#1 | DEWFan sagt am 14. Mai 2020 um 14:11 Uhr

Das Gastrosterben ist für uns im Ruhrgebiet ja bereits ein alter Hut. Die erste Welle, die ich als Boomer mitbekommen habe, war nach der Einführung des total(itär)en Rauchverbots. Die davon betroffenen Betriebe hatten zumeist älteres Publikum, keine Küche, keinen Außenbereich. Und sie lagen i.d.R. in Vororten abseits hipper Kneipenviertel oder Fußgängerzonen, dafür an vielbefahrenen Straßen ohne Aufenthaltsqualität fürs eventuelle Draußensitzen.

Jetzt geht den Leuten auch in Hipsterstädten wie Hamburg und Berlin die Düse. Viele meinen ja, wenn Kneipen, Bars, Restaurants, Clubs und Diskotheken pleite gehen, dann wird schon irgendwann etwas Neues nachfolgen.

In den Hipsterstädten mag das wohl tatsächlich so sein. Vielleicht auch im Bermuda-Dreieck und im Kreuzviertel. Aber schon für die Dortmunder Nordstadt, deren Gastronomie sich weitgehend nur rund um den Hafen befindet, bin ich nicht so optimistisch.

Nach der Schließung eines Lokals gibt es meistens drei Szenarien:

1) Runtergezogene Rollläden, leere Schaukästen, abmontierte Werbeschilder.
2) Shisha-Bar, Wettbüro, Kulturverein.
3) Büro einer Physiotherapie, einer Versicherungsagentur, eines Pflegedienstes.

In Vororten ohne Fußgängerzonen, Plätzen und bekannten Ausflugszielen tritt meistens 1) ein. Und in sozial etwas besser gestellten Viertel auch Szenario 2). Und da wo 3) zutrifft, bleibt einem wenigstens 1) erspart.