Gedanken zur Eröffnungsrede der Rektorin Fioretti beim Rundgang an der Kunstakademie Düsseldorf

Protest gegen Antisemitenshow in der Kunstakademien Düsseldorf Foto: Schroeder

Dass die Rektorin der Kunstakademie Prof. Fioretti ihre Rede bei der Eröffnung des Rundgangs für eine Selbstdarstellung als unnachgiebige Verfechterin der Meinungsfreiheit und Opfer einer angeblichen Diffamierungskampagne ausnutzt, war zu erwarten. Von unserem Gastautor Roman Salyutov, dem Vorsitzenden des Jüdischen Forums CDU NRW unter Mitwirkung der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf.

Ihr Verhalten, indem sie die Veranstaltung mit der Terrorverherrlicherin und Gewaltunterstützerin Basma al-Sharif gegen mehrfache und eindringliche Warnungen aus der Zivilgesellschaft, Antisemitismusforschung wie auch der überparteilichen politischen Landschaft mit Arroganz durchgesetzt hat, lässt den Schaden jeden Tag massiver werden.

Dass sie alle berechtigten kritischen Fragen und Warnungen einfach ausgeblendet hat, bleibt im Raum stehen – ihre formellen Ausreden, dass Antisemitismus keinen Platz an der Akademie habe, sind in Anbetracht ihrer Handlungen nichts anderes als hohle Phrasen. Dass sie mit ihrer Einladung von al-Sharif den Juden- und Israelhassern unmissverständlich signalisiert, dass sie in der Kunstakademie einen Safe Space haben (den eigentlich jüdische Studierende haben sollten) und mit öffentlichen Geldern hofiert werden, bleibt ebenso unbestritten – anders als moralbefreit lässt sich ein solches Verhalten nicht charakterisieren.

Und alle Versuche, die Aufmerksamkeit auf die Veranstaltung selbst zu lenken und dies unter dem Deckmantel der Meinungsfreit zu verbuchen, werden dennoch scheitern: Die Veranstaltung an sich ist sekundär – primär ist dagegen die Weltanschauung von al-Sharif, voller terrorverherrlichendem Israelhass. Und letzten Endes ist es egal, ob sie über Kunst oder welche weiteren Themen auch immer redet – an ihrer Person einer glorifizierenden Terrorunterstützerin ändert dies nichts.

Und das ist der entscheidende Punkt, der in Richtung Rektorat auf verschiedenen Kanälen mehrfach kommuniziert wurde. Bezeichnend ist, von wem sie sich bei ihrer Rede unterstützen ließ: Vertretungsprofessor Ed Atkins. Dieser hat sich unter allen möglichen Akademikern, die etwas zur Meinungs- und Diskussionsfreiheit gesagt haben, ausgerechnet für Edward Said entschieden.

Edward Said war ein bekannter Vertreter der sogenannten postkolonialen Theorie, dem kritische Forscher Verwendung antisemitischer Stereotype und Deutungen, Dämonisierung Israels und das Ziel Zur Eröffnungsrede der Rektorin Fioretti beim Rundgang an der Kunstakademie der Abschaffung des jüdischen Staates attestieren. Er hat zudem Attentate und Terroranschläge gegen Israel immer wieder verharmlost. Dazu kommt noch die Verbreitung von antisemitischen Verschwörungsmythen über „Denkpolizei“, „Israellobby“ und dergleichen wie auch eine TäterOpfer-Umkehr – ein klassisches Instrumentarium des israelbezogenen Antisemitismus heutzutage. Übrigens: Die erste Solidaritätserklärung mit dem antisemitischen Blutbad der Hamas am 7. Oktober 2023 wurde an der Columbia University in New York verfasst – genau an der Universität, deren Atmosphäre Said durch seine langjährige Tätigkeit mitgeprägt hat.

Dass zur Unterstützung der Rektorin Fioretti Bezug auf Said genommen wird, wirft berechtigterweise die generelle Frage nach dem Klima in ihrem Umfeld auf – und in der klaren Konsequenz auch die Frage danach, welche wahren Motive den Organisatoren und Verteidigern der Veranstaltung mit al-Sharif zugrunde liegen. Wenn zur Verteidigung der Einladung an eine glühende Israelhasserin, die antisemitische Narrative bedient, das Repertoire eines anderen Israelhassers herangezogen wird, dann erscheint das Problem des Safe Spaces für Juden- und Israelhasser an unseren Universitäten und damit des Missbrauchs der akademischen Freiheit noch größer. Und noch etwas: Laut Berichten von Zuhörern aus der Veranstaltung mit al-Sharif interessiere diese sich nicht für die deutsche Geschichte und wolle zu ihren entsprechenden Beiträgen auf Social Media nichts sagen. Dies nur zur Komplettierung des moralischen Bildes von ihr und derjenigen, die die Durchführung der Veranstaltung verteidigen. Ein „Genozid“ wurde von Al-Sharif mehrfach thematisiert, der 7. Oktober wurde komplett ausgeblendet. Noch Fragen?

 

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