modelle, die optisch so aussehen als seien sie noch keine 18 Jahre alt, unabhängig davon, ob sie 18, 20 oder 28 sind. Selbst das zählt heutzutage als KiPo. Und genau das ist der Punkt, in dem es aussetzt.
    Es gibt Kinderpornographie – und es gibt den Dokumentierten Kindesnmisbrauch. Die Täter und „Dokumentierer“ von letzterem gehören mit aller möglichen gesetzlilchen Härte bestraft. Bei ersterem gilt es zu differenzieren. Wollten beide „Darsteller“, was sie taten. Waren sie mit der Videoaufzeichnung einverstanden? Wo ist es (strafbare) Kinderpornographie, wenn zwei 17jährige sich beim Sex filmen und das ganze auf Video aufzeichnen?

    denkt mal drüber nach…

  • #33
    emophodze

    Kamen denn bisher deutliche Distanzierungen zu diesem unsäglichen Typen? Nein, nicht deutlich genug. Der Arme wurde so oft missverstanden, wahrscheinlich jetzt auch wieder und er meint es gar nicht so, wie es ihm jetzt in den Mund gelegt wird.
    Genauso mit dem „Überfall“ der Deutschen auf Polen, da sind ihm die Anführungszeichen durch einen bloßen Zufall in den Satz gerutscht.
    Aber was solls. Die Partei, die eine Solche Gestalt duldet, hat es nicht verdient, gewählt zu werden. Die Piratenpartei ist keine Alternative.
    Jeder, der nun die Piratenpartei wählt, nimmt billigend in Kauf, dass eine Person, die untragbare Ansichten zum Holocaust hat und äußerst zweifelhafte zur Kinderpornographie, eine politische Bedeutung bekommt.
    Der Drang nach Freiheit in allen Ehren, aber muss das gleichzeitig Bedeuten, dass jede Dummheit toleriert wird?
    Erschreckend ist auch das Rudelbumsen der gesamten Piratenschaft bei jedem kritischen Kommentar.

  • #34
    emophodze

    @31: Wenn ein nicht-Hinterbänkler der CDU eine solche Forderung stellen würde, dann würden die Schlagzeilen ebenso lauten.
    Der Mann saß bei eurem Parteitag immerhin auf dem Podium, so unwichtig kann er in der Partei also scheinbar nicht sein.

  • #35
    Markus

    Langsam denke ich David wird generell und ausschließlich für Verallgemeinerungen bezahlt. Aber das kann irgendwie nicht stimmen, vielleicht bekommt er noch einen Bonus für möglichst billige Polemik und Tatsachenverschweigung.
    Auf der Wiki-Seite mit den Forderungen von Thiesen steht explizit, dass es nicht der Meinung der Partei entspricht. Sozusagen als Warnung für alle die zum Verallgemeinern neigen. Allerdings handelt David offensichtlich bewusst und nimmt solche Tatsachen einfach nicht zur Kenntniss.

    Solche Schreihälse sind für mich das eigentlich eklige an der ganzen ekligen Geschichte. Obwohl ich bei den Aussagen von Thiesen auch regelmäßig den Kopf schüttle.

  • #36
    derpirat

    Was ist das Problem an erotischen Tagebucheinträgen und gezeichneten 17jährigen oder 13jährigen, die sexuelle Handlungen durchführen? Ich verstehe das nicht. Das ist ein Gebiet, wo wir in den Bereich des Gedankenverbrechens bzw. Gesinnungsstrafrechts kommen.

    Aber immer schön die Piraten schlecht reden, weiter so!

  • #37
    Nathan der Weise

    Werden die Ruhrbarone jetzt aus den Online Wahlkampf-Fonds der regierenden Parteien gesponsort oder wieso gibt es hier keine sachlich argumentierten Aussagen mehr?

  • #38
    Yuri

    Ueber das mit den tatsaechlichen Kinderpornos [also Dokumentation sexuellen Kindesmissbrauchs] kann man sich streiten, will ich hier nichts gegen sagen. Natuerlich kann man sich auch ueber die anderen Forderungen streiten… wobei ich die nachvollziehbar finde und auch selbst unterstuetze.

    Aber wie ihr ueber das Thema schreibt, finde ich doch bedenklich [von „enttaeuscht“ kann ich wohl kaum sprechen, da ich hier sonst nicht lese].

    Manchmal ist das so einfach. Das ist gesellschaftlicher Konsens. Nicht nur hier ? überall.

    Das ist imho die so ziemlich schlechteste Begruendung fuer etwas, die man anfuehren kann, gleich nach/neben „das war schon immer so“ und „alle andere machen es auch“.

    Zu der Begriffsstreitigkeit sag ich jetzt nichts mehr…

  • #39
    Yuri

    Achso und dass das bei uns im Wiki steht, liegt daran, dass jeder Benutzer [auch Nicht-Piraten] mitdiskutieren und ihre Meinung sagen duerfen. Das hat immer noch nichts mit offizellen Parteiforderungen/-aussagen/-ansichten zu tun.

  • #40
    derpirat

    Die Piraten sind wenigstens noch eine Partei, wo ein offener Diskurs der Basis, echte Demokratie und freie Meinungsbildung ernst genommen werden.

  • #41
    andigismo

    Der ganze Artikel ist unerträglicher Blödsinn. Bekommt ihr eigentlich Geld von irgendeiner Partei, oder ist gerade Flaute an sinnvollen Themen? Du schaffst es sogar die Bild-Zeitung zu übertreffen. In meinen Augen ist das schon Verleumdung. Aber was wäre das Internet, ohne den einen oder anderen Troll.

  • #42
    Dennis Schulz

    Moin Moin,

    geneigte und verstörte Leser dieses Blogs empfehle ich den Blogeintrag vom Ex-Bundesvorsitzenden der Piratenpartei Dirk Hillbrecht:

    http://blog.hillbrecht.de/2009/07/09/ruhrbarone-auf-zensursula-niveau/

    Gruß Dennis

  • #43
    Ein Mensch

    Wer nicht zwischen Mord, „snuff movies“ und der Fernsehserie „Tatort“ unterscheiden kann, ist nicht ernstzunehmen.

  • #44
    Andy

    Ich bin kein Mitglied der Piratenpartei, aber dieser Artikel ist wirklich daneben. Es handelt sich ja erst mal um Überlegungen eines einzelnen (noch dazu umstrittenen) Mitglieds der Piratenpartei. Auch Überlegungen und Meinungen werden in dieser Partei im Gegensatz zu anderen Parteien offenbar öffentlich im Wiki geäußert – für die Partei sicherlich nicht unbedingt von Vorteil.

    Ich teile Bodo Thiessens Sicht nicht, habe sie aber zumindest soweit durchdacht um zu erkennen, dass Du nicht verstanden hast, was er geschrieben hat.

  • #45
    Andy

    Auf die Gefahr hin, dass ich es mir jetzt bei allen verscherze…

    Kinderpornografie ist halt nun mal ein geläufiger Begriff. – Allerdings habe ich mich auch damit beschäftigt, und halte es für nachvollziehbar warum die Opferorganisation MOGIS „dokumentierten Missbrauch“ nennt: Kinderpornografisch können nach deutschem Recht auch Zeichnungen und Texte sein! Und zudem ist Porno eben ein Begriff, der mit Freiwilligkeit zu tun hat – also eigentlich völlig deplaziert ist.

    KiPo benutze ich selber nicht, das hört sich meiner Meinung nach „komisch“ an. Vielleicht ist es auch einfach noch nicht so gebräuchlich. Der Vergleich mit NS-Zeit und ähnlich klingt zumindest plausibel. Ich denke (und hoffe natürlich) nicht, dass damit jemand etwas verharmlosen möchte.

    Aus den dargestellten Gründen und um das Beschriebene eindeutig zu bezeichnen halte ich Begriffe wie „Missbrauchsfoto“ oder „Videoaufnahme eines Kindesmissbrauchs“ für sinnvoll – oder aber, wenn man andere kinderpornografische Schriften meint eben „kinderpornografischer Text“ oder „kinderpornografische Zeichnung“. Würden diese Begriffe sauber verwendet gäbe es deutlich weniger Missverständnisse. Wenn nur das Wörtchen wenn nicht wär…

    In jedem Fall aber ist Kindesmissbrauch das große Problem, das bekämpft werden muss!

  • #46
    David Schraven Beitragsautor

    @ Andy,

    was habe ich an diesem Unsinn nicht verstanden:

    >>>>>>Es sollte Entscheidung des Mißbrauchsopfers sein, ob diese Dokumentationen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden dürfen oder nicht. Zu diesem Zwecke kann sich das Mißbrauchsopfer ab dem 18 Lebensjahr persönlich bei einer Polizeibehörde melden um die Freigabe der entsprechenden Dokumentationen zu beantragen. Als Urheber im Sinne des Urhebergesetzes gilt in diesem Falle das Mißbrauchsopfer selbst. Diese Einverständniserklärung kann nur vom Mißbrauchsopfer selbst, nicht jedoch von Erziehungsberechtigten oder anderen gegeben werden. Die Behörden haben zu diesem Zwecke solche Dokumentation bis zum 28 Lebensjahr des Opfers aufzubewahren. Willigt das Opfer innerhalb dieser sich daraus ergebenden 10 Jahre nicht ein, so sind alle Kopien dieser Dokumente zu vernichten.

    >>>>>>>In der Zwischenzeit dürfen diese (Kinderpornos . d.A.) auch nicht von Strafverfolgungsbehörden z.B. zum Zwecke der Ermittlungen in Umlauf gebracht werden.

    >>>>>>>>Für die Moral ist die Kirche zuständig, nicht der Gesetzgeber.

    Der Mann ist nicht irgendwer bei den Piraten. Zudem hat er offenbar keine Einzelmeinung – wenn man sich dieses Kipo-Abgekürze, dieses „dokumentierter Kindermissbrauch“-Geschwurbel und den Tauss-Kinderpornobesitzer ansieht.

    Es ist vielleicht nicht Mehrheitsmeinung bei den Piraten, aber immerhin eine zulässige Meinung, dass Kinderpornografie nichts allzu schlimmes ist, mit dem man fahrlässig rumeiern kann. Oder in einem Koffer lagern.

    Piraten, so seid ihr politisch unten durch. Zieht ne klare Kante.

  • #47
    david

    Die Aufnahmen zur Weiterverbreitung an die Opfer zu geben kann auch bedeuten, dass diese die dann gemeinsam mit ihren Therapeuten ansehen und verarbeiten wollen. Sie werden sie dann ja wohl kaum selbst an andere Pädophile verteilen.

    Herr Thiesen provoziert zu viel und manche Aussagen sind nicht durchdacht. Andere hingegen eine Überlegung wert.
    Im Endeffekt wird sich daran im September aber sowieso niemand wehr erinnern.

  • #48
    Ayatollah

    Ich kann die Kritik an diesem Beitrag nicht nachvollziehen. Es ist zynisch, was Herr Thiesen an Vorschlägen von sich gibt. Das Opfer solle selbst entscheiden, ob das Video seiner Mißhandlung freigegeben wird – das ist verletzend.

    Die Moral sei nicht Sache der Gesetzgebung, sondern der Kirche, sagt Thiesen.

    Mann, mann, mann. Ein so hohes Maß an Ignoranz bezüglich unseres Rechtssystems ist schockierend. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – dieser Paragraph ist das Resultat rechtsphilosophischer Überlegungen von seiten des Gesetzgebers. Und nicht Resultat Überlegungen der Kirche.

    Mir scheint, als vertrete Herr Thiesen die Überzeugung , dass – wenn Gott tot ist – alles erlaubt sei, die Moral unauflöslich mit Religion verbunden ist, weshalb die Religion die moralische Instanz einer GEsellschaft zu sein habe.

  • #49
    steeph

    Das sind doch nur Überlegungen. Diese als Meinung der Piratenpartei darzustellen ist falsch. Bodo Thiesen legt damit doch nicht fest, dass andere Piraten die gleichen oder ähnliche Ansichten haben.

    Ich glaube einige hier sollten noch einmal genau lesen, was Bodo Thiesen geschrieben hat. Man kann dazu natürlich jede Meinung haben und auch ich würde nicht unterstützen, seine Vorschläge so durchzusetzen. Aber ich finde gut, dass er solche Überlegungen anstellt. Über seine Vorschläge, die daraus entstehen sollte man diskutieren, dabei aber nicht zu locker mit den Begriffen umgehen. Eine Diskussion über Pädophilie oder Kinderpornografie, in der Pädophile mit Kinderschändern gleichgesetzt werden, bringt nichts. Das wird aber von vielen immer wieder getan und ich sehe auch hier diese Tendenz.

  • #50
    Skill

    So. Interessant finde ich wieder diese allgemeine Klugscheißerei und Haarspalterei was Definitionen angeht. Wie wäre es, wenn man ein klein wenig humaner an die Sache rangeht. Denkt ihr ein 7 jähriges Kind, dass von einem ausgewachsenen Mann missbraucht/vergewaltigt/sexuell genötigt, gleichviel in dem Fall, wünscht sich, dass man sich um die Begriffe prügelt? Das Kind selber wird nichtmal verstehen was mit ihm passiert ist. Die psychischen „Colleteralschäden“ sind aber enorm. Manisch-Depressive Zustände, Panik/Angstattacken, sog. „Flashbacks“ die eine erwachsene Frau mental zurück zum Zeitpunkt des Missbrauchs katapultieren, sodass sie alles bildlich nochmal miterleben muss. Das alles bleibt hängen, das gesamte Leben lang.

    Der Verfasser des Artikels hat doch in allen Punkten Recht:

    Gleich ob man Kinderschänder/vergewaltiger ist oder einfach nur pädophil ist (nebenbei angemerkt. Pädophilie ist keine Krankheit, gegen Krankheiten gibt es Heilmittel. Pädophilie ist eine Neigung, und sowas kann man nicht heilen, sondern in gewissem Maße restringieren.), es ist eine Straftat die mindestens mit einer lebenslangen Haftstrafe erfolgen sollte (des Weiteren finde ich, dass die Täter ALLE anfallenden Kosten was die therapeuthische Behandlung des Kindes/Opfers angeht, übernommen sollten).

    Anstatt rumzuschwatzen woher der Begriff „Kinderpornographie“ stammt, was man sicherlich bei Wikipedia nachgeschaut hat, sollte man sich auf das konzentrieren was hier wichtig ist: Dieser Abgeordnete, nicht die gesamte Partei, aber dieser Knilch verhamlost eine der wohl grausamsten Straftaten UND krönt das Ganze noch, indem er..das ist so witzig..die Täter quasi auffordert das „dokumentierte Material“ den Opfern in die Hand zu drücken. Wie soll das aussehen?
    „Öh ja, du Pädo-Onkel?“ „’s los?“ „Bekomm ich nach dem Missbrauch die Aufnahmen?“ „Aber klar doch.“ Was soll dieser Quatsch. Und dann noch diese sinnfreie „Forderung“ zur Publikation dieser Materialien. Ganz großer Mist. Man spielt mit der bereits niedergetretenen Würde der Opfern mit solchen Forderungen.
    Thiesen, ein Wort zur Meinungsfreiheit: Behalt deine dämliche Meinungen/Forderungen für dich.

  • #51
    Malte

    Kunstfreiheit und KiPo-Piraten? Digitale Freiheit, auch für „Kinderschänder“? Schafft dieses „Partei“ doch einfach wieder ab, dann ist ruhe!

  • #52
    Michael Kolb

    Was mir zuerst auffällt, ist die Realnamendichte in diesem thread SCNR, no offence.

    Um es gleich vorwegzunehmen, auch ich hätte mir in diesem Artikel einen besonneren David Schraven gewünscht, aber das Leben ist kein Wunschkonzert und ich muß nehmen, was ich bekomme. Ich habe mir alle Kommentare durchgelesen und auch die meisten links verfolgt, besonders gut gefallen hat mir der zweite Absatz im 1. in dem von Dennis Schulz verlinkten Blog-Artikel. Ich kann mir gut vorstellen, daß dem Vorstand der Piratenpartei gerade die „argh-smileys“ ausgehen und die Nackenmuskulatur vom Koppannewandwemmsen stark ermüdet ist.
    Ich habe mir den Artikel von Thiesen „im Original“ auf der Wiki-Seite der Piratenpartei durchgelesen (und bin auch parallel immer noch damit beschäftigt) und auch in der Versionshistorie nachgeschaut, was wann geschrieben worden ist.

    Thiesen formuliert teilweise sorgfältig. Vor diesem Hintergrund finde ich eine „Entschuldigung“ in einem thread hier putzig, in dem es um seine „Distanzierung“ geht, er sei halt kein Hemmingway und könne nicht so gut formulieren, das müsse man ihm nachsehen. Stimmt, er ist kein Hemmingway, aber er weiß trotzdem verdammt gut, was er schreibt!

    Ich stelle mir die Frage, wie es ganz allgemein um seine Parlaments- Parteiwürdigkeit stehen würde, wenn man die Mitglieder seiner Partei als „Volk“ bei einer Abstimmung zugrundelegen würde, auf dieses Ergebnis wäre ich gespannt.

    Ich weiß, der Vergleich ist an den Haaren herbeigezogen, aber er ist ja nun zum (Ersatz-)Richter gewählt worden… Zwar hat er seiner Partei nicht in dieser Funktion großen Schaden zugefügt, aber immerhin als normales Mitglied… bekommt er nun auch die doppelte Strafe für schädigendes Verhalten? Ausschlussverfahren, Neuantrag und gleich wieder raus?

    Wenn man ihm schon einen Strick hätte drehen wollen, dann hätte man in diesem Text anderes finden, bzw. es anders (und subtiler) interpretieren können, gerade im Bezug auf den Absatz, in dem er über die Veröffentlichung der „Dokumente“ durch die betroffenen Missbrauchsopfer, aber ich sehe gerade (wie gesagt, ich lese parallel noch hier und da), David kommt dort zu dem gleichen Schluss wie ich, nur hat er ihn nicht weiter ausgearbeitet. Wie auch immer, der Artikel war unglücklich

    Ich will mich gar nicht an der Diskussion über die „korrekte“ Bezeichnung beteiligen, dazu bin ich zu ungebildet, zuwenig in der Materie und rhetorisch zuwenig geschult, aber, für mich ist es „Kinderpornographie“, „KiPo“ halte ich allerdings ebenfalls für eine, nicht zwingend bösgemeinte, unangemessene Verniedlichung, die sich zwar schnell tippen lässt (bei zehn Fingern liegen die Buchstaben so angenehm eng beieinander), es aber deutlich an Respekt vor den Opfern fehlen lässt. Den „Dokumentierten Missbrauch“ finde ich allerdings auch unglücklich. Es ist der Versuch, etwas unaussprechliches in eine juristische Worthülse zu pressen, „in verbrecherischer Weise aufgenommes Dokument der Misshandlung eines Kindes auf welches sich ein Dritter möglicherweise einen runterholt“ macht sich in der Beck-Zettelsammlung einfach nicht so gut. Wie auch immer, die Diskussion um die richtige Bezeichnung ist jedenfalls echt Noppes und das geht irgendwie an alle Beteiligten.
    In jedem Fall hätte ich mir in diesem Artikel eine dahingehend differenziertere Argumentation gewünscht (und mit diesem (Ab-)Satz habe ich bei David wahrscheinlich endgültig verschissen). Wenn ich nämlich den Artikel und die aktuelle Gesetzeslage richtig verstanden habe (ich bin so schrecklich uninformiert), dann sind Texte wie die „Mutzenbacher“ oder gar „Lolita“ inzwischen wieder nahe daran, keine Kunst mehr zu sein, sondern eher für unangenehmen Besuch zu sorgen, das kann es ja nun auch nicht sein…

    Zu Tauss habe ich auch meine eigene Meinung, zudem eine, die mich in Davids Ansehen auch nicht gerade steigen lässt. Tauss hat in diesem thread eigentlich auch gar nix zu suchen, es geht mir auch um etwas anderes. Selbst wenn ich den allerbesten Willen unterstellen würde (fällt mir allerdings schwer, aber ich bemühe mich um Neutralität), so halte ich, Meinungsfreiheit hin, transparente Diskussionskultur der Piraten her, die Aussagen von Thiesen für mindestens „nicht sonderlich geschickt“ und ich wundere mich über die von Stefan Laurin angesprochene Wagenburgmentalität. Klar, right or wrong, my party, kann ich ja verstehen, aber das kann es doch nicht sein, bei allem Unfug in die Bresche zu springen, nur weil ihn ein Parteimitglied verzapft hat, damit habe ich echt ein Problem, das bringt doch nix. Prinzipientreue ist ja schön und gut, nur wenn ich daran denke, vielleicht mal mein Kreuz bei den Piraten zu machen, was prinzipiell gar nicht soooo unwahrscheinlich ist (@Stefan: Piraten = neue SPD 😉 ), mache ich mir Sorgen, ob meine Stimme bei diesen „interessierten Amateueren“ (um das Wort Dilletanten nicht missverständlich zu verwenden), nicht in den Orkus geworfen ist. Mir ist einfach folgender Zusammenhang nicht klar: Thiesen schreibt _seine persönlichen_ Vostellungen auf, die mit der Meinung der Partei nix zu tun haben sollen/müssen, allerdings schreibt und veröffentlicht er diese Ansichten auf der Wiki-Seite der Piraten. ’schulligung, ich bin dämlich, aber Wiki-Seiten eines Projektes (ich verwende Linux und bin es von daher verdammt nochmal gewöhnt, Wiki-Seiten zu lesen), haben für mich zumindest halboffiziellen Charakter. Was ist so schwer daran zu verstehen, daß es scheiße aussieht, wenn eine (hinterfragenswerte) persönliche Meinung unter der Piratenflagge veröffentlicht wird? Was ist so schwer daran zu verstehen, daß die _private Meinung_, aufgrund des Ortes der Veröffentlichung, als zumindest halboffiziell oder geduldet wahrgenommen wird… jedenfalls von der ungebildeten, naiven Öffentlichkeit wie mir? Warum muß man dem beihüpfen?

  • #53
    Andy

    Zuerst einmal: Ich möchte Bodo Thiessen ganz sicher nicht verteidigen! Wie gesagt teile ich seine Meinung nicht! Allerdings antworte ich Dir natürlich gerne.

    Kinderpornografie ist ein weites Feld: Rechtlich fallen darunter Zeichnungen, Texte – und auch Dokumentationen von (realem!) Kindesmissbrauch, also Fotos und Videos. Das sollte einem bewusst sein wenn man seriös über dieses Thema diskutieren möchte.

    Pädophile sind ebenfalls eine inhomogene Gruppe:
    – Es gibt Menschen (übrigens sowohl Männer als auch Frauen, wenn auch vermutlich nicht gleichverteilt), die neben gleichaltrigen Erwachsenen leider auch Kinder erregend finden.
    – Es gibt Menschen, die NUR Kinder erregend finden.
    – Dann gibt es Menschen, die Kinder erregend finden und auch missbrauchen – d. h. Kinderschänder.
    – Und schließlich gibt es noch Menschen, die Kinder erregend finden, diese missbrauchen und dies dokumentieren – das sind ebenfalls Kinderschänder.

    Bodo Thiessen schreibt jetzt über die gesamte Bandbreite sowohl von „Kinderpornografie“ (ausdrücklich auch von Texten und Zeichnungen) und von Pädophilen (ausdrücklich auch von solchen, die insofern krank sind, dass sie Kinder erregend finden, dies aber nicht mit Kindern sondern nur in der Phantasie ausleben – also eben ausdrücklich KEINE Kinderschänder sind und womöglich durchaus Sex mit gleichaltrigen erwachsenen Partnern haben und dies geniesen).

    Dein Kommentar hierzu „Ja verdammt, ich verlange von einem Kinderschänder, dass er sein Leben lang abstinent bleibt.“ ignoriert dies völlig und unterstellt, Thiessen habe von Kinderschändern gesprochen. Dabei sagt er sogar ausdrücklich „Der sexuelle Mißbrauch von Kindern (§176) bleibt weiterhin strafbar“ – alles andere wäre auch unvorstellbar. Da sind wir sicher einer Meinung – wer sich tatsächlich an Kindern vergeht gehört irgendwohin, wo er niemandem mehr schaden kann.

    Ansonsten ist – bei aller Liebe zu sachlichen Beiträgen – Dein Artikel über die neue Causa Thiessen nicht gerade neutral geschrieben. Ich habe den Eindruck, Du hast Dich von dem emotionalen Thema (das geht wohl jedem so) zu einer unsachlichen Antwort hinreißen lassen und dabei eine Art Tunnelblick bekommen. Denn dass Thiessen eben auch von Nicht-Kinderschändern spricht hast Du zum Beispiel völlig übersehen.

    Aber noch einmal: Seine Schlußfolgerungen teile ich nicht!

    Was seine Formulierung „Dokumentation von Handlungen nach §176“ betrifft – das hört sich tatsächlich brechreizerregend an. Unter Juristen mag so etwas üblich und sicherlich auch mancherorts hilfreich sein, aber an der Stelle und bei diesen Forderungen halte ich das eher für unangebracht.

    Was aber die Formulierung „dokumentierten Missbrauch“ angeht – die ist ja gerade von MOGIS, also einem Opferverband (!), forciert worden. Aus den Gründen, die ich in meinem letzten Beitrag genannt habe und die MOGIS meiner Meinung nach durchaus nachvollziehbar begründet.

    Einige sonstige Punkte, wie diesen Bierthresen-Satz, den finde ich ehrlich gesagt auch geschmacklos.

    Und was Bodo Thiessen betrifft bin ich der Meinung, dass er mehr darüber nachdenken sollte, was und wie er schreibt. Oder seine Meinungen stärker überdenken.

    Was seine 10-Jahres-Forderung angeht: Ich kann seinen Gedankengang nachvollziehen, teile ihn aber trotzdem nicht. Da bin ich also mit Dir überein, David, ich hätte es allerdings sachlicher formuliert, weil es er ja eben (fast etwas zu) sachlich begründet. Und noch einmal: Ich teile die Schlußfolgerung aber nicht.

    Zu diesem „KiPo“-Begriff, den ich auch nicht unterstütze, habe ich ja im letzten Beitrag schon etwas geschrieben, das hat sich überschnitten. Ich vermute, der Begriff ist so entstanden, dass sich die Mitglieder der Piratenpartei derzeit häufig mit dem Thema beschäftigen (Thema Internetsperren, aber auch Tauss) und deshalb aus pragmatischen Gründen das Wort abkürzen. Sie ist übrigens auch in der Wikipedia aufgeführt. Wie gesagt, ich denke nicht, dass die Abkürzung verharmlosend gemeint ist, aber ich verwende diese Abkürzung dennoch nicht.

  • #54
    Torti

    Liebe Piraten,

    ich bin über eure Scheinheiligkeit echt entsetzt. Wer alle Beiträge hier liest dem wird ganz übel. Hier wird der schlimmste vorstellbare Missbrauch eines Kindes relativiert und ein Wirrkopf im Partei-Wiki ein Podium geboten einen Haufen wirren Mist zu veröffentlichen. Wer den Text mal in Gänze gelesen hat, der findet darin z.b. Foderungen nach BERUFSVERBOTEN,AUFHEBUNG DER IMMUNITÄT VON ABGEORDNETEN um nur einiges zu nennen.

    Gut lassen wir das mal als Meiungsäusserung durchgehen. Wenn euch ein solchen Diskurs so wertvoll ist, warum seit ihr dann so dünnhäutig wenn Kritik an der Piratenpartei geübt wird. Dies ist dann auf „Bildzeitungsniveau“ oder „perfide“.

    Wirklich arm, der wirrste Scheiss von Thiessen ist Meiungsfreiheit und jeder kritischer Artikel dazu eine Pressekampagne. Jeder Journalist der kritische Fragen zu Personen und Programmatik der Piratenpartei wird mit Beschimpfungen und Bedrohungen bedacht.

    Ist das die Freiheit für die Ihr stehen wollt ?

  • #55
    Michael Kolb

    Simmt ja, hatte ich vergessen, die Geschichte mit der Moral (kommt davon, wenn man länger überlegt und tippt und nicht auf aktuelle Kommentare achtet).
    Laut Thiesen ist es „common sense“, daß Kindesmissbrauch zu verurteilen sei, abgesehen davon ist diese gesellschaftliche Übereinstimmung für mich aber auch das, was man „Moral“ nennt, getreu dem Motto, daß man nich‘ tu, was die anderem einem auch nicht antun sollen.
    Ich persönlich halte Thiesen für amoralisch und der Empathie nicht für sonderlich fähig, das ist meine eigene, kleine, persönliche Meinung. Mithin wäre Thiesen also ein idealer Gesetzgeber, nach eigener Einschätzung. Das ist nun wieder eine Vorstellung, mit der ich mich so gar ich anfreunden kann und auch gar nicht anfreunden will. Ich will ihm das an dieser Stelle gar nicht zum Vorwurf machen, darum geht es auch nicht. Nur bei der Vorstellung, daß Leute wie er „hier“ mal an die Macht kommen, wird mir irgendwie ganz anders, ich will nicht, daß amoralische Menschen Entscheidungsgewalt bekommen, ’schulligung, da hakt es bei mir aus. Wenn also Menschen wie Thiesen in dieser Partei, prinzipiell, ich hoffe auf den Vorstand, in die Position gebracht werden, um in diesem Staat potentiell verantwortlich tätig zu sein, dann ist diese Partei für mich in der Tat unwählbar!

  • #56
    Andy

    @Torti: Ich bin wie gesagt kein Mitglied der Piratenpartei, dennoch hat mich der Artikel gestört. Weil er mich an etwas erinnert hat, was in dieser Debatte häufig der Fall ist – eine Diskussion mit Verallgemeinerungen, Nichteingehen auf Tatsachen und ein sehr emotionsgeladener statt nüchterner Stil.

    Kindesmissbrauch ist ein abscheuliches Verbrechen und gerade deshalb sollte man überlegen, welche Maßnahmen wirklich helfen, Leid zu verhindern. Dazu gehört ganz sicher Opferbetreuung, Täterverfolgung, Prävention soweit möglich sowie Aufklärung und Wachsamkeit, was Symptome betrifft, um Opfer frühzeitig zu erkennen, sicherlich auch die Bekämpfung von kinderpornografischem Material in allen Verbreitungskanälen und auch die Bestrafung von Kinderschändern und Informationen für Pädophile, wie sie ihre Neigung bekämpfen können sowie Maßnahmen für bekannte Pädophilen, um mögliche Taten zu vermeiden. Gerade im letzten Punkt ist es wichtig, sachlich zu diskutieren, um eine sinnvolle Lösung zu finden.

    Und Bodo Thiessen sollte meiner Meinung nach besser in überhaupt keiner Partei sein.

  • #57
    GoeZz

    erstmal…den artikel finde ich nicht wirklich gut, er verallgemeinert, pauschalisiert und im endeffekt wird das thema mal wieder als totschlagargument hergenommen und eine einer diskussion ist das eher nicht zutraeglich!
    ueber die abscheulichkeit und das verbrechen der kinderpornografie (ich benutzte das word mal so wie es sich im allgemeinen sprachgebrauch eingebuergert hat) braucht man eigtl nicht zu diskutieren, was es sich aber viel mehr zu diskutieren lohnen wuerde ist, ob es nicht besser ist wenn jemand (bodo t.) seine meinung oeffentlich kund tut, und man somit darauf reagieren kann! man kann ihm darlegen warum seine ansichten falsch sind, warum er ein wirrkopf ist, man kann ihm contra geben….. wuerde er es naemlich nicht oeffentlich tun wuesste keiner davon, aber besser waer das sicher nicht!
    ausserdem sollte man sich die frage stellen, ob eine demokratische gemeinschaft sowas nicht aushalten muss. was waeren die alternativen? das zu tun was von den meisten hier mit aller vehemenz bekaempft wird, naemlich zensur! wenn nun mal jemand in einem oeffentliche forum(!) seine (!) meinung hinterlaesst dann muss man als demokrat damit klar kommen!
    ob man sojemandem einen posten in einer partei anbietet ist wiederum eine ganz andere frage!

  • #58
    Jan Schejbal

    Ich bin der Meinung, dass der Beitrag etwas hysterisch übertreibt, ob absichtlich und bewusst um der Piratenpartei zu schaden oder weil das eure ehrliche Meinung ist, weiß ich nicht. Leider passiert das oft bei solchen Themen.

    Berichtet ihr eigentlich auch, wenn irgendein Mitglied (ggf. mit niedrigen Parteiämtern) einer der großen Parteien seltsame Meinungen hat oder „scheiße labert“? Es handelt sich um die Meinung von Bodo und nicht von der ganzen Piratenpartei, wie eigentlich auch überall bei den Piraten deutlich wird, bei euch aber nicht unbedingt.

    Ihr schreibt: „Die Piratenpartei hat das auf ihren Seiten stehen, da wo über die Forderungen der Partei diskutiert werden soll. Und nennt das Meinungsfreiheit. Bitte.“ Schaut euch bitte nochmal die von euch verlinkte URL an und überlegt, was das „Benutzer:“ darin zu bedeuten hat. Und ich sehe einen großen Unterschied darin, ob man eine politische Forderung ablehnt (völlig in Ordnung) oder ob man verbieten will, dass jemand diese Forderung öffentlich äußert. (meiner Meinung nach nicht in Ordnung – aber das Recht, diese Meinung zu äußern, habt ihr!)

    Ja, ich bin der Meinung, dass man öffentlich fordern darf, dass Teile dessen was derzeit unter „Kinderpornographie“ fällt legalisiert werden. Ich sage nicht dass ich dieser Position zustimme – aber ich weiß auch nicht, mit welchem Recht man jemandem diese Meinung verbieten will. Gerade im Bereich der Anscheinsjugendpornographie und fiktiver Darstellungen ist es gar nicht mal so abartig wie ihr das darstellen wollt. Schließlich wird bei diesen Dingen kein Kind geschädigt. (Ich behaupte nicht dass es eine gute Idee wäre, da man damit evtl. entsprechende Neigungen fördert.)

    Man könnte sogar noch weiter gehen und sagen: „Wenn jemand öffentlich fordern will, Mord und Totschlag zu erlauben, dann darf er das“. Jedem ist aber freigestellt, sich eine Meinung über solche Forderungen zu machen.

    Die Abkürzung „KiPo“ dürfte übrigens weniger damit zu tun haben, dass man das Thema verharmlosen oder verniedlichen will, sondern schlicht und einfach damit, dass darüber lange und intensiv diskutiert wird und man irgendwann die Schnauze voll hat, in jedem Diskussionsbeitrag sich die Finger wundzutippen. Jetzt das Wort schon unter besonderen Schutz stellen zu wollen finde ich arg übertrieben. Normale Pornographie wird auch abgekürzt. Im englischen scheint mir die Abkürzung „CP“ gängig zu sein, zumindest wird sie in der englischen Wikipedia auf der Unterscheidungsseite genannt.

    Übrigens: Ist dem Autor eigentlich klar dass er (bei hinreichend fieser Interpretation) selbst im Beitrag fordert, dass Kinderpornographie weiterverbreitet wird? Bodos Forderung dass auch Strafverfolgungsbehörden das Material nicht *in Umlauf bringen* dürfen scheint mir durchaus sinnvoll. Wer das für falsch hält – so könnte man bösartigerweise behaupten – fordert, dass Kinderpornographie von der Polizei im Umlauf gebracht werden solll. Ich bezweifle, dass hier eine solche Aussage getroffen werden sollte. Ich möchte nur darauf hinweisen, wie schnell minimal ungeschickte Äußerungen missverstanden oder bewusst fehlinterpretiert werden können. Denn genau das passiert meiner Meinung nach gerade in dieser Debatte viel zu häufig.

  • #59
    David Schraven Beitragsautor

    @ Goezz

    in der Gesellschaft muss ich mit Thiesen leben. Aber ich muss ihn nicht in meinem Haus ertragen. Oder übersetzt. Warum geben ihm die Piraten ein Forum? Weil sie offensichtlich nicht in der Lage sind, über gemeinsame Werte eine Partei zu bilden und stattdessen politische Wirrköpfe anziehen, die unter Meiungtolerieren verstehen, jeden Quatsch zuzulassen. Thiesen ist nur ein Beispiel für vieles, was da passiert. Ein besonders plakatives ja, aber eben nur eines.

  • #60
    David Schraven Beitragsautor

    @ Jan

    womit das vorher gesagte bewiesen wäre.

    Thiesen will:

    >>>>>>>In der Zwischenzeit dürfen diese (Kinderpornos . d.A.) auch nicht von Strafverfolgungsbehörden z.B. zum Zwecke der Ermittlungen in Umlauf gebracht werden.

    „Nicht von Strafverfolgern zum Zwecke der Ermittlungen in Umlauf gebracht werden.“ Kerl, Kerl, Kerl.

  • #61
    Mojo

    Mit Verlaub, aber gerade der Verweis auf Artikel I des Grundgesetzes ist überaus hilfreich, um ein bisschen Klarheit in die Debatte zu bringen.

    Dort heißt es: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“

    Dieser Grundsatz muss der höchste Bezugspunkt für gesellschaftliche Debatten sein.
    In dieser speziellen Auseinandersetzung bedeutet er meiner Meinung nach zweierlei Dinge:

    1. Kinder sind Menschen und damit darf ihre Würde nicht angetastet werden. Ihre Vergewaltigung oder ihre sexuelle Instrumentalisierung muss streng bestraft werden. Ebenso muss streng bestraft werden wer dies filmt oder Fotos davon macht. Auch muss bestraft werden wer sich dieses Material anschaut um sich sexuell zu erregen, denn wer dies tut verletzt die Würde der abgebildeten Kinder noch ein weiteres Mal.

    2. Pädophile sind ebenfalls Menschen und ihre Würde darf nicht angetastet werden. Menschen mit dieser sexuellen Veranlagung gebührt kein Hass und keine Hetze, sondern zunächst einmal tief empfundenes Mitgefühl, dass sie aus ihren Genen, ihrer Erziehung oder welchen Gründen auch immer, eine sexuelle Orientierung abbekommen haben, die sie in unserer Gesellschaft zu recht niemals ausleben dürfen.

    Die Gesellschaft muss Pädophilen gegenüber zwei Ziele haben:
    – Sie muss dafür Sorgen, dass sie ihre sexuellen Triebe nicht ausleben und damit mindestens die Würde, manchmal auch noch elementarere Ding, von Kindern beeinträchtigen oder zerstören. Das ist der wichtige und zentrale Punkt.
    – Die Gesellschaft muss aber auch versuchen, Pädophilen ein würdevolles Leben zu ermöglichen, so lange dies dem ersten Ziel nicht widerspricht. Das ist der zweite, untergeordnete Punkt.

    Betrachtet man den ersten Punkt, dann muss man fragen: Kann Selbstbefriedigung und das Betrachten von Comics oder das Lesen von Geschichten, in denen Sex mit Kindern beschrieben oder gezeichnet ist, dazu beitragen, dass sich Pädophile nicht an Kindern vergreifen und keine Kinderpornographie mit realem Hintergrund anschauen? Ist das so oder ist es umgekehrt so, dass eine bereits vorhandene Veranlagung durch das Betrachten solcher Bilder weiter ausgebaut wird, die Wünsche und Phantasien immer härter werden und schließlich das Geschehen in die Realität übertragen wird?

    Ich denke, dass diese Fragen nur von Psychologen beantwortet werden können (und vielleicht selbst von diesen nicht sicher). Ich denke weiter, dass sowohl ich, als auch Sie, David Schraven, die Falschen sind das abschließend zu beurteilen.

    Sollte die erste Theorie zutreffen, dann bin ich sofort dafür, dass solche Comics oder Geschichten erlaubt werden. Denn lieber sollen sich tausend Pädophile im stillen Kämmerlein an irgendwelchen Comics aufgeilen, als dass in der Realität einem einzigen Kind ein Haar gekrümmt wird.

    Stimmt dagegen die zweite Theorie, dann sollen diese Fotos genauso verboten bleiben, wie sie es in Deutschland sind. Denn dann geht es darum Pädophile sozusagen vor sich selbst zu schützen und damit auch ihre potentiellen Opfer.

    Nun gehe ich davon aus, dass die Gesetze dieses Landes nicht aus einer Laune heraus entstehen, sondern dass sich Experten intensiv damit beschäftigen. Deswegen denke ich, dass die zweite Theorie die wahrscheinlichere ist, aber wissenschaftliche Gutachten oder so etwas habe ich dazu persönlich noch nicht gelesen.

    Wenn ich jetzt Ihren Artikel anschaue, David Schramm, dann würde ich mir wünschen, dass Sie noch einmal recherchieren und damit die Thesen dieses fehlgeleiteten Piraten wissenschaftlich fundiert widerlegen können. So einen Artikel fände ich wirklich klasse.
    Erster Anhaltspunkt: http://www.welt.de/wissenschaft/article1048459/Der_Wahnsinn_beginnt_in_der_Fantasie_der_Maenner.html
    Sicherlich gibt es noch mehr zu dem Thema. Würde das einmal zusammengefasst werden und deutlich dargestellt, dann glaube ich, dass es diese Debatte positiv beeinflussen könnte.

    Mir scheint es nämlich eine Grundhaltung einiger Menschen zu geben, die etwa so geht:

    „Die Kinderpornographie gibt es sowieso. Das Kind ist missbraucht worden, das ist schlimm aber nicht mehr rückgängig zu machen. Also ist es sinnvoll, dass Pädophile sich das anschauen können und so ihren Trieb befriedigen. Dann gehen sie nämlich nicht raus und vergreifen sich an anderen Kindern.“

    Wenn diese Haltung, von der ich unterstelle dass sie falsch ist, mit dem Hinweis auf eine Triebeskalation durch Konsumierung dieser Pornos mit stichhaltigen Argumenten widerlegt wird, dann wäre das ein wirklicher Fortschritt in dieser Diskussion. Ich glaube nämlich, dass für die Piraten vor allem eines gilt:

    Sie wollen Dinge nicht mehr einfach so hinnehmen, nur weil sie irgend ein Politiker oder Zeitungsmensch oder Blogger sagt. Und gerade da unterscheidet sich die Diskussion um Kinderpornographie von der Diskussion um den Holocaust. Für letzteren gibt es tausendfach Beweise und Zeugenaussagen. Darüber braucht wirklich nichts mehr gesagt werden und jemand der kommt und verlangt dass ihm noch einmal persönlich bewiesen wird was tausendfach bewiesen wurde, der kann ganz getrost als Begriffsstutzig oder Bös’meinend weggeschickt werden. Ähnliche tausendfache Beweise sind aber beim Zusammenhang von Kinderpornographie und Vergewaltigung von Kindern in der realen Welt noch nicht erbracht worden, wie ich das sehe. Deswegen reicht es hier nicht einfach zu sagen: Kinderschänder! Kinderschänder! Kinderschänder! Sondern da muss man etwas intensiver nachdenken.

    Wie ich schon sagte: Wenn Sie das stellvertretend tun könnten (ich hoffe ja Sie werden für das Bloggen bezahlt) wäre ich sehr dankbar. 😉

  • #62
    Michael Kolb

    @ David Schraven in Kommentar Nr. 46
    Ich eiere mit der konkreten Zitatangabe rum, weil ich niemandem etwas unterstellen möchte, was er nicht gemeint (!) hat (das ist ja in dieser Diskussion grundsätzlich zu unterschieden von dem, was er gesagt oder geschrieben hat), weil ich niemandem an die Karre fahren will und vor allem diesen Blog nicht in Schwierigkeiten bringen will.
    Ich gehe davon aus, daß sich Dein und mein Textverständnis an dieser Stelle decken, wenn nicht, gibt es bestimmt einen Volkshochschulenkurs für uns.
    Vor meinem geistigen Auge entstand folgendes Szenario:
    Kind wir misshandelt. Sagen wir, mit ca. 10 Jahren, von dieser Misshandlung werden Bilder angefertigt, die auf irgendeine Weise in die Hände der Polizei gelangen. Aufgrund der vorgeschlagenen Gesetze darf die Polizei aber nicht mit diesen Bildern herumlaufen und fragen, ob man z.B. dieses Kind kennt. Die sichergestellten Bilder bleiben also unter Verschluss, in diesem Fall für mindestens 8 weitere Jahre, bis es vielleicht dazu kommen wird, daß das Missbrauchsopfer aufsteht und zur Polizei geht. Der Täter hat also mindestens 8 Jahre Zeit, um zu vertuschen. Wie hoch ist jedoch die Wahrscheinlichkeit, daß ein Missbrauchsopfer mit 18 zur Polizei rennt und dort den Missbrauch anzeigt? Auch wenn es in den Medien immer wieder Geschichten gegeben hat, die genau davon berichten, meiner Meinung nach geht die Zahl dieser Geschichten gegen Null. Wie auch immer, zählt man zusammen so kommt man zu dem Ergebnis, daß die „Dokumente des Missbrauchs“ roundabout 18 Jahre in den Giftschränken der Ermittlungsbehörden vermodern müssen, bevor sie zur Ermittlung herangezogen werden können, jedenfalls dann, wenn es nach meiner Auffassung der Theorien von Thiess geht, jedenfalls genug Zeit für den guten Onkel, um das eigene Tun zu verschleiern und sei es durch ein allseits beweintes Ableben.
    Mir drängt sich diese Szenario jedenfalls auf und es beinhaltet in keinem Fall den Schutz des Opfers.

    Wie auch immer, ich bitte darum, daß das Lektorat diesen Beitrag genau liest und gegebenenfalls entsprechend handelt, wenn ich groben Unfug geschrieben haben sollte

  • #63
    Manfred Michael Schwirske

    David Schraven steigt ziemlich tief unter das Niveau von David Schraven herab. Offenbar im Sog eines irrationalen Zeitgeists siegen Emotion über die Vernunft. Schraven argumentiert ohne diesen Kontext der Hysterie (hätte ich von ihm nicht erwartet!). Der Begriff „Kinderschänder“ z.B. ist sprachlich schräg und schludrig; er geht am Thema deswegen vorbei, weil nicht der fragwürdige Vorwurf moralischer Schande, sondern tatsächlicher Missbrauch und praktische sexueller Gewalt das Einschreiten des Strafrechts erforderlich macht.

    Dabei scheint mir – wie gesagt: hysterischer Zeitgeist – , dass der Gesetzgeber derzeit masslos über das Ziel hinausschießt. Hier ein informativer Link, in welchem Kritik an der erst kürzlich erfolgten Verschärfung des § 184 StGB vorgetragen wird (http://schutzalter.twoday.net/). Wohlgemerkt, die Kritik gilt nur der Ausweitung der Straftatbestände. Kaum jemand dürfte Kindesmisshandlungen und Gewalt billigen; die Unterstellung ist absurd.

    Die „Affäre“ Tauss so nebenbei einzuflechten, ist verfehlt, weil über den Fall die Justiz noch befinden muss. Der Fall ist interessant und in vieler Hinsicht zwielichtig. Vorverurteilungen sind jedenfalls besonders ärgerliche journalistische Kunstfehler.

  • #64
    Mc Fly

    Um Himmels Willen, lehn Dich zurück!!

    Worauf, auf wen und was reitest Du gerade und ereiferst Dich mehr und mehr zu einer Furie?

    Schalt zurück, werd wieder nüchtern, geh real und fundiert an die Dinge. Im Augenblick verlierst Du Deine Reputation.

    Die Piraten sind das falsche Ziel. Aus bisheriger nahezuer Bedeutungslodigkeit wurden sie innerhalb eins Monats zum Thema.

    Bitte WIE sollen Amateure da reagieren und proffesionell alles wissen, parat haben, immer nur richtig handeln? WIE DENN????

    Schalt mal Deine Hysterie zurück, nimm ne Auszeit und werde mit Abstand wieder klar im Kopf.

    Oder steht iwelche alte Partei etwa hinter Dir? Das wär ja witzig…

  • #65
    SuomiRokks

    Eine Ausweitung des Parteiprogramms der Piraten auf Bereiche wie Wirtschafts-, Umwelt- oder Sozialpolitik wird bisher abgelehnt, mit der sympathisch ehrlichen Begründung, dass die entsprechende Kompetenz (noch) fehle. Warum zum Teufel sind so viele Piraten aber offensichtlich kompetent genug sich auf bisweilen recht detailverliebte Diskussionen zum Thema Kinderpornografie einzulassen? Dieses Thema nimmt bei Euch eindeutig zuviel Raum ein, was mich mehr als irritiert.

  • #66
    Mit-Leser

    Das Internet ist die reinste Parallelgesellschaft? Diese Diskussionsrunde zu einer meiner Meinung nach völlig bedeutungslosen Partei zeigt das mal wieder deutlich auf.

    Bizarr ist das aber natürlich schon, was da einige der sogenannten Parteifunktionäre zum Thema Kindesmissbrauch von sich geben. Sehr bizarr sogar. Verstehe auch gar nicht, wieso sich eine kleine Sparten-Partei mit so einem Thema überhaupt so genau befasst. Dass wäre fast so, als würde die Bayernpartei ein Referat für globale Drogenpolitik betreiben. Allerdings ist es in Wirklichkeit noch schlimmer.

    Da lehnen sich ein paar Nerds zu weit aus dem Fenster und spielen Politiker.

    Laurin hat hier ja mal gepostet, die Piraten seien der Beginn einer neuen Bewegung der Commodore-Generation oder so. Jeder, der schon einmal einen Piraten-Stand in der Stadt gesehen hat, weiß: nein, dies ist keine neue Bewegung. Das sind Nerds in Sandalen. Bildschirm-Typen eben. Die bewegen sich nicht. Die sitzen nur. Wie weltfremd man dadurch werden kann, sieht man an den Äußerungen m-a-n-c-h-e-r Piraten-„Politiker“. 😉

  • #67
    Mojo

    @ Mit-Leser:

    Weshalb das Thema Kindesmissbrauch bei der Piratenpartei so intensiv diskutiert wird könnte man sich herleiten, wenn man die Historie der Partei ansieht. Der Boom der letzten Wochen geht auf das „Zugangserschwerungsgesetz“ der Bundesregierung zurück. Damit soll der Zugang zu Kinderpornographie im Internet durch Stoppschilder erschwert werden. Diese Sperren sind jedoch scheinbar auch für Computerneulinge innerhalb von wenigen Sekunden zu umgehen und die Inhalte dahinter bleiben bestehen. Zudem sollte die Liste ursprünglich vom BKA geführt werden, ohne richterliche Kontrolle und jeder Bürger der, wenn auch nur zufällig, eine Seite dieser geheimen Liste angesurfte hätte, hätte mit einer Hausdurchsuchung rechnen können. Einige dieser Punkte wurde inzwischen abgeändert, aber die Kontrolle der Exekutive ist beispielsweise weiterhin unzureichend. Außerdem werden bereits Begehrlichkeiten laut, diese praktischen Stoppschilder auch für Killerspielseiten, Filesharingseiten, Rehtsradikale Seiten, Linksradikale Seiten usw. auszuweiten.

    Dementsprechend ist es nur logisch, dass dieses Thema zentral ist und es den Piraten vorzuwerfen halte ich doch für abwegig. Internetsperren sind Kernthema der Piratenpartei.

    Ansonsten finde ich es irgendwie lustig, dass Sie meinen die Piraten wären keine neue Bewegung der C64 Generation sondern Nerds in Sandalen. Ist Ihnen schon einmal der Gedanke gekommen, dass ein Teil der C64 Generation vielleicht Nerds in Sandalen sein könnten? Übrigens sind die Piraten die politische Partei mit den meisten Anhängern im StudiVZ. So einen gewissen Bewegungscharakter würde ich ihr als nicht absprechen.

    Abschließend, auch wenn der Grünenvergleich arg strapaziert wird:
    Gerade Ihr Beitrag könnte auch von einem CDUler 1981 sein.
    „Diese langhaarigen Bombenleger! Zottele Wirrköpfe im Strickpullover! Das ist doch keine Bewegung. Das sind ein paar alberne Witzfiguren, mehr nicht.“

  • #68
    Stefan Laurin

    @MitleserLMojo: Ich sehe es genau so. Das Projekt Piratenpartei finde ich nach wie vor gut, nur so Gestalten wie Thiesen finde ich unerträglich. Und gegen Nerds habe ich mal gar nix. Die Piraten sollten sich von Leuten wie Thiesen trennen und sich nicht manisch mit so abseitigen Themen wie Kinderpornographie beschäftigen. Das Zeug gehört verboten, die Täter müssen in den Knast. Aus. Mehr gibt es zu dem Thema nicht zu sagen. Aber in den Bereich Wirtschaft, Sozialpolitik etc. gibt es eine Menge Dinge für die Piraten zu sagen, wenn man sie unter dem Aspekt der Digitalisierung betrachtet (Genau wie die Grünen bei vielen Themen einen Öko-Primat haben). Also: Spinner rauswerfen, die gibt es am Anfang bei allen Parteien und von der digitalen Grundkompetenz aus die anderen Themenbereiche erobern. Das führt noch zu genug Diskussionen und Streit, aber der ist konstruktiv und macht Spaß. Die Irren müssen sich dann eine andere Spielwiese suchen. Gelingt es den Piraten nicht sich von den Spinnern zu trennen gehen sie unter. So einfach ist das. Die Piraten müssen sich jetzt überlegen welchen Weg sie gehen wollen.

  • #69
    Michael Herzog

    Das Thema ist eng verwoben mit dem Thema Netzsperren, was ich sehr wohl in der Kernkompetenz der Piraten sehe.

    Heißes Pflaster, aber dafür ist die Partei ja da.

  • #70
    steeph

    @50 (Skill)
    „Gleich ob man Kinderschänder/vergewaltiger ist oder einfach nur pädophil ist, es ist eine Straftat die mindestens mit einer lebenslangen Haftstrafe erfolgen sollte.“

    Du schreibst selbst, Pädophilie ist erstmal nur eine Neigung und man solle zwischen Kinderschändern und Pädophilen unterscheiden, schreibst aber im selben satz, beides sei ein Verbrechen und müsse bestraft werden. Pädophilie ist kein Verbrechen, sondern eben eine Neigung. Der Begriff beinhaltet keine Tat, die man bestrafen könnte. Nach deiner Aussage müsste man auch Homosexualität mit lebenslanger Haft bestrafen, denn auch solche Leute vergewaltigen. Sicher ist das Risiko bei einem Pädophilen höher als bei z.B. Heterosexuellen, aber wohl nicht so hoch, dass man sie alle wegsperren sollte. Ich würde über höhere Strafen für sexuellen Missbrauch mitdiskutieren, aber nicht darüber, Menschen wegzusperren, weil man glaubt, sie würden vielleicht mal eine Straftat begehen.

  • #71
    kluelz

    Wenn der ehemalige und soeben erst verabschiedete Vorsitzende der Piratenpartei diese unsäglichen Bemerkungen dieses Bodo Thiesen, die David Schraven imho völlig korrekt interpretiert, auch noch verteidigt …

    http://blog.hillbrecht.de/2009/07/09/ruhrbarone-auf-zensursula-niveau/

    … dann spätestens, wird mir die Partei doch ziemlich suspekt. Und eigentlich bin ich der Meinung, daß ein Bodo Thiesen weder ein Amt in der Piratenpartei ausüben sollte, noch auf einem Listenplatz stehen sollte. Erst dieses geschichtsrevisionistische Zeuch und nun, Bodo, der Kinderpornospezialist – ich möchte nicht dafür mitverantwortlich sein, daß so einer zum Volksvertreter wird.

  • #72
    Kinch

    Nur mal so als kleiner Realitätcheck: „Nerds“ gibt es nicht. Das Menschen, die sich mit Computer beschäftigen langhaarige, Sandalen tragende, sozial unbehoflene Kellerkinder sind, ist ein Klichee, das wie die meisten Klichees nur zufällig mal zutrifft.

    Das es übrigens sehr wohl mehr zu diesem zu sagen gibt, als „das gehört verboten“ sieht man doch an dieser Diskussion. Ob sich die Piraten unbedingt damit befassen müssen ist eine berechtigte Frage aber, dass sie sich damit befassen können steht außer Frage. Die gegenwärtige Situation halte ich für alles andere als optimal und wie Mojo schon bemerkte, haben auch nicht strafällig gewordene Pädophilie eine Menschenwürde und ein Recht darauf, dass sich die Gesellschaft bemüht ihren Leidensdruck, der durch die Lebenslange Unterdrückung ihrer Sexualität entsteht, zu mildern. Dass sich die Politik auch ihrer annimmt, sollte selbstverständlich sein.
    Wenn eine sachliche Diskussion zu diesem Thema zum politischen Nachteil der Partei führt, dann nur deshalb, weil bei einigen anscheinend sofort jeder Zugang zur Rationalität blockiert wird, sobald es um das Thema Kinderpornographie geht. Ich persönlich finde das Thema aber zu ernst, um jede Entwicklung darin durch Hysterie und Emotionalität zu ersticken.

    Zustimmen mag ich Thiesen zwar nicht, aber diskutabel scheinen mir die in diesem Post zitierten Aussagen schon zu sein.

  • #73
    mohrekopp

    Ich hoffe tatsächlich, dass das euer letzter Beitrag zur Piratenpartei ist. So wie ihr den Leuten die Wörter im Munde verdreht, können Menschen mit halbwegs kritischem Geist auf euer Gelaber auf „Bild“-Niveau verzichten.
    Die Piraten habe den Anspruch Themen kritisch zu betrachten, seien sie noch so unangenehm. Und wenn ihr nicht in der Lage seid das zu verstehen oder einfach nicht verstehen wollt, dann geht wieder zurück wo ihr hergekommen seid, an Merkels Brust!

    @SuomiRokks
    Warum die Piraten sich damit beschäftigen?? Ganz einfach, weil sie von gewissen Politikern sogenannter „etablierter Parteien“ mit Pädokriminellen gleichgesetzt werden, weil Ihnen einfach die Forderung, die Bürgerrechte einzuhalten, absolut nicht in den Kram passt und die einzige Möglichkeit kritische Stimmen mundtot zu machen geht am einfachsten mit den bekannten Totschlagargumenten wie Terrorismus oder Kinderpornografie…

  • #74
    Klaus

    Viele gehen hier von einem Missbrauch eines Kindes durch einen Erwachsenen aus.

    Was ist aber, wenn zwei 13-jährige Turteltäubchen ihre gemeinsamen Bettspiele filmen und sich 15 Jahre später entscheiden, diese der Öffentlichkeit zugänglich machen zu wollen.

    Wo sind da die Opfer bzw. wer ist Opfer, wer ist Täter? Sind beide Täter? Beide Opfer? Wessen Rechtsgut soll geschützt werden?

    Dieses Beispiel ist übrigens nicht an den Haaren herbei gezogen. Auf den Handys von Kindern und Jugendlichen befinden sich massig pornographische Aufnahmen von sich selbst und anderen Mitschülern.

  • #75
    Mit-Leser

    @Mojo: Denke, ich bin weit davon entfernt die Piraten als „langhaarige Bombenleger“ zu benennen. Mit „Nerds in Sandalen“ meinte ich (wenn gleich auch etwas polemisch), dass ich die Piraten d-e-r-z-e-i-t nicht für eine gesamtgesellschaftlich relevante Bewegung halte, sondern für in Blogger-Kreisen extrem hochgekocht. Ich persönlich bin selbstverständlich offen gegenüber Parteien wie den Piraten. Weil auch ich das Gefühl habe, dass die etablierten Parteien beim Thema „Neue Medien“ eine Menge dazu lernen müssen. Trotzdem fühle ich mich von den Piraten nicht würdig vertreten. Zumal sie mir auch viel zu „nerdlastig sind. Und weil sie seit einiger Zeit immer mehr ins Seltsame abdriften. Was die Piraten bräuchten, wären mehr „Realos“. Würde zum Beispiel jemanden wie Herrn Laurin als neuen Fischer vorschlagen 🙂 Dazu noch mehr souveräne und erfahrene Vertreter der Internet-Branche einbinden. Und nicht irgendwelche Nerd-Freaks, gestrandete Glückritter und Phantasten, die in seltsamen Foren den Holocaust leugnen oder den Missbrauch von Kindern verharmlosen.

    Zu dem Thema „Kindesmissbrauch“: Im Zuge des diskutierten Zugangserschwerungsgesetzes finde ich es in Ordnung, wenn sich eine Partei mit diesem heiklen Thema befasst. Doch die aktuelle Diskussion in der Partei (hab es selbst vor Ort einmal mitbekommen) geht weit darüber hinaus. Nicht, weil die Piraten alle Kinderschänder sind – sondern weil sich einige von ihnen immer mehr ins nahezu esoterische verstricken.

    Mein Vorschlag: Die Piraten formatieren ihre Festplatte neu – und launchen die Piraten 2.0. Dann werden sie auch wieder wählbar. Sogar für mich. Doch alle, die hier versuchen David Schraven zu widersprechen, sorgen eher für das Gegenteil. Sie ziehen die Partei immer weiter in den Dreck. Ich finde es gut, wenn David Schraven so drastisch reagiert. Es zeigt der Partei, dass ihr – trotz webaffinität – das Allerwichtigste fehlt: Medienkompetenz. Ich meine: Wie würde wohl erst die Bild-Zeitung abgehen, wenn sie von solchen Dingen erfährt? Oder RTL Aktuell? Gut, dass Schraven jetzt schon einmal in der überschaubaren Blogger-Sphäre für den Gegenwind sorgt, den die Piraten jetzt brauchen um eine ernstzunehmende Bewegung zu werden. Aber bitte ohne den Zusatz „Commodore 64“. Der klingt wie 14-49.

  • #76
    Florian

    @kluelz Posting 71

    Das ist wirklich ungeheuerlich was der soeben verabschiedete Vorsitzende d3er Piratenpartei da schreibt…ich zitiere mal:

    „Man kann über die Ansichten, die ihr aus dem Piratenwiki zitiert, verschiedener Meinung sein ? und in der Piratenpartei ist man dies auch. Aber es schadet nicht, dann wirklich mit Argumenten zu arbeiten.“

    Da verlangt dieser Unhold doch tatsächlich, dass man diskutiert!!! und auch noch „Sachlich“ bleibt!! Wie kann man sowas verlangen? AUFHÄNGEN DAS GESINDEL! mehr gibts dazu nicht zu sagen! Wer auch nur „Kinderpornographie“ und „Diskussion“ im gleichen Satz erwähnt: WEGSPERREN!

    Ich frage mich ob du überhaupt gelesen hast, was da steht? Es machen sich hier unheimlich viele Menschen in den Kommentaren eine unglaubliche Mühe eine sachliche Diskussion zu führen und bisher wurde nur rumgetrollt. Es gab genau EINE Sachliche Anwort auf z.B. die Meinung dass Comics und Texte, die in Deutschland als „Kinderpornographie“ verboten sind, legalisiert werden sollen.

    eine in mittlerweile 71 Postings! Wie kann das sein? Ist denn keiner von den Ruhrbaronen der Meinung, das sollte weiter verboten sein und kann sich dazu einfach sachlich äussern? ich schlage folgenden Satzanfang vor:

    „Meiner Meinung nach sollten solche […] weiter verboten sein, weil […]“

    so…bitteschön…mehr hilfestellung gibts jetzt aber nicht. Wenn allerdings weiterhin nur rumgetrolle kommt, dann kann man sicher nicht von euch erwarten andere Menschen oder gar ganze Organisationen bewerten. Vielleicht währe es lehrreich mit den Leuten von MOGIS in Kontakt zu treten und sich mal mit der Thematik zu beschäftigen. Das währe echt gesund für viele Menschen. Endlich mal sehen was passiert und Strategien entwicklen und unsere Kinder tatsächlich zu schützen! Woa!

    Im übrigen…was ist so schlimm an Nerds? Wieviele davon gehen auf die Straße um irgendwan zu klatschen? Es gab noch nie einen. Wieviele davon würden sich überhaupt trauen wildfremde Menschen auch nur anzusprechen? und wie viele von ihnen sind tatsächlich im logischen Sinne dumm? Ich finde die Entwicklung sehr spannend!
    Zumal ich die Kompetenz der meisten Politiker in Frage stelle! Man blicke nur auf abgeordnetenwatch.de …aua aua…

  • #77
    Skill

    @ Steeph KOmmentar 70

    Na komm, dumm braucht sich hier keiner stellen, dann eben expilzit für dich ; )
    Pädophile, die ihre Neigung, exzessiv oder auch nicht exzessiv ausleben, gehören bestraft. Tun sie es nicht, sollten sie sich darum bemühen, professionelle Hilfe zu erlangen.

  • #78
    kluelz

    Ich bin der Ansicht, die Piraten sollten sich auf Themen beschränken, in denen sie Kompetenzen vorzuweisen hat. Das sind z.B. Stopschilder im Internet, open access, Vorratsdatenspeicherung und dgl., also IT-/Netzthemen. Wenn die Piraten anfangen, vermeintlich sachlich Geschichte zu klittern oder über Grenzen von Kinderpornographie nachzudenken, dann ist das aus meiner Sicht noch inkompetenter, als wenn Ursula von der Leyen ihre Stopschilder verteidigt. Eine neue, inkompetente Partei, die sich nicht wie angekündigt auf die Themen beschränkt, in denen sie Kompetenzen vorweisen kann, möchte ich nicht unterstützen. Da sind mir dann doch die Ansichten unserer bereits vorhandenen Politiker vertrauter. Deren Inkompetenz ist mir wenigstens bekannt.

  • #79
    nobody

    Heute vor 50 Jahren:
    „Hierzu kann man nur sagen: Ja verdammt, ich verlange von einem Schwulen, dass er sein Leben lang abstinent bleibt. Sonst geht er in den Knast und zwar zu recht.“

  • #80
    Philip

    @nobody
    mit dem Unterschied, dass es sich bei homosexuellen Partnerschaften i.d.R. um halbwegs gleichatrige bzw. oft volljährige Menschen handelt. Einem 4-jährigen Mädchen würde ich absprechen, sich selbständig und freiwillig zum Sex entschlossen hat.
    Vergewaltigung ist Vergewaltigung. Ob nun hetero- oder homosexuell, ob von Kindern oder Tieren. Die Unfreiwilligkeit macht es dazu, nicht gesellschaftlicher Konsens, zu dem man in 50 Jahren kommt.
    Oder wie soll man Deine Äußerung verstehen?

  • #81
    david

    Ich bin der Ansicht, die Piraten sollten sich auf Themen beschränken, in denen sie Kompetenzen vorzuweisen hat. Das sind z.B. Stopschilder im Internet, open access, Vorratsdatenspeicherung und dgl., also IT-/Netzthemen. Wenn die Piraten anfangen, vermeintlich sachlich Geschichte zu klittern oder über Grenzen von Kinderpornographie nachzudenken, dann ist das aus meiner Sicht noch inkompetenter, als wenn Ursula von der Leyen ihre Stopschilder verteidigt. Eine neue, inkompetente Partei, die sich nicht wie angekündigt auf die Themen beschränkt, in denen sie Kompetenzen vorweisen kann, möchte ich nicht unterstützen. Da sind mir dann doch die Ansichten unserer bereits vorhandenen Politiker vertrauter. Deren Inkompetenz ist mir wenigstens bekannt.

    Das machen sie ja auch überhaupt nicht

  • #82
    Ben

    Zwei Anmerkungen:

    a)

    „Sicher ist das Risiko bei einem Pädophilen höher als bei z.B. Heterosexuellen“ <= Eine Differenzierung zwischen Pädophilen und Heterosexuellen ist nicht existent, da Pädophilie sowohl homo-, als auch hetersexuell sein kann.

    b)

    „Heute vor 50 Jahren:
    ?Hierzu kann man nur sagen: Ja verdammt, ich verlange von einem Schwulen, dass er sein Leben lang abstinent bleibt. Sonst geht er in den Knast und zwar zu recht.? <= Das ist eine widerliche Ungeheuerlichkeit, das sie tatsächlich irrationale und menschenverachtende Hetze gegen Schwule auf eine Stufe mit dem Kampf gegen ein Verbrechen stellt. Der bedeutende Unterschied zwischen HS und Pädophilie besteht in der auf geistiger Reife basierenden Einvernehmlichkeit. Die Missachtung dieser für jede legale sexuelle Aktivität gültigen Grundvoraussetzung bedeutet die Disqualifikation als ernsthafter Gesprächspartner. Hier werden Schwule – wie ich – instrumentalisiert, um die gerechtfertigte Kritik an Pädophilen in die Ecke des Unrechts zu stellen. Das finde ich persönlich widerlich und ich fühle mich dadurch zutiefst beleidigt und kriminalisiert.

    Ansonsten finde ich die Thesen von Thießen ebenso kritisch, wie David Schraven, vor allem da sie – durch ihre zynische Art – letztlich genau das untergraben, was ich kürzlich forderte:

    Jenseits der Strafverfolgungsbehörden fordere ich zudem noch den Versuch eines sachlichen gesamtgesellschaftlichen Diskurses über das Thema Kindesmissbrauch im Allgemeinen. Diese Forderung richtet sich vor allem an die großen Boulevardmedien, die mit Hetzkampagnen die Stimmung gegen die Täter in einem gefährlichen Maße aufheizen. Ich kann sehr gut verstehen, dass dieses Thema alle emotional berührt und ich bin selbst der Ansicht, dass jegliche Form von Kindesmissbrauch ein abscheuliches Verbrechen ist, aber wir müssen die gesellschaftliche Auseinandersetzung zu diesem Thema versachlichen. Im Klartext bedeutet das, dass wir eine Situation schaffen müssen, in der potentiellen Tätern die Möglichkeit gegeben wird sich zu ihrer Neigung zu bekennen, sich damit auseinander zu setzen und sich möglichst früh in Therapie zu begeben. Der effektivste Kampf gegen Kindesmissbrauch und Kinderpornographie ist eine rechtzeitige Therapie. Mögliche Täter werden sich aber nur in eine solche begeben, wenn sie nicht gleich den Lynchmob vor der Türe fürchten müssen. Die in Deutschland bisher betriebene Hetze gegen diese Kriminellen ist überhaupt erst der Motor ihrer Taten. Unsere Gesellschaft drängt diese Menschen in den unkontrollierbaren Untergrund und züchtet sich so unbewusst ihre eigenen Monster. Das ist der falsche Weg, denn in diesem Fall ist das, was als Täterschutz erscheinen mag in Wirklichkeit nichts anderes als Opferschutz: Dadurch, dass wir als Gesellschaft den Tätern die Möglichkeit geben, sich behandeln zu lassen lange bevor sie überhaupt zur Tat geschritten sind, schützen wir die Opfer. Ich fordere deshalb eine Veränderung in der gesellschaftlichen Haltung gegenüber Pädophilen. Wir müssen sie als hilfebedürftig begreifen und eben nicht als eine Inkarnation des Bösen.

    http://rotwang.blog.de/2009/06/21/kurz-knackig-forderungen-6356566/

  • #83
    Julius

    Eines vorweg: Ich bin ein sozial inkompetentes Kellerkind mit langen Haaren und trage just in diesem Moment Sandalen.
    Vieles, was hier und woanders von Piraten und Sympathisanten geäußert wird, scheint mir jedoch einer Art Verfolgungswahn geschuldet – was dann dazu führt, daß z.B. Gesetzestexte wortwörtlich interpretiert als drohende Gefahr für die eigenen Lebenswirklichkeiten gelesen werden. In völliger Unkenntnis der tatsächlichen Auslegung und Rechtsprechung wird dann versucht, irgendwas umzumodeln, damit es schön unmißverständlich und ungefährlich wird. Rechtsnormen sind aber kein Programmcode und werden auch nicht so abgearbeitet!
    Niemand holt Euch morgen ab und steckt Euch in den Knast, nur weil irgendein Mangabildchen bei Euch streng genommen an die unzüchtige Abbildung eines/r Minderjährigen erinnern könnte. Punkt.
    Nur um auch noch meine Meinung zu dem Thema zu verdeutlichen: Ich bin strikt dagegen, daß Medien Verbreitung finden oder zugänglich sind, die Kinder bei sexuellen Handlungen zeigen. M.E. gehört der gewerbsmäßige und auch private Austausch von so etwas untersagt. Ja, auch der Besitz sollte geahndet werden. Dabei spielt es für mich keine Rolle, ob die Abgebildeten inzwischen volljährig sind und der Verbreitung zustimmen. Verbreitung und Besitz sollten auch dann unterbunden werden, wenn das Material nicht auf Grundlage eines Mißbrauchs entstanden ist (also wenn kein Staftatbestand nach §182 vorliegt).
    Von mir aus kann darüber diskutiert werden, aber dann bitte weder „wertfrei/neutral/spokesk“ und paranoid und auch nicht hysterisch. Das Problem ist nur: Es fehlt meist an (juristischem, psychologischem etc.) Sachverstand – weswegen man ab und an mal den Ball flach halten und nicht gleich überheblich (‚ich weiß eh alles besser‘) auf die 12 hauen sollte.
    Eine Partei, in der sich solche Leute vervortun, die meinen, mit ein bisschen angelesenem „Wissen“ (das teils vllt. üble Propaganda ist) alles gleich radikal ändern zu müssen, ist für mich einfach nicht wählbar – und das, obwohl ich Sandalen trage und viele meiner Informationen auch aus dem Netz beziehe.
    Aber gerade deshalb komme ich vielleicht zu dem Schluß, daß man paranoiden Forentrollen weder Plattform noch politische Macht einräumen sollte.

  • Pingback: überschaubare Relevanz

  • #85
    Michael

    Liebe Ruhrbarone,
    tja, erst mal möchte ich mich als aktiven Piraten hier outen. Ich bin kein Nazi, Revisionist oder Pädophiler sondern zweifacher Familienvater mit gesundem Menschenverstand. Ich fühle mich auch nicht durch die Darstellungen hier irgendwie persönlich angegriffen, da sie meine Ansichten nicht reflektieren. Ich habe Probleme mit der Person „Bodo Thiessen“ und würde wie viele Piraten, ihn lieber nicht in dieser Partei sehen. Aber auf Grund der Meinung einer einzelnen Person eine ganze Partei zu verurteilen, halte ich für mehr als eine Anmaßung seitens der Ruhrbarone und einigen Schreiberlingen. Wenn man die Wählbarkeit einer Partei an eine einzige Person bündelt, gäbe es michts mehr zu wählen! Welchem politischen (Konkurrenz-)Lager darf ich Euch zuordnen? Was ist an der Abkürzung „KiPo“ angeblich so verniedlichend? Leben wir nicht in einer Gesellschaft in der Abkürzungen Gang und Gebe sind? Bodo Thiessen vertritt Meinungen, die sehr verwirrend sein können, wenn sie von Menschen gelesen werden deren Interlekt nicht ausreicht, die Botschaften analysieren und bewerten zu können. Darin besteht die eigentliche Gefahr solcher Kommentare von Thiessen, nicht etwa, dass er wirklich ein Nazi wäre oder Pädophile befürwortet. Auf Grund solcher „verwirrenden“ Meinungen schadet er aber letztendlich der Partei und vor allem sich selbst.

  • #86
    Ben

    @ Michael (#85): Linguistisch betrachtet, ist „KiPo“ irgendwo anzusiedeln zwischen den (meistens eher positiv konnotierten) Diminutiven und einer flüssig artikulierbaren Abkürzung. Aus wissenschaftlicher Sicht kann man diesen Begriff also tatsächlich angreifen. Überdies ist’s doch immer wieder unterhaltsam, wenn den Kritikern an irgendwas mangelnder Intellekt unterstellt wird und dann diese Unsterstellung selbst von grammatikalischen Fehlern nur so strotzt. Nichts für ungut, aber wer geistige Kompetenz als Argument bemüht, der sollte dies wenigstens fehlerlos tun.. 😉

  • #87
    WB

    Zitat Michael: „Bodo Thiessen vertritt Meinungen, die sehr verwirrend sein können, wenn sie von Menschen gelesen werden deren Interlekt nicht ausreicht, die Botschaften analysieren und bewerten zu können“

    Keine Sorge, mein Intellekt reicht aus, zu verstehen, was dieser B. Thiesen absondert. Das ist aber auch nicht besonders schwer.

  • #88
    Q

    @86
    Aber 85 hat trotzdem recht.
    Die totale Enthaltsamkeit wäre für jeden eine äusserst schwierige Situation.

  • #89
    romain

    kann deinen aerger einerseits nachvollziehen, aber deiner argumentation nicht folgen. im februar wurde bei wikileaks ein dokument veröffentlicht, dessen wahrheitsgehalt wegen der natur des themas nicht vollständig überprüfbar ist. denke aber, dass zumindest in teilen etwas dran ist: http://www.wikileaks.com/wiki/Einblicke_in_die_Kinderpornoszene

    vielleicht nimmst du dir die zeit zum kommentieren dieses textes.

  • #90
    Ben

    @88: Umso wichtiger sind rechtzeitige und weitreichende Therapiemaßnahmen. Und wie die aussehen und wer die finanziert, darüber können wir viel lieber diskutieren als über die sinnlose Aufweichung von Verboten.

  • #91
    Woxi

    Zitat von Michael [Eintrag 85]

    „Bodo Thiessen vertritt Meinungen, die sehr verwirrend sein können, wenn sie von Menschen gelesen werden deren Interlekt nicht ausreicht, die Botschaften analysieren und bewerten zu können. Darin besteht die eigentliche Gefahr solcher Kommentare von Thiessen, nicht etwa, dass er wirklich ein Nazi wäre oder Pädophile befürwortet.“

    Jap … die Erde ist rund und ich bin blöd 😉
    Quatsch .. nur weil jemand etwas gelesenes anders interpretiert ist er deswegen nicht weniger mir Intellekt von Dir behaftet.
    Satz verstanden ? Gut .. wenn nicht auch nicht schlimm 😀

    Intellekt ist der Verstand oder das Denkvermögen gemeinhin. Intelligenz ist Einsicht, Auffassungsgabe, Klugheit etc.
    Auch ein dummer Mensch hat einen Intellekt, aber ist nicht intelligent, bzw. hat keine Intelligenz.

    Zitat von Q [Eintrag 88]

    „Die totale Enthaltsamkeit wäre für jeden eine äusserst schwierige Situation.“

    Wiki gelesen ? Nein ? Ich helfe :

    [Vorsichtige Schätzungen gehen von 50.000 bis 200.000 pädophilen Männern in Deutschland aus]

    [Davison und Neale betonen, dass zur sexuellen Stimulation nicht zwangsläufig illegales Material nötig sei, vielmehr konstruieren Pädophile ihr eigenes sexuell erregendes Material aus Quellen, die allgemein als harmlos angesehen werden[6], wie z. B. Kinderbildern aus Versandhauskatalogen.]

    Wenn man mit dieser (ich sage mal) Krankheit geboren wurde kann man sich auch anders als mit dem Anschauen von Videomaterial behelfen .. echte Straftäter treten „Gott sei Dank“ doch nur in einem ganz geringen Maße auf ..

    Doch nun zurück zum Thema:

    Es geht um die Äusserungen einer Person die unglücklicherweise der Piratenpartie angehört. Die Zitate sind nun aus dem Anfangspost :

    „Ich stelle hiermit die provokante These auf, daß der Verbot Kinderpornographicher Schriften nach §184b tendenziell eher schädlich als nützlich ist.“

    Das gleiche kann man über alles sagen, wie zB legalisert die Drogen und die Kriminalität im Bereich der Drogenbeschaffung etc. geht zurück … ergo sinnfrei.

    „2. Die Dokumentation der Handlungen nach §176 werden bedingt unter Strafe gestellt.“

    Ähm Dokumentation ? Der Begriff ist sowas von unglücklich das es weh tut …
    Wenn jemand solch eine Tat „dokumentiert“ macht er sich selbst strafbar laut § 323c Unterlassene Hilfeleistung.

    „Es sollte Entscheidung des Mißbrauchsopfers sein, ob diese Dokumentationen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden dürfen oder nicht. Zu diesem Zwecke kann sich das Mißbrauchsopfer ab dem 18 Lebensjahr persönlich bei einer Polizeibehörde melden um die Freigabe der entsprechenden Dokumentationen zu beantragen. Als Urheber im Sinne des Urhebergesetzes gilt in diesem Falle das Mißbrauchsopfer selbst… “

    Dieses setzt vorraus das die Bild und Videomaterialien über Jahre hinweg archiviert werden müssen … sie gehören, nach der Aufnahme der Daten die zur Bearbeitung der Strafverfolgung nötig sind, gelöscht … wir wollen doch keine Datenbank mit solchen Materialien anlegen oder ? Das kann doch kein Ernst sein …

    „In der Zwischenzeit dürfen diese (Kinderpornos . d.A.) auch nicht von Strafverfolgungsbehörden z.B. zum Zwecke der Ermittlungen in Umlauf gebracht werden.“

    Einfache Frage: Zu anderen Zwecken dann schon ? Wieder unglücklich formuliert ?

    Ich frage mich ganz verzweifelt, wie weit diese unbedachten Äusserungen noch gehen dürfen.
    Oder hat ganz einfach dem Herr Thiessen jemand auf die Schulter geklopft .. „Du geh mal in die Piratenpartei und erzähl da offiziell ein wenig Schrott .. So machen wir die schon fertig“

    Hallo Piratenpartei ? Aufwachen … bei aller Meinungsfreiheit .. es gibt auch Grenzen .. ihr seid gerade an einer.

  • #92
    xconroy

    Ich find Thiesen so langsam richtig gut.

    Nicht wegen seiner Positionen und erst recht nicht wegen seines die Piraten vermutlich schädigenden Verhaltens.

    Aber deswegen: er provoziert das Hervortreten von Sollbruchstellen innerhalb der ach so progressiven und reflektierten Bloggergemeinde. Denn „zweinullig“ sind viele nur, wenns um technische Gadgets geht. Sobald provokative Thesen, Tabus oder Buzzwords ins Spiel kommen, tritt eine aber mal so richtig deutliche Spreu-Weizen-Linie auf: die einen, die „relativieren“, „verharmlosen“ und „verniedlichen“ (oder vielmehr, aus meiner Sicht: reflektieren, differenzieren und die Dinge von abgehobenen Theoretisierereien wieder runter auf den Boden der Tatsachen stellen) – und die anderen, die scheinbar (vermutlich glauben sie es selber) die „Moral“ und den „Anstand“ verteidigen, aber über ein Kerner(bei der Eva-Hermann-Sache)-Niveau in ihren Begründungen und ihrer Argumentation nicht hinauskommen.

    Ich gebe ganz ehrlich zu: wenn ich mich entscheiden müßte, was ich schockierender finde, dann wähle ich nicht Thiesens Äußerungen, sondern die teilweise unterirdischen Reaktionen darauf. Das bedeutet nicht, daß ich Thiesens Ansichten teile. Aber es bedeutet, daß ich negativ überrascht und teilweise enttäuscht bin von einigen Reaktionen. Und zwar nicht wegen deren Inhalten, sondern wegen ihrer Plattheit. Da bietet der Thiesen innerhalb weniger Tage Steilvorlagen zu einer tiefgehenden, viele Perspektiven abklopfenden, Neues generierenden Diskussion – Traumvorlagen, die eines Misimovic würdig wären 😉 – und was macht die Bloggergemeinde daraus? Einen stumpfen Pfostenschuß nach dem anderen. Ich will ja lieber reiner Kommentator bleiben, aber wenn man derartigen Pawlow-Käse liest wird man ja quasi zum Selberbloggen gezwungen, einfach um mal ein politisch weniger korrektes Gegengewicht bieten zu können (nein, meine Definition von „politisch inkorrekt“ hat nicht mal entfernt etwas mit der ähnlich heißenden rechts-reaktionären Seite von Stefan Herre zu tun)…

    Leider wird sich das Problem Thiesen wohl bald erledigt haben. Und damit auch eine tiefergehende Auseinandersetzung der „A-Blogger“ – nicht mit ihm, sondern mit sich slebst und ihrer Fähigkeit und Bereitschaft, reflektiert und nicht reflexhaft mit solchen Vorkommnissen umzugehen.

    Zum Schluß kurz meine persönliche Meinung zu Thiesens neuesten steilen Thesen: Punkt 1 und 2 lehne ich ab, Punkt 3 sehe ich genauso wie er, die Idee mit der freiwilligen Freigabe finde ich interessant (s.a. #74 von Klaus), aber kaum umsetzbar. Weiterhin kann man von mir aus gerne „KiPo“ sagen, sag ich auch, jeder weiß was gemeint ist, und Argumentationen bzgl. „Rücksichtnahme“ unterstelle ich erst mal weniger Interesse an den Opfern und mehr an politischer Korrektheit, analog übrigens beim Thema „Holocaustleugnung“.

    Noch was zu Ben, #82: Selbstverständlich läßt sich zwischen Pädo- und Heterophilen unterscheiden, ähnlich wie zwischen Homo- und Heterophilen. Im einen Fall ist das Geschlecht der entscheidende Unterschied, im anderen das Alter. Daß es in beiden Fällen zahlreiche Misch- und Übergangsformen gibt liegt auf der Hand.
    Weiterhin kannst du das empörte Hyperventilieren bzgl. Vergleichen zwischen Schwulen und Pädophilen gerne für eine kurze Weile einstellen und währenddessen ganz kur nachdenken… na, Erfolg gehabt? Richtig! Man kann die Hetze gegen beide nämlich sehr wohl vergleichen, solange es alleine um die Neigung als solche geht. Bitte nicht den Kategorienfehler machen und Neigungen mit Handlungen verwechseln. Aber das wurde dir ja schon mal gesagt, vielleicht kommts diesmal auch an.

    Je nun. Beobachten wir weiter die sehr interessante soziologische Dynamik, die Thiesen dankenswerterweise ans Tageslicht gebracht hat.

    (Im Übrigen befürworte ich weiterhin, daß sich Baumstrukturen als default für Blogkommetarbereiche durchsetzen.)

  • #93
    Bellheim

    Anscheinend kennen sie den Unterschied zwischen Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch nicht?

    Nur mal als eine Anmerkung. Bitte nicht gleich als Moral-Apostel aufspielen und mich als Verharmloser brandmarken.

    Obgleich verboten. Es gibt Fälle in denen ein „sexueller Kindesmissbrauch“ von dem „Opfer“ durchaus als neutral bis angenehm wahrgenommen wird, und erst durch das Stigma, durch eine Viktimiserung nachgerade, zum wirklichen Opfer wird.

    Denn „sexueller Kindesmissbrauch“ als Tatbestand allein, enthält keinerlei körperlich gewaltätige Zwänge, und auch keinen Geschlechtsverkehr.

    Somit ist es keine Vergewaltigung, wie sie sagen (Nötigung).
    Sondern es ist eben nur potentiell(!) Entwicklungsschädigend und sollte durchaus verboten bleiben.
    Eine Vergewaltigung kommt erst beim „schweren sexuellen Kindesmissbrauch“ hinzu.

    Somit kommt es, dass Kinder in einigen Fällen durchaus keinerlei Folgeschäden davon tragen, und in sexuelle Handlungen mit simpler Einwilligung zustimmen.

    Den größten Fehler, den man begehen kann, ist es solche minder-schweren Fälle eben, mit der selben Härte zu begegnen. Denn dadurch widerfahren sowohl dem Kind als auch dem Täter eine sozial-juristische Höllenfahrt.

    Man siehe sich diese Beispiele an:

    Eine 13 Jährige mit einem 25 Jährigen. „SEXUELLER KINDESMISSBRAUCH“
    Eine 14 Jährige mit einem 25 Jährigen -> Im Regelfall unbedenklich.

    DABEI ist beim sexuellen Entwicklungsalter(!) mit +/- 3 Jahren zu rechnen!
    Die momentanen Gesetze sind nichts weiter als ein general-präventives juristisches Kalkül, das nicht zwischen Fällen differenziert und alles gleichsam zusammen mit der öffentlichen Hysterie, Fall für Fall, dämonisiert und das Opfer gnadenlos viktimisiert.

    Lesen sie dazu auch „Zur empirischen Wirklichkeit von Missbrauchssymptomn“ von Dipl.Psych. M. M. Griesemer

    Grüße,
    Bellheim

  • #94
    Michael

    Woxi (@91), wie man von ?In der Zwischenzeit dürfen diese (Kinderpornos . d.A.) auch nicht von Strafverfolgungsbehörden z.B. zum Zwecke der Ermittlungen in Umlauf gebracht werden.? zu dieser Frage kommt „Einfache Frage: Zu anderen Zwecken dann schon?“, das musst du nochmal erklären – die normalen Regeln der deutschen Sprache scheinen da nicht auszureichen.

    Das Problem an dieser Stelle sind dann vielleicht nicht mehr „unglückliche Formulierungen“, eher scheint einigen Lesern die Phantasie durchzugehen.

  • #95
    Eric

    Mich wundert es doch sehr, dass herr theisen sich in diesem blog nicht selbst zu wort meldet. von einem vertreter der piratenpartei kann man durchaus erwarten, dass er auf diese seite aufmerksam (gemacht) wird.

    es ist wirklich unerträglich, dass immer wieder diskussionen wie diese wegen äußerungen wie die von theisen notwendig sind.

    ich denke, 60 jahre nach ausschwitz haben nicht wenige deutsche den juden den holocaust noch immer nicht verziehen. Es drängt sich einem der eindruck auf, dass -perverseweise – den juden die schuld am holocaust gegeben wird, so dass eine art schlussstrich-debatte, etwa der art, wie damals von martin walser angestoßen, möglich wird. ENTSETZLICH. Andererseits sind die überwiegend contra-Theisen-Kommentare sehr erfreulich.

  • #96
    Ben

    @92: Ich hyperventiliere keineswegs und nein, nach allem nachdenken finde ich die Hetze dennoch nicht vergleichbar. Kein Stück. Das Problem an deiner Argumentation ist nämlich, dass sich die Hetze gegen die Schwulen und ihre Diskriminierung historisch in der BRD (und ihren Vorgängersystemen) eben nicht gegen die Neigung richtete, sondern gegen die Handlung. Dem §175 war die Neigung völlig gleichgültig (und die war auch eigentlich nie kriminalisiert, wenn auch gesellschaftlich geächtet). Kriminalisiert wurde „lediglich“ die Ausübung. Insofern behalte ich in meiner obigen Argumentation weiterhin Recht.

    Und das Alter als Differenzierung einzubringen halte ich für völlig fehl am Platz, zumindest dann, wenn sich die Täter zu Kindern hingezogen fühlen, die eindeutige Geschlechtsmerkmale aufweisen. Ich würde da sogar weit gehen und behaupten, dass die Täter eben nicht auf diese mehr oder weniger androgyne Vorform der eindeutigen Geschlechtlichkeit ihres Opfers abfahren, sondern eben auf das jeweilige Geschlecht selbst. Ansonsten müssten zahlreiche Fälle bekannt sein, in denen die Täter sowohl Mädchen, als auch Jungen missbraucht haben. Meistens bleiben sie da aber wohl bei einem Geschlecht, womit sie dann eben auch in die Kategorie „homo/hetero“ gesteckt werden können.

  • #97
    Woxi

    @Michael [Eintrag 93]

    Richtig heissen sollte es so :

    „Einfache Frage: Von anderen Behörden dann schon?“

    Man sollte nicht so schnell tippen *grml und leider ist hier keine Editierfunktion verfügbar … sonst hätte ich das sofort geändert … sorry

  • #98
    Michael

    @Ben (#86): Danke für den Hinweis zur fehlerhaften Grammatik. Habe ausländische Vorfahren und diesen Text im Dunkeln geschrieben. Mir kam es darauf an, dass der Text meine Meinung reflektiert und verstanden wird. Ich hätte ihn aus grammatikalischer Sicht besser in niederländisch oder polnisch verfassen sollen. Nur hätten es die wenigsten wohl verstanden 😉

  • #99
    xconroy

    @ Eric, #94:

    Wie unterscheidest du zwischen

    – a) Personen, die Theisen etwas differenzierter sehen wollen, als es die vielen künstlich empörten Blogger tun UND gleichzeitig tatsächlich denken, daß die Juden am Holocaust schuld seien

    – und b) Personen, die Theisen etwas differenzierter sehen wollen, als es die vielen künstlich empörten Blogger tun ABER keinesfalls der selten abstrusen Idee anhängen, daß die Juden am Holocaust schuld seien?

    Denn irgendein Indiz mußt du ja dafür haben, daß diejenigen, die sich hier gegen stumpfes Theisen-Bashing einsetzen, klar zur Gruppe a) gehören und nicht zur Gruppe b), denn dieser Eindruck „drängt sich ja auf“, nach deinen eigenen Worten.

    Ich bin gespannt auf deine Antwort. (doch, wirklich. Mir gehts nicht um Kontra um des Kontras willen, ich möchte wirklich verstehen, was einige zu – in meinen Augen – derart reflexhaften Handlungen antreibt, die – in meinen Augen – an der Grenze zur Irrationalität stehen. Vielleicht übersehe ich ja wirklich etwas Grundlegendes und Theisen ist tatsächlich ein „erster Schritt“ (weil, „erste Schritte“ stehen semantisch meistens den Begriffen „Verharmlosung“ und „Relativierung“ nahe) hin zu irgendwas ganz Schrecklichem (offenbar einem Nazi- und Kinderschänderstaat). Aber die bisherigen Argumente gegen Theisen überzeugen mich nicht. Für mich bleibt er – vorerst – jemand, der entweder redet bevor er denkt oder aus Selbstzweck provoziert oder beides).

  • #100
    Stefan Laurin

    @xconroy: Ist es so schwer zu verstehen, dass es in der Politik nicht um die Frage geht, ob eine Aussage juristisch zweifelhaft ist oder nicht sondern um die Wertung richtig oder falsch vor dem Hintergrund gemeinsamer Werte und Ideen? Wollt ihr alles akzeptieren was nicht strafbar ist? Das ist für eine Partei ein bisschen wenig.

  • #101
    xconroy

    @Stefan Laurin, #98

    Ich spreche nur für mich, andere mögen das anders sehen, aber: ich „akzeptiere“ keinesfalls alles, was nicht strafbar ist, nur ziehe ich für mich nicht die Konsequenz „Forderung nach Strafbarmachung“ daraus, sondern setze mich damit – sofern mich das Thema interessiert (denn ich kann durchaus Sachen scheiße finden, aber mich nicht weiter drum kümmern – das machen wir alle und wir alle merken das meistens in Momenten, wo wir aufgerufen werden, für XYZ zu spenden oder ABC zu boykottieren oder für/gegen 123 zu demonstrieren) – auseinander, indem ich erstmal mich frage: was genau stört mich daran und warum. Dann frage ich: was bewegt denjenigen, dessen Handlungen/Aussagen ich nicht akzeptiere, daz, diese zu tätigen? Und da das Netz ein Netz ist, komme ich gar nicht drumrum, auch das Umfeld zu beobachten und zu fragen: warum reagieren die so und so auf etwas, auf das ich ganz anders reagiere?

    Ich halte diese Herangehensweise für BESSER als deine und die von F!XMBR und anderen, um es mal deutlich zu sagen. Das bedeutet aber nicht, daß ich eure Herangehensweise „weghaben“ will – genausowenig wie ich Thiesen und seine Äußerungen „weghaben“ will. Ich teile beides nicht, es fällt mir bei beidem schwer es zu akzeptieren, aber ich setze mich bewußt damit auseinander und versuche, die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung wieder in die Diskussion einzubringen.

    Ganz konkret: ich wäge den Schaden ab, den Thiesens Äußerungen anrichten KÖNNTEN, gegenüber dem, den eure – in meinen Augen hysterischen – Reaktionen anrichten KÖNNTEN. In beiden Fällen haben wir es wohl voerst mit der Kategorie „Sturm im Wasserglas“ zu tun, weil das ganze Piratengedöns außerhalb der Blogosphäre ganz einfach zu unbekannt ist. Aber: ich halte eure Reaktionen für schädlicher, weil sie eine Sackgasse darstellen, die ich – innerhalb dieses sich doch sehr reflektiert und hinterfragend gebenden „Bloggerversums“ für zum Teil überwunden geglaubt hatte. Wie schon mal gesagt: mich schockiert die Ähnlichkeit der reflexhaften Reaktionen hier mit denen, die die Mainstreammedien bringen würden, mehr als Thiesens in meinen Augen vergleichsweise harmlose Äußerungen – im Vergleich zu tatsächlicher Holocaustleugung mit dem entsprechenden Hintergrund sind sie harmlos, und im Vergleich zu Nazis, die NICHT leugnen sondern gutheißen, erst recht. Ist das jetzt wieder „Relativierung“? Bitte, gerne, es sollte wesentlich mehr relativiert werden.

    Mich erinnert das ein bißchen an Daniel Erk und seine Reaktion auf Samy Deluxe bzw. dessen – in Erks Augen – „zu deutschfreundliche“ Album. Auch Erks nahezu vorpubertäre beleidigte Reaktionen in der darauf folgenden Diskussion sehen für mich ähnlich aus.

    Wird sich irgendein Holocaustüberlebender bei uns bedanken, wenn wir Thiesen jetzt durchs Dorf jagen? Wenn ja, werden sich nicht eventuell zehn andere Überlebende an Voltaire erinnern und die Jagd kritisieren? Werden die restlichen Überlebenden nicht eventuell den Kopf schütteln und sagen „wie jetzt?“ oder „Hä, Thiesen, wer ist das?“ oder „ich bin 90 Jahre alt, geht mir weg mit eurem albernen Kram“ oder dergleichen? Wer Äußerungen wie Thiesens mit der Begründung, die Überlebenden würden in ihrer Ehre verletzt, verbieten will, der sollte durchaus mal seine Behauptung einem reality check unterziehen und die Leute persönlich fragen, solange die noch leben. Ansonsten ist das nämlich Gehampel im luftleeren Raum.

    Du fragtest ja nach „in der Politik“. Politisch hat sich Thiesen erledigt. Das ist ein anderer Dampfer. Hätte er aber – für mich – so oder so, nachdem ich einiges über ihn gelesen habe. Allein schon seine Begründungen, warum er ein guter Schatzmeister wäre. Ok, mag sein daß er was drauf hat, und er scheint sich ja auch zu engagieren, aber seine Außendarstellung (und um die geht es in der Politik ja nun leider auch) ist so unter aller Kanone, daß es für die Piraten eine Belastung wäre, ihn weiter mitzuschleppen. Und falls Tauss keinen Freispruch bekommt, gilt das für ihn ebenfalls.

    Aber diese beiden Bereiche – politisches Abwägen einerseits und allgemeine Diskussion über ein Tabu andererseits – werden mir hier zu sehr vermischt. Das macht es den Gegnern der Piraten umso leichter, denn wenn sich nicht mal die Befürworter einig sind, /warum/ sie gegen Thiesen sind…

    beste Grüße, ich hoffe ich konnte halbwegs deutlich machen worauf ich hinauswill… wenn nicht, bitte nachhaken.

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  • #103
    Josi

    Begriffserklärung hin oder her. Ein „Pädophiler“ ist eine Person, die sexuelles Interesse an Personen haben, die noch nicht die Pubertät erreicht haben. Gut. Sexuelles Interesse, verstanden! Laut Freud: Ein Trieb!
    Was will der Mensch natürlich? Seinen Trieb befriedigen.

    Das geht zum Einen durch Fantasie – natürlich. Zum Anderen aber eben auch durch PRAKTISCHES Umsetzen.
    Da man LEIDER (oh ja, ich benutze dieses Wort!) die Gedanken eines Menschen in keinster Weise „sperren“ kann. Muss man gesetzlich dagegen vorgehen, dass ALLES, was nur im Entferntesten Sinne mit Kinderschändigung, sei es eine Zeichnung, sei es Pornografie, sei es sonstewas, VERBOTEN werden MUSS und die Menschen, die sich davon nutzen machen, BESTRAFT werden MÜSSEN!

    Welcher grausame „Mensch“ würde denn wollen, dass sein Kind von einem anderen kranken Menschen als Wichsvorlage genutzt wird? Ich bitte euch!

    Ihr werft dem Autor emotionale Betroffenheit vor? Es geht hier um Kinder! Und dieser Mann nimmt die Menschen, die sich mit KINDERN(!!!) Sex vorstellen in Schutz. Wie kann man denn bei einem solchen Thema keine „emotionale Betroffenheit“ vorweisen? Sachlich hin oder her.

    Ich plädiere ja stark für Penis ab. Und Augen rausreißen. Alles andere ist für mich zu human. Obwohl human vielleicht nicht der richtige Begriff ist. Menschlich… Pädophile sind keine Menschen für mich.

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