Dortmunder SPD-Theater wird übler

dortmund_rathausIch habe gerade einen Bericht in der Welt gelesen. Von Kristian Frigelj. Ein echt guter Mann, mit dem ich auch hin und wieder zusammenarbeite. Frigelj jedenfalls schreibt eine spannende Geschichte über den neu zu wählenden Kämmerer in der SPD-Hochburg Dortmund. Über den Noch-Kulturdezernent derzeit nur kommissarischen Stadtkämmerer Jörg Stüdemann (SPD).

Die Geschichte ist ziemlich einfach und zeigt, wie teuflisch tief die SPD im Dortmunder Sumpf festgefahren ist. Denn ausgerechnet Stüdemann, der als Saubermann die Partei in der Stadt wieder hoffähig machen sollte, ist für unzulässige Zahlungsanweisungen beim Theater Dortmund mitverantwortlich.

Kristian Frigelj stützt seinen Bericht auf eine Untersuchung des Rechnungsprüfungsamt (RPA) vom Jahresende 2009. Die Kontrolleure kommen nach einjähriger Prüfung in ihrem „Sonderbericht Theater Dortmund“ zu dem Ergebnis, dass es schwere Versäumnisse im Umgang mit Finanzen gab. Demnach gibt es Hinweise, dass sich der frühere technische Direktor der Städtischen Bühnen, Detlef Plümecke, auf Kosten des Theaters bereichert hat. Laut Gesamtbericht hat er für private Zwecke Fernseher, Laptop und Herd gekauft und als Requisite deklariert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits wegen des Verdachtes auf Betrug und mögliche Veruntreuung öffentlicher Gelder. Ist das übel?

Denn nun gerät ausgerechnet Stüdemann (SPD) in Erklärungsnot. Selbst seine geplante Wahl zum ordentlichen Stadtkämmerer am heutigen Donnerstag könnte in Frage gestellt sein. Die Rechnungsprüfer haben nämlich festgestellt, dass Plümeckes Machenschaften durch fehlerhaftes oder nachlässiges Verhalten mehrerer leitender Personen erleichtert wurde.

Kurz zu den Fakten, die Kristian Frigelj in der Welt präsentiert: der Technische Direktor (TD) Plümecke kassierte fast 45.000 Euro für vergütete Urlaubstage, rund 23.500 Euro für ausbezahlte Überstunden und 15.000 Euro aus Honoraren für außervertragliche Leistungen. Zwei der insgesamt vier Zahlungsanweisungen bei der Urlaubsabgeltung fallen in den Verantwortungsbereich von Dezernent Stüdemann, der vom 16. Februar bis 30. Juni 2006 als so genannter „erster Betriebsleiter“ des Theaters die Geschäfte führte.

Die Rechnungsprüfer kommen zu dem Schluss: „Während der aktiven Beschäftigung des TD hätte das Theater keine Urlaubsabgeltungen durchführen bzw. diese an Herrn Plümecke zahlbar machen dürfen. Es ist festzustellen, dass die vom Theater an den TD ausgezahlten Urlaubsabgeltungen im Widerspruch zu den tarifvertraglichen Regelungen steht.“

Stüdemann hat da wohl ein geschlampt bei seiner Aufsicht. Denn er hatte schon 2006 einen Email-Hinweis auf die überzogene Vergütung bekommen. Trotzdem wurden tausende Euros an Plümecke ausgeschüttet.

Toller Bericht

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9 Kommentare

  1. #1 | hgs sagt am 18. Februar 2010 um 12:42 Uhr

    Da freut man sich doch auf die Wahl/Wahlwiederholung

  2. #2 | Dortmunder sagt am 18. Februar 2010 um 17:09 Uhr

    Die Geschichte von Frigelj ist uralt (über einen Monat) und wurde von interessierter Seite (entweder ein Grüner oder einer von der FDP)nur deswegen lanciert, um Stüdemann heute kurz vor seiner Wahl zum Dortmunder Kämmerer zu diskreditieren.

    Sehr durchsichtiges Manöver, und Herr Frigelj fällt drauf rein!

  3. #3 | David Schraven sagt am 18. Februar 2010 um 17:32 Uhr

    Ich kannte die Nummer nicht. Und ganz sicher die Mehrheit da draußen auch nicht.

  4. #4 | Dortmunder sagt am 18. Februar 2010 um 17:56 Uhr

    Na und? Selbst wenn die Mehrheit da draussen die Nummer nicht kannte, so war sie bewußt für den HEUTIGEN Tag lanciert.

    Hat nichts genutzt, Stüdemann ist vor zwei Stunden mit Stimmen von SPD und CDU zum neuen Kämmerer gewählt worden. Und da das seit Wochen klar war, ist ein Satz von Frigelj wie „selbst Stüdemanns Wahl zum Kämmerer könnte heute gefährdet sein“ einfach nur schlecht recherchiert.

    Nun will ich keine Journalistenschelte betreiben, lediglich darauf hinweisen, dass Frigelj ein totes Pferd geritten hat und sich von einem höchstwahrscheinlich Grünen-Ratsherren hat vor den Karren spannen lassen.

  5. #5 | Martin Tönnes sagt am 18. Februar 2010 um 19:40 Uhr

    @ Dortmunder

    welche Ehre für die „Grünen-Ratsherren“ (übrigens gibts es auch Grüne-Ratsfrauen), dass die Presse sich von uns vor den Karren spannen lässt.
    Arme CDU – armer Dortmunder!
    Martin Tönnes (Grüner Ratsherr in Dortmund)

  6. #6 | Dortmunder sagt am 19. Februar 2010 um 01:40 Uhr

    @ Martin Tünnes:
    Ihr beleidigender Stil nach dem Motto „Arme CDU – Armer Dortmunder“ lässt ja einige Rückschlüsse auf Ihren Geisteszustand zu. Na ja, die Klatschen, die Sie heute im zehn Minuten Rhythmus im Rat bekommen haben, trifft die grüne Seele im Mark.

    Merke: Postenschacherei (Steitz und Bonekamp), Verleumdungen (arme CDU) sowie Unverschämtheiten und Niveaulosigkeiten (Krügers „Wortbeitrag“ zum Thema Hengstenberg) sind der Grund dafür, dass die Grünen nix mehr zu sagen haben im Dortmunder Rat.

    Dortmunder
    (nicht arm)

    By the way, Herr Schraven: Ist das Niveau des Tünnes zulässig? Darf ich auch den Tünnes als „arm“ bezeichnen?

  7. #7 | Martin Tönnes sagt am 19. Februar 2010 um 10:25 Uhr

    @ Dortmunder

    jedes Wort ihrer Kommentierung spricht für sich selbst!

    Martin Tönnes

  8. #8 | David Schraven sagt am 20. Februar 2010 um 14:47 Uhr

    @ Dortmunder

    Nur unter uns, die ganze Sache mit der Stüdemann-Conection war neu.

    Bekannt war nur, dass der Plümecke kassiert hatte.

    Gerade erst gesehen.

    Da hat die Ablenkung gut funktioniert.

  9. #9 | Schafer sagt am 8. Juli 2010 um 18:50 Uhr

    Abseits von allem Parteigedöns muss man doch einfach sagen, dass solche Mauscheleien ein recht hohes künstlerisches Niveau erreicht haben. Leute wie Plümecke haben sich immer sehr gerne als Gottheiten in ihrem Bereich gesehen.
    Dass dieser Mann nun in Untersuchungshaft sitzt, ist wundert keinen am Dortmunder Theater.

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