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Dortmund: Wir sind die Freaks – Crashtest Nordstadt

Der Name ist ein Witz. “Hotel Aufbruch“ nennt sich die Herberge heute. „Endstation“ wäre passend. Ich hocke mit vier anderen Menschen, die ich erst seit einer Stunde kenne, in einer Gruppenunterkunft. Von der Dortmunder Münsterstraße sind wir eine glänzende Steintreppe in die erste Etage gestiegen, an der engen Rezeption vorbei, durch den Notausgang, einen schmalen Flur entlang, eine nicht mehr glänzende Treppe runter, durch eine Stahltür. Gut, Mario ist dabei, ein Kumpel, aber der ist in diesem Moment keine Hilfe. Weiße Bodenfliesen, vier Etagenbetten, Neonlicht. Sauber das Ganze, aber unwirtlich. Wer nächtigt freiwillig in so einer Bude? Ich halte einen handgeschriebenen Zettel in der Hand. „Großmutters Strickzeug“ steht darauf.

Die fremde Frau, irgendwas um die dreißig, südländischer, vermutlich türkischer Zungenschlag, schreit es fast in das abgefuckte Nokia-Handy aus dem letzten Jahrhundert:  „ Aktie 54 wird hier keinen Käufer finden.“ Die Verbindung ist schlecht. Sie brüllt es noch einmal: „Aktie 54 wird hier keinen Käufer finden“. Aktie 54, das bin ich. Genauer gesagt bin ich Aktie 55 – 54 – 03, gehandelt am NAX, dem Nordstadt-Aktienindex. Ich habe hier keinen Namen, ich weiß jetzt, was Humankapital ist, wie es sich anfühlt, wenn ich nur noch Kostenfaktor bin. Ich bin der Loser. Ich schicke entschuldigende Blicke an meine Begleiter. Die Frau sagt es noch einmal. Sie telefoniert mit dem Checker, unserem Checker Dieter. Der sitzt in der Zentrale, einer stillgelegten Neuapostolischen Kirche in der Nähe des Nordmarkts. Er hat große Hoffnungen in uns gesetzt. Ich habe ihn enttäuscht, ich habe mein Team enttäuscht und ich habe diese Frau, deren Name ich nicht kenne, beleidigt. Ich habe ihr meine Weltsicht aufdrängen wollen. Scheiße.

Wir sind Theatergäste, dachte ich noch zu Beginn dieser Nordstadt-Tour, „Crashtest Nordstadt“ heißt sie, veranstaltet vom Dortmunder Schauspiel. Etwa hundert Zuschauer sind bei der Premiere, sie laufen jeweils fünf Stationen ab, erleben also immer nur einen Teil der Szenerie. Jörg Lukas Matthaei inszeniert das Spiel. Er hat Erfahrung mit solchen Sachen. Er hat so etwas schon oft gemacht, in Berlin, im Umfeld der alten Schaubühne, bei den Wiener Festwochen. Ich hatte eine romantisierende Freakshow erwartet. Contergan geschädigte Tätowierer mit Migrationshintergrund und so etwas. Ich hatte mich gefreut auf das Trashige, bei dem ich als vermeintlicher Nordstadt-Kenner die anderen, vom Sozialhorror angefixten Besucher würde belächeln können. Ich hatte den Untertitel des Flyers nicht wahrgenommen. „Mach mein Spiel“, steht da, deutlich, in Großbuchstaben: MACH MEIN SPIEL. Wir machen es längst, das Spiel der Nordstadtbewohner. Es gibt 24 Stationen, und jeder der 24 Gastgeber spielt mit uns. Wir sind die Spielfiguren.

Die Frau im Hotel hatte uns Zettel in die Hand gedrückt. Sie wolle nach Düsseldorf auswandern. Ich unterdrücke naheliegende billige Gags. Sie habe Weniges, was sie mitnehmen wolle. Wir sollten die Stichworte nach Wichtigkeit ordnen. Ihr persönlicher Zehn-Jahresplan ist dabei, „kompromisslos für meine Kinder“ hat sie aufgeschrieben, Mutters selbstgestrickte Socken, das Strickzeug. Wir setzen die Kinder auf Platz Eins, dann stockt die Diskussion. „Den Zehnjahresplan kannst du vergessen. Mit so einer starren Vorgabe kannst du nur verkacken, kannst dich doch gar nicht auf Neues einlassen“, presche ich vor. Es gibt leisen Widerspruch, den argumentiere ich weg. Der Plan landet in unserer Rangliste auf dem letzten Platz. Vorne sind die Kinderrechte. Kinder gehen immer, meint einer aus unserer Gruppe. Wir lächeln, halbzynisch.

Dann diese Ohrfeige. Der Zehn-Jahresplan sei das Wichtigste in ihrem Leben, sagt die temporäre Gastgeberin. Ich werde blass. Sie hat Recht. Es ist ihr Leben. Verdammt. Was dränge ich einer Unbekannten meine Vorstellungen auf? Ich gelte hier zu Recht als unverkäuflich.

Wir müssen weiter zur nächsten Station. Unsere Handys brummen. Wir bekommen ständig Nachrichten über das Börsengeschehen. Die Checker in der neuapostolischen Kirche machen während unserer Abwesenheit Deals mit uns, verarbeiten schlechte News wie die katastrophale Herabsetzung der Nordstadt durch ominöse Ratingagenturen, versuchen Kapital zu schlagen aus den 16 Gruppen, die heute unterwegs sind. Wir verstehen kein Wort. Irgendwann wird uns klar, dass das Business unabhängig von unseren Erfolgen auf den Stationen des Crashtests funktioniert. ganz ehrlich, das normale Börsengeschehen in New York und Frankfurt kapiert auch niemand. So wie wir heute müssen Nordstadtbewohner sich ständig fühlen, wenn Journalisten und Politiker sich ihrer Sache annehmen.

Der Crashtest führt uns ständig gewaltlos, geradezu sanft, über unsere Grenzen. Das beginnt schon bei der ersten Station. Wir müssen zur Bornstraße, in einen Hinterhof. Mehr Infos gibt es vorab nicht. Wir stehen im Hinterhof, ich entdecke das Schild einer Moschee. Ich möchte nicht, nicht nur weil ich ein Loch im rechten Strumpf habe. Nicht so eine blöde Multikultibegegnung mit den dämlichen Fragen nach Kopftüchern und, ganz im Trend, Salafisten.

Verwinkelte Gänge, ein enges, düsteres Büro, das sich an seine besseren Tage nur noch schwach erinnert.. Fatma begrüßt uns. Sie trägt kein Kopftuch. Ich fantasiere still von Reform-Moslems. Fatma sagt nicht viel, ist nervöser als wir und setzt uns Perücken auf. Ich bekomme so einen Mopp im Afro-Look, Karnevalsqualität. Die Tür fliegt auf, wir werden nach nebenan gebeten. Ein blasser deutscher Mann wartet mit Wandergitarre, wir singen Tonleitern, zwei Minuten. Super, sagt er, wir seien ein prima Chor. Fatma zwängt uns freundlich in blassblaue Umhänge. Ich frage mich noch immer, was für ein Moslemclub das hier ist, als wir in den Saal treten. Er ist alt, modrig, spärlich besetzt. Dunkelhäutige Menschen unbekannter Herkunft sitzen dort entspannt. Ich kann die Eindrücke nicht mehr sinnvoll zusammenfügen… Afrikanische Hinterhofmoschee mit Heilsarmee tauglichem Musikanten, unbedeckter Fatma, und wir feiern Karneval im Juni, fein.

Dann sehe ich das Schild „Eagles Church“, blitzartig kapiere ich und stehe schon mit dem Team auf der Bühne am Mikrofon. Wir sollen gospeln. Ich habe mich in meinen Vorurteilen verrannt. Vor uns steht unser Text. „Halleluja, halleluja, halleluja. Praise Jesus Christ“. Einen Teufel werde ich tun. Die Gemeinde schaut uns freudig entspannt an. Ich singe. Ich wiege meinen Körper, ich klatsche im Off-Beat. Das heißt, ich klatsche, irgendwie. Ich bin Rhythmus-Legastheniker. Die Menschen auf den Plastikstühlen lächeln, muntern auf, applaudieren. Ich will sie nicht enttäuschen. Ich preise Jesus Christus, halleluja.

Wir sind die Freaks, wir werden angeschaut von den Besuchten, die wir, freundlich tolerante Großstadtbewohner, eigentlich anschauen wollten. Die Besuchten gucken, aber sie gaffen nicht. Sie feiern uns. Fatma fällt ihr Urteil. Unsere Leistung war „nicht ausreichend“. Ich finde das ungerecht. Wir werden bewertet nach Kriterien, die ich nicht kenne oder verstehe. Ich will protestieren. Scheiße, denke ich sofort, dem zugezogenen Flüchtling aus Sambia, der hiesigen Sprache nicht mächtig, passiert das jeden Tag in der Nordstadt zwanzig Mal. Ich schlüpfe aus dem Umhang und bedanke mich beim nächstsitzenden Gemeindeangehörigen, kurz davor, ihm die Hände zu küssen.

Diese Inszenierung ist genial. Da habe ich viel gelesen und manches geschrieben über die Nordstadt, war auch schon mit so einer alternativen Stadtführung unterwegs, aber jetzt erlebe ich den Stadtteil zum ersten Mal. Mario wohnt hier seit einem halben Jahr. „So viel wie heute habe ich in der ganzen Zeit nicht mitbekommen“, bilanziert er zwischendurch. Wir sind auf dem Weg zur letzten Station, die Umrisse der Gebäude verschwimmen in der Dämmerung, die Grenze zwischen Realität endgültig. Wir sollen bei Familie P. klingeln. Frau P., die ihren Ruhestand schon länger genießt, eine resolut freundliche Frau, öffnet. Wir sollen den gegenüber liegenden Bahndamm bepflanzen, genauer: Wir sollen einen kümmerlichen Setzling irgendwie, aber schnell, in die Erde bringen. „Urban Gardening“, denke ich, wow, cool. Abe Frau P. hat einen Plan. Sie hat die Mauer am Bahndamm abreißen lassen und bepflanzt jetzt Meter für Meter den Hang. So will sie Drogenkonsumenten und Prostituierte fernhalten. Mit behagt diese Strategie nicht. Bürgerwehr by Blumenbeet, denke ich. Aber ich habe im Laufe des Abends gelernt, ihr Leben ist nicht mein Leben. Außerdem will ich nicht noch einmal als unverkäuflich abschneiden.
Wir gärtnern als Pendelstaffel, der erste sticht ein Loch aus, der zweite schaufelt weiter, dann folgt die Pflanze, wird gegossen. Mario dirigiert aus dem zweiten Stock mit dem Megaphon. Ich habe den Deppenjob. Ich bin glücklich. Mit einer riesigen roten Kelle soll ich den Verkehr aufhalten. Gut, denke ich mir, entweder fahren mich irgendwelche Asis über den Haufen, oder mit etwas Glück gerate ich an einen Asi mit Niveau, und der hetzt mir die Polizei auf den Hals.

Die Uhr läuft. Das Loch ist ausgestochen, die Pflanze auf dem Weg in die neue Heimat, als plötzlich das Spiel an Fahrt gewinnt. Zwei Gören, Bratzen, aufgemotzte Teeniegirls tauchen auf, kreischen, schimpfen, klingeln im Nachbarhaus. Die Gedenkstätte werde geschändet. In der dritten Etage reißt ein Feinripptyp das Fenster, brüllt los. Frau P. ist aufgeregt. Die Uhr wird angehalten. Eskalation zum Finale, ich bin begeistert, bewundere die Authenzität der  Laiendarsteller. Großartig, so gut kriegt Ghetto im Schauspielhaus keiner hin. Herr Feinripp  droht mit seinem Kollegen Miroslav. Ich spiele mit, befrage verständnisvoll die Mädchen, beschwichtige. Hier sei doch ein BVB-Anhänger aus dem Fanclub erstochen worden, für den habe man eine Gedenkstätte im Grünstreifen errichtet, die wir jetzt gerade zerstörten, erzählen sie. Das lässt sich alles klären, denke ich, Improtheater habe ich drauf. „Immer die Angebote der Mitspieler annehmen“, lautet die erste Regel. Also höre ich einfühlsam zu, bedaure und gebe den Softie-Sozialarbeiter. Die Lage entspannt sich, Frau P. schaltet sich ein, die Gedenkstätte wird in der Dunkelheit schließlich unversehrt ein paar Meter weiter entdeckt. Die Geschichte der Chefgärtnerin klingt allerdings etwas anders. Zwei Typen, ein Weib kommen drin vor, der Fanclub wird zum reinen Saufverein und eine Teenie-Nutte spielt auch mit. Unsere Aktion wird abgebrochen, ich fühle mich schon wieder als Loser, als wir schließlich im einsetzenden Nieselregen vom Theaterbulli abgeholt werden. Ich fühle mich wie im Besenwagen der Tour de France.

Zurück in der Zentrale am Nordmarkt treffe ich auf Schauspieldirektor Kay Voges, er war mit seiner Gruppe auch beim Gärtnern. Bei ihm ist nichts eskaliert. Ich lobe den großartigen Cast, die Mädchen und den Nachbarn. Voges guckt mich irritiert an. Nein, bei ihm gab es kein Geschrei. Kein toter BVB-Fan? Nein, nur Schwierigkeiten beim Einsetzen der Pflanze. Ich schaue betreten meine Mitspieler an. Sie wollten mir schon vorher erklären, dass dieser Streit in keinem Skript stand. Ich bin mal wieder der Loser. Obwohl, mich sicher in der Fiktion wähnend, bin ich zum Streitschlichter in der Nordstadt mutiert. Nicht schlecht für so einen Kulturheini.

Der Abend endet mit einem gemeinsamen Essen. Kulturdezernent Jörg Stüdemann ist da, begeistert. Claudia Kokoschka, Leiterin des Kulturbüros, angetan. Journalisten, Schauspieler, Dramaturgen, mehr als zufrieden. Die glücklichsten Menschen aber sind die Checker und die Akteure der Stationen, sie strahlen. Nur eine Person vermisse ich, Marita Hetmeier, SPD-Vorsitzende Nordstadt mit Bundestagsambitionen. Ausgerechnet die Frau, die sich immer einschaltet, wenn es um Roma, Ekelhäuser, den Saufraum oder den Straßenstrich geht, fehlt. Sie wird sich am nächsten Mittag bei Facebook melden. Ein Elvis-Imitator bespaße gerade den Nordmarkt. Klasse sei das. Ein Gruß aus der Parallelwelt, denke ich und klicke: „gefällt mir“.

Crashtest Nordstadt
 

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9 Kommentare zu “Dortmund: Wir sind die Freaks – Crashtest Nordstadt

  • #1
    Juttebeutel

    Netter Bericht, schön das es nicht in einer „Safarie“ endete. Wobei es schon witzig aussieht wie menschen hier durch den Kiez laufen, alle ne plaktette tragen und ganz unsicher reinschauen. Is mal was anderes nette „unterhaltung“.
    Wobei mich auch noch interessiert hätte wie diese Menschen mit Personenkontrollen umgegangen wären die alles andere als Grundgesetz treu ablaufen…!?

  • #2
    Ulrike Märkel

    Sehr schön beschrieben von Martin Kaysh der Theaterabend in der Nordstadt!
    Ich dachte ja, nach 15 Jahren Leben in der Nordstadt kenne ich alle Ecken und Winkel – aber falsch: Der Crashtest hat einem neue Perspektiven auf die Nordstadt und seine Bwewohner eröffnet. Und den Blick auf eigene Unzulänglichkeiten im Umgang mit manchen Nordstadtrealitäten. Spätestens dann, wenn wieder die Bewertung an den Checker abgegeben wird „Ej, diese Aktien kann man nehmen, aber ehrlich gesagt – haben muss man die wirklich nicht!“.

    Das sitzt. Denn schliesslich wäre man gerne länger bei dem Mann mit den Klangschalen auf der Bowlingbahn geblieben, wäre dem rollenden Koch am Liebsten weiter gefolgt oder hätte mit den Sprayern noch ein paar mehr pinke und grüne Graffiitis gesprüht.

    Für mich war es eines der besten Stücke. Kein „Mitmach“-Theater sondern selber Teil des Ganzen sein. Keine Sozialromantik und kein Mitleidsgedusel – sondern ein würdiger Blick auf einen oft zu Unrecht abgewerteten Stadtteil. Man konnte an diesem Abend ein Quartier entdecken, in dem viel(e) Liebenswerte(s) steckt und das statt glatt eben rau zu bieten hat – und daher auch niemals langeweilig wird. Das war auch das Resumee der „Enimes Values“ und obwohl wir an Wert stetig verloren haben, lag der Gewinn am Ende klar auf der Hand: Gelacht hat unsere Gruppe reichlich – vermisst haben wir niemanden.

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  • #4
    Aus Maus

    Das war so gut! Selbst lebe ich seit vier Jahren in Dortmund. Im Süden. Der Norden war für mich Multi-Kulti mit Schattenseiten. Und irgendwie akademisch, weil weit weg.
    Dann kommt man an fünf Orte und zu fünf Menschen(gruppen), die dort leben. Und man wird tatsächlich ein bisschen Teil. Und man merkt in seinem akademischen linken, kritischen Multikultibild, dass alles ganz anders ist. Und man wird zum Außenseiter und zum Statisten. Und man wird reingezogen in die alten, abgeschotteten Kneipen, die islamische Bank, ist Fremdkörper, aber fühlt sich trotzdem willkommen, wird Zeuge eines Autobasars und weiß als Deutscher nicht, wie man einsteigen, sich einbringen soll. Steht einfach dabei. Aber auch das findet man nicht schlimm. Unglaublich, wie gut die drei da feilschen und versuchen, uns mit reinzuziehen. Sie sagen, sie haben sogar eine Keule und ein Schwert dabei, wenns richtig wild werden soll.

    Wir nehmen mit drei Jugendlichen einen Tatort auf. Ich muss gleichzeitig den Ton aufnehmen und die Kamera führen. Nebenbei läuft ein älterer Mann an uns vorbei. Es sieht so aus, als hätte er zwei bleiche, ausgemergelte und grell geschminkte Junkie-Prostituierte in den Armen. Auch das gehört dann wohl dazu, zum Leben in der Nordstadt.

    Unser Checker zeigte bei Spielbeginn auf einen Mann: „Der ist schon das fünfte Mal da.“ Fünf Stationen erlebten wir. Insgesamt gibt es 20. Der Mann wollte wohl alle kennenlernen.

    Schade ist, dass man zu schnell weiter muss. Von Station zu Station. Es herrscht bei allen Beteiligten eine so offene Atmosphäre. Gern würde man länger bleiben und sich unterhalten. Doch da ruft schon der Checker an und dirigiert uns zum nächsten Ort.

  • #5
    Ulrike Märkel

    Ein einziger kleiner Wehmutstropfen war bei dem wirklich tollen Stück, das Geschichten mit den Nordstädtern und nicht über sie erzählt, dabei: Ausgerechnet Hetmeier Immobilien zählt zu den Partnern des Nordstadt Crastest.

    Der Name Hetmeier steht für das Gegenteil einer weltoffenen und toleranten Nordstadt. Wer unermüdlich eine soziale Einrichtung für Alkoholabhängige als „Saufraum“ bezeichnet und wer mit Aktionen, wie mit einer Blaskapelle auf den Strassenstrich unter dem Motto „Wir blasen auch ohne Gummi“ zu ziehen – und sich dabei noch sehr humorig findet – versucht krampfhaft öffentliche Aufmerksamkeit für sich zu erzeugen und ist dabei nur peinlich. Und wer als Ratsfrau einfach mal schlicht in’s Blaue hinein behauptet „…haben wir hier in zwei Jahren 15.000 bis 20.000 bulgarische Kriminelle“ macht Panikpolitik auf Kosten der Zuwandererinnen und Zuwanderer in der Nordstadt.

    Ich frage mich, ob Freaks überhaupt in diesem Weltbild irgendwo einen Platz haben.

  • #6
    blibla

    Ja, den Artikel finden hier viele nett, hat mindestens eine gravierende Macke;
    als jemand, die anschließend eine Vorstellung besucht hat, ist es absolut enttäuschend, so viel vorher detailliert verraten zu bekommen. Z.B. war das Essen in den „magic boxes“ als Überraschung geplant.

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