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Glyphosat und die EU – die faktenbefreite Schlammschlacht

"Die Zeit zurück", by "Olli Henze", flickr.com CC BY-ND 2.0

„Die Zeit zurück“, by „Olli Henze“, flickr.com
CC BY-ND 4.0

Heute wäre es mal wieder soweit gewesen. Die EU sollte in einer Abstimmung über das Schicksal des Pflanzenschutzmittels Glyphosat entscheiden, dessen Zulassung im Dezember ausläuft. Diese Abstimmung kam allerdings gar nicht zustande, da sich bereits im Vorfeld abzeichnete, dass für einen Beschluss die erforderliche Mehrheit ohnehin nicht Zustandekommen würde. Nötig für einen Beschluss für oder gegen Glyphosat sind mindestens 16 Staaten, die für 65 Prozent der EU-Bevölkerung stehen.

Insbesondere Deutschland könnte bei dieser Abstimmung das Zünglein an der Waage werden. Bisher haben wir uns allerdings enthalten, da sich unsere Ministerien für Landwirtschaft und Umwelt nicht darauf einigen können, ob Glyphosat nun gefährlich ist, oder nicht. Dabei liegt die Antwort aus wissenschaftlicher Sicht eigentlich klar auf der Hand. Eigentlich. Denn die Diskussion rund um Glyphosat hat sich schon vor Jahren von einer sachlichen Ebene verabschiedet.

Denn seit grüne NGOs wie z.B. Greenpeace offene Kampagnen gegen Glyphosat fahren, weiß die halbe Welt, wie gefährlich dieses Mittel doch angeblich sei. Dass die Studienlage seit über 40 Jahren klar zeigt, dass Glyphosat so ziemlich das harmloseste Mittel auf dem Markt ist, wird dabei geflissentlich ignoriert. Lieber schürt man irrationale Ängste in der Bevölkerung, indem man Studien veröffentlicht, die Glyphosat quasi überall Nachweisen. Im Urin, in Muttermilch oder in unserem heiligen Bier. Dass die gemessenen Werte im Urin nur so knapp oberhalb der Nachweisgrenze liegen, und eine Gefährdung durch solche Mengen ausgeschlossen ist, verschweigt man lieber. Stattdessen erzählt man irgendwas über die gemessene Konzentration im Urin und erwähnt gleichzeitig, dass sie um ein Vielfaches über dem Grenzwert für Trinkwasser liegt. Wo der Zusammenhang sein soll, spielt keine Rolle. Die Angst ist geschürt. Bestärkt wird diese Angst durch Aussagen wie „Glyphosat in Muttermilch nachgewiesen“. Selbst wenn man unmittelbar (also 8 Monate später) zurückrudert und erklärt, dass die Testmethode für Muttermilch gar nicht geeignet ist, weil sie ein falsches Ergebnis liefert, ist die Legende in der Welt und die Leute sind von der Gefahr überzeugt. Und wenn Glyphosat im Bier ist, spielt es auch keine Rolle mehr, dass die WHO, genauer, ihre Agentur für Krebsforschung (IARC), den Wirkstoff Glyphosat nur als „vermutlich krebsverursachend“ gekennzeichnet hat, während der wichtigste Bestandteil von Bier, nämlich Alkohol, vom IARC als „definitiv Krebserregend“ eingestuft wurde.

Von Plagiaten und Krebs

Ach ja, das IARC und Krebs. Das ist auch so eine Geschichte. Angeblich sollen ja das IARC und unser deutsches Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bei der Risikobewertung von Glyphosat zu zwei völlig unterschiedlichen Einschätzungen gekommen sein. Während das BfR zu dem Schluss gekommen ist, dass Glyphosat bei sachgemäßer Anwendung keine Gefahr darstellt, hat das IARC Glyphosat in die Kategorie 2A gepackt, also als „vermutlich Krebserregend“ gekennzeichnet. In dieser Kategorie finden sich neben Glyphosat z.B. noch der HP-Virus, Malaria, der Friseurberuf, der Konsum von rotem Fleisch und Schichtarbeit.
Ist jetzt eine zwanzigjährige Karriere als Friseur gefährlicher als der regelmäßige Konsum eines guten Steaks? Und wie gefährlich ist es, wenn ich als Schichtarbeiter Gemüse esse, das mit Glyphosat in Kontakt kam? Die Einschätzung des IARC sagt lediglich etwas darüber aus, ob ein Stoff potenziell Krebs verursachen könnte, oder nicht. Ob er das in der Dosis tut, in der wir täglich mit ihm konfrontiert werden, darüber gibt das IARC keine Einschätzung ab. Diese Aufgabe fällt in Deutschland z.B. dem BfR zu. Und dieses kam – wie bereits erwähnt – zu der Einschätzung, dass die Mengen mit denen wir im Alltag konfrontiert werden, zu gering sind, um eine Gefahr darzustellen.

Aber dem BfR kann man ja nicht trauen, nicht wahr? Immerhin hat man für den abschließenden Bericht über Glyphosat direkt von Monsanto abgeschrieben. Aber auch hier vergisst man in der allgemeinen Aufregung, dass der Skandal höchstens ein Skandälchen ist. Denn dass Hersteller eigene Studien zur Gefährlichkeit ihrer Produkte vorlegen ist EU-Recht und soll verhindern, dass ein Konzern dutzende Wirkstoffe auf den Markt schmeißt, und die Regierung nun bewerten muss, welche Mittel den EU-Richtlinien entsprechen. Wenn das BfR also Studien von Monsanto zitiert, ist das lediglich die Anwendung von geltendem Recht. Der „Skandal“ ist hier eigentlich nur, dass das BfR die Zitate nicht entsprechend gekennzeichnet hat. Das ist wissenschaftlich unredlich und zerstört Vertrauen, aber dem BfR hieraus irgendwelche Vorwürfe der Käuflichkeit abzuleiten, ist plumper Populismus.

Der eigentliche Skandal ist nicht der Rede wert

Zumal sämtliche Kritiker gerade den großen Skandal ignorieren, der sich beim IARC anbahnt. Denn wie ein Investigativbericht von Reuters herausgefunden hat, hat das IARC bei der Gefahreneinschätzung von Glyphosat Studien absichtlich umgedichtet, um Glyphosat gefährlicher erscheinen zu lassen, als es eigentlich ist. Dabei wurden Studien die keinen bzw. nur einen sehr geringen Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Glyphosat und Krebs sehen, im endgültigen Bericht als Studien ausgelegt, die dort einen sehr starken Zusammenhang sehen, oder bei denen keine eindeutige Aussage getroffen wurde. Dieser Umstand geht aber in der allgemeinen Berichterstattung genauso unter, wie die Geschichte von Christopher Portier, der nicht nur ein bekannter Glyphosatgegner ist, sondern auch Mitglied in der Arbeitsgruppe des IARC war, das die Einstufung von Glyphosat beschlossen hat. Was Herr Portier leider in diesem Prozess nicht erwähnt hat, war sein Beraterposten bei zwei Anwaltskanzleien, die zu dem Zeitpunkt einen Prozess gegen Monsanto führten, bei dem es um Schadenersatz für angebliche Krankheiten geht, die durch Glyphosat ausgelöst werden sollten.
Aber Portier ist damit keinesfalls alleine. Ein weiteres Mitglied ebendieser Expertengruppe, Charles W. Jameson, hat für diesen Prozess ein bezahltes Gutachten veröffentlicht, das für die Klägerseite gesprochen hat.
Aber davon hört man auf Seiten der Glyphosatgegner – die sonst wirklich jedem unredliches Verhalten und Bestechlichkeit vorwerfen – natürlich nichts. Das ist verständlich, da man die eigenen Kampagnen natürlich nicht gefährden will. Denn der Einfluss verschiedener grüner Nichtregierungsorganisationen (NGOs) hat in den letzten Jahren beträchtlich zugenommen und gipfelte 2014 in einem offenen Brief an Jean-Claude Juncker, indem unter anderem von Greenpeace die Absetzung von Anne Glover gefordert wurde. Anne Glover hielt bis dato den Posten der wissenschaftlichen Chefberaterin der EU-Kommission. Zum Verhängnis wurde ihr wohl ihr Einsatz für Gentechnik, der den Aktivisten von Grennpeace und Co. ein Dorn im Auge war. Selbst 40 Organisationen und 773 Einzelpersonen, die einen Aufruf unterzeichneten, den Posten beizubehalten, konnten gegen den Willen der NGOs nichts ausrichten. Und nun hat es das ausdauernde Engagement dieser Aktivisten zumindest vollbracht, genug Zweifel an Glyphosat zu säen, um die endgültige Abstimmung über dessen Zukunft schon zum zweiten Mal zu verschieben.

Man stelle sich mal vor welcher Aufschrei durch die Medien ginge, würde die Autolobby so ungeniert lobbyieren. Aber die EU? Die trägt das ganze natürlich gerne mit und lässt sich regelmäßig von grünen Lobbyisten vorführen, wie eine Bande kleiner Schulkinder.

Eine Diskussion über Landwirtschaft – aber bitte ohne Landwirte!

Und in der ganzen Debatte wird eine Seite gar nicht angehört: Die Landwirte, die Glyphosat einsetzen. Aber auch das lässt sich sehr einfach erklären. Landwirte haben in Deutschland keine Lobby. Schon seit Jahren sind sie die Prügelknaben der Medien, sobald ein „Lebensmittelskandal“ durch das Land fegt.
Das aktuellste Beispiel ist die Hysterie vom Insektensterben. In den Medien waren die Verantwortlichen schnell ausgemacht: Der Klimawandel und natürlich unsere Landwirtschaft. Blöd ist halt nur, dass die besagte Studie klar macht, dass man weder einen Hinweis auf einen Zusammenhang mit dem Klimawandel gefunden hat, ganz zu schweigen von den Auswirkungen moderner Landwirtschaft.

We show that this decline is apparent regardless of habitat type, while changes in weather, land use, and habitat characteristics cannot explain this overall decline. 

Es gibt zahlreiche Gründe für einen Rückgang von Insektenpopulationen. Einer davon sind sogenannte Neonicotinoide, also eine Gruppe von Insektiziden, die nicht nur Fressfeinde der Pflanzen töten, sondern sich insbesondere schädlich auf Bienen auswirken. Kleiner Funfact am Rande: Glyphosat ist eines der wenigen Pflanzenschutzmittel, das sich quasi nicht auf Bienen auswirkt.

„Pesticides“, by „Andy Powell“, flickr.com
CC BY 4.0

Wie sehen die Alternativen aus?

Nehmen wir mal an, dass Glyphosat bald wirklich verboten wird (was relativ wahrscheinlich ist, sobald im Zuge der Jamaika-Koalition die Ministerien für Umwelt und Landwirtschaft fest in Grüner Hand sind). Welche Alternativen bleiben denn, um Pflanzen zu schützen und unsere Nahrungsmittelsicherheit zu gewährleisten?

Wir können uns wohl darauf einigen, dass es nicht ohne Pestizide geht. Sie sind zwar auch unter Bauern nicht das Mittel der ersten Wahl, aber es gibt Krankheiten und Schädlinge, bei denen alternative Methoden nicht mehr helfen. Aber was hätten wir denn dann zur Verfügung, um Pflanzen zu schützen?

Pflügen wäre so eine Alternative um Unkraut vorzubeugen. Leider zerstört der Pflug die oberste Bodenschicht, in der sich sämtliche Mikroorganismen und Würmer herumtreiben, die für einen gut funktionierenden Acker mindestens genauso wichtig sind, wie flugfähige Insekten. Zudem verbrennt so ein Traktor Sprit, was ebenfalls die Feinstaubbelastung auf dem Acker erhöht.

Aber wir haben ja eben schon festgestellt, ohne Pestizide geht es nicht. Also, was ist noch so auf dem Markt verfügbar?

Mein absoluter Liebling ist Glufosinat, das im Handel als Basta bekannt ist. Die täglich erlaubte Höchstdosis liegt bei 0,021mg/kg. Eine Zulassung hat das Mittel in Europa ebenfalls. Dummerweise ist es fruchtschädigend. Und leider ist das Zeug so stabil wie Jopie Heesters. Auf Gemüse wird es noch bis zu 120 Tage nach der Ausbringung nachgewiesen, bei Tiefkühlware bis zu zwei Jahre. Und das betreffende Gemüse in heißem Wasser zu kochen, um Basta loszuwerden kann man auch knicken, das Zeug überlebt selbst das.
Update: Wie ein Kommentator erwähnte, lief die Zulassung von Basta innerhalb der EU zum Oktober 2017 aus. In Deutschland mussten Restbestände des Stoffes bis Juli 2017 aufgebraucht werden. Das sind mal gute Neuigkeiten und es funktionierte ganz ohne breit angelegte Kampagnen.

Eine andere Alternative wäre Paraquat. Ach nein, wäre es nicht, das ist in der EU ja gar nicht zugelassen. Warum nur? Vielleicht weil die Halbwertszeit im Boden bei rund 1000 Tagen liegt? Oder weil die tödliche Dosis für den Menschen bei 35mg/kg liegt? Oder vielleicht weil der Stoff so oft für Suizidversuche verwendet wurde, dass man ihm sogar ein Brechmittel beigesetzt hat, um das zu verhindern? Nagut, dann halt nicht Paraquat. Es gibt ja zum Glück noch Diquat! Das ist in der EU auch tatsächlich zugelassen, aber nur für den Einsatz bei Kartoffeln und Hopfen. Außerdem ist es in Nationalparks und Naturschutzgebieten verboten. Es ist hochgiftig (die meisten Leute starben nach der Einnahme von rund 12 Gramm, aber schon bei niedrigeren Konzentrationen wurden Organschädigungen sichtbar) und scheißgefährlich für Bienen und Wasserorganismen.

Vielleicht können wir unseren Blick ja auf die Pestizide richten, die im Biolandbau verwendet werden dürfen? Kupfersulfat wäre da so eins. 3kg pro Hektar sind in Deutschland erlaubt, in der EU gilt auch die doppelte Menge noch als zulässig. Und auch Kupfersulfat ist untersucht worden. Zum Beispiel in Mäusen. Dort hat sich herausgestellt, dass schon Mengen von rund 8 mg/kg zu mutagenen und gentoxischen Effekten in Knochenmark und Blut führen, bei 10mg/kg hat man eine Erbgutschädigung festgestellt, die sich in der Bildung von sogenannten Micronuklei manifestierte.
Kupfersulfat reichert sich im Boden an, wird quasi nicht abgebaut, Bauern, die regelmäßig mit dem Mittel in Kontakt kommen, leiden häufiger an Leberschäden, im Boden tötet es alle möglichen Tiere (z.B. Würmer, die ja noch in der Erdschicht leben, in die das Kupfersulfat eindringt) und andere Organismen und im Wasser wirkt es ebenfalls toxisch auf alle Tiere, die dort so rumschwimmen.

Im Vergleich zu den Alternativen schneidet Glyphosat allerdings um einiges besser ab. Bei Ratten betrug die letale Dosis von Glyphosat rund 5000mg/kg, bei Mäusen lag die Dosis bei rund 10.000 mg/kg und bei Ziegen rund 3500mg/kg. In Gewässern betrug die letale Dosis für Fische (je nach Präparat) zwischen 1,3mg/L bis zu über 1000mg/L. Man muss an dieser Stelle erwähnen, dass bei diesen Dosen ausschließlich von Glyphosat die Rede ist. Wann immer man Roundup betrachtet hat, sank die letale Dosis teilweise erheblich. Zum Beispiel auf nur rund 1000mg/kg bei Ratten, oder zwischen 0.65 mg/L bzw. 13 mg/L bei Fischen. Schuld daran sind die in Roundup enthaltenen Zusatzstoffe, sogenannte Tenside, die giftiger sind, als Glyphosat selbst.

Fazit

Die Scheindebatte rund um Glyphosat hält uns vollkommen von der eigentlichen Diskussion über den Einsatz von wirklich gefährlichen Pestiziden ab. Fällt Glyphosat als Pflanzenschutzmittel weg, so wird die entstehende Lücke mit Sicherheit durch Pestizide gefüllt, die noch lange nicht so intensiv und ausführlich untersucht sind, wie Glyphosat. In der nächsten Studie zum Thema Insektensterben wird dann auch definitiv ein Zusammenhang mit Pestiziden zu finden sein, da man sich eine ähnlich harmlose Alternative nicht einfach in einigen Jahren aus dem Ärmel schütteln kann.

Wenn wir wirklich eine bessere, nachhaltigere Landwirtschaft wollen, müssen wir eine Debatte beginnen, bei der wir die Bauern ins Boot holen, uns von romantischen Vorstellungen einer analogen Landwirtschaft, die ohne Einsatz von Pestiziden auskommt, verabschieden und jede mögliche landwirtschaftliche Praktik auf den Prüfstand stellen, um eine Agrarwirtschaft zu bekommen, die zum einen in der Lage ist, die immer weiter wachsende Bevölkerung zu ernähren, aber auch möglichst wenig Auswirkungen auf die Natur hat.

Ein Verbot von Glyphosat wäre ein enormer Rückschritt, sowohl im Hinblick auf den Verbraucherschutz als auch für den Umweltschutz.

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33 Kommentare zu “Glyphosat und die EU – die faktenbefreite Schlammschlacht

  • #1
    Robert

    Eine Alternative zur chemischen Keule in jeder Form wären Roboter, die die Unkraut- und vielleicht auch bald Schädlingsbekämpfung mechanisch und lokalisiert durchführen. Ein Beispiel wäre dieser hier: https://spectrum.ieee.org/automaton/robotics/industrial-robots/bosch-deepfield-robotics-weed-control
    Das wäre sicher nicht nur aus Umweltschutzgründen wünschenswert, da die Bauern sich so auch wieder auf die Nutzung von proprietärem und teurem herbizidresistenten Saatgut verzichten könnten. Und wer weiss, vielleicht wird ja der Einsatz eher kleiner und schwärmender Roboter auch Mischkulturfelder ermöglichen, da es einer ausreichend intelligenten Maschen egal sein dürfte, ob sie in einem Moment Kartoffeln und im nächsten Karotten erntet.
    Mit Glyphosat ist es wie mit dem Diesel. Bewährte Technologie, deren Zeit aus vielen Gründen abgelaufen ist. Besser man schaut nach vorne und ergreift neue Möglichkeiten, als das Ende unnötig hinauszuzögern. Das würde schon industriepolitisch Sinn machen.

  • #2
    RobinS

    Es wäre hilfreich zu wissen, durch was sich der Autor qualifiert, um seine wissenschaftlich abweichende Meinung für den Leser plausibel und risikofrei glaubhaft zu machen.

    Die vergleichende und vor allem irgendwie beliebig erdcheinende Aneinanderreihung von Untersuchungen,- offenbar mangels selbst durchgeführter Studien- . deren Güte und Validität durch den Autor überhaupt nicht nachgewiesen wird,reicht nicht aus, um zu überzeugen.
    Ist der Autor bisher durch eigene Forschungsleistungen zu diesem Thema auffällig geworden, ist er ein in der Wissenschaft anerkannter Experte?

    Eine Beantwortung dieser Fragen durch den Autor selbst oder die Redaktion würde der Einordnung der Beurteilungsqualität der Aussagen des Autors hilfreich sein – insbesondere deshalb, weil der Artikel ideologiegeprägt und nicht wissenschaftsorientiert erscheint.

  • #3
    Sebastian Schmalz Beitragsautor

    @Robert
    Ob sich der Roboter auf herkömmlichen Feldern durchsetzen kann, muss sich zeigen. Wünschenswert wäre es auf jeden Fall. Auf lange Sicht werden wir aber noch ganz andere Herangehensweisen an die moderne Landwirtschaft benötigen, zum Beispiel einen Weggang von offenen Feldern, hin zu abgeschlossenen "Gärten", in denen das Pflanzenwachstum optimal kontrolliert werden kann. Da wären dann auch solche Roboter nicht mehr wegzudenken

  • #4
    Sebastian Schmalz Beitragsautor

    @RobinS

    Inwiefern meine "Meinung" als "wissenschaftlich abweichend" betrachtet werden kann, wüsste ich sehr gerne.

    Meine Expertise auf dem Feld spielt übrigens ebenfalls keine Rolle, da ich hier lediglich den aktuellen Stand der Wissenschaft wiedergebe. Unterlegt mit Quellen um meine Aussagen zu untermauern. Wenn du dich gerne weiter über den Stand der Wissenschaft zum Thema Glyphosat informieren möchtest, empfehle ich dir diesen Beitrag, in dem nochmal über 100 weitere wissenschaftliche Quellen zu Glyphosat aufgeführt sind:
    http://nulliusinverba.blockblogs.de/2016/06/12/glyphosat-die-fakten-zur-debatte/
    Dort wirst du schnell feststellen, dass der wissenschaftliche Stand zum Thema Glyphosat genau dem entspricht, was ich in diesem Beitrag wiedergeben habe.

  • #5
    RobinS

    @Sebastian Schmalz- Sie weichen meiner Frage aus und verweisen auf einen Blog, den Sie selbst -nachdem man trotz mühsamer Suche außer im Impressum nichts Konkretes über die weiteren Autoren erfährt- betreiben.
    Ich bitte um Verständnis, dass ich nicht geneigt bin, hunderte wissenschaftlicher Studien zu lesen und zu überprüfen-schon gar nicht dann, wenn dies nicht meinen Fachgebieten entspricht, sondern ich mich auf die Expertise ausgewiesener und unabhängiger Fachleute verlassen muss.

    Insofern spielt die Frage Ihrer Expertise und Unabhängigkeit für mich naturgemäß schon eine Rolle. Dies könnte mich dann ggf. motivieren, mich intensiver mit dem Thema zu befassen.
    Wenn ich aber erst weitere hundert Studien lesen muss – wie Sie mir auf meine Nachfrage nahelegen- verlasse ich mich doch lieber auf offizielle Verlautbarungen als auf eines Autoren, dessen Fachlichkeit weder durch ihn selbst noch durch die Herausgeber dieses Blogs dargelegt wird.

  • #6
    trevor phillips

    Wow, der Autor gibt also zu dass er keine Ahnung hat und nur nachanachappert was er so im Internet findet und behauptet es würde den aktuellen stand der Wissenschaft wiedergeben. Aber stimmt das auch? Und das zu einem Thema wie Glyphosat.
    Zusammengefasst steht hier im Text und auch in dem eben verlinkten Text aus dem kommentar, dass es überall nachgewiesen ist, ja auch in allen untersuchten Muttermilchproben und im Bier, was für manchen den gleichen Stellenwert hat. Aber das wir uns keine Gedanken machen sollten weil, aus Gründen.
    Wir feiern in diesem Jahr den 60sten Geburtstag von Contergan und sollen uns freuen über Pflanzenschutzmittel in der Muttermilch. Danke für die erhellende Aufklärung Herr Schmalz

    Toll, sollte hier nicht Anzeige über dem "Artikel" stehen?

  • #7
    Helmut Junge

    Eine "wissenschaftlich abweichende Meinung" zu einem Thema, zu dem es etliche widersprüchliche Studien gibt, empfände ich als Sensation. Ja oder Nein ibt es doch bereits.

  • #8
    Sebastian Schmalz Beitragsautor

    @RobinS
    Meine Expertise spielt in diesem Zusammenhang einfach keine Rolle. Wenn ich jetzt erkläre, dass ich mich zur Zeit in einem Ingenieursstudium befinde, sind die von mir verwendeten Quellen in diesem Beitrag nicht mehr und nicht weniger valide als vorher. Das würde sich auch nicht ändern, selbst wenn ich nun einen Nobelpreis in Biologie erhalten hätte, oder Hauptberuflich Taxi fahre.

    Dass es für einen Laien schwierig ist, sich in so ein Themengebiet einzulesen, ist mir durchaus bewusst, aber genau aus diesem Grund habe ich alle verwendeten Quellen angegeben. Ich verlange von niemandem, dass er oder sie mir glauben schenkt, nur weil ich eine Expertise besitze – oder auch nicht. Ich verlange auch nicht, dass man sich alle 100 Quellen in meinem anderen Beitrag zu dem Thema zu Gemüte führt, aber ich verlange auf jeden Fall, dass eine wissenschaftliche Debatte mit Argumenten geführt wird und nicht mit der Frage, ob der Autor glaubwürdig ist, oder nicht. Denn genau auf diese Weise wurde (nicht nur mit Glyphosat) schon zu viel Schindluder getrieben. Der Ausspruch "Glaubt uns", ist wichtiger als die Aussage "Überprüft uns!". Und genau das will ich ändern.

    Ich bin liebend gerne bereit, die Inhalte des Textes zu diskutieren. Natürlich unter Verwendung von wissenschaftlichen Quellen, um meine Aussagen überprüfbar (und gegebenenfalls angreifbar) zu machen, aber wenn das nicht genügt, dann sei es so.

  • #9
    Sebastian Schmalz Beitragsautor

    @trevor

    Hast du zum Inhalt auch was beizusteuern? Ich meine, die Quellen sind überall angegeben. Welche von denen stimmen denn nicht? Wo liege ich denn falsch? Und was hat Contergan nochmal mit Glyphosat zu tun? Ich meine, dieses Jahr feiern wir sogar den 100. Geburtstag von Heinrich Böll, Arthur C. Clarke und Zsa Zsa Gabor, haben die jetzt auch was mit Glyphosat zu tun?

  • #10
    RobinS

    Ich muss zugeben – das ist ja offensichtlich- von diesem Thema nur minimalste bis gar keine Kenntnisse habe. Da ich vollkommen fachfremd bin,kann ich auch die Qualität der entsprechenden Studien nicht überprüfen, geschweige denn, sie verstehen.
    Daher bin ich zur Meinungsbildung auf die Einschätzung unabhängiger Experten angewiesen.

    Insofern spielt es für mich natürlich eine Rolle, ob Sie sozusagen "vom Fach" und daher auch in der Lage sind. die von Ihnen angeführten wissenschaftlichen Ergebnisse, die Sie aus verschiedenen Studien rezipieren, auch einer entsprechenden Überprüfung zu unterziehen.

    Gerade in dieser Debatte existieren lt. unterschiedlicher Medienberichte, so mehrfach auch Zeit online, . sogar tausende Studien der unterschiedlichsten Orgsnisationen, die zum Teil zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

    Gerade aber bei ideologisch und wirtschaftlich dominierten Debatten über Wirksamkeit und/oder Schädlichkeit von Produkten, mit denen zig Milliarden verdient oder nicht werden, ist für einen Laien durchaus Skepsis angebracht und die Frage nach Unabhängigkeit und Fachlichkeit eines Verfassers geradezu aufdrängend ( vgl. Debatten über E-Zigarretten).

    Ich möchte Ihnen daher persönlich nicht zu nahe treten , bitte aber um Verständnis für die Skepsis und meine hierin begründeten Nachfragen.

  • #11
    Sebastian Schmalz Beitragsautor

    @RobertS

    Ich bin ausgesprochen froh über jeden, der sich kritisch mit meinen Texten auseinandersetzt. Leider höre ich die Frage nach meiner Expertise regelmäßig und nur selten ist das Ziel eine sinnstiftende Unterhaltung, deshalb schlage ich in den ersten Kommentaren generell einen etwas raueren Ton an. Wenn sich darüberhinaus dann eine Unterhaltung ergibt, kann ich auch ganz sanft sein.

    Auch als Fachfremder kann man sich – mit ein bisschen Zeit – in die Materie einarbeiten, das ist alles eigentlich nicht so schwierig. Zur anständigen Überprüfung einer Studie gehört gar nicht so viel Detailwissen, das nimmt nur einen Teil des Prozesses ein. Häufig ist die Frage, ob die Erhebung und Auswertung der Daten anständig erfolgt ist, schon ein guter Anhaltspunkt um auch als Laie einen groben Überblick über die Studie zu bekommen. Wenn jemand die Wirkung eines Stoffes z.B. an Mäusen untersucht und aus irgendeinem Grund die Mäuse in der Kontrollgruppe (an der betrachtet wird, ob ein Stoff tatsächlich eine Wirkung hat oder ob der Effekt auch spontan in den Mäusen aufgetreten wäre) schon nach der Hälfte der Versuchszeit tötet, sagt wohl auch jeder Laie, dass da doch irgendwas nicht stimmen kann. Wenn wirklich eine tiefgreifende Expertise notwendig wird (zum Beispiel warum Glyphosat im Körper nicht per se eine Gefahr darstellt), muss man teilweise etwas mehr Zeit investieren, um eine verlässliche Antwort zu finden, aber auch das ist machbar (und wird mit ausreichenden Sprachkenntnissen in Englisch um einiges einfacher) – zumindest wenn es nur darum geht, einen groben Überblick über den Stand der Debatte zu gewinnen. Bei dem Versuch, an der Spitzenforschung auf dem Gebiet mitzuwirken, reichen Statistikkenntnisse leider auch nicht mehr.

    Für den wissenschaftlich interessierten Laien empfehle ich gerne die Scienceblogs.de und die Scilogs.de. Beides sind Blogs die (teilweise professionell) von mehreren Autoren mit wissenschaftlichem Background betrieben werden. Und (ganz wichtig) diese haben für ihre Aussagen ebenfalls Quellen an der Hand. Diese Blogs sind eigentlich perfekt für einen Einstieg in die "Szene" und man bekommt relativ schnell ein Gefühl für den Umgang mit kritischen Themen (wie Glyphosat, Klimawandel, Impfungen, E-Zigaretten usw.).
    Ach, die Diskussionen in den Kommentarspalten sind auch nicht zu verachten!

  • #12
    Volker Rohlfs

    Als jemand "vom Fach", der zudem noch unabhängig ist, kann ich die vom Autor hier getroffenen Aussagen weitgehend bestätigen. Ich habe einen Fehler gefunden, betreffend des als Alternative genannten Glufosinats (Basta), welches aus mindestens zwei Gründen keine Alternative darstellt: zum einen ist Basta ein reiner ‚Abbrenner‘, diverse Unkrautarten können danach aus der Wurzel neu austreiben, viel wichtiger ist jedoch: dieses Mittel ist schon seit längerem nicht mehr zugelassen.
    Insbesondere die Tatsache, dass ein Verbot von Glyphosat einen Rückschritt in Sachen umweltfreundliche Produktion darstellen würde kann ich ganz klar bestätigen, eine mechanische Unkrautregiüulierung hat die beschriebenen "Nebenwirkungen" – insbesondere der Energieeinsatz für diese Massnahmen ist um ein vielfaches höher, als eine chemische Bekämpfung. Dies trifft im übrigen auch auf die in den Kommentaren genannten Feldroboter zu, wenn diese denn schon praxisreif einsetzbar wären.
    Zu meiner Fachkompetenz: ich habe ein Studium in diesem Bereich abgeschlossen und bin diplomierter Agraringenieur, habe eine amtlichen Sachkundenachweis und bilde mich regelmässig auf dem Gebiet fort.

  • #13
    Daniel

    Der glyphosat-Wahn der ökofaschisten ist wirklich kaum erträglich. Argumente und evidenz helfen da leider nicht. Was "die Industrie" entwickelt, muss schlecht sein. Mit einem so unterkomplexen Ansatz lebt es sich schön einfach und mit dem guten Gefühl, ein besserer Mensch zu sein. Kennt man hier in Deutschland schon länger.

  • #14
    Sebastian Schmalz Beitragsautor

    @Volker
    Tatsächlich, die Zulassung ist vergangenen Monat innerhalb der EU ausgelaufen. Und innerhalb Deutschlands mussten die Restbestände bis zum Juli diesen Jahres aufgebraucht sein.
    Endlich mal gute Neuigkeiten. Ich hab‘ das im Artikel mal ergänzt

  • #15
    Gerd

    Das Zeug wird seit über vierzig Jahren rund um die Welt eingesetzt. Wenn es so gefährlich wäre wie von den sogenannten Umweltschützern behauptet, wo sind dann die ganzen Krebstoten? Die müßte es dann überall in der Welt geben. Insbesondere unter den Landwirten.

    Zumindest in Deutschland ist davon nix zu sehen. Woraus man schließen kann, dass Glyphosat bei richtiger Anwendung unbedenklich ist.

  • #16
    Helmut Junge

    Kann man großflächige Landwirtschaft ohne Pflanzenschutzmittel wirtschaftlich betreiben?
    Wenn "Nein", ist großflächige Landwirtschaft überhaupt notwendig? Wenn "Ja", weil sonst einige Milliarden Menschen verhungern müßten, stellt sich die Frage: gibt es zu Glyphosat Alternativen?
    Alle Pflanzenschutzmittel sind giftig. Das geht gar nicht anders, weil sie ja töten sollen.
    Was töten soll, wird auch immer auf andere Lebewesen mehr oder weniger giftig sein. Deshalb sind auch alle denkbaren Alternativen zu Glyphosat giftig.
    Jetzt kann es aber sein, daß Glyphosat im besonderen Maße giftig ist, Alternativmittel aber nur im geringeren Maße.
    Ich bin Laie, aber die Glyphosatgegner müßten die Alternativen benennen. Tun sie das? Ich vermute nicht. Und wenn ein anderes Mittel eingesetzt würde, gäbe es darüber dann keine Klagen? Vermutlich hätten wir die gleiche Diskussion wegen des Alternativmittels.

  • #17
    Klaus Lohmann

    Scheinbar geht es hier wirklich nur darum, verbal auf die ach-so-verhassten "Ökofaschisten" einzuprügeln, ohne sich ernsthaft mit der Materie auseinandersetzen zu wollen.

    Wenn wir uns allein den "Funfact" des Autors bez. Toxizität von Pflanzengiften bei direkter Anwendung auf Bienen und seine "Freude" bez. des Ergebnisses von Glyphosat anschauen, hilft ihm vielleicht der "serious fact" auf die Sprünge, dass die größte Gefahr beim fortschreitenden Bienensterben nicht von direkter Sprüh-Anwendung von Unkrautvernichtern und daraus resultierendem Tod der Bienen ausgeht, sondern insbesondere durch Neonikotinoiden zur Insektenbekämpfung, z.B. Thiacloprid von Bayer, mittels Störung des Orientierungssinns, Schwächung des Immunsystems und daraus folgendem Kollabieren ganzer Bienenvölker verursacht wird.

    Und nochmals der Hinweis: "Wie Monsanto das Krebsrisiko verharmlost" http://www.spiegel.de/spiegel/glyphosat-monsanto-verschwieg-die-risiken-des-unkrautvertilgungsmittels-a-1174501.html#ref=rss

  • #18
    Klaus Lohmann

    @#16 Helmut Junge: Es gibt immer die Alternative der mechanischen Unkrautbekämpfung (https://www.topagrar.com/news/Acker-Agrarwetter-Ackernews-Wenn-Glyphosat-verboten-waere-Was-sind-die-Alternativen-2835359.html), die sich allerdings aufs Preisgefüge auswirken würde. Es geht also im Endeffekt und rein wirtschaftliche Betrachtungsweisen, was die Zukunft der konventionellen Landwirtschaft angeht.

  • #19
    Sebastian Schmalz Beitragsautor

    @Klaus
    Korrekt. Nichts anderes schrieb ich oben in dem Absatz. Leider wird beim Thema Insektensterben immer wieder auf Glyphosat verwiesen, weshalb ich das Problem der Neonicotinoide in diesem Absatz nochmal angesprochen habe.

    Der Artikel vom Spiegel steckt hinter einer Paywall. Aber mehr als die Überschrift brauche ich nicht, um zu erkennen, dass das Unsinn ist. Hier ist eine Stellungname des BfR die nicht nur zitiert, welche anderen Behörden weltweit zum gleichen Ergebnis der Ungefährlichkeit von Glyphosat kommen, nein, es wird auch erwähnt, dass Monsanto selbst die vermeintliche Krebsgefahr in den angegebenen Studien erwähnte:
    http://www.bfr.bund.de/cm/343/glyphosatefsa-efsa-und-echa-antworten-christopher-portier.pdf

    Zitat:
    „Die von Christopher Portier als „neu“ angegebenen Tumorinzidenzen finden sich alle in den Originalstudien der Hersteller.“

  • #20
    Klaus Lohmann

    @#19: Vielleicht wären die 40 Cent für den Spiegel-Artikel doch ganz gut angelegt. Der "Unsinn" beschäftigt sich halt nicht nur mit der Kanzerogenität von Glyphosat, sondern mit der von Roundup und den darin enthaltenen Zusatzstoffen, die Du ja selbst erwähnst. Und es geht natürlich auch um die Art und Weise, mit der Monsanto wie üblich versucht, Kritiker – die die gleichen Untersuchungsmethoden wie Monsanto, EU und BfR anwenden – mundtot zu machen. Die von Monsanto im Zuge des Schadensersatz-Prozesses in den USA gezwungenermaßen veröffentlichten EMails und Dokumente belegen dies eindrucksvoll, aber derartiges Geschäftsgebahren zum Zwecke der Profitsicherung bei gesundheitsgefährdenden Produkten ist in der gesamten chemischen und biotechnologischen Industrie natürlich die Riiiesenausnahme, gell?

  • #21
    Sebastian Schmalz Beitragsautor

    @Klaus

    Ich investiere liebend gerne Zeit um zu diskutieren, aber keinen Cent.
    Deshalb also folgende Fragen:

    Welche Kritiker macht Monsanto mundtot? Und wie schaffen sie das? Und was untersuchen die Kritiker genau?

    Weil nie auszuschließen ist, dass Unternehmen ihre Studienlage zum eigenen Vorteil frisieren, fordern die Zulassungsbehörden eben noch mehr als nur Industriestudien an. Daraus schließt das IARC ja eben die vermeintliche Krebsgefahr. Die haben in ihre Bewertung ebenfalls die Studien zu Roundup einfließen lassen, die es sehr wohl gibt und die eben andere Effekte bescheinigen, als das reine Glyphosat.
    Das scheint aber noch nicht bei jedem angekommen zu sein, da in allen Beiträgen und Kommentaren, die sich mit den Monsanto Papers beschäftigen, Roundup und Glyphosat synonym zueinander verwendet werden. Das trägt ebenfalls dazu bei, dass Glyphosat per se verteufelt wird, ohne einen genauen Blick auf die Tenside zu werfen, die die negativen Auswirkungen des Stoffes um einiges erhöhen.

    Und das Verhalten von Monsanto kann man gerne kritisieren, es ändert aber nichts an den Ergebnissen, die seit 40 Jahren aus der ganzen Welt einfließen. Denn selbst Roundup steht im Vergleich zu anderen Pflanzenschutzmitteln noch um einiges besser dar – insbesondere im Hinblick auf die Abbaurate des Stoffes und der Gefahr für Insekten

  • #22
    Manfred

    Als Einstieg in die Wissenschaft zum Thema – auch zur Beurteilung/Einschätzung der Studien – empfehle ich einen meiner Lieblingsblogger:

    https://scilogs.spektrum.de/fischblog/glyphosat-und-krebs-welche-studie-stimmt-denn-nun/

    P. S. Ich bin vom Fach: Seit 40 Jahren zwingen mich Monsanto & Co. mit Glyphosat versetztes Bier zu trinken. Mann hat es nicht leicht als Jünger Enkidus.

  • #23
    Helmut Junge

    @Klaus Lohmann, ich hab den Link gelesen. Nur sagt der Artikel genau das, was ich bereits vermutet hatte, nämlich daß andere Pestizide noch giftiger sind. Als Alternative bliebe die mechanische Unkrautbekämpfung.
    Und da sage ich als Realist, daß das nicht so ohne weiteres durchsetzbar sein wird, abgesehen davon, daß es mindestens die Konsequenzen haben würde, wie Sebastian Schmalz es oben beschrieben hat:
    "Pflügen wäre so eine Alternative um Unkraut vorzubeugen. Leider zerstört der Pflug die oberste Bodenschicht, in der sich sämtliche Mikroorganismen und Würmer herumtreiben, die für einen gut funktionierenden Acker mindestens genauso wichtig sind, wie flugfähige Insekten. Zudem verbrennt so ein Traktor Sprit, was ebenfalls die Feinstaubbelastung auf dem Acker erhöht."
    Und in dem Link, den Sie mir gegeben haben steht doch zusätzlich noch, daß bei Hanglagen mit Bodenerosionen zu rechnen wäre.
    Was also bliebe dann?

  • #24
    Klaus Lohmann

    @#23 Helmut Junge: Pflügen ist längst keine Allheil-Alternative in der konventionellen Landwirtschaft mehr. Es gibt eine ganze Palette von anderen Möglichkeiten, angefangen beim Grubben und längst nicht zu Ende mit der Mulchsaat und erhöhtem Fruchtwechsel. Außerdem wäre Bodenerosion durch Pflügen nur in geologisch bestimmten Gegenden (hügelige Lagen) zu befürchten, bei manchen Bewuchsarten wie z.B. Mais ist Pflügen wg. der wichtigen Inhaltsstoffe der übrigbleibenden Maisstoppeln sogar sinnvoller als pfluglose Bodenbearbeitung. Es ist eine Sache der gründlichen Analyse des Standortes und der Fruchtart bzw. des Ertragsziels (so sollte der Einsatz von Pflanzen-/Insektengiften ja auch ablaufen), und da wären wir wieder bei der wirtschaftlichen Betrachtungsweise.

    Ganz hundertpro sicher ist nur eins: ein möglichst schonender, giftfreier Landbau ist zukünftig nicht billiger zu bekommen, aber mit Gehirnschmalz auch nicht sehr viel teurer.

  • #25
    Tobias

    @Klaus Lohmann
    "Ganz hundertpro sicher ist nur eins: ein möglichst schonender, giftfreier Landbau ist zukünftig nicht billiger zu bekommen, aber mit Gehirnschmalz auch nicht sehr viel teurer."

    Und die Umlage für erneuerbare Energien sollte nur eine Kugel Eis im Monat betragen. Wir wissen wo das geendet hat.
    Da vertraue ich lieber der Wissenschaft und setze weiter auf Glyphosat. Ich bin übrigens Chemiker, weiß also auch was mit den Inhaltsstoffen anzufangen, vor allem auch mit Risikobewertungen.

  • #26
    Walter Stach

    "Schlammschlacht"…..?
    Wenn sich in der EU -bisher- nicht die erforderliche Mehrheit der Mitgliedstaaten für eine Verlängerung der Glyphosan –Zulassung über den 31. 12. 2o17- gebildet hat, dann läßt das zumindest vermuten, daß die betr. EU-Staaten dabei nicht allesamt von "faktenwidrigen" Aspekten geleitet werden und "faktenwidrig" in den Fachausschüssen der EU argumentieren.

    Insofern , so scheint mir, dürfte mit der gegen die Glyphosat-Kritiker geschwungenen rhetorischen Keule "faktenbefreite Schlammschlacht" eben eine solche zusätzlich befeuert werden und nicht eine von Sachargumenten bestimmte Auseinandersetzung. Das gilt im übrigen auch für die weltweit sehr, sehr kritische Auseinandersetzung mit Monsanto im allgemeinen. Monsanto -bzw. "demnächst" der Bayer-Konzern-wird m.E. seinen unternehmerischen Interessen langfristig ehe schaden als nutzen, wenn Gegnern eine "faktenbefreite Schlammschlacht" vorgehalten wird, denn solche " rhetorischen Keulen" führen regelmäßig bei denen, die sich von ihnen bedroht sehen, zu noch mehr widerständigem Kampfgeist.

    Zur Sache äußere ich meine Meinung jetzt und hier nicht, da ich vermeiden möchte, als Akteur einer Schlammschlacht gelten zu können und das gilt für meine Meinung zu dem Herbizid Glyphosat im speziellen und zu meiner Meinung bezogen auf die damit verbundene generelle Frage nach der "Zukunft der Landwirtschaft" in Deutschland unter ökonomischen und ökologischen Aspekten . Dazu gibt es vielfältige, umfangreiche , gegensätzliche Literatur – oft interessengelenkt u.zielorientiert ,selten interessenunabhängig und zieloffen-, mit der mich nur ansatz- und auszugsweise befaßt habe.

    Also losgelöst von meiner Meinung in der Sache:

    Ich gehe zunächst ‚mal davon aus, daß in demokratischen Prozessen und nicht mittels Diktat in Deutschland, in der EU über die weitere Zulassung von Glyphosat beraten und entschieden werden wird und möglicherweise -demnächst?- Gerichte in Strafverfahren, in Zivilprozessen in Deutschland und /oder auf EU-Ebene sich mit Glyphosat zu befassen haben -aus welchen konkreten Anlässen auch immer, denn da sind viele denkbar.

    Sind das "Schauplätze faktenbefreiter Schlammschlachten"?
    Nee, nee.
    Demokratische Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse bzw. rechtstaatliche Entscheidungsfindungen in gerichtlichen Auseinandersetzungen -gut so und Ende offen-.

    PS
    Ich nehme an, daß als Bestandteil des von mir angesprochen demokratischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozesses auch in den laufenden Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene -aber auch in Niedersachsen- über die unterschiedlichen Vorstellungen der beteiligen Parteien zur "zukünftigen Landwirtschaft in Deutschland" unter ökonomischen und ökologischen Aspekten gestritten werden wird und dabei kann m.E. das Thema "Glyphosat" in der Landwirtschaft nicht ausgespart werden; auch insofern Ende offen!

  • #27
    Helmut Junge

    Aber wenn es so ist, bedeutet es doch erst einmal erhebliche Veränderungen im Maschinenpark und beim Personalaufwand. Wenn ein Bauer sich darauf einläßt, begrüße ich es sicher. Nur wer will Bauern dazu zwingen, solch eine Umstellung vorzunehmen? Und wird es wirklich immer funktionieren, also ohne Ernteverluste? Ich schätze, daß wir noch lange mit all den bösen Zusätzen leben müssen.
    Es gibt für solche Pläne überhaupt keine Infrastruktur. Wer baut denn die erforderlichen Maschinen, wo käme das erforderliche KnoHow beim Zusatzpersonal her? Das sind Phantasien, wie die Millionen Elektroautos die allesamt Nachts aufgeladen werden wollen, auch wenn dann gerade kein Wind wehen will. Von der Photovoltaik ganz zu schweigen. Wo käme da plötzlich der ganze Strom her? Solange es nur Einzelaktivisten machen, klappt das wunderbar.

  • #28
    Klaus Lohmann

    @#27 Helmut Junge: Zum einen gibt es schon längst landwirtschaftliche Initiativen, Vereinigungen und Forschungsinstitute, die die "Phantasien" konkret umsetzen, zum anderen wird der Landwirtschaft nach der jetzigen (Nicht-)Entscheidung über die Glyphosat-Zulassung in der EU bzw. mit den Bestrebungen der EU-Kommission für ein Verbot spätestens ab 2024 (http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2017-10/eu-parlament-glyphosat-pflanzenschutzmittel-monsanto-zulassung-verbot) auch nichts anderes als Volldampf-Forschung und -Entwicklung übrig bleiben, wenn man umweltgerechte Alternativen in 5 oder 7 Jahren parat haben will.

  • #29
    Helmut Junge

    @#28Klaus Lohmann, "wenn man umweltgerechte Alternativen in 5 oder 7 Jahren parat haben will."
    will man denn?
    Und wenn man will, kann man denn? Da wird wohl manch ein Bauer in vielerlei Hinsicht schlichtweg überfordert sein. Die werden aufgeben müssen, haben aber Unterstützung in der Politik. Gehen wir also von 40 Jahren aus, die das dauert.

  • #30
    Klaus Lohmann

    @#29 Helmut Junge: Wasserglas halb voll oder halb leer? Ich hab familiäre Kontakte in die Soester Börde und nach Ostwestfalen, die sind da lange nicht mehr so rückständig und reaktionär, wie Manche über Landwirte immer noch urteilen;-)

  • #31
    K. Naumann

    Hallo …..Mal eine Bitte:Leider kann man den Artikel schlecht teilen, da er oft als Spam identifoziert wird (ich denke wg. des Wortes Schlammschacht im Titel). Wäre es mgl. Das abzuändern? Danke K. Naumann

  • Pingback: Glyphosat – Umgang mit angstbehafteten Themen – System-Anomalie

  • #33
    Elmar Heither

    Der Erhalt von Glyphosat bewirkt in erster Linie das Alternativen im Pflanzenanbau ausbleiben. Die immer Technikgläubigen werden nur feststellen das nichts kommt. Also ein weiterso nur ohne zu denken. Industrielobbyismus dient in erster Linie nie dem Bürger. Lösungen entstehen mit Zwang zur Veränderung oder auch durch Anreizmodelle. Die Erneuerbare Energie ist daszu ein gutes Beispiel. Ein Kilowattstunde Windenergie wird aktuell mit 4,7 cent vergütet. Von solchen Erzeugerpreisen träumen die alten Erzeugerquellen. Hohe Prämien für neue Ideen wie man mit wesenlich weniger Pflanzenschutz auskommt sind ein Weg der Lösungen bringt. Das wollen aber alle Besitzständler tunlichst vermeiden und lassen solch ein halbwissen wie auch dieser Artikel hier verbreiten.

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