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Dortmund: Nazis hetzen auf Demo gegen Anne Frank und Mehmet Kubaşık

Neonazis im Polizeikesse an der Leopoldstraße

Neonazis im Polizeikessel an der Leopoldstraße


Vier Kundgebungen wollten Dortmunder Neonazis heute abhalten: Drei in der Nähe von Kommunalpolitikern und Journalisten, eine in der Nähe der Chanukka-Feier der Jüdischen Gemeinde. Die Pläne wurden von zahlreichen Gegendemonstranten und der Polizei durchkreuzt. Von Felix Huelsmann, Stefan Laurin und Sebastian Weiermann.
Statt der vier Kundgebungen hielten knapp 40 Anhänger der Nazi-Partei Die Rechte eine kurze Veranstaltung im Stadtteile Mengede ab, wo sie von 100 Gegendemonstranten, vor allem Jungsozialisten und SPD-Anhängern ausgepfiffen wurden.

Schon die zweite Kundgebung in der Nordstadt konnte nicht stattfinden: Die Zugangswege zum Veranstaltungsort waren durch zahlreiche Gegendemonstranten blockiert. Die Polizei kesselte die Nazis weniger hundert Meter vor dem Kundgebungsort ein. Später zogen sie sich zurück zum Hauptbahnhof. Aus dem Kessel heraus und auf dem Weg zum Hauptbahnhof skandierten die Neonnazis dann Parolen gegen die im KZ Bergen-Belsen ermordete Anne Frank.  Auch der in der Nordstadt vom NSU ermordeten Kioskbesitzer Mehmet Kubaşık und der von einem Neonazi in Dortmund getötete Punker Thomas Schulz wurden verhöhnt. Hochleben ließen die Nazis hingegen den dreifachen Polizistenmörder Michael Berger.

Am Rande der Demonstration kam es bei Versuchen von Nazi-Gegnern, sich dem Kessel der Rechtsradikalen zu nähern, zu vereinzelten Ausschreitungen.

Im Laufe des morgigen Vormittags folgt ein ausführlicher Bericht.  

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6 Kommentare zu “Dortmund: Nazis hetzen auf Demo gegen Anne Frank und Mehmet Kubaşık

  • #1
    David Grade

    Danke an alle Gegendemonstranten 🙂

    Weil ihr plötzlich Parteien erwähnt, in der Nordstadt habe ich neben vielen Bewohnern und Gästen, SPD, Grüne, Linke und Piraten gesehen.
    Landtagsabgeordnete sah ich nur von den Piraten, da mag mein Blick aber selektiv sein.
    Weder Bezirksbürgermeister Jörder, noch Herr Sierau waren da. Letzterer feierte angeblich Hanukkah in Hörde (es sei ihm gekönnt, die Nordstadt löst gerne die Probleme der Gesamtstadt). Und Ersterer hat wohl seinen Vertreter Cüneyt Karadas geschickt.

    Und Blockado, ihr müsst Blockado noch erwähnen, denen ist es vor allem zu verdanken, dass die Rechte frustriert abziehen mussten.

    Und danke euch für schnelle Berichterstattung.

  • #2
    Rainer Möller

    „Vier Kundgebungen wollten Dortmunder Neonazis heute abhalten: Drei in der Nähe von Kommunalpolitikern und Journalisten, eine in der Nähe der Chanukka-Feier der Jüdischen Gemeinde. “

    Die vierte Kundgebung „in der Nähe der Chanukka-Feier“, habe ich nirgendwo gefunden – bei Dortmundecho, bei Die Rechte Facebook und bei bnr war nur von drei Kundgebungen die Rede. Könnte man da wohl Genaueres erfahren?

  • #3
    Stefan Laurin

    @Rainer Möller. Zwei gegen Politiker, eine gegen eine Journalistin. Dann einen in der Nordstadt als Zeichen der Solidarität mit einer Bezirksvertreterin. Und dann eine in Hörde, in Hörweite der Chanukkafeier – OB Sierau ging darauf in seiner Rede am Phönixsee ein. Die geplante Nazi-Kundgebung in Hörde war der Grund, warum dort um 18.00 Uhr die Glocken sehr lange läuteten. Sie sollten die Parolen der Nazis übertönen, aber die hingen ja noch in der Nordstadt fest.

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  • #5
    Stefan Laurin

    @David Grade: Die Kritik daran, dass Sierau an der Chanukka-Feier der Jüdischen Gemeinde teilnahm, gehört zu den dämlichsten und unpassendsten Aussagen, die ich in meinem Leben von einem Politiker gehört habe.

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