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DIG-Vorsitzender Becker erwartet nach Apartheids-Vorwurf gegen Israel Entschuldigung der Frankfurter Rundschau

Uwe Becker Foto: Itsuweb Lizenz: CC BY-SA 4.0

Uwe Becker, der Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) und Bürgermeister der Stadt Frankfurt erwartet von der Tageszeitung “Frankfurter Rundschau” nach einem Apartheids-Vorwurf  in der heutigen Ausgabe eine Entschuldigung:  “Ich erwarte, dass die Frankfurter Rundschau ihre tendenziöse Berichterstattung korrigiert und sich für diese völlige Entgleisung entschuldigt. Mit Entsetzen habe ich heute den Kommentar der Frankfurter Rundschau zum Impfverhalten Israels gegenüber den Palästinensern gelesen und muss feststellen: Neben Unkenntnis und Vorurteilen bedient man sich auch noch des Apartheidbegriffes des Israel bezogenen Antisemitismus. Dies ist völlig inakzeptabel.“

In der Freitagsausgabe der Zeitung schrieb Thomas Borchert, der für die Zeitung eigentlich aus der dänischen Hauptstadt Kopenhagen berichtet anlässlich des Besuchs von Österreichs Kanzler Sebastian Kurz und Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen unter der Überschrift “Höchstpreis Apartheid” “Dass dieser Trip dem bröckelnden EU-Zusammenhalt bei den Impfstoffen einen Schlag versetzt, ist schlimm genug, aber eben auch dem Versagen Brüssels zuzuschreiben. Vollkommen unverzeihlich ist die neue Allianz als stillschweigende Anerkennung von Israels völkerrechtswidrigem Ausschluss fast aller fünf Millionen Palästinenser:innen in den besetzten Gebieten von Impfungen. In der Not frisst der Teufel Fliegen, heißt es. In der Corona-Not mal eben Apartheid zu schlucken, kann man dem Teufel nachsehen, nicht aber Frederiksen und Kurz.”

In seiner Mail an die Mitglieder der DIG, die diesem Blog vorliegt, fährt Becker fort: “Durch die Verbindung von Bericht und Kommentierung wird der Eindruck erweckt, Israel würde den Palästinensern Impfstoff vorenthalten. In Wahrheit hatte sich zu Beginn der Pandemie jedoch die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) gegen Unterstützung aus Israel gewandt und wollte mit dem Sputnik-Impfstoff aus Russland das Problem selbst in die Hand nehmen, wo übrigens die gesundheitliche Versorgung der Palästinenser nach den Oslo-Regelungen auch liegt. Erst nachdem die PA bei der eigenen Impfstoffbeschaffung erfolglos geblieben ist, erklärte man Israel in vielfach gewohnter Form zum Sündenbock, um vom eigenen Versagen abzulenken.“

Wenn nun selbst die Frankfurter Rundschau diese Propaganda offenkundig ungeprüft übernäme und ein Zerrbild der realen Situation zeichne, trage sie nicht zur journalistischen Aufklärung, sondern zur Verbreitung anti-israelischer Ressentiments bei, die sie noch dazu mit dem Apartheidbegriff garniere.

 

 

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15 Kommentare zu “DIG-Vorsitzender Becker erwartet nach Apartheids-Vorwurf gegen Israel Entschuldigung der Frankfurter Rundschau

  • #1
    nussknacker56

    Die linksliberale Frankfurter Rundschau war sich noch nie zu schade, die breite antiisraelische Berichterstattung zusätzlich zu befeuern. Entsprechende einschlägige Lieferanten, wie z.B. die Journalistin Inge Günther, hatten nie Probleme, ihr Material dort unterzubringen.

    Im April 2019 hieß es zum Wahlsieg des Likud „Der ewige Netanyahu“. Das erinnerte dann wohl doch etwas zu sehr an den Nazi-Propagandafilm „Der ewige Jude“. Man entschuldigt sich kurz und macht dann einfach weiter. Linke haben sich schließlich per se nichts vorzuwerfen (außerdem wird man doch wohl noch was sagen dürfen).

  • #2
    Thomas Wessel

    Wieviele Palästinenser wären bereit, sich von Israel – oder mit israelischem Stoff – impfen zu lassen? Das ist die Testfrage, die Mahmud Abbas vermeidet, es würde eine Art Wahltag werden.

  • #3
    Odo

    @nussknacker56

    Die FR hat sich nichts vorzuwerfen, weil sie antisemitisch ist und nicht etwa linksliberal. Wäre sie konservativ oder was auch immer so würde sie ihre Selbstgerechtigkeit aus ihrem Antisemitismus gewinnen und nicht aus ihre. Konservatismus. Die Crux des Antisemitismus ist es schließlich Juden alles, jedes, das Gegenteil und das Gegenteil vom Gegenteil vorzuwerfen.

    @thomas Wessel

    Würde Israel den Impfstoff, wie zuvor angeboten, an Araber in den Autonomiegebieten verimpfen, dann würde auch Israel für den antisemitischen Boykott verantwortlich gemacht. Schließlich hätte Israel viel Vertrauen verspielt z.B. durch Brunnenvergiftung etc. oder Antisemiten (egal ob links, linksliberal, liberal, konservativ, rechts, rechtsliberal…) würden Israel schelten, möglicherweise auch für das Gegenteil.

  • #4
    thomas weigle

    @ Odo Richtig, die international berüchtigte Antisemitin Butler wirft Israel ja auch vor, dass es palästinensischen Gays Zuflucht bietet und somit das palästinensische Volk schädige.
    Egal was "der ewige Jude" auch macht, es ist böse und anzuprangern.

  • #5
    Christof Pertl

    Unverständliche journalistische Demagogie,
    Ohne ganzseitige Entschuldigung,
    Unverzeihlich!
    In Deutschland 2021???
    Es ist allgemein bekannt, dass trotz zahlreicher Angebote Israels der Impfung im Westjordanland und Gaza die Autonomiebehörde dies immer abgelehnt hat. Palästineser, ob Muslime, Christen oder Atheisten in Israel selbst, waren zu keinem Zeitpunkt von der Impfung ausgeschlossen. Es gab jedoch irrationale Initiativen im Sinne von Verschwörungstheorien gegen die "jüdische" Impfung.

  • #6
    Franz

    @ thomas weigle

    Sie schreiben einen justiziabler Kommentar, Zitat Weigle: "die international berüchtigte Antisemitin Butler"

    Meinen Sie kommen damit bei Gericht durch?

  • #7
    thomas weigle

    @ Franz Och nöö!!
    @ Christof Pertl Ich meine mich daran zu erinnern, dass sich ein international berüchtigter Terrorist und hochrangiger PLO-Fürst im letzten Herbst wg Corona in einem israelischen Krankenhaus hat behandeln lassen. Dies hat,so meine Erinnerung,eine heftige Debatte in Israel ausgelöst, da die christliche Feindesliebe kein Bestandteil der jüdischen Religion ist. Auch die Frau des berüchtigten Terroristen Abbas hat sich vor längerer Zeit schon in Israel behandeln lassen. Wasser predigen-Wein saufen nennt man das wohl.

  • #8
    Franz

    @ thomas weigle

    Hochmut kommt vor dem Gericht! Ihre Fähigkeit als "Wissenschaftler" / "Historiker" – sprich: zur richtigen Einordnung von Sachverhalten – haben Sie bei den Ruhrbaronen ja eindrucksvoll in die Tonne gehauen …

  • #9
    thomas weigle

    @ Franz Och nöö, ich beziehe mich in Sachen palästinensischer Terror u.a. auf Veröffentlichungen des nicht ganz unbekannten , besser gesagt, des renommierten Politikwissenschaftlers W. Kraushaar. Ist umfangreich,aber sehr spannend.

  • #10
  • #11
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Franz: Judith Buttler ist doch nur ein soziales Konstrukt

  • #12
    Aaron Botterbloom

    Franz/6/8
    nullo actore, nullus iudex – kein Kläger, kein Richter. Auch wenn wir nicht vor Gericht sondern – Gott sei es gedankt – nur auf der Internetseite der Ruhrbarone sind, folgende Ergänzung: ähnlich wie es um die Fähigkeit als "Wiisenschaftler" /"Historiker" bestellt ist, verhält es sich mit der Kenntnis um die jüdische Religion:

    "Dies hat,so meine Erinnerung,eine heftige Debatte in Israel ausgelöst, da die christliche Feindesliebe kein Bestandteil der jüdischen Religion ist". So steht es bei Weigle 7 geschrieben.

    Was die Erinnerung angeht so ist dem zu widersprechen, denn das christliche Element der Feindesliebe hat seinen Ursprung natürlich in der jüdischen Religion, wie fast alles, was im Neuen Testament steht auf die Inhalte im Alten Testament aufbaut. Hier ein paar Belege für jüdische Feindesliebe aus dem, was die Christen das alte Testament und die Juden im weitesten Sinne die Tora nennen (im engen Sinne meint die Tora nur die fünf Bücher Mose, aber das nur am Rande):

    "Hungert dein Feind, so speise ihn mit Brot, dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser." so steht es geschrieben im Buch der Sprüche Salomons 25, 21

    "Wenn du dem verirrten Rind oder Esel deines Feindes antriffst, dann sollst du es zu ihm zurückführen" 2. Buch Moses 23,4

    "Sag nicht, ich will das Böse vergelten, Vertrau auf Jahwe, er wird dir helfen." Buch der Sprüche Salomons 20,22

    Es gibt also eine Feindesliebe in der jüdischen Religion nur mit dem Unterschied, dass der Christ seinem Feind freiwillig auch noch die andere Backe hinhalten soll, nachdem er die eine schon gründlich polliert bekam… (frei nach Matthäus 5,39)

  • #13
    thomas weigle

    @ Stefan Laurin Ach was? Und ich hab`immer gedacht, sie wäre eine wohlbekannte Antisemitin und Israelfeindin. So las ich es öfter nicht nur hier in diesem Blog.

  • #14
    thomas weigle

    @Aaron Botterbloom. Ich bin kein Kenner der jüdischen Religion, die Nummer mit der Feindesliebe las ich entweder in der Jüdischen Rundschau,der Jüdischen Allgemeinen oder auf Israel heute. Ich suche das jetzt nicht noch mal raus, das Wichtige war ja, dass die Behandlung des PLO-Fürsten hart und harsch diskutiert wurde dort im Heiligen Land. Und in dieser Diskussion wurde wohl der Unterschied zum Christentum von einigen betont. Wenn Israelis oder hiesige jüdische Journalisten das schreiben, dann nehme ich das als gegeben hin und hinterfrage das nicht groß.

  • #15
    thomas weigle

    Wenn man "Israelische Ärzte behandeln PLO-Generalsekretär" googelt, findet man die Stelle,auf die ich mich bezogen habe: "Religiöse Journalisten…uswusf.

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