
Voriges Jahr berichtete ich hier über die Machenschaften der PunkToo-Bewegung. Das gleichnamige Portal dient der Bloßstellung von Männern mittels echter oder erfundener Berichte zu sexuellen Übergriffen in der Punkszene. In diesem Zusammenhang hatte ich auch auf meinen Accounts einen Brief von Betroffenen veröffentlicht, die falsch beschuldigt und entsprechend geächtet wurden.
Nicht nur, dass es im Umfeld von PunkToo seitdem ein Rechercheteam gibt, das sich zur Aufgabe gemacht hat, mir das Leben schwer zu machen, jetzt wird zusätzlich die Justiz bemüht. Nicht nur, dass das besagte Rechercheteam mit großem Eifer, viel Energie und Gründlichkeit verhindern möchte, dass ich irgendwelche Auftrittsmöglichkeiten für meine Band bekommen kann – man hat jetzt nach monatelanger Suche endlich einen Grund für eine Klage gegen mich gefunden. Die Verhandlung ist im Dezember.
Wie bereits in meinem Text zu PunkToo erwähnt, ist es in der Punkszene äußerst verpönt, den Rechtsweg zu gehen. Aber wenn es um Schikane und Einschüchterung von Kritikern geht, kann man schon mal eine Ausnahme machen. Die ganze Problematik mit PunkToo und ähnlichen Petzportalen und -foren in der linken Szene ist, dass das wichtigste Prinzip der Justiz, nämlich die Unschuldsvermutung, komplett ausgehebelt wird. Dem Opfer muss geglaubt werden, der Beschuldigte darf sich nicht verteidigen. Jette Nietzard, ehemals Vorsitzende der Grünen Jugend, sieht das übrigens genauso.
Vielleicht hofft man bei PunkToo darauf, dass der Richter auch diese Vorstellung teilt. Setzen sie vielleicht darauf, wer zuerst beschuldigt hat, gewinnt, weil er ja das Opfer ist und immer Recht hat? Glücklicherweise ist der Richter an unser Rechtssystem gebunden, in dem sich ein Beschuldigter verteidigen darf.
Dass bei den Machern und Unterstützern von PunkToo in Sachen juristische Prinzipien ein Umdenken eingesetzt hat, wage ich im Übrigen zu bezweifeln. Denn anstatt sich auf die juristischen Grundpfeiler zurückzubesinnen und sich bei den auf PunkToo falsch beschuldigten Personen zu entschuldigen, setzt man auf Einschüchterung von Kritikern – und ist sich dabei nicht zu fein, die deutsche Justiz zu missbrauchen, um eine lächerliche Klage zu erheben. Eine Aufarbeitung woker Verfehlungen wäre für PunkToo und seine Helfershelfer dringend geboten, aber die Zeit dafür ist wohl noch nicht reif. So bleibt mir zunächst nichts übrig, als mich dieser unsinnigen Klage zu stellen. Die Denunziantenkultur werde ich auf jeden Fall weiter kritisieren. Mundtot machen lasse ich mich durch diese neue Attacke gegen mich sicher nicht.
Um die Kosten für meinen Anwalt zu bezahlen, habe ich eine Crowdfunding-Seite erstellt. Hier könnt ihr mich gerne unterstützen:
https://gofund.me/2a86593d4

Das ist aber sehr konkret.
Wer hat wen, wo verklagt weswegen?
Geht es um Äusserungsrecht? Datenschutzrecht?
Ist das eine zivilrechtliche Unterlassungsklage? Ein Verfahren im einstweiligen Rechtsschutz? Ein Strafverfahren?
Da das Verfahren noch ansteht, ist ja wohl klar, dass ich das nicht allzu konkret ausführen möchte. Nur so viel, es wurde sehr lange gesucht, um überhaut irgendetwas zu finden, dass gegen mich verwendet werden kann. Und es ist natürlich kein Strafverfahren. Kosten entstehen aber trotzdem.
Sie erwarten Solidarität, ohne auch nur das kleinste Fitzelchen Information herauszugeben, worum es überhaupt geht?
Sie müssen ja nicht „allzu konkret“ werden, was immer SIe damit meinen, aber in obigem Artikel sind Sie „in gar keiner Weise auch nur minimal konkret“. Dass Sie da erwarten, dass Leute in völlig blindem Vertrauen Geld spenden, finde ich schon etwas überraschend.