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Homöopathie und Corona: Umfrage zeigt, dass die große Mehrheit der Deutschen strunzdumm ist

Homöopathische Globuli und Dilutionen Foto: Wikidudeman Lizenz: Gemeinfrei


Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa kommt zu einem erschreckenden Ergebnis: Fast zwei Drittel der Menschen in Deutschland befürworten den Einsatz homöopathischer Mittel zur Behandlung von Covid-19-Erkrankungen.

Das ist eines von mehreren Ergebnissen einer repräsentativen Umfrage des Forsa-Instituts. Auftraggeber war der Deutsche Zentralvereins homöopathischer Ärzte. Tja, so etwas gibt es. Auch Ärzte sind nicht immer  seriös oder klug.

In einer Pressemitteilung wird verbreitet, dass 61 Prozent der Deutschen “ziehen homöopathische Behandlung ernsthaft in Betracht”. Ebenfalls beunruhigend ist, das 42 Prozent der  Ansicht sind, das der Staat Geld verschwenden   und die   “Erforschung von Methoden zur Vorbeugung gegen eine Infektion mit dem Corona-Virus und der Behandlung von Covid-19” unterstützen soll.

Die Wirkungslosigkeit von Homöopathie wurde in zahlreichen Studien bewiesen.  Das Menschen sich in der Not auch an Unfug klammern, ist normal. Dass sie es während der Corona-Krise tun, lebensgefährlich. Ärzten, die Corona mit homöopathischen Mitteln behandeln, sollte die Zulassung entzogen werden

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12 Kommentare zu “Homöopathie und Corona: Umfrage zeigt, dass die große Mehrheit der Deutschen strunzdumm ist

  • #1
    ke

    Spannend wäre es jetzt zu sehen, wie die Umfrage aufgebaut war.
    Noch interessanter wird es zu sehen, wer solche Ergebnisse der Pressemitteilung unkommentiert verbreitet.

    Insbesondere im Bereich Corona muss der Verbraucherschutz deutlich aktiver werden.
    Aber nach Frau "Ich bin jetzt in Brüssel", die ihn schon ignoriert hat, hört man aktuell gar nichts mehr aus dem Bereich.
    Selbst bei so absurden Risikoverlagerungen bzgl. Insolvenzen im Bereich Reisen mit Gutscheinen auf Verbraucher, ist aus dem Ministerium nichts zu hören.

    Herr Habeck vertagt die angekündigte Diskussion bei den Grünen wahrscheinlich auch mind. ins nächste Jahrzehnt.

  • #2
    Bebbi

    In der PM ist eine PDF verlinkt. Auf Seite 6 lernen wir, dass nur halb so viele an Infos interessiert sind, wenn es sich bei weiteren Maßnahmen um Homöopathie handelt, als wenn sie nicht wissen, dass es solche ist. Auf der nächsten Seite finden wir, dass die Frage lautete: "[…] „Angenommen, es gäbe die Möglichkeit, zusätzlich zu den derzeit empfohlenen Maßnahmen für einen gewissen Grad weitere medizinische Präventivmaßnahmen zum Schutz gegen eine Infektion mit dem Corona-Virus zu ergreifen: Wie stark wären Sie dann an Informationen daran interessiert: (…)?“ Die Frage war hingegen nicht, ob man Homöopathie gegen Corona gut findet, wie hier behauptet. Die Frage ist genauso sinnvoll wie "Nehmen wir an, Alkohol könne nicht süchtig machen und würde keinen Kater verursachen: Könnten sie sich dann vorstellen, den Tag mit einem Bier zu beginnen".

    Auch wenn es vielleicht den Aufreger-Post kaputt macht, hätte man mal 5 Minuten recherchieren können.

  • #3
    Berthold Grabe

    Die Menschen sind nun mal strunzdumm, das eigentlich fatale ist die Überraschung, die mich wiederum nicht wundert, stelle ich doch eine permanenten Überschätzung uns als Gesellschaft und immer wieder auch uns als Individuum fest. die meiste Zeit arbeite ich mich daran ab, den eigenen Dummheiten nicht auf den Leim zu gehen. Und sehe fassungslos zu, wie sehr viele andere Menschen, das weder für nötig halten noch sich dessen bewusst sind und somit selbst mein eigenes fragiles Niveau beständig zu unterbieten bereit sind.
    Diese Selbstüberschätzung vergrößert gerade massiv die Dissonanzen und Fehlleistungen unserer Gesellschaft. Dummheit aller und Arroganz der Gebildeten wird zu häufig mit Individualismus entschuldigt und exzessiv ausgelebt und zu häufig verdrängt.
    Die Folge sind immer mehr Vorschriften weil auf gesunden Menschenverstand niemand mehr zu setzen bereit ist und man sich auch nicht mehr darauf verlassen kann. Das Ich ist wichtiger geworden als Vernunft.
    Es sit nicht ungewöhnlich Dummheiten zu begehen, aber wir sind ungewöhnlich hartnäckig darin geworden, sie zu entschuldigen oder uns aufgrund herausragender Stellung abzusprechen.

  • #4
    Helmut Junge

    Im Mittelalter, als es noch keine Medikamente gab, und von Impfstoffen noch nicht einmal gesprochen wurde, haben die Leute jedem geglaubt, der Heilung versprach. Hahahaha.
    Für die diejenigen, den Witz nicht verstanden haben, die Erklärung. Heute haben wir sowohl Medikamente und sogar Impfstoffe, und die Leute brauchen keine Angst haben.
    Wir unterscheiden uns eben gewaltig von den Unwissenden von damals.

  • #5
    Leander

    Wenn stimmt, was Bebbi oben schreibt, ist der ganze Artikel nichts als Klickbait und mutwilliger Nonsens!

  • #6
    Wolfram Obermanns

    Wer wissen will, wie die 61% zustande gekommen sind folge dem Link und schaue mal auf Seite 7 nach. Da wird es noch kurioser als in der von Bebbi zitierten Frage:
    Frage 6: „Derzeit gibt es noch kein Mittel zur Behandlung schwerkranker Covid-19-Fälle. (…). Wenn es Hinweise darauf gäbe, dass in der Vergangenheit bei verschiedenen Epidemien in verschiedenen Regionen der Welt ein homöopathisches Mittel positive Wirkung gezeigt hat: Würden Sie dann eine Behandlung mit diesem Mittel für sich und Ihnen nahestehende Personen auf jeden Fall, eher, eher nicht oder auf keinen Fall befürworten?“"

    Ansonsten das übliche: Frauen befürworten deutlich stärker Homöopahtie und verpassen sie sich selbst oder gehen zum Heilpraktiker. Die Befürworter sind überwiegend zwischen 30 und 60.

    Interessanter ist ein anderes Ergebnis der Umfrage als das zur Homöopathie:
    Verheiratete ohne Kinder sind die durch Corona am stärksten verunsicherte Bevölkerungsgruppe.
    Die weitere Schließung der öffentlichen Kinderbetreuung bei gleichzeitger Öffnung systemrelevanter(?) Möbelhäuser steht dem von der Wirkung her ziemlich entgegen und deutet klar auf aufziehende Akzeptanzprobleme der beschlossenen Maßnahmen hin.

  • #7
    Nadine Hoffmann-Voigt

    Auch wen nich jetzt nicht weiß. ob es die selbe Forsa-Umfrage war, doch hatte ich in einer Forsa-Umfrage eine Frage, da ging es um "Homöopathie im Sinne von Naturheilkunde" im Kontext Coronabehandlung und die Antworten ließen nicht zu, dies zu trennen. Es ist also auf jedenfall unabdingbar, das die tatsächliche Fragestellung angegeben wird.

  • #8
    Berthold Grabe

    Möbelhäuser und Friseure dürfen nur als Erstes öffnen. Es geht um Schrittweises öffnen, in beiden Fällen kann es auch sofort wieder zum Verbot kommen, sollten die Infektionszahlen negativ darauf reagieren.
    Wird die Öffnung ein Erfolg, dürfen dann auch weitere Ladentypen zügig mit einer Lockerung rechnen.
    Das ist das, was unter einer schrittweisen Öffnung in der Politik verstanden wird.
    Darüber lässt sich streiten, aber das ist der Plan.
    Deshalb ist auch Kaufhof mit seiner Klage gescheitert.

  • #9
    Harry

    Die Aussagekraft Forsa-Umfrage tendiert gegen Null. Wie antworte ich, wenn ich gefragt werde: "Wären Sie interessiert an weiteren Forschungen zur Homöopathie, wenn sich herausstellte, dass sie in der Vergangenheit schon geholfen hat?", wäre eine Antwort-Möglichkeit: "Ja" (es wurde aber bis jetzt noch kein Nachweis darüber gefunden) oder "Nein" (ich erwarte keine positiven Wirknachweise für Homöopathie). Jedenfalls sagt die Antwort "JA" nicht aus, dass ich Homöopathie befürworte. Und nach dem Strickmuster meiner erfundenen Frage sind die Fragen in der Forsa-Umfrage gestellt. Viel Geld rausgeschmissen für Erkenntnis in homöopathischen Dosen.

  • #10
    Bebbi

    @5 Die Fragen sind nicht so das Problem, davon abgesehen, dass die so komplex sind, dass die große Teile der Bevölkerung nicht erfassen werden. Das größere Problem ist die falsche Interpretation der Auftraggeber und das Medirn wie die RB das einfach abschreiben …

  • #11
    Anderer Max

    "Die Menschen sind nun mal strunzdumm (…) stelle ich doch eine permanenten Überschätzung (…) als Individuum fest".
    Dunning Kruger & r/selfawarewolves

  • #12
    Berthold Grabe

    Am dümmsten sind Menschen die viel Wissen und dieses für gesichert halten und somit ihr vermeintliches Wissen nicht hinterfragen.
    Genau das war auch hier das Problem, die Dummheit einer Aussage zu Vertrauen, die nur vermeintlich belegt wurde.

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