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Friedrich Engels Gedenkjahr: Wuppertal streicht Veranstaltung mit MLPD-Chefin aus dem Programm

Friedrich Engels im Jahr 1891, Foto: William Elliott Debenham Lizenz: Gemeinfrei

Eigentlich sollte Gabi Fechtner, die Vorsitzende der MLPD auf einer Veranstaltung der ihrer Partei nahestehenden „Willi Dickhut Stiftung“ im Rahmen der Veranstaltungen zum 200. Geburtstag von Friedrich Engels in Wuppertal sprechen. Für Fechtner und ihre maoistische Kleinstpartei wäre das ein Erfolg – den es nicht geben wir. Die Veranstaltung mit Fechtner wurde abgesagt. Das  Blog Neomarius berichtete über die Entscheidung. Nachdem Kritik an dem Auftritt Fechtners laut wurde, schaute die Wuppertaler Stadtspitze wohl noch einmal genauer nach, wen sie da eingeladen hatte. Der Verfassungsschutz NRW beschreibt die Partei treffen und mit leichter süffisant:

„Die 1982 aus dem „Kommunistischen Arbeiterbund Deutschlands (KABD)“ hervorgegangene Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) versteht sich als
politische Vorhutorganisation der Arbeiterklasse in Deutschland. Ihr grundlegendes
Ziel ist der revolutionäre Sturz der „Diktatur des Monopolkapitals“ und die Errichtung
der Diktatur des Proletariats für den Aufbau des Sozialismus als Übergangsstadium
zur klassenlosen kommunistischen Gesellschaft. Die angestrebte Gesellschaftsordnung soll durch eine Revolution erreicht werden, in deren Verlauf sich die „Arbeiterklasse unter Führung ihrer Partei [Anmerkung der Redaktion: gemeint ist die MLPD] zum bewaffneten Aufstand erheben, […] den bürgerlichen Staatsapparat zerschlagen, […] die Diktatur des Proletariats errichten und […] gegen die Konterrevolution verteidigen“ müsse.

Empört dokumentiert nun die Parteizeitung „Rote Fahne“ nun eine Erklärung der Willi Dickhut Stiftung. In der heißt es:

„Parteien, die mit Engels nichts am Hut haben, wie CDU oder Grüne, sind schon deshalb natürlich parteipolitisch völlig neutral. … Aber wer das Werk von Friedrich Engels verteidigt oder gar als marxistisch-leninistische Partei auf heute anwendet, deshalb vom Inlandsgeheimdienst („Verfassungsschutz“) bespitzelt wird – der darf natürlich nicht in das offizielle Programm des Gedenkens an Friedrich Engels. Das ist die wundersame Logik des Antikommunismus, die hier zur heiligen Grundlage des offiziellen Engels-Gedenkens erklärt wird.“

Die Initiativen und Parteien, die noch mit der MLPD zusammenarbeiten, wie es Grüne und SPD in Essen tun, sollten sich an Wuppertal ein Beispiel nehmen. Die MLPD  kein Umgang – weder für eine demokratische Stadt noch für demokratische Parteien.

 

 

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4 Kommentare zu “Friedrich Engels Gedenkjahr: Wuppertal streicht Veranstaltung mit MLPD-Chefin aus dem Programm

  • #1
    thomas weigle

    Die SED, die selbst ernannte Vorhut der Arbeiterklasse, hatte kurz vor der Wende 2,3 Millionen Mitglieder und alle Machtmittel des Staates in der Hand. Trotzdem sind sie grandios gescheitert. Die hiesige Filiale der Weltrevolution und selbst ernannte Vorhaut der bundesdeutschen Arbeiterklasse hat offensichtlich nix aus dem Versagen der realen Sozialisten gelernt.
    Zu bewundern ist allerdings ihr fester Glaube an die revolutionären Massen, das erinnert doch sehr an die sog. Zeugen Jehovas.

  • #2
    Gerd

    "Die Initiativen und Parteien, die noch mit der MLPD zusammenarbeiten, wie es Grüne und SPD in Essen tun, sollten sich an Wuppertal ein Beispiel nehmen."

    Vergiss es! Wenn Vorfälle wie dieser eine Sache verdeutlichen, dann die Unwilligkeit linker Parteien linken Extremismus als solchen zu benennen und zu behandeln. Linksextremisten scheint man als Personen/Gruppen zu betrachen, die grundsätzlich für die richtige Sache sind.

  • #3
    thomas weigle

    Um @Nussknacker 56 zu ergänzen: "Grabstein", chinesischer Autor, ich finde das Buch gerade nicht, über die 40-60 Millionen Toten des "großen Sprunges nach Vorn" 58-62 des sog. "Großen Vorsitzenden Mao." Da gab es einiges an Abscheulichkeiten, einschließlich Kannibalismus. Herausragend aber die absolute Dämlichkeit, gepaart mit absoluter Menschenverachtung, der zuständigen Parteikader von der lokalen Ebene bis hoch nach Peking.
    Hübsch auch der Feldzug gegen die Spatzen, die auf Anweisung von Mao durchgeführt wurde. Das endete mit der Vernichtung dieser Vogelart in China. Dann mussten sie feststellen, dass die normalerweise von Spatzen dezimierte Insekten und Würmer freie Fressbahn in den Feldern und Gärten hatten. Die daraus resultierenden Ernteausfälle waren erschreckend.. Also musste man Millionen Vögel in der SU fangen und in die VR China liefern lassen.

  • #4
    Susanne

    Liebe Stadt Wuppertal,

    herzlichen Dank für Ihre Entscheidung, die MLPD-Obergura Gabi Fechtner auszuladen.

    Alle anderen Städte, Parteien, Initiativen sollten sich das zum Vorbild nehmen.

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