68

Frei.wild ganz zahm?

Geisteswandel einer Band oder Mimikry? Von unserer Gastautorin Ulrike Märkel.

Die Distanzierungsversuche der Band Freiwild sind nachvollziehbar. Der Vorwurf, nationalistisches Gedankengut in Songtexten zu verpacken, ist schlecht für das Geschäft – besser man ist Mainstream anstatt die kommerziell untaugliche Außenseiterrolle der „buckligen national Gesinnten“ aus Südtirol zu übernehmen. Dennoch sendet Frei.Wild deutliche nationalistische Botschaften – offenbar will man die Fans vom rechten Rand nicht vergräulen. Ein Beispiel dafür ist das Video „Halt deine Schnauze“ auf dem Freiwild You-Tube-Channel mit  über 2,6 Millionen Zugriffen, das mit Bildern, Andeutungen und Symbolen nicht nur spielt – sondern arbeitet: Ein Bilderalbum aus Südtirol.

Im Zusammenhang mit der Diskussion um das Frei.Wild-Konzert in den Westfalenhallen Dortmund wurden die Kritiker in altbekannter Weise als „Gutmenschen“ bezeichnet und die immer wieder gern zitierte „Nazikeule“ genannt. Ein alter Hut, an dem der angegraute Gamsbart schlapp herunterhängt. Sänger Philipp Burger rechtfertigt sich in einem Interview in den Ruhrnachrichten und sieht sich als Opfer falscher Unterstellungen – bei seiner Biografie etwas gewagt.

Die selbstmitleidige Darstellung Burgers, man „werde in die Ecke gedrängt“ weil man Texte in deutscher Sprache singt, ist falsch. Kritisiert wurde von den Grünen, den Jusos, Bündnis nazifrei und anderen Parteien wie der SPD, den Linken und der Bürgerliste nicht, wie von Burger behauptet, das Singen deutscher Texte. Das machen viele – und nach Burgers These müssten von Xavier Naidoo bis Silbermond alle unter Kritiker-Dauerbeschuss stehen. Das ist aber nicht der Fall. Denn bei Frei.Wild macht sich die Kritik an der Verwendung von kaum verschlüsselten Begriffen mit völkisch-nationalistischer Konnotation fest. Kaum möglich, bei den Texten nur an modern-alpine Heimatmusik und südtiroler Gemütlichkeit zu denken.

Immer wieder rudert Burger verbal zurück – doch der Eindruck liegt nahe, dass es für Frei.wild allein um ein bisschen Fassadenpflege geht. Er gibt nette Interviews in der lokalen Presse, bei dem Konzert in Dortmund wird ein Banner „Gemeinsam gegen Rassismus“ aufgehängt und die Band skandiert„Wir sind gegen Extremismus“. Sicher ist das leichter, als sich in der Diskussion um Anspielungen und nationalistische Subtexte zu rechtfertigen. Aber macht allein das Rufen „Keine Nazis!“ gegen jeden Vorwurf immun?

Nachdem sich zahlreiche rechtsgesinnte Kommentatoren in die Forendiskussionen einschalteten und der nach Auskunft des Verfassungsschutzes Pro NRW nahestehende  Blog „freiheitlich leben und bloggen“ sich aufgeschwungen hat, Frei.Wild zu verteidigen, kam einem schnell der Gedanke, dass man doch eigentlich ganz gerne ein Idiot „aus dem Land der Vollidioten“ ist.

Anders als Bandleader Burger es gerne suggerieren möchte, geht es den Kritikern nicht darum, dem Publikum kollektiv eine rechte Gesinnung zu unterstellen. Die Behauptung der Band gegenüber den Fans beim Dortmunder Konzert „die würden jeden von Euch an den Pranger stellen“ ist Unsinn und soll nur die Opferrolle der vermeintlich unerschütterlichen Alm-Rebellen weiter heroisieren.

Eine noch deutlichere Sprache als die Texte sprechen die Bilder des Videos „Halt die Schnauze“, das Frei.Wild auf seinem offiziellen You-Tube Channel veröffentlicht hat.: Da tritt jemand mit dem Fuß in Richtung Kopf einer hilflos am Boden liegende Person – das erinnert an sehr reelle Vergleichsbilder gewalttätiger Rechter, die zum Beispiel DGBler oder in der Dortmunder Hirsch-Q anders denkende Jugendliche zusammenschlagen.

Dennoch rechtfertigt Burger sich damit, dass „nahezu jede Volksmusik-Kapelle“ über Heimat singt. Aber ist es glaubwürdig, dass dies nur ein Video von ein paar harmloser Südtiroler Bergburschen ist, die Rockmusik machen und ihre Hoamat recht gluenig gern hon?

Den Heimatbegriff der Volksmusik zu entleihen und sich ans zünftige Alpenglühn & Edelweiß-Idyll anzubiedern, ist ein schwacher Versuch  – gibt es Musikvideos, in denen die Kastelruther Spatzn einen anderen zusammentreten?

Eindeutiger wird es noch bei dem Bild im Video, das einen rasierten Hinterkopf zeigt, auf dem ein 100%-Tatoo zu sehen ist. Dieser Zahlencode bedeutet „100 % arisch“. Burger sagt: „In erster Linie aber verabscheuen wir jegliche Form von Extremismus.“ Vielleicht ist also die Frage gar nicht ob Frei.Wild mit rechtsextremen Symbolen und Anspielungen spielt, sondern vielmehr, wo für Burger denn der Extremismus überhaupt anfängt. Bei 100 % arisch offenbar noch nicht.

Unsere Gastautorin Ulrike Märkel ist Mitglied der Grünen und des Dortmunder Rates.

 

RuhrBarone-Logo

68 Kommentare zu “Frei.wild ganz zahm?

  • #1
    JoS

    Erinnert mich ein wenig an die Störkraftdebatte in den 90ern, bei welcher besagte Band sich dann auch immer öffentlich distanzierte und im kleinen Rahmen wurde dann doch wieder der Hitlergruß gezeigt. Eigentlich wiederholt sich die Debatte doch hier nur.

  • #2
    wolxXx

    @jos: oder kategorie c.
    frei.blöd bleibt scheisse.
    wer auf der einen seite gegen „überfremdung“ ist, kann auf der anderen seite kein antirassist sein. und wer gegen „überfremdung“ ist, ist extremist..

  • #3
    M.

    Also, Frei.wild ist ne dumme Band und die Texte sind ziemlich reaktionär und das Video ist echt ekelig. Soweit okay! Aber aus dem 100% ein 100% Arisch zu machen ist schon sehr weit hergeholt. Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit dem rechten Rand und ich glaube das mir die meisten Codes bekannt sind.
    Von diesem Code habe ich aber noch nie etwas gehört und falls einzelne Nazi-Merchandise Hersteller die 100% vertreiben sollten, ist das noch lange kein Code der gesamten Nazi-Szene.

    Etwas viel Interpretation Frau Märkel…

  • #4
    Ulrike Märkel

    @M. Nein, keine Interpretation – das habe ich auf mehreren Seiten gefunden.

    Eine Auswahl:
    http://www.ida-nrw.de/hintergrundwissen/symbolik/sprachcodes/
    http://www.recht-gegen-rechts.de/codes-der-rechten.html
    http://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsextreme_Symbole_und_Zeichen
    https://www.bayern-gegen-rechtsextremismus.bayern.de/wissen/symbolik-und-zeichen/entwurf-symbole-und-zeichen

  • #5
    XVI VII

    Und Sie meinen nicht, dass dieses Video viel mehr Ironie darstellt?!
    Ein recht überflüssiger Artikel…

  • #6
    Anton Kowalski

    Glückwunsch zu diesem gelungenen Beitrag, Frau Märkel. Wichtig ist, glaube ich, abseits der inhaltlichen Kritik deutlich zu machen, welche Stimmungen mit Freiwild und anderen sogenannten Deutschrock-Liedern erzeugt und welche Identitäten damit produziert (oder zumindest verstärkt) werden: völkisch-nationale und Gewalt akzeptierende. Das ist der Nährboden für den primitiven Rechtsrock. Der wiederum ist kommerziell nicht so ertragreich, wie der weich gespülte derer, die jetzt Kreide gefressen und vielleicht sogar wenig dazu gelernt haben. Das mit der Skinheadtruppe von Frontmann Burger liegt ja nun schon fünfzehn Jahre zurück.

  • #7
    Alex

    Ich verstehe. Und „Antikriegsfilme“ sollen zum Kriegspielen animieren …
    Die Filme über die Nazizeit sollen zum Hass anstiften …
    Die Macher von Kriegerin wollten auch nur einen pro skinheadfilm machen …
    Entschuldigen Sie. Das Video ist zwar nicht gut aber hat wiedermal null Beweiskraft. Man könnte es genau so als Antiskinheadvideo bezeichnen.

  • #8
  • #9
  • #10
    Arnold Voß

    @ Alex

    Stellen sie sich einfach den Kopf auf den in dem Video getreten wird als ihren eigenen vor. Wenn sie es dann immer noch ironisch und nicht scheiße finden, gehen sie besser ganz schnell zum Arzt.

  • #11
    Axl Dope

    Dieses Video als Anti-Nazivideo zu sehen bedarf enormer Fantasie!
    Man höre sich nur mal den Text an:

    ‚Manchmal muss man seine Schnauze halten
    Denn es ist besser so
    Denn egal bei welchen Leuten
    Deinem Chef oder der Schwiegermutter
    Ist manchmal reden Silber, aber schweigen Gold‘

    gefolgt von:

    ‚Du hast mich provoziert
    Nichts als Hass geschürt
    Und mich nichts als schikaniert
    Jede Warnung ignoriert
    Es war dir scheißegal
    Ganz im Gegenteil
    Provokation total
    Und die Folgen fatal‘

    Das sagt doch wohl mehr als genug aus,
    eine Nachricht an all die ‚unpolitschen‘ Menschen da draussen,
    das sie in bestimmten Situationen ihre wahre Meinung nicht sagen sollten,
    so wie Frei.Wild es immer wieder vormachen.

  • #12
    jurik

    Haha 100% bedeutet 100% Arisch.Naja die Grünen wollten ja auch ein Bier verbieten das es seit 1888 gibt.Ist natürlich voll das Nazi Bier!

    Marx und Engels werden dagegen als Vorbilder gepriesen:
    „Der jüdische Nigger Lassalle, der glücklicherweise Ende dieser Woche abreist, hat glücklich wieder 5000 Taler in einer falschen Spekulation verloren … Es ist mir jetzt völlig klar, daß er, wie auch seine Kopfbildung und sein Haarwuchs beweist, von den Negern abstammt, die sich dem Zug des Moses aus Ägypten anschlossen (wenn nicht seine Mutter oder Großmutter von väterlicher Seite sich mit einem Nigger kreuzten). Nun, diese Verbindung von Judentum und Germanentum mit der negerhaften Grundsubstanz müssen ein sonderbares Produkt hervorbringen. Die Zudringlichkeit des Burschen ist auch niggerhaft.“ Marx an Engels, 1862 (MEW 30, 257).

    „Der Aufstand mag endigen wie er will, ein Vernichtungskrieg der Deutschen gegen die Tschechen bleibt jetzt die einzige mögliche Lösung.“ Engels, 1848 (MEW 5, 80).

    Jemand der zu Südtirol steht kann kein Nazi oder Faschist sein denn dann würde er Hitler und Mussolini Recht geben und Italien verlassen oder nur noch Italienisch sprechen,geht das nicht in eure Hirne rein?

    Ich war letztens auf einem Slime Konzert-dort haben sie dieses Leid gesungen:
    Dies ist ein Aufruf zur Gewalt
    Bomben bauen, Waffen klauen
    Den Bullen auf die Fresse hauen
    Haut die Bullen platt wie Stullen
    Stampft die Polizei zu Brei
    Haut den Pigs die Fresse ein
    Nur ein totes ist ein gutes Schwein

    Hat sich schon mal ein Linker über diesen aufruf zum Mord aufgeregt?

  • #13
    Alex

    Zu meinem Beitrag von oben. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass es eben auch dieses Stilmittel gibt. Zugegebenermaßen war die Art und Weise nicht ganz freundlich. Weder habe ich Gewalt verherllicht noch das dargebotene für Gut befunden. Auch die Anspielung auf die „unpolitischen“ Menschen beziehe ich nicht auf mich !

  • #14
    carsten

    Zu Xavier und seinem neuesten Projekt:
    Wir versuchen zusammenzufassen: Schwule Kapitalisten entwickeln unter dem Eindruck der Macht eine unbändige Lust, Kinder abzuschlachten, und schließen sich zu diesem Zweck zu Geheimgesellschaften zusammen. Verzweifelt erhebt Naidoo seine Stimme: “Wo sind unsere starken Männer, wo sind unsere FÜHRER(man stelle sich vor FW würde das singen), wo sind sei jetzt?” Ist es nicht süß, wie bei Naidoo Homophobie mit der Sehnsucht nach einer starken männlichen Schulter einhergeht?
    http://www.rheinneckarblog.de/29/stadtrat-fontagnier-der-text-gruselt-mich/18133.html

    Xavier Naidoo sagte im ARD-Morgenmagazin: „Deutschland ist ohne Friedensvertrag u. weiterhin besetzt…“
    http://www.youtube.com/watch?v=Djn6fE3vGWg

    Und jetzt?

  • #15
    Matze

    Euch ist aber schon klar, das das Video in eurem Artikel NICHT von Frei.Wild stammt… Sondern von irgendeinem „Fan“… Schlecht recherchiert….

    Und dieses ganze Geheule um die Band, man kann es so langsam auch nicht mehr hören…

    Frei.Wild ist weder Links NOCH Rechts und distanziert sich jedem Extremismus….

    Was in der Jugend von Philipp war, ist lange Geschichte und mein Gott, habt ihr in der Schule nicht augepasst, Skinhead sind keine Nazis!!!!!

    Wer mal auf Frei.Wild Konzerten war, weiß wie es abläuft, Nazis sind einfach nicht willkommen…

  • #16
    Arnold Voß

    @ Axle Dope #11

    Ach so, wenn man nicht den Mut hat vor seinem Chef das Maul auf zu machen, dann darf man schon mal Jemanden als Ersatz auf der Straße tot treten? Und erklär mir mal, wie man durch einen Menschen der wehrlos am Boden liegt provoziert und schikaniert werden kann?

    Was für einen Schwachsinn muss man sich hier von sogenannten Fans reintun.

  • #17
    Fabian

    Ich frag mich, wieso solche Bands nicht auf dem Index landen? Es kann doch nicht sein, dass nur uns auffällt wie (entschuldigt bitte) „scheiße“ die sind!?!? Wer vom Menschenhass und Intolleranz singt darf keine Bühne für sein Gedankengut bekommen.

  • #18
    chrs

    Das mit den 100% Tattoo ist mir neu und ich halte das ganz ehrlich für erfundenen Schwachsinn. Zahlenkürzel wie 14/88, 18 usw. klar das gibt es aber 100% als verbreitetes Naziskinsymbol? Nein. Noch nie gewesen. Und – ich weiss wovon ich rede. Ich war immerhin fast 15 Jahre in der Skinhead Szene aktiv, zwar nicht in der rechtsradikalen (wie Burgers Vorgängerband „Kaiserjäger“) aber man kennt sich aus, man muss sich ja auch zwangläufig damit auseinandersetzen, mehr als jeder Durchschnittsbürger sonst. Die Autorin ist offenbar Mitglied bei den Grünen, nur eine Frage: Die „Südtiroler Freiheit“ ist in Fraktionsgemeinschaft mit den Grünen im EU Parlament. Das ist zwar nicht die rechtspopulistische Ex-Partei Burgers (Die Freiheitlichen), die sind aber auch nicht weniger patriotisch, nur ansonsten nicht so rechts. Darüber hinaus noch andere Nationalistische Parteien aus Katalonien, Baskenland etc. In der Realpolitik im EU-Parlament unter Daniel Cohn Bendit offenbar kein Problem jetzt aber hier der große Aufstand. Wie geht sowas zusammen? Freu mich auf eine Antwort.

  • #19
    Arnold Voss

    @ Fabian # 17

    Es gibt eine ganze Menge Leute die gerne mal einen Wehrlosen zusammen treten würden, wenn sie es nur offiziell dürften. Da kann man sich dann ganz stark fühlen ohne zu riskieren das man selber die Fresse poliert kriegt.

    Dazu noch einen Song bei dem einem eingeredet wird, dass das dem Wehrlosen nur recht geschieht und fertig ist die Frei.Wild Soße für „unpolitische“ Dumpfbacken.

  • #20
    Arnold Voss

    @ Matze # 15

    Es ist mir völlig egal wer einen Wehrlosen auf der Straße massakriert oder wer sowas besingt und wie unpolitisch der dabei ist oder sein will. Der der sowas tut hat keine wie auch immer geartete Entschuldigung verdient.

  • #21
    Matze

    @ Arnold #20

    Du kennst aber den Text?

    Lese ihn dir mal genau durch und sag mirdann, wo da wehrlose Leute in dem Song masakriert werden…

    Und ich sage es nochmal, DAS VIDEO WURDE NICHT VON FREI.WILD erstellt!!!!!!!

  • #22
    Helmut Junge

    @Arnold Voß,
    „unpolitische Dumpfbacken“ gibt es vermutlich 100-mal mehr als Nazis.
    Da liegt der Markt.
    Die zu bedienen ist mehr und mehr ein Supergeschäft, bei dem die wenigen, aber störend auffälligen Nazis nur das Geschäft kaputt machen. Also distanziert man sich von denen. Wenn die Kassen nämlich klingeln, braucht man keine Ideologie (mehr), selbst wenn man diese vorher als Transportmittel benutzt haben sollte.
    @Matze,
    das Video wurde von einer Privatperson unter Nicknamen, die auch andere Videos bei youtube eingestellt hat, vor einigen Jahren eingestellt.
    Das ist typisch für youtube. Ob da nicht doch ein Mitglied der Band hintersteckt, können wir nicht erkennen. Aber, lieber @Matze, das was da als Videomaterial diesem Text unterlegt wurde, ist exakt das, was dieser „Fan“ aus diesem Text heraus verstanden hat. Wenn Dritte das dann als bare Münze nehmen, würd ich mich an Deiner Stelle nicht wundern. Ich habe es beim ersten Sehen auch als bare Münze genommen. Das Lied fördert Gewalt, auch wenn ich als subtextunempfindlicher Mensch, anders als Ulrike Märkel, da keinen Nationalismus, sondern eher Hooliganismus herauslese.
    Gewaltverherrlichung ist es allemal, auch wenn der Sänger immer betont, dass man das alles lieber nicht tun sollte.
    @Ulrike Märkel, ich kann die Subtexte ähnlich, wie Du sie auf Eurer Grünenhomepage als leicht entschlüsselbar beschrieben hast, auch so sehen,
    (war ja lange genug bei den Grünen) aber Subtexte sind kaum vermittelbar, zumal jeder Satz bestritten wird. Trotzdem finde ich Deinen Diskussionsvorstoß richtig.

  • #23
    Matze

    @Helmut

    Wie gesagt, dieser Text basiert auf Ironie, ich zitiere mal den letzten abschnitt

    Und jetzt bereust du deine Tat
    Fragst dich wieso
    Wärst wohl besser still gewesen
    Aber irgendwie ist klar
    Es musste ja so kommen
    All dein Ansehen ist somit zerronnen
    Entschuldige mich, ich hab’s nicht so gemeint
    Komm ich mach’s nie wieder
    Helf mir auf und reich mir deine Hände
    Ansehen und Respekt
    Bis zum Lebensende !

    Das sollte eigentlich alles sagen, das die band sich GEGEN Gewalt äußert…

    Man könnte ja genauso sagen „Schlauer als der Rest“ ebenfalls von Frei.Wild ist ein Nazilied, und Adolf Hitler wird da gehuldigt, aber wer da die Ironie nicht raushört, den ist nicht mehr zu helfen.

    Ich könnte euch allen mal die Doku ans Herz legen, vllt. seht ihr es auch mal aus euren eigenen Blickwinkel und nicht immer nur das was diese Medien berichten.

    http://www.youtube.com/watch?v=EOeJO1TsDO8 – ab 1:30
    http://www.youtube.com/watch?v=OryuW7s_Dwo – ab 2:45

  • #24
    Wolfram Obermanns

    Der Text (http://www.songtexte.com/uebersetzung/freiwild/halt-deine-schnauze-deutsch-53d69719.html) fällt m. E. in die Kategorie präpotentes Gewaltgestammel und dürfte das Lebensgefühl vieler Jugendlicher und junger Erwachsener recht treffend beschreiben. Dabei ist dieser Text weder rechts oder links einzuordnen, das könnten die schwarz uniformierten Blockwarte von den Autonomen genauso trällern wie ein dumpf brauner Schläger. Wobei ein Neonazi wohl eher weniger von einem Ansehensverlust durch einen Gewaltexzess sprechen würde, wie das im Text angedeutet wird.

    Es wäre interessant zu wissen, wer sich hinter ButterflyMarketing verbirgt. Daß hier Berichte gestützt auf unbekannte Quellen und somit zunächst mal falscher Zuordnung veröffentlicht werden können, macht keinen guten Eindruck und beschädigt Eurer Anliegen und Ansehen.

  • #25
    Ulrike Märkel

    @Matze: Wer auch immer das Video gedreht hat, spielt keine Rolle, denn es ist auf dem ganz offiziellen Youtube Chanel von Frei.Wild zu sehen.

    http://www.youtube.com/user/FreiWildBrixen/videos?query=halt+die+schnauze

    P.S: Die „Qualität“ ist tatsächlich in jeder Hinsicht extrem schlecht

  • #26
    Helmut Junge

    @Matze,
    Gewaltphantasien mal ironisch betrachtet?
    Um das zu kapieren fehlen bei mir vermutlich ein paar Gene.
    Hast du die?

  • #27
    Anton Kowalski

    Die Diskussion über Freiwild erinnert, wie Jos #1 schon angemerkt hat, an die über Störkraft vor zwanzig Jahren: Distanzierung vom Extremismus allgemein, Vermittlung von rechten Subtexten und Identifizierungsangeboten, Bedienen von Emotionen mit einem rechtsradikalen background, Orientierung am Geschäft mit der Masse statt nur am Markt der Rechtsextremisten, usw. usf.
    Wer mal `ne alte Diskussion sehen will, hier gibt es sie: http://www.youtube.com/watch?v=E4Ub8-3yssQ

  • #28
    Ulrike Märkel

    Jedenfalls findet Burger offenbar alle Journalisten von der „Süddeutschen Zeitung“ bis „Zeit“ einfach zu doof ihn richtig zu verstehen und Jauch hat sich von Kuban (einem ausgewiesenen Rechts-Musik-Experten) instrumentalisieren lassen. Aha. http://www.legacy.de/newsflash/music-news/item/24118-frei-wild-statement-zur-sendung-jauch

    @Wolfram Obermanns: Bitte lese #25. Die Quelle ist nicht unbekannt – Frei.Wild selbst ist die Quelle.

  • #29
    Kibu

    @#14 | carsten:

    Xavier Naidoo sagte im ARD-Morgenmagazin: “Deutschland ist ohne Friedensvertrag u. weiterhin besetzt…”

    Auch Migranten können braunes Gedankengut verbreiten, nur hält sich da die Antifa seltsamerweise etwas zurück…

  • #30
    Stefan Laurin

    @Kibu: Nö, Xavier Naidoo ist für sein dummer Verschwörungstheoretiker-Gelaber oft und deutlich kritisiert worden. Zum Beispiel von unseren Freunden von Reflexion: http://reflexion-blog.com/?p=1152

  • #31
    Pascal

    Nun,ja zu Störkraft besteht schon ein Unterschied, beim besten Willen.
    Burger distanziert sich auch auf den Konzerten und vor der Bühne steht auch entgegen vieler Behauptungen kein brauner Mob. Schauen sie sich bitte mal den Bericht vom Wdr an. Auch „Nazis Raus“ Rufe waren auf Störkraftkonzerten eher die Seltenheit ;D
    Bitte versuchen sie wenigstens etwas objektiv zu bleiben. Auch wenns schwer fällt.

  • #32
    MJ

    25 Jahre lang die gleiche Hetzte gegen die Böhsen Onkelz, von wegen sie wären rechtsextrem, etc. Seit der Bandauflösung 2005 haben die Medien nach einer neuen Sau gesucht, die man durchs Dorf treiben kann. Jetzt endlich hat man eine gefunden. Eine Band – patriotisch und nicht ganz Mainstreamkonform – die plötzlich – wie aus dem nichts ganz oben in den Charts steht. Passenderweise hat der Sänger auch noch ’ne Skinhead/Neonazi-Vergangenheit.

    In einigen Blogs und Medien wird jetzt sogar zugegeben, dass die Hetzte gegen die Onkelz falsch war, doch genau diese Hetzte wird jetzt auf Frei.Wild übertragen.
    In den Artikeln auf Zeit.de und sz.de wird sich vordergründig ausgiebig mit den angeblich völkisch-nationalistischen Songtexten auseinandergesetzt. Jedoch fällt ziemlich schnell auf, dass die Argumente und Interpretationen nicht am Text belegt werden.
    Dass die Band neben patriotischen Songs mit – zugegeben – viel Interpretationsspielraum aber auch noch Songs schreibt, in denen sie sich von Extremismus jeglicher Art distanziert, dass die Band viele Aktionen gegen politischen Extremismus unterstützt, will da nicht so recht ins Bild passen und fällt somit gänzlich unerwähnt unter den Tisch.
    Die angeblichen Textstellen werden allerdings IMMER ohne den Gesamtzusammenhang des Songs zitiert und kommen somit absolut verfälscht rüber. Mal angenommen Jürgen Trittin würde sagen „Nazis mag ich, wenn sie tot sind“, er aber zitiert wird mit „Nazis mag ich“ ist dieses Zitat vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen. SO ähnlich verhält es sich mit den Textstellen.
    Die auf dem neuen Album so oft kritisierte Textstelle im Song „Wir reiten in den Untergang“ lautet „Heute gibt es den Stempel, keinen Stern mehr“. Laut Kritikern soll diese Textstelle die Kennzeichnung der Juden im dritten Reich diffarmieren. Im Gesamtzusammenhang ist jedoch damit gemeint, dass man früher die Juden mit dem Stern gekennzeichnet hat, und heute jeden Andersdenkenden, der von der Mainstream-Meinung abweicht, aber eigentlich kein Extremist ist, doch mit dem „Stempel“ „Extremist“ gebranntmarkt wird. Von wegen völkisch-nationalistisch!

    Übrigens war dieser Aktionismus, von wegen „wenn einige bekannte Leute das so sagen, wirds schon stimmen – hauen wir mal mit drauf!“ der Türöffner für Hitler & Co. und nicht patriotische Musik 😉

    Was man allerdings nicht bedenkt bei dieser Hetzte, sind die ca. 500.000 Fans allein in Deutschland, die sich jetzt auf einmal in die rechte Ecke gedrängt sehen. Was wäre, wenn ein Großteil der Fans auf die Idee käme, wegen Verleumdung, Verbreitung von Unwahrheiten und Rufmord zu klagen? Dann wirds richtig teuer für die Zeit, die Süddeutsche und für Günther Jauch.

    Ach ja, auf der neuen CD ist übrigens eine Textstelle die euer Verhalten in der Diskussion prima beschreibt:

    „Und schreit dann einer ‚Feuer Frei!‘ wird durchgeladen und geschossen und erst garnicht hinterfragt ‚Was hat der überhaupt verbrochen?‘ Wenn die Masse das so meint, dann sind wir alle schnell dabei!“

  • #33
    Ben

    Zitat: „Die auf dem neuen Album so oft kritisierte Textstelle im Song “Wir reiten in den Untergang” lautet “Heute gibt es den Stempel, keinen Stern mehr”. Laut Kritikern soll diese Textstelle die Kennzeichnung der Juden im dritten Reich diffarmieren. Im Gesamtzusammenhang ist jedoch damit gemeint, dass man früher die Juden mit dem Stern gekennzeichnet hat, und heute jeden Andersdenkenden, der von der Mainstream-Meinung abweicht, aber eigentlich kein Extremist ist, doch mit dem “Stempel” “Extremist” gebranntmarkt wird.“

    Ähm, genau das ist doch der Punkt, der in allen Artikeln zu dieser Textstelle kritisiert wird: Die Gleichsetzung des Sterns mit dem Stempel und damit die automatische Relativierung des Sterns (bzw. Überhöhung des Stempels).

  • #34
    Ben

    @Stefan Laurin: So ganz Unrecht hat Kibu allerdings nicht. Der aktuelle Fehltritt von Naidoo ging nur durch schwule Medien und wurde andernorts geflissentlich ignoriert: http://www.queer.de/detail.php?article_id=17473

  • #35
    Pascal

    Es ist gemeint dass früher Menschen ausgegrenzt, gehetzt und verfolgt wurden und sich heute, im ach so tolleranten Deutschland, immer noch nichts geändert hat. „Und wieder lernten sie es nicht“
    Dabei wird nicht die Verfolgung der Juden mit der, der Band gleichgesetzt.
    Und wenn sie das anders sehen dann schauen sie mal in die nächste Zeitung oder geben sie in google „Frei.Wild“ ein.

  • #36
    MJ

    @Pascal, danke 😉

    Ich versteh sowieso nicht, wieso Frei.Wild, Rammstein, ect. sich vor jedem neuen Album den immer gleichen Vorwürfen aussetzten müssen, aber die ganzen Deutschrap-Musiker problemlos ihre gewaltverherrlichenden, frauenfeindlichen und homophoben Alben veröffentlichen dürfen. Da regt sich keiner auf, da geht keine Hetzjagdt los, da ist der Staatsschutz nicht auf den Konzerten.

  • #37
    Ben

    @pascal: es ist mir ehrlich gesagt neu, dass freiwild-fans in ghettos gesteckt, ihr besitz konfisziert oder sie gleich direkt ermordet werden. Die jahrhundertelange und systematische verfolgung von juden mit dem selbstverschuldeten und gern genommenen (freiwild spielt ja nicht zuletzt mit der märtyrerrolle) gegenwind gleichzusetzen ist an geschmacklosigkeit kaum zu überbieten. Mir persönlich geht es auch gegen den strich, dass man gewisse bands und haltungen nicht einfach ertragen kann, aber das ändert trotzdem nichts daran, dass der vergleich stern/stempel eine relativierung ist, anmaßend ist und einfach gar nicht geht. Und das meine ich gar nicht mal ethisch, sondern historisch und intelektuell.

  • #38
    Ben

    @mj eine regelmäßige lektüre von musikzeitschriften und des bpjm-reports täte dir und deiner „aber um die rapper kümmert sich keiner“-blase ganz gut. Rammstein sind übrigens seit jahren akzeptiert. Nicht zuletzt weil deren spiel als spiel erkennbar ist und ihre texte auf einem ganz anderen niveau sind (ähnlich übrigens wie bei laibach). Freiwild spielen in einer anderen, stumpferen und vor allem eindeutigeren rhetorischen liga. Ich glaube, dass philipp burger und boyd rice gute freunde werden könnten

  • #39
    pascal

    @ ben nein werden sie nicht. Gott sei Dank ist diese Zeit vorbei. Und trotzdem sollten sie mal darueber nachdenken wie unsere Gesellschaft heut zu Tage mit Dingen umgeht. Nach den schrecklichen Amoklaeufen an deutschen Schulen warens die Schuldigen auch schnell gefunden. Es war nicht das Versagen der Politik sondern die Computerspiele und Gewaltvideos. Es werden jetzt Menschen angepoebelt die das T shirt einer Band tragen. Sie werden einfach mal pauschal als Nazis beschimpft. Diese Band steht jedoch nichtmal auf dem Index.Bitte sprechen sie mal mit den jungen Menschen, des Fanclubs. „des Lemmings oberstes Gebot zusammen ab in den Tod. Rammstein sind inzwischen akzeptiert, weil sie international sehr angesehen sind. Probiert wurde auch sehr vieles um diese Band zu verunglimpfen.

  • #40
    Ben

    Das alles bestreite ich nicht. Im gegenteil stimme ich sogar zu, dass es eine gewisse hysterie gibt, manche themen betreffend. Das ändert aber nach wie vor nichts an der unmöglichkeit mancher vergleiche, die letztlich nur der selbstinszenierung dienen. Oder anders: wer mit dem feuer spielt, verbrennt sich leicht.

  • #41
    Arnold Voß

    @ Ben

    Der Trick solcher Leute ist, dass sie Kritik mit Verfolgung gleich setzen. So bringt man sich dann bei den Fans in das Licht des Mutigen, der endlich mal was ausspricht, was sich andere nicht trauen, und kann so seine Vermarktung noch steigern.

    Gleichzeitig fühlen sich dann auch noch die Fans als „Verfolgte“, ohne aber den Preis dafür zu zahlen, den wirkliche Verfolgte auf dieser Welt zahlen mussten und müssen. Das ganze wird dann absurd, ja obszön, wenn gerade der Judenstern als Symbol dafür herhalten muss.

    Hinter diese widerwärtigen Strategie sich mit den Opfern eines systematischen Völkermordes zu vergleichen versteckt sich allerdings eine zutiefst demokratiefeindliche Grundeinstellung, die darauf basiert dass die Betroffenen nicht begreifen wollen oder können, dass öffentliche Kritik zum Kern jeder demokratischen Gesellschaft gehört.

    Aber was will man von Menschen erwarten die sich bis an die Grenze der Verblödung als unpolitisch titulieren und gleichzeitig für sich beanspruchen gegen jeden Extremismus zu sein. Wer wirklich glaubt dass die Abwesenheit von (Neo)Nazis schon die Abwesenheit von rechtsextremen Parolen und Denkweisen bedeutet, der ist nicht unpolitisch sondern dumm.

  • #42
    pascal

    ja ben das kann ich verstehen. Ich moechte einfach nur sagen, wenn das alles so klar ist dann sollten die Leute doch den Weg ueber die Staatsanwaltschaft nehmen anstatt jeden Tag im in Internet neue Anschuldigungen zu veröffentlichen Auch fuer Herrn Burger gelten die selben Gesetze wie fuer jeden anderen.

  • #43
    empathiepirat

    das ist doch das alte problem mit der sogenannten grauzone. wer sich nicht eindeutig links oder recht positioniert ist in den augen der linken seite gleich der feind und ein nazi. wer das nicht glaubt sollte sich mal ansatzweise mit der oi! szene auseinandersetzen.
    jede band die dort nicht eindeutige lieder gegen rechts singt, wird als rechtsoffene band bezeichnet. was aber ziemlicher quatsch ist. die band stomper98 hat mit den vorurteilen schon eine weile länger zu kämpfen als frei.wild. bei stomper 98 lege ich sogar meine hand dafür ins feuer das es keine rechtsoffene band ist (artikel die das bestätigen finden sich auf der seite der taz und anderen zeitungen).

    im übrigen sollte man daran denken das unpolitisch nicht bedeutet das man meinungslos ist. in diesem sinne, cheers and oi! 😉

  • #44
    Aus Maus

    vorweg: ich kenne die Band bisher nicht. Habe hier nur die Diskussion verfolgt, genauso wie die hier:

    http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/frei-wild-saenger-skandierte-nazis-raus-id7252962.html

    In dem Artikel wird geschrieben, dass frei.wild beim Konzert zusammen mit den Fans ‚Nazi Raus‘ gerufen und ein Plaket gegen Rassismus hochgehalten haben. Das scheint mir schon eine eindeutige Haltung zu sein. Und es fällt schwer, da noch zu glauben, dass Nazis trotzdem noch denken, dass das ‚Gesinnungsgenossen‘ sind, die da auf der Bühne stehen.

    Ich kenne die Diskussion um Rammstein, dort wusste ich aber immer, dass zumindest ein Bandmitglied (Flake) eine wilde linke Hausbesetzerpunkbandzeit (Feeling B) hinter sich hat, die Band also aus meiner Sicht keine rechte Richtung besaß.

    Die Lust auf Provokation ist wahrscheinlich all diesen Bands gemein. Und vielleicht auch das Interesse am finanziellen Abschöpfen im rechten Fischteich. Mir persönlich hat das irgendwann die Freude an Rammstein vergällt. Sie wurden mir zu pseudobrutal und oberflächlich.

    Ich persönlich schwanke in diesem Fall zwischen ‚gebt ihnen eine Chance‘ und ‚Die tun nur so‘. Ich brauche mehr Informationen.

    In einem jedenfalls muss ich zustimmen: nur weil manche Nazispacken die Musik mögen, heißt es nicht, dass es rechte Musik ist.

  • #45
    Herbert

    Achtung Achtung!

    Vor genau 25 Jahren zogen die Grünen erstmals in den Bundestag ein – und hatten sofort einen handfesten Skandal an den Hacken: einen Abgeordneten mit NS-Vergangenheit.

    http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/1516/der_alternative_altnazi.html

  • #46
    pascal

    Liebe Frau Märkel,
    ich habe mir einfach mal die „Mühe“ gemacht auf dem offiziellen youtube channel nachzufragen, was dieses Video zu bedeuten hat und habe folgende Antwort bekommen.

    „grundgedanke des songs ist, das gewalt in keiner form akzeptabel ist – es soll zur diskussion und zum nachdenken anregen.
    die tätowierung bedeutet 100% skinhead. “

    Die Band und ich nehme mal an, dass der offizielle Kanal von einer zur Crew gehörenden Person betreut wird, gibt also Antworten, wenn man nur fragt.
    Frau Märkel, ich verstehe ihre Intention, ich möchte ihnen aber wirklich auch bewusst machen, dass gerade solche Artikel, dazu führen, dass Jugendliche auf offener Straße verprügelt werden, weil sie das T-shirt einer Band tragen.

  • #47
    Arnold Voß

    @ Pascal #46

    Was sollen die den sonst antworten, Pascal? Dass sie mit dem Video zur Gewalt auffordern? Wie kann man nur so naiv sein.

  • #48
  • #49
    Arnold Voß

    Natürlich sind sie nicht dumm, Pascal. Im Gegenteil. Aber haben sie ernstaft eine andere Antwort von denen erwartet?

    Und noch was, Pascal. Es ist die Band die sie hier in Schutz nehmen, die alle Andersdenkenden durch die Bank, also auch mich, als „Vollidioten“ bezeichnet.

  • #50
    MJ

    @Arnold Voß

    Die Band meint mit den Andersdenkenden „Vollidioten“ die Leute, die stur die Meinung der Allgemeinheit übernehmen, nichts hinterfragen und bezweifeln, tun was man ihnen sagt und blind verurteilen.

    Zitat:
    „Blindes Handeln
    und Verurteilen
    Nichts bezweifeln
    Und hinterfragen
    Ist des Lemmings Gebot
    Zusammen ab in den Tod“

    Genau das sind die Leute, die Frei.Wild rechtsextreme Tendenzen vorwerfen, weil sie eben NICHT hinterfragen „Warum darf man nicht stolz auf seine Heimat sein?“. Dann würden sie nämlich darauf kommen, dass mittlerweile fast 70 Jahre ins Land gegangen sind, die Schuldigen der NS-Zeit mittlerweile fast alle tot sind und wir ein Land aus Ruinen aufgebaut haben, worauf wir stolz sein können, ohne dass man das NS-Regime befürwortet.

    Solche Leute würden, wenn sie hinterfragen würden, verstehen, dass Patriotismus NICHTS mit „Rechtsextrem“ zu tun hat. Solche Leute würden dann verstehen, dass gesellschaftskritische Texte nicht gleich extremistisch sind. Solche Menschen lassen aber außer der allgemeingültigen Meinung kaum Platz für andere Meinungen. Solche Leute sehen gleich alles als radikal an, was ihnen nicht passt. UND solche Leute sorgen dafür, dass Jugendliche auf den Straßen wegen ihren Frisuren und Klamotten zusammengeschlagen werden.

    Wie sie aber bereits festgestellt haben, überspitzt die Band die Aussagen in ihren Texten, weshalb Sie sich wohl auch angesprochen gefühlt haben. Das ist übrigens ein Stilmittel 😉

    Übrigens, handeln Sie denn besser? Sie kritisieren hier doch auch Andersdenkende, stellen sich auf die Seite derer, die Andersdenkende als Neonazis und rechtsradikal bezeichnen.

    Falls jetzt irgendeiner auf die Idee kommt, ich würde mich nicht mit der Band auseinandersetzen und die Meinung der Band ungesehen akzeptieren:

    Ich hab mir in den letzten Tagen und Wochen die Songs von Frei.Wild nochmal durch den Kopf gehen lassen. Und ich muss sagen, die nationalistischen Tendenzen kann man nur in einer Hand voll Songs wage erkennen, sofern man denn jede Textstelle unter der Voreinstellung „Das ist ja eh alles brauner Mist!“ angeht. Allerdings würde mir jeder Deutschlehrer sagen, dass ich die Stellen überinterpretiert habe.

  • #51
    empathiepirat

    zu den zahlencodes der rechtsextremen szene gibt es auf wikipedia einen sehr gut recherchierten artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsextreme_Symbole_und_Zeichen und auf blickschaerfen.de gibt es einen artikel der auch klamottenmarken mit einbezieht: http://www.blickschaerfen.de/info-mix/rechte-symbole/

    100% bezieht sich bei den jungs sicherlich auf 100% arisch. in der skinheadszene findet man die 100% in folgenden zusammenhängen: „100% skinhead, 100% antifascist“ oder auch „100% oi!“ oder „100% skinhead“. es gibt sicherlich noch weitere slogans mit 100%. aber alleinstehend wird man die 100% sicherlich nicht finden.

  • #52
    empathiepirat

    Wenn wir schon dabei sind jedes Wort in texten kleinlich zu reflektieren, sollten wir vielleicht mal darüber sprechen weshalb es auf ruhrbarone.de eine Rubrik mit dem Titel „Glaube, Sitte, Heimat“ gibt. Ist das denn überhaupt politisch Korrekt? Immerhin würde es der Band Frei.Wild sicherlich angekreidet werden wenn sie von „Glaube, Sitte und Heimat“ singen würden.

    Ich will die Band jetzt nicht in Schutz nehmen (ich mag die nicht mal ansatzweise!), aber ich finde das hier teilweise mit zweierlei Maß gemessen wird.

  • #53
    pascal

    Hallo Herr Voss,
    irgendwie scheine ich mich zum Anwalt der Band aufgeschwungen zu haben:) Weiss gar nicht ob ich das sein will. 🙂 Es gibt viele Kontroversen was die Band anbelangt. Ich sehe die Vergangenheit des Sängers und die Problematik die damit einhergeht. Ich verfolge die Band schon eine Weile und die Distanzierungen, auch auf den Konzerten finden schon viele Jahre statt. Die Band macht nun seit fast 12 Jahren Musik. Dieses Thema kocht allerdings erst jetzt so richtig hoch, da sie die großen Arenen füllen.
    Ich kann natürlich auch nicht in die Köpfe der Leute schauen. Was im Hintergrund abläuft und was sich wer wobei denkt, kann auch ich nur mutmaßen.
    Irgendwie glaube ich die Band freut sich gerade zu Hause wie ein Schneekönig. Auch durch schlechte Presse ist man present. Wird sogar für viele erst richtig interessant. Ich glaube auch dass nach der Tour noch einiges kommen wird.

    Ich wurde einfach nach dem Grundsatz „In dubio pro reo“ erzogen. Und das werde ich auch vorerst bei dieser Band so weiterführen.
    Mir kommt es vor als wäre ich um 15 Jahre zurück versetzt und hätte das alles schonmal erlebt. Stichwort „böhse Onkelz“
    Mir wäre eine Sendung z.B. bei Jauch mit Burger und Kritikern sehr lieb. Vielleicht würde man sehen ob sich Burger nur in Widersprüche verstrickt oder ob er alles schlüssig erklären kann. Ich glaube wirklich zu Wort gekommen ist er im TV noch nicht.

    Kurz noch zu diesem Video hier. Ich glaube einfach nicht dass man dermaßen dumm seine eigene Karriere aufs Spiel setzen würde. Die haben doch auch ein Management, das die Jungs berät. Das Video ist glaube ich seit 5 Jahren online.
    Es ist ja nicht so dass die 100 % irgendwo versteckt in der Ecke stehn wo nur die Szene genau hinschauen würde.

    Nun zur Problematik mit dem Begriff „Hass“ in der Musik. Die berechtigten Fragen sind eben: ruft jemand zur direkten Gewalt auf? Oder kann allein diese Musik jemanden dazu bringen? Oder bringt sie jemanden sogar zum nachdenken.
    Ich kenne einige Menschen die sehr Hass geladene Musik hören sich am Wochenende auf Konzerten im „Pogo“ die Birne einhauen und am Montag Morgen wieder alte Menschen pflegen. Sie sollten mal das Wacken Festival besuchen.
    Da haben übrigens auch schon Frei.Wild gespielt und dem Rassismus die rote Karte gezeigt.
    Der Bedeutung des „Gutmenschen“ als Kampfbegriff ist mir bewusst. Allerdings ist er manchmal sowas von passend :)Ich muss ihnen sagen mir ist diese „Falschheit“ auf dieser Welt einfach auch zu wieder.

    Ein Mensch der nicht hinterfragt kann beim Song „Halt deine Schnauze“ verstehen: „halt deine Schnauze und hau drauf“. Jemand anderes sagt: „wie meint der das? Gewalt ist doch Mist.“ Kennt man die Band kann man meiner Meinung nach die Intention „Gewalt ist Scheisse“ raushören.
    Gerade die Grünen trauen den jungen Menschen doch soviel zu. Dürfen sie doch bald ab 16 wählen.
    Ich kenne sehr viele Bands die ähnliche Inhalte propagieren und es interessiert keinen Menschen. Haben sie in der letzten Zeit mal die Texte von Rammstein gelesen ? Sido ist auch so ein Kandidat. Aber irgendwie hat er es in die Mitte der Gesellschaft geschafft.
    So und jetzt bitte wieder Steine werfen 🙂

  • #54
    Arnold Voß

    @ MJ #50

    Ich nehme gerne ihre Textstelle auf, denn sie birgt wirklich eine Ironie, die allerdings den Autoren nicht gefallen wird:

    Ich glaube nämlich, dass gerade die Fans von Frei.Wild die sind, die blind wie Lemminge ihrer Band folgen und sehr leichtfertig die verurteilen, die bezweifeln, dass diese Band eben vieles nicht ironisch meint sondern in bestimmten Songs sehr systematisch an dumpfe fremdenfeindliche Gefühle appelliert. Von bestimmten Gewaltfantasien ganz zu schweigen.

    Natürlich kritisiere ich Menschen die anders denken, wenn ich dieses Denken für problematisch oder schädlich halte. Umgekehrt lasse ich mich natürlich auch von denen kritisieren. Genau davon lebt die Demokratie und ich bin ein überzeugter Demokrat.

    Wenn aber eine Band z.B. gleich ein ganzes Land zu Vollidioten erklärt, dann mag das zwar eine durchaus erlaubte, ja gewollte Zuspitzung sein. Aber in der Diskussion hilft so eine Position natürlich nicht weiter.Erst recht nicht, wenn ganz viele Fans das einfach Nachplappern, sobald sie auf die Widersprüche und Doppeldeutigkeiten in den Textenund Videos ihrer Band aufmerksam gemacht werden.

  • #55
    Arnold Voss

    @ Pascal # 53

    „In dubio pro reo“ ist vom Prinzip her ein gute Vorgehensweise. Es gibt einen ganz kurze und zugleich sehr treffende Definition der Toleranz von Tucholsky die Ähnliches weniger juristisch formuliert: „Toleranz ist der Verdacht, dass der andere Recht hat.“

    Bei Videos und/oder Texten z.B. zur Gewalt, erst recht wenn sie von brutaler und menschenverachtender Art ist, ist das jedoch nicht so einfach hinzukriegen. Natürlich führt nicht jeder Text und jedes Bild zur Tat, aber selbst wenn das nur ein einziges Mal und meinetwegen auch auf Grund eines Missverstehens geschieht, ist das einmal zuviel.

    Ganz abgesehen davon, dass es dem Opfer dieser Gewalt überhaupt nichts nutzt, wenn ihm nachhinein von den Autoren des Textes und der Bilder behauptet wird, dass sie das als Position gegen Gewalt gemeint haben. In den Augen des Opfers und auch in meinen Augen ist das nicht mehr und nicht weniger als die Verhöhnung seines Leidens und seiner Schmerzen.

    Was den Heimatbegriff betrifft ist die Sache ähnlich problematisch. Mit ihm sind nämlich immer auch viel Ängste und Wünscher verknüpft, die die Menschen die ein solches Heimatgefühl haben, ich habe das z.B. gegenüber dem Ruhrgebiet, manipulierbar machen. Die Heimat als das Wir enthält nun mal automatisch auch die Anderen, die nicht dazu gehören.

    Bei frei.wild wird dieses Wir ganz besonders unkritisch betont und gefeiert und auf diese Weise unausweichlich mit Fremdenfeindlichkeit und Fremdenangst verknüpft. Vor allem die Fremdenangst sitz tief in uns Menschen und ist deswegen emotional leicht ausbeutbar. Erst recht in der Musik und im Tanz.

    Musik und Tanz kann nun mal ganz besonders unsere Gefühle anregen und die sind nun mal nicht alle positiv und menschenfreundlich, denn dazu gehören auch Hass und Wut. Diese sind leichter zu schüren als die meisten Leute denken und es gibt Leute die das durchaus absichtlich tun. Dazu muss man keineswegs ein expliziter und überzeugter Nazi sein.

    Mit einem Satz: Bei Gewaltvideos und Heimattümelei ist meine Toleranz sehr begrenzt, d.h. ich gehe da eher nicht von Ironie und Provokation sondern von absichtlicher Manipulation zum eigenen Vorteil aus.

  • #56
    MJ

    @ Arnold Voß

    Vielleicht ist es Ihnen noch nicht aufgefallen, aber die Band distanziert sich in ihren Songs, mit Statements und mit Aktionen von jeglicher Form des Extremismus!

    „Das ist das Land der Vollidioten, die denken Heimatliebe ist gleich Staatsverrat! Wir sind keine Neonazis und keine Arnachisten, wir sind einfach gleich wie ihr, von hier!“

    „Patriotismus heißt Heimatliebe, Respekt vor dem Land und Verachtung der Kriege“

    „Rot und Braun, keinem darfst du trau’n“

    „Nicht von gestern, Realisten, wir hassen Faschisten, Nationalsozialisten

    Dann noch diverse Statements und Aktionen gegen Extremismus, die Fans werden animiert auf den Konzerten „Nazis raus!“ oder „Wir wollen keinen Extremismus!“ zu rufen.

    Klarere Statements gegen Extremismus kann man gar nicht geben, aber in ihren Augen und in den Augen der Medien ist das alles belanglos. Wissen sie was? So langsam fang ich an zu glauben, dass Sie sich durchaus zurecht angesprochen gefühlt haben, als Frei.Wild vom „Land der Vollidioten“ gesungen hat.

    Glauben sie wirklich dass eine Band, die völkisch-nationalistische Meinungen übermitteln will, sich so gegen Extremismus einsetzen würde? Glauben sie wirklich, dass eine Band, die sich von Extremismus jeglicher Form distanziert, im Endeffekt doch nur Täuschung im Sinn hat, ja sich sogar in den eigenen Songtexten über die eigenen Fans lustig macht, die ihnen wie Lemminge folgen – angeblich?

    Ich glaube eher, dass sie nicht wahrhaben wollen, dass es da eine Band gibt, die für ein Heimatgefühl steht, dass in Deutschland 70 Jahre lang tabu war. Dass diese Band auf einmal – wie aus dem Nichts – die großen Hallen der Republik füllt, wie aus dem Nichts an der Spitze der Album-Charts steht.
    Sehen sie es doch ein, dass sie sich von den Medien eiskalt manipulieren haben lassen!
    In allen Medien, die behaupten, Frei.Wild würde nationalistische Botschaften unters Volk bringen, finden die Aktionen gegen Extremismus, die Texte gegen Extremismus gar keinen Anklang, die Band kriegt keine Möglichkeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern, eine ganze Szene wird in die rechte Ecke gedrängt!

    Wenn die Vorwürfe doch so einwandfrei belegbar sind, wieso ist dann noch keines der neun Alben (acht Studio-Alben, ein Live-Album) indiziert worden, wieso wird gegen die Auftritte dann nicht gerichtlich vorgegangen?

    Es kann nur daran liegen, dass die Vorwürfe vollkommen haltlos sind!

  • #57
    Arnold Voss

    @ MJ

    Sorry, MJ. Was sind denn das für Plattparolen:

    „Rot und Braun, keinem darfst du traun.“

    Das ist politischer Kindergarten und ganz nebenbei wird damit die Farbe Rot grundsätzlich mit Extremismus gleich gesetzt. Ein Schlag ins Gesicht all der Sozialdemokraten und demokratisch gesinnten Kommunisten die unter der Naziherrschaft umgebracht und drangsaliert wurden.

    “Patriotismus heißt Heimatliebe, Respekt vor dem Land und Verachtung der Kriege”

    Das ist einfach Quatsch. Die schlimmsten Kriege dieser Welt basieren und basierten auf Patriotismus.

    “Nicht von gestern, Realisten, wir hassen Faschisten, Nationalsozialisten“

    Natürlich können Nationalisten gegen Faschisten sein. Das ändert doch nichts daran, dass unreflektierter Nationalismus immer wieder zum Krieg geführt hat.

    Tut mir leid, MJ, sie können mich nicht überzeugen. Heimatliebe hat mit Patriotimus oder Nationalismus nämlich erst einmal gar nichts zu tun. Sie wird politisch dazu gemacht.

    Deswegen habe ich auch nichts gegen Heimatliebe, aber ich habe etwas gegen Leute die mit diesem Gefühl politische Spielchen treiben und dann auch noch so tun, als hätten sie mit Politik rein gar nichts am Hut.

    Ach ja, sie sollten mittlerweile gemerkt haben, dass ich mich hier nirgendwo für ein Verbot dieser Band ausgesprochen habe.

    Ach, und das noch: Mit Heimatliebe wurde immer schon viel Geld verdient.

  • #58
    pascal

    @ Arnold Voß

    Ja schauen sie, ich bin jetzt Anfang 30. Bin mir meiner Herkunft bewusst und weiss genau was in diesem Land schon alles passiert ist. Ich habe das KZ in Ausschwitz besucht und dort mit einem Zeitzeugen gesprochen. Das war eine sehr eindringliche Begegnung. Auf die Schuldfrage, sagte mir dieser Mann: „Ihre Generation trägt keine Schuld. Sie dürfen es nur niemals vergessen. Und das ist für mich wirklich eine Aussage die ich verinnerlicht habe.
    Und ihre These vom Angstschüren kann ich absolut nachvollziehen. Nur müssen wir irgendwann anfangen wieder ein gesundes Verhältnis zu unserer Nation zu entwickeln. Eine gewisse Identifikation mit diesem Land halte ich für wichtig. Übrigens vorallem auch für die Menschen mit Migrationshintergrund. Sie sind für mich genau so ein Teil dieses Landes.
    Und ich renne natürlich auch nicht jeden Tag mit der BRD Fahne durch die Gegend oder mache mir dauernd Gedanken darüber. Es gibt viel wichtigers 🙂

    Ich hoffe dass die Generationen die jetzt aufwachsen vielleicht wieder ein Verhältnis zu Deutschland entwickeln können, das besagt es ist ok dass ich Deutscher bin, aber es gibt mir nicht das Recht deshalb andere zu hassen.

    Die Vergangenheit dürfen wir nie vergessen aber die Zukunft liegt vor uns.

    Gott jetzt wirds lyrisch 🙂

  • #59
    Mosh

    Also ich hab auch ein 100% TATTOO und das bedeutet definitiv nicht 100% arisch . Ich kenne auch jede Menge Leute mit 100% tattoos bei denen das auch nicht stimmt . Also bitte vorsichtig mit solchen Behauptungen . Wenn sich das verbreitet muss ich wieder jedem erklären das ich kein Nazi bin

  • #60
    MJ

    @ Arnold Voß

    Wenn ihnen „Rot und Braun, keinem darfst du trau’n“ zu platt argumentiert ist, müsste ihrer Meinung nach dann „Nazis Raus!“ auch zu platt sein!

    Die Farbe Rot wird übrigens fast immer zur Bezeichnung von Kommunisten und Sozialisten verwendet. Sozialdemokraten werden nicht als ‚Rote‘ bezeichnet.
    Im übrigen müssen sie mir den Kommunismus der mit einer Demokratie vereinbar ist, mal näher erklären. Bisher war nämlich jedes kommunistische Land auf dieser Welt eine Diktatur!

    Und wo führt Frei.Wild bitte ‚politische Spielchen‘ mit Heimatliebe?
    Indem sie Patriotismus vertreten? Patriotismus IST unpolitisch. Nur in Deutschland wird er politisiert, weil damit sofort alle rechte Ideologien verbinden. In jedem anderen Land ist der Nationalstolz und Patriotismus extrem groß und ihm wird keine politische Gewichtung gegeben.
    Es ist einfach ein Vorurteil, dass Patriotismus politisch ist!

    Mir ist klar, dass sie sich nicht für ein Verbot der Band aussprechen, aber mit den Vorwürfen, unterschwellig völkisch-nationalistische Botschaften zu vertreten, zählen sie Argumente auf, die für ein Verbot eventuell reichen würden.
    Wenn diese Vorwürfe denn stimmen würden, und nicht einfach nur dazu dienen würden, unter dem Deckmantel des Antifaschischmus‘ auf eine der aktuell beliebtesten deutschsprachigen Bands stumpfsinnig einzuprügeln, dann hätte es längst indizierte Alben oder Verbotsklagen gegeben!

  • #61
    Max Mustermann

    Und wieder einmal wird nur das gesehen was man sehen will.
    Der Liedtext wurde in diesem Artikel nicht einmal ansatzweise seriös erklärt.
    Darüberhinaus wurde der Text in verbindung mit diesem Video nicht annähernd verstanden!

  • #62
    Arnold Voss

    @ MJ

    „Wenn ihnen “Rot und Braun, keinem darfst du trau’n” zu platt argumentiert ist, müsste ihrer Meinung nach dann “Nazis Raus!” auch zu platt sein!“

    Ja ist es. Die rechtsradikale Partei Pro NRW lässt regelmäßig Leute die offenkundig wie Neonazis aussehen bzw. ihre Symbole tragen aus ihren Demonstrationsreihen entfernen.

    Der Kommunismus wurde übrigens nicht von den Apparatschiks der Sowjetunion erfunden sondern von den Urchristen. Er ist von seiner Idee her zutiefst demokratisch, wurde aber durch die Parole von der Diktatur des Proletariats praktisch so deformiert, dass er heute mit Fug und Recht mit einem undemokratischen und menscheinfeindlichen Herrschaftssystem gleich gesetzt wird.

    Die Idee des demokratischen Sozialismus hat sich deswegen sehr früh als Alternative entfaltet, wurde aber im Herrschaftsbereich der Sowjetunion immer wieder brutal unterdrückt.

    Die Farbe der Sozialdemokratie war immer schon und ist auch heute noch das Rot. Wenn sie das noch nicht gemerkt haben sollten, dann sperren sie demnächst einfach mal die Augen auf, wenn sie ein SPD-Fahne sehn oder die Ohren auf wenn im Ruhrgebiet vom „roten Filz“ die rede ist.

    Ich glaube ihnen, dass ihr Patriotismus nichts mit dem Niedermachen anderer Nationen, Völker und Ethnien zu tun hat. Ich empfehle ihnen allerdings mal darauf zu achten, wer sich außer ihnen alles sonst noch so als Patriot oder Patriotin bezeichnet und ob die das genau so sehen.

    Ich selber kann mit Heimatliebe sehr viel anfangen, mit Nationalstolz und Vaterlandsliebe allerdings überhaupt nichts. Ich liebe die Gegend aus der ich komme, weil sie mich sehr geprägt hat, aber ich wüsste nicht wieso ich besonders stolz sein sollte ein Deutscher zu sein. Ich kann auch nichts mit dem Nationalstolz der Franzosen oder der Amerikaner oder sonst einem anderen Land das sich gaaaanz toll findet, anfangen. Auch nichts mit wildem Fahnenschwenken.

    Wem soll das nützen? Jedes Land hat seine Vor und Nachteile. In jedem Land gibt es Gutes und Schlechtes. Umstandslos stolz auf ihre Nation können deswegen für mich nur Menschen sein, die sich über ihre eigenes Land was vormachen. Oder die einen solchen kollektiven Taumel brauchen, damit sie sich stark und groß fühlen.

    Leute die ihre „Vaterland“ auch noch ganz öffentlich „lieben“, sind mir besonders suspekt. Ich lebe gerne in Deutschland und ich halte dieses Land im Ernstfall durchaus für verteidigenswert. Aber die Liebe habe ich in meinem Leben für konkrete Menschen reserviert, und nicht für die abstrakte Gemeinschaft irgendeiner Nation oder eines ganzen Volkes.

  • #63
    Leon

    Leute, nicht schon wieder das hatten wir alles schon und die jungs sind eindeutich nicht rechts. Kümmert euch mal um die wirklich rechten wie KC oder ähnliches.
    Das ihr immer nur auf diese eine Band losgeht zeigt eindeutig ihr habt zu viel zeit!
    Aber tut mir den gefallen und müllt andere Leute voll. Leute die es verdient haben vollgemült zu werden.
    Cheers and Oi

  • #64
    LOOOOOOL

    OMG ihr wisst nichts, aber auch gar nichts…. Jogl’s 100% Skinhead-Tatoo LOOOOOOOL. Ich hau mich weg… ihr Freu.Geister, da war wohl zu viel Geist in der Flasche 🙂 LÄCHERLICH …und damit ihr nicht basht: http://de.wikipedia.org/wiki/Skinhead#Gesinnungen_und_Vereinigungen_der_Skinheads Jogl ist OI

  • #65
    1ng0

    ich bremse nicht für frei.wild

    dein vater war ein tumber wicht
    noch blöhder gar: dein onkel
    die fahne hoch, die birne dicht
    im kopf bleibts zappendonkel

    du südtiroler schluchtenschmock
    bist jetzt ins heimreich einmarschiert
    dein unterschichtschwachmatenrock
    mit nationalholz ausstaffiert

    dank beißreflex und selbstmitleid
    den letzten krümel hirn gekillt
    entkernt der geist, es ist so weit:
    nun bist du frei, nun bist du wild

  • #66
    hier nochmal..

    ..was zum thema grüne, antifa, frei.wild und die sache mit den nationalismen.

    http://absprung-verpasst.blogspot.de/2012/11/fur-antifa-volk-vaterland-die-linken.html

  • Pingback: Visions-Magazin zieht Festivalpräsentation wegen Freiwild-Auftritt zurück | Ruhrbarone

  • Pingback: With Full Force: Nach Visions steigt auch Jägermeister wegen Frei.Wild aus | Ruhrbarone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.