
Bei Rohstoffen abhängig zu sein, ist schlecht. Das zeigte sich spätestens beim Gas nach dem Vollangriff Russlands auf die Ukraine und ist, was Seltene Erden betrifft, im Fall Chinas. Nun warnte Monika Schnitzer, die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, in der WAZ davor, dass Donald Trump Deutschland das Gas abdrehen könnte. Der Spiegel meldete vor wenigen Wochen, dass Deutschland 2025 101 Terawattstunden Gas aus den USA importierte – ein Plus von mehr als 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Gas aus den USA ist vor allem Gas, das mit der Fracking-Methode gefördert wurde, die hierzulande niemand anwenden will. Dabei würde mit Fracking in Deutschland gefördertes Gas den CO₂-Ausstoß um 20 Prozent senken. Und vor allem in NRW und Niedersachsen liegt viel Gas, das man fördern könnte. Die Industrie geht von 2,3 Billionen Kubikmetern aus. Gut 20 Prozent seines Gasbedarfs könnte Deutschland über viele Jahre selbst decken.
Doch wie gegen Gentechnik und Kernkraft läuft auch gegen Fracking seit Jahrzehnten eine hysterische Denunziationskampagne von NGOs und Grünen, die den Menschen eingeredet hat, durch Fracking würde das Grundwasser vergiftet. Im Spiegel sagte der Geologe Martin Meschede schon vor Jahren, die Diskussion um Fracking sei aberwitzig: „Seit mehr als zehn Jahren wird behauptet, dass Fracking das Schlimmste überhaupt sei. Das Gegenteil ist der Fall. Fracking wurde inzwischen vor allem in den USA viele Millionen Male durchgeführt.“
Christoph Hilgers, Geologe und Professor für Strukturgeologie am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), sagte der Tagesschau, dass moderne Fracking-Verfahren deutlich umweltverträglicher seien als frühere Methoden. Heute würden andere, weniger belastende Chemikalien in den Frack-Flüssigkeiten verwendet. Der größte Teil dieser Fluide bestehe weiterhin aus Wasser – über 95 Prozent. Hinzu kämen rund vier Prozent sogenannter Stützmittel wie Sand oder kleine Keramikkügelchen sowie etwa ein Prozent chemische Zusätze. Die Stützmittel sorgten dafür, dass die erzeugten Risse im Gestein offenblieben und das Erdgas ungehindert austreten könne. Die neuen Frackfluide wie das von der Universität Leoben entwickelten „Bio Enhanced Energy Recovery“ (BEER) bestünden aus modifizierter Stärke aus der Lebensmittelindustrie und aus Kaliumkarbonat, einem Düngemittel aus der Landwirtschaft.
Es gibt also keinen Grund zur Panik, aber viele gute Gründe, Gas zu fördern.
