Extremismusforscher warnt vor Radikalisierung der Klimabewegung

Aktivisten vom Aufstand der letzten Generation in Olaf Scholz-Kostümierung graben vor dem Bundeskanzleramt nach Öl, um auf die Unsinnigkeit der Erschließung neuen Erdöls in der Nordsee hinzuweisen Foto: Stefan Müller Lizenz: CC BY 2.0


Alexander Straßner warnt vor radikalen Klimaaktivisten und sieht Parallelen zu den ersten RAF-Mitgliedern.

Der Extremismusforscher Alexander Straßner warnt mit Blick auf jüngste Blockaden von Straßen und Kohlekraftwerken vor einer Radikalisierung der Klimaaktivisten. „Das erinnert mich frappierend an die ersten RAF-Mitglieder, die in die Illegalität gegangen sind“, sagte der Politikwissenschaftler in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Sie waren wie die Klimaaktivisten heute überzeugt: Wer nicht mitzieht, den müssen wir zwingen.“

Straßner sagte, die Bewegung trage in Teilen Züge einer Sekte und erhebe einen absoluten Wahrheitsanspruch. „Die Aktivisten behaupten von sich selbst, für eine ganze Generation zu sprechen. So diskriminieren sie systematisch andere Meinungen, und auch das ist ein Kennzeichen einer Radikalisierung.“ Genau diese Argumentationslinien habe die Rote-Armee-Fraktion gezeigt, sagte Straßner, der an der Universität Regensburg lehrt.

Er sieht Gruppen wie „Letzte Generation“, „Ende Gelände“ und „Extinction Rebellion“ besonders kritisch. „Sie weigern sich, den parlamentarischen Weg zu beschreiten, und behaupten, dafür sei die Zeit zu knapp.“ Noch fehle es diesen Gruppierungen allerdings an einer Galionsfigur, die für Militanz stehe. Straßner geht dennoch von einer weiteren Radikalisierung aus: „An den Rändern tummeln sich Extremisten, denen neue klimapolitische Maßnahmen nicht reichen. Für sie gibt es keine Kompromisse, sondern nur die eigenen Forderungen.“

Dir gefällt vielleicht auch:

17 Kommentare

  1. #1 | Berthold Grabe sagt am 21. September 2022 um 11:14 Uhr

    Die Sorge über eine mögliche Radikalisierung ist mehr als berechtigt, wenn man die völlig abgedrehten Rechtfertigung für diese Aktionen sieht, wie sie auch im letzten Interview einer beteiligten Aktivistin zu hören war.
    Der totale Realitätsverlust ist bereits eingetreten bei dieser Klientel.
    Im Grunde handelt es sich hier schon um eine Klientel von Querdenkern, die aus einem durchaus erkannten Problem noch problematischere Schlussfolgerungen ziehen, weil Ihnen Wissen und Erfahrung fehlen das richtig einzuordnen und weil sie die eigene Bedeutung und das eigene noch völlig unerprobte Schulwissen masslos überschätzen.
    Das erinnert an die wirklich intelligente Frau Meinhof, die hochgehypt in Kreisen von Politik und Medien völlig den Boden unter den Füssen verlor, weil sie nicht erkannte, das diese Umgebung nur ein klischeehaftes Abziehbild der realen Welt ist.

  2. #2 | Franziska Uber sagt am 21. September 2022 um 13:54 Uhr

    Die Bewegung hat sich schon längst radikalisiert und ist in Teilen auch gewaltbereit. Verfassungschutz sollte aktiv werden.

  3. #3 | Wolfram Obermanns sagt am 21. September 2022 um 17:49 Uhr

    Viele soziale Bewegungen sind ideologisch ähnlich strukturiert wie die Ökofundamentalisten ohne in den Terror abzugleiten.
    Das rethorische Spiel mit der Gewalt, wie es Neubauer betreibt, macht die Trennwände hin zum Terror noch dünner. Das soziale Milieu der Vertreter macht m.E. einen Gewaltausbrüchen wie bei der Startbahn West wahrscheinlicher als den vom strukturierten Typ RAF.

    Umgekehrt hat es natürlich bereits einen ökofaschistischen Massenmord gegeben, als ein Ökobauer auf Utoya als Einzeltäter zur Tat Schritt.

    Eine Einzeltäterschaft ist demnach keineswegs Grund für eine Entwarnung.

  4. #4 | der, der auszog sagt am 21. September 2022 um 21:48 Uhr

    Umweltextremismus ist in Deutschland schon seit Jahren salonfähig. Als Aktivist im Hambaches Forst kann man heutzutage Polizisten mit Exkrementen bewerfen,, ist ja für einen guten Zweck… und die Polizei ist eh an allem Schuld, zumindest dahinten zwischen Köln und Aachen… findet sogar ein Gericht.

    Aber es geht noch viel dicker, mit mehr als 80 Millionen Euro Spenden im Jahr und einer Partei im Rücken, die es bis in die Regierung geschafft hat.
    Scheiß was auf die Verletzten , wie beispielsweise die im Münchner Olympiastadion Opfer durch einen Drachenflieger wurden…
    Vergiss die großflächige Beschädigung der Nasca-Linien, einem Weltkulturerbe in Peru u.a. durch deutsche Greenpeaceaktivisten. Welchen Wert haben schon 1500 Jahre alte Geographen wenn die Welt untergeht? …
    Tausendfach Autoschlüssel klauen?… Flugzeuge beschmieren?… Kernkraftwerke beschädigen?… Verkehr gefährden?… Straßen verdrecken?… Mit soviel krimineller Energie in der Bio der Gefolgschaft und dem entsprechenden Kleingeld ist Greenpeace in Deutschland mittlerweile bis zur Staatssekretärin aufgestiegen… zumindest im Amt für feministische Außenpolitik. Und wer jetzt irgendwas von Lobbyismus wittert, der ist eh rechts.

  5. #5 | Bertold Breig sagt am 22. September 2022 um 09:15 Uhr

    Der eigentliche Skandal besteht nicht in den vergleichsweise harmlosen Aktionen der Umweltaktivisten, sondern in den vielen tausend Toten durch den Straßenverkehr, sei es durch Unfälle oder durch Luftverschmutzung. An diese monströsen Verhältnisse sollten wir uns nicht gewöhnen.

  6. #6 | Stefan Laurin sagt am 22. September 2022 um 09:23 Uhr

    @Bertold Breig: Die Zahl der Unfalltoten geht seit Jahrzehnten zurück und die Luft wird immer sauberer. Läuft doch, auch wenn es der PR der grünen Rackets nicht passt.

  7. #7 | Angelika, die usw. sagt am 22. September 2022 um 10:58 Uhr

    @#7
    „…und die Luft wird immer sauberer…“

    Stimmt, aber…

    „…Die Entwicklung…ist zwar rückläufig, jedoch werden noch immer geltende Grenzwerte und Empfehlungen der WHO überschritten…“

    https://www.umweltbundesamt.de/themen/luft/daten-karten/entwicklung-der-luftqualitaet#entwicklung-der-luftqualitat-in-deutschland

  8. #8 | der, der auszog sagt am 22. September 2022 um 17:02 Uhr

    @8 Angelika, die usw.

    Aber: Berechtigt denn das Überschreiten von Grenzwerten und Empfehlungen der WHO zu kriminellen Handlungen? … Der Artikel hat ja irgendwie ein Thema und bei diesem Thema geht es nur sekundär um saubere Luft

  9. #9 | Berthold Grabe sagt am 22. September 2022 um 17:50 Uhr

    Das durch die Luftverschmutzung des Straßenverkehrs Menschen umkommen ist praktisch nicht existent, weil der Anteil der Luftverschmutzung aus dem Verkehr dafür viel zu gering ist.
    Was die Unfallzahlen angeht so ist Haupttodesursache eigene oder fremde Dummheit und grobe Fahrlässigkeit.
    Und damit unverhinderbar, solange Unfähigkeit bei der Führerscheinvergabe kein Ablehnungsgrund darstellt.
    Die Inflation von Beschränkungen dient nur dazu Idioten vor sich selbst zu schützen, bei der Verkehrsplanung kosten zu sparen damit die öffemtliche Hand ihren primären Aufgabe nicht nachkommen muss.

  10. #10 | Hollis Brown sagt am 22. September 2022 um 18:57 Uhr

    @ Berthold Grabe (#1): Volle Zustimmung.

    @ Greta (#3): „Würden Rechtradikale Autobahnen blockieren und Menschen nicht zur Arbeit fahren lassen, Züge aufhalten und Straßen mit Öl verschmieren- Sondersendungen, Talkshows und Mahnwachen mit Lichterketten !“

    Möglicherweise haben Sie vor gut einem Monat nicht den Artikel: https://www.ruhrbarone.de/wir-brauchen-den-oerr-mehr-denn-je/211779 gelesen. Sonst würden Sie nämlich wissen, wie wichtig die ausgewogene Berichterstattung des ÖRR für die Menschen in unserem Land ist. Dafür bezahlen wir ja schließlich die Zwangsgebühren. Damit uns jeden Abend aufs neue erklärt wird, was gut und was böse ist.

    @ Bertold Breig: „Der eigentliche Skandal besteht nicht in den vergleichsweise harmlosen Aktionen der Umweltaktivisten, sondern in den vielen tausend Toten durch den Straßenverkehr, sei es durch Unfälle oder durch Luftverschmutzung.“

    Oh mein Gott! Wie habe ich es bloß geschafft, 58 Jahre alt zu werden? Und ich bin im Ruhrgebiet mit seiner Stahlindustrie, mit den Kokereien und mit den bösen Kohlekraftwerken aufgewachsen. Und noch viel schlimmer: Ich fahre rund 40.000 km pro Jahr mit dem Auto. Ein Wunder, daß ich das überlebt habe.

    Mein Vorschlag an die „Öko-Aktivisten“: Einfach mal nach einem der nächsten BVB-Heimspiele die Parkplatzausfahrten blockieren. Und bitte unbedingt den Termin vorher bekanntgeben. Ich komme dann gerne vorbei und schaue mir das Spektakel an. Mein Handy habe ich allerdings nicht dabei. Auf das Eintreffen der Notärzte müßt ihr dann etwas länger warten.

  11. #11 | Daniel sagt am 23. September 2022 um 20:21 Uhr

    Yuri Bezmenov sollte jeder zu dem Thema Linke heute auf YT sehen. Er hat das alles 1985 vorausgesagt.

  12. #12 | Walter Stach sagt am 26. September 2022 um 13:48 Uhr

    Klimaaktivisten…..

    Jenseits von Polemiken, Beschimpfungen, von Hasstiraden…….

    Sh. Beitrag zur Thematik in der TAZ von Bernhard Pötter *) „Dynamit ändert das System nicht (Klimaschutz geht zu langsam. Aber deshalb fossile Infrastruktur anzugreifen, wäre moralisch, politisch und strategisch falssh. Und es würde nach hinten losgehen.).

    Abschließend schreibt Pötter:
    “ Es ist nicht meine Aufgabe, der Umweltbewegung vorzuschreiben, was sie zu tun hat. Eher noch, was sie besser lassen sollte: Den Irrweg in geheime militante Aktionsformen zu nehmen, die für Mensch und Natur zu großer Gefahr führen könnten und die Stellung des fossilen Systems stabilisieren, das doch gerade kräftig ins Wanken gerät. Mit Dynamit ändern wir nicht das System. Wir spielen auch so schon genug mit dem Feuer.“

    Ein Beitrag, den ich nach-/bedenkenswert finde als jemand, für den hierzulande und weltweit absolut unzureichend auf die Klimakatastrophe reagiert wird und der insofern viel Sympathien aufbringt für die sog. Klimaaktivisten.

    *)
    taz.
    Freitag, 23. 9. 2022
    S.06
    Klimastreik

  13. #13 | Stefan Laurin sagt am 26. September 2022 um 15:15 Uhr

    @Walter Stach: Wer ausschließlich auf erneuerbare Energie setzt, muss sich allerdings auf massive Wohlstandsverluste einstellen. Sagt taz-Redakteurin Ulrike Herrmann: https://www.youtube.com/watch?v=UgssGJfYBEQ&t=2s

  14. #14 | Walter Stach sagt am 26. September 2022 um 17:58 Uhr

    Stefan Laurin,
    zum Thema Wohlstand, Wohlstandsverluste……

    Du wirst den Beitrag im SPIEGEL +) gelesen haben :

    „Die Zukunft ohne Fortschritt,
    Freiheit, Wohlstand, Globalisierung.
    Alles wird besser alle s wird mehr?
    Das war einmal. “

    Ich befürchte, , daß der Inhalt dieses Beitrages bei Dir a priori als „Unfug“ eingestuft werden könnte.
    Mich hat der Beitrag sehr nachdenklich gestimmt -mit Blick auf die Zukunft der „Nachgeborenen.“

    +)Der SPIEGEL
    Nr. 38/17.9.2o22
    S. 78 ff; ein Debatten-Beitrag von Andreas Reckwitz.

    PS
    Wenn es um die Energieversorgung jetzt und hier, heute und morgen geht, ist mir niemand bekannt, auch nicht aus dem Kreis sog. Klimaaktivisten, der ab sofort und ausschließlich auf erneuerbare Energien setzt. Ich auch nicht.

    Wenn die sog. Klimaaktivisten -mich eingeschlossen -allerdings der Auffassung sind, es würde hier und heute und absehbar auch morgen und übermorgen hierzulande völlig unzureichend daran gearbeitet, mehr und mehr „alsbald“ auf die Nutzung fossiler Energiequellen verzichten können -nebst Atomenergie- und man so vorsätzlich den Folgen der Klimakatastrohe Vorschub leistet, dann kann ich nicht erkennen, dass Frau Hermann dem widersprochen hat.

  15. #15 | Stefan Laurin sagt am 26. September 2022 um 18:06 Uhr

    @ Walter Stach: ich denke was Reckwitz sagt trifft auf Deutschland zu: Technologisch abgehangen und im Ökowahn – das wird nix mehr. In anderen Teilen der Welt wird es ganz anders aussehen. Ich hoffe, wie dienen denen als abschreckendes Beispiel.

  16. #16 | Thomas Weigle sagt am 27. September 2022 um 13:52 Uhr

    Wieso höre ich heute wieder auf einem der Nachrichtensender,dass in F. die Energiekrise noch härter zuschlägt als bei uns. Ist was mit den vielen schönen AKWs?Liegen die gar tw. still? U.a. gar daran,weil`s aus gewissenGründen an (Kühl) Wasser fehlt?

  17. #17 | Extict Rebellion & die Letzte Generation - Protest ist demokratisch, Terroristen gehören bekämpft | Ruhrbarone sagt am 24. Oktober 2022 um 12:50 Uhr

    […] erkennenden Parallelen zur RAF sowie die sektenartigen Strukturen werden jüngst auch zunehmend von Politologen und Forschern beschrieben und sollten eine Lehre für den Umgang mit radikalisierten Gruppierungen […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Werbung