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Ich will alle 15 Minuten mit der S-Bahn fahren können!

S-Bahn Foto: Mike Stephan Lizenz: Gemeinfrei

S-Bahn Foto: Mike Stephan Lizenz: Gemeinfrei


Derzeit läuft in den Städten des Ruhrgebiets, die zum Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) gehören, eine Diskussion, ob ab dem Jahr 2020 die S-Bahnen statt im 20-Minuten-Takt dann in Stoßzeiten alle 15 Minuten und in Nebenzeiten alle 30 Minuten fahren sollen. Das soll die Züge zu Stoßzeiten entlasten und den Fahrgästen mehr Komfort bieten. Kommunalverwaltungen und Verkehrsgesellschaften befürchten jedoch Mehrkosten, da sie ihre Angebote an Bahnen und Bussen auf den Takt der Züge einrichten müssten. Ein Beitrag von Dirk Schmidt (CDU), der ab kommender Woche die Stadt Bochum in den Gremien des VRR vertritt.

Alle 15 Minuten durch die die Metropole Ruhr, von Dortmund nach Essen, das fände ich grundsätzlich ein tolles Angebot. Das soll es bis Mitte der 2020er Jahre mit dem Rhein-Ruhr-Express in Nordrhein-Westfalen und in der Metropole Ruhr geben. Der Fuhrpark dafür ist bestellt. Das Rollmaterial steht ab Ende 2018 zur Verfügung. Im 15-Minuten-Takt geht es dann auf der Stammstrecke Dortmund-Bochum-Essen. Daran angeschlossen sind als Zubringer der Vorlaufverkehr einzelner Linien u. a. Minden, Koblenz, Aachen, Münster. Auf dieses Komfortangebot werden sich die Verkehrsverbünde, die Kommunen und Kreise ihre Nahverkehrspläne und die Verkehrsgesellschaften (Bogestra, EVAG, DSW etc.) einstellen müssen.

Auch die S-Bahn muss sich anpassen. Und dazu ist jetzt die Chance da! Die Ausschreibung sämtlicher S-Bahn-Linien im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) steht an. Aufgrund der benötigen Größe der Projekte, notwendiger Züge und Mitarbeiter, erfolgt die Zuteilung der Aufträge an Unternehmen deutlich vor dem Beginn des ausgeschriebene Zeitraums. Daher muss bereits vor der Ausschreibung entschieden werden, wie der S-Bahn-Verkehr zwischen 2020 und 2030 aussehen soll.

15/30-minütiger S-Bahn-Takt hilft gegen überfüllte Züge

Der morgendliche S-Bahn-Verkehr in der Metropole Ruhr ist durch überfüllte Züge geprägt. Ein verstärkter Takt zu Stoßzeiten hilft ab. Morgens würden die S-Bahn-Linien alle 15 Minuten verkehren. Zum Ausgleich der Kosten wären es dann zu anderen Zeiten, wenn die Züge abends leer sind, alle 30 Minuten. Ich fände das gut für die Nutzer und als Nutzer. Das ist ein gewichtigeres Argument, als die Koordinierung der Fahrpläne.

S-Bahn-Takt 15/30: Verknüpfung mit RRX, RE und RB

Viele haben noch gar nicht realisiert, dass demnächst auch der Rhein-Ruhr-Express im 15er Takt durch das Ruhrgebiet saust. Im Rahmen des integrierten Fahrplans müssen sich die Hauptlinien des kommunalen Nahverkehrs, Bus und Bahn, auf einen solchen Takt bei den S-Bahnen ausrichten. Zumindest argumentieren so die Verkehrsunternehmen. Da würde zu einigen Zeiten auch mehr Material benötigt werden, zu anderen weniger. Das muss vollständig untersucht werden, nicht nur der Mehr- auch der Minderbedarf. Allerdings frage ich mich, wo der Mehrbedarf ist, wenn in den Stoßzeiten Takte von 10 Minuten oder darunter schon angeboten werden. Und was nützt das bei üblichen Verspätungen? Die Frage, ob Veränderung überhaupt nötig sind, muss vorab geklärt werden.

Praktisch ist, dass die Regionalexpresslinien und Regionalbahnen auch im kompatiblen 30-Minuten-Takt verkehren. Im Idealfall und bei Pünktlichkeit ist der zeitliche Abstand an den Anschlusspunkten von beispielsweise Bus zu Bahn immer der gleiche:

Nehme ich den Bus eine halbe Stunde später, dann fährt auch da gleich der Zug eine halbe Stunde später. Das ist ein erheblicher Komfortgewinn. Der wiegt sogar auf, dass nur jede zweite S-Bahn nach Düsseldorf durchfährt, weil der 15-Minuten-Takt nur im Ruhrgebiet gilt. Alle 15 Minuten durchs Ruhrgebiet, alle 30 Minuten ins Rheinland.
Das ist stark vereinfacht, aber ich bewerte es als verträglich im Vergleich zum Verlust, dass die S-Bahn nicht immer „bis nach Köln“ durchfährt.

S-Bahn-Takt: Lobbyarbeit der Verkehrsbetriebe gegen Veränderungen

Es gibt Gegner dieser Maßnahmen. Es sind die örtlichen Verkehrsbetriebe. Sie machen seit Monaten Stimmung gegen diesen Vorschlag. Wie Lobbyisten beraten sie die Mitglieder ihrer Kommunen in Gesprächsterminen. Im Vordergrund stehen die Kosten – sagen sie. So wird vielerorts dargelegt, dass zusätzliche Busse und Bahnen angeschafft werden müssten.

Das Problem mit zu wenig Rollmaterial ist nicht neu: Die überfüllte U35 zwischen Bochum Hbf und Ruhr-Universität kann nicht mehr verstärkt werden, weil kein weiterer Zug mehr da ist. Es wird also bereits mehr Material benötigt. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

Ich bekomme Millionenbeträge an den Kopf geworfen. In der einen Kommunen seien es 2 Mio. € mehr und in der anderen 5 Mio. €. Dabei wird die Debatte überhaupt nicht darüber geführt, woher diese Mehrkosten kommen und ob sie notwendig sind. Ich befürchte, dass die Material- und Betriebskosten zusammengezogen wurden. Und es wurde nur eine Verstärkung zu Stoßzeiten eingepreist. Die Anpassung an den 30er-Takt zu mehr schwächeren Zeiten wurde vermutlich nicht beachtet. Mich beschleicht die Befürchtung, dass hier Stimmung gegen unbequeme Änderungen gemacht wird.

Das Zaudern vor der Umstellung der eigenen Fahrpläne ist einem Schreiben des scheidenden Bochumer Stadtbaurats (siehe Drs. BO 20141777) zu entnehmen:

Derzeit abgestimmte Anschlüsse zwischen Bus- und Straßenbahnlinien würden nicht mehr funktionieren. Um den Fahrgästen weiterhin gute Anschlussmöglichkeiten anbieten zu können, müssten voraussichtlich deutlich mehr Linien angepasst werden. Hier wäre im Zuge der geplanten gutachterlichen Untersuchung des Bus- und Straßenbahnliniennetzes zu prüfen, wie Angebot und Nachfrage bei einer Taktumstellung in Einklang gebracht werden könnten

[…]

Das Argument des einheitlichen Taktes mit dem RRX greift aus Aufgabenträgersicht nur, wenn der öffentliche Straßenpersonennahverkehr konsequent umgestellt wird. Der RRX soll zwar aus verschiedenen Linien bestehen, die sich zwischen Dortmund und Köln zu einem durchgehenden 15-Minuten-Takt überlagern.

[…]

Derzeit ist nicht bekannt, ob die bisherige Umlage für den Schienenpersonennahverkehr auch nach 2019 erhalten bleibt und sich dadurch eine Ersparnis an anderer Stelle ergeben könnte.

Geld aus den Regionalisierungsmitteln von Bund und Land ab 2020

Der letzte Satz aus dem Schreiben verweist auf ein Problem. Es gibt keine Sicherheit über Geld von Land und Bund für eine Taktumstellung. Es gibt überhaupt keine Sicherheit, dass es überhaupt Gelder für den Schienenpersonennahverkehr ab 2020 gibt.
Dahinter versteckt sich der Streit zwischen Bund und Ländern über die Regionalisierungsmittel, über die Nachfolge des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes und des Entflechtungsgesetzes.

Das Problem ist bei der Föderalismusreform entstanden, als die Verkehrsthemen mit ihrem Einverständnis an die Länder gingen. Die Länder habe aber nicht das Geld zur Verfügung gestellt, dass der Bund einsparen will. Jetzt hangeln sich Länder und Kommunen in Deutschland von Jahr zu Jahr. Für Verkehrsprojekte – Straße, Schiene, Wasser – ist das eine Katastrophe, denn diese brauchen langfristige Finanzierungssicherheit. Die jetzige Diskussion um den S-Bahn-Takt betrifft die Zeit ab 2020.

Die Finanzierung einer Taktverdichtung in der Metropole Ruhr – bei Bussen, Bahnen und Zügen – bedarf auch einer Unterstützung durch die Landesregierung. Von ihr kommt die Anregung zum 15-Minuten-Takt. Wie bisher müssen die Kommunen und Verkehrsgesellschaften bei Investitionen in zusätzliche Infrastruktur wie Rollmaterial unterstützt werden.

Wieso reden wir nicht über Lösungsversuche? Wieso wird der VRR nicht gehört?

Die derzeitige Diskussion ist davon geprägt, dass die Verkehrsbetriebe sich bemühen, jegliche Veränderungen und Mehrkosten zu verhindern. Wie und ob eine Taktumstellung realisiert wird und ob die Konsquenzen gewollt sind, wird nicht diskutiert. Es wird noch nicht einmal mit dem Auftrageber der Studien zur Taktumstellung gesprochen. Vom Land NRW kam die Anregung. Der VRR muss schließlich entscheiden, ober 15/30- oder 20/30-Minuten-Takt ausschreibt. Der VRR schreibt in Vorlage Z/VIII/2014/0546 vom 19.08.2014 an die Kommunalpolitiker, die die Räte und Kreistage in seine Gremien entsenden, Folgendes, was sich auf die Diskussion vor Ort bezieht.

Während des gesamten Beteiligungsverfahrens stand der VRR bereit, in politischen Gremien und Ausschüssen die Untersuchung und deren Ergebnisse vorzustellen.

Ich will mal den VRR hören und den Gutachter, der die Anregung der Landesregierung durchgespielt hat.

Zur Zeit nehmen die neu gewählten, politischen Gremien des VRR ihre Arbeit auf. Im Dezember soll dort über die Taktverdichtung beraten werden.

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25 Kommentare zu “Ich will alle 15 Minuten mit der S-Bahn fahren können!

  • #1
    Klaus Lohmann

    Lieber Herr Schmidt, die Reduzierung auf 15 Minuten statt 20 interessiert mich (als ÖPNV-Nutzer im Ruhrgebiet) einen feuchten Kehricht, da diese mickrigen 5 Minuten – gemessen am exorbitanten Aufwand! – eigentlich Null Verbesserung bringen. Das ist Pflasterkosmetik und die Stadtwerke reagieren darauf genau richtig, denn ihre Investitionen müssen in erster Linie darauf gerichtet sein, das rollende Material überhaupt am Rollen zu halten.

    Aber Sie haben sicherlich irgendwo ein paar Milliarden gebunkert, um sie jetzt für diesen Unsinn verpulvern zu können, oder? Dieses permanent-populistische Einfordern von Geldern, für die man selbst nichts, überhaupt *nichts* geleistet hat, geht mir so langsam fürchterlich auf die Eier.

  • #2
    Sarah Falkenbach

    „Zum Ausgleich der Kosten wären es dann zu anderen Zeiten, wenn die Züge abends leer sind, alle 30 Minuten.“ Was soll das denn heißen? Die S1 fährt doch abends sowieso schon nur noch halbstündlich. Und das mit dem RRX finde ich ein bisschen kurz gedacht. Der fährt ja nur die Hauptbahnhöfe an. Seit Jahren pendel ich nun von Mülheim bis Dortmund-Universität. Mit der S1. Und mit mir viele andere auch, die bis Oespel oder Dorstfeld-Süd müssen.

    Weil es sich zeitlich überhaupt nicht lohnt, z.B. von Mülheim mit dem RE bis Bochum Hbf oder bis Dortmund Hbf zu fahren und dann in die S1 umzusteigen. Mit Umstieg vom RE in die S1 in Bochum Hbf würde ich 6 Minuten Zeit sparen. Aber jeder Umstieg stresst, weil man nie weiß, ob man die Anschlüsse erreicht. Da ist das Sitzenbleiben komfortabler.

    Und so oft wie die S1 gerade in den Nachmittagsstunden ausfällt, ist ja an manchen Tagen nicht mal mehr ein 30-Minuten-Takt gewährleistet. Oder morgens auch ein Klassiker: Die S1 hat Verspätung, fährt dann noch „normal“ durch bis Bochum Hbf und fährt dann aber von Bochum Hbf ohne Halt bis Dortmund Hbf. Um dort wieder in den Takt reinzufinden, steht man dann manches Mal bis zu 19 Minuten dort, bevor sich die S1 wieder in Bewegung setzt.

    Ich finde es ehrlich gesagt eine Zumutung, wenn die einzelnen S-Bahnhaltestellen noch weiter abgehängt werden sollen. Wenn es Kollegen aus Berlin oder Hamburg zu uns verschlägt, sind die immer ganz geschockt, dass man hier so einen miserablen S-Bahn-Takt vorfindet. Das ist einer Metropolregion einfach unwürdig. Von Hbf zu Hbf kommt man relativ gut, aber wehe man wohnt oder arbeitet in Essen-Eiberg oder Bochum-Langendreer oder Dortmund-Oespel, um mal exemplarisch einige der S1-Haltestellen zu nennen.

  • #3
    Klaus Lohmann

    @Sarah Falkenbach

    Soweit mir bekannt ist, wird es für die stark frequentierte S1 keine Taktausdünnung geben. Allerdings diskutiert man eine deutliche Taktreduzierung für die S2 und die S4. Aber allein schon dieses „Ausspielen“ der einzelnen Linien und damit ganzer Regionen im Ruhrgebiet zeigt schon, welch schäbiges Theater mit dieser angeblichen „Verbesserung“ aufgetischt wird.

  • #4
    Norbert

    Ich finde es sinnvoll, die Kapaziztäten ein bisschen nachfragegerechter zu verteilen und die Verkehrsbetriebe scheuen vor allem den Aufwand, wobei sie, wenn sie es geschicht anstellen, sicherlich den ein oder anderen Bus sparen können, wenn sie auf Linien von Standard-Bus im 20-Takt auf Gelenkbus im 30-Takt umstellen. Wenn man die Gesamtleistung beibehalten will, kann man dann dafür die Kapazität auf den nachfrage strksten Abschnitten dafür erhöhen, damit es dort nicht so eng ist. 4 statt 3 Fahren in der Stunde machen da dann schon einen Unterschied.

  • #5
    Klaus Lohmann

    @Norbert: Was macht es denn bitte für einen kostenintensiven Unterschied, wenn 4 statt 3 Busse pro Stunde fahren an Strecken, an denen per se schon genügend Ausweichmöglichkeiten durch andere Linien und/oder andere Verkehsmittel bestehen, während weniger frequentierte Strecken, Stadtteile oder ganze Regionen durch fortschreitende Taktausdünnung – das passiert ja nicht erst seit heute – immer mehr abgehängt werden???

    Entweder Takterhöhung für Alle (was sowohl für Bahn als auch für die Kommunen zu teuer wird) oder nix.

  • #6
    der, der auszog

    Das Thema interessiert mich nur noch peripher, da ich vor vier Jahren beschlossen habe, den öffentlichen Personennahverkehr im Ruhrgebiet aus meiner persönlichen Verkehrsplanung zu streichen. Egal wohin ich in der Zeit davor mit Bus und Bahn gefahren bin, vom zeitlichen Aufwand, den ich betreiben musste, um im Ruhrgebiet von A nach B zu kommen, lag das Ziel immer am Arsch der Welt, was man bei einer 5 Millionen Metropole erst einmal gar nicht glauben mag. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Diskussion, ob eine Bahn nun im 15- oder weiterhin im 20-Minutentakt fährt, an der antiquierten und völlig ineffektiven Struktur des ÖPNV im Metropölchen Ruhr irgendetwas ändern wird. Insofern halte ich diesen Beitrag für parteipolitisches Geplärre, von dem ein potenzieller Fahrgast nicht sonderlich viel haben wird.

    @Dirk Schmidt
    Wenn Du wirklich etwas sinnvolles in den Gremien des VRR machen möchtest, dann sieh zu, dass der Laden personell ausgemistet und von Grund auf reformiert wird. Setz Dich dafür ein, dass die Verkehrsplanung im Ruhrgebiet von kompetenten Fachleuten zentral gesteuert wird und nicht von politischen Betonköpfen, die nur bis zu ihrer eigenen Stadtgrenze denken wollen. Mach Dich stark, dass die Infrastruktur erhalten und gepflegt werden muss usw.
    Bei den Problemen, die der ÖPNV im Rurhgebiet hat, kommt es auf 5 Minuten mehr oder weniger sicherlich nicht an.

  • #7
  • #8
    abraxasrgb

    Nö, wieso sollten die Verkehrsbetriebe ihr Angebot auch attraktiver machen, es könnten ja mehr Menschen auf die Idee kommen den ÖPNV zu nutzen 😉
    Nutzer? Die machen doch nur Arbeit …

    Allerdings ist es hanebüchen blöd, wie #7 anmerkt, den Abendverkehr auszudünnen. Wir reden über ca. 4400 qKm und ca. 120 Km Ost-West und 65 Km Nord-Süd. Da ist der nette Abend mit Freunden in Schwerte schon um 20.00 Uhr beendet, damit man vor Betriebsschluss wieder in Moers Kapellen ankommt 😉
    Da lobe ich mir die föderale Schweiz.

    Aber Infrastruktur, siehe Breitbandausbau, ist in Deutschland ja #Neuland 🙁

  • #9
    Georg-OB

    Zitat SarahFalkenbach:
    „Ich finde es ehrlich gesagt eine Zumutung, wenn die einzelnen S-Bahnhaltestellen noch weiter abgehängt werden sollen. Wenn es Kollegen aus Berlin oder Hamburg zu uns verschlägt, sind die immer ganz geschockt, dass man hier so einen miserablen S-Bahn-Takt vorfindet.“

    Genau, aber warum lehnt Ihr dann eine Taktverdichtung, wenn es mal eine in der Metropölchen-Region gibt, ab??? Ist dass Schmollen wie im Kindergarten à la wenn ich meinen 5-Minuten Takt nicht bekomme, dann will ich auch keinen 15-Min. Takt???

    Wegen der Verspätungen auch erstmal genau lesen, was da steht! Wenn nicht im Ruhrgebiet irgendjemand vor den Zug springt oder ein Baum in die Oberleitung fällt, fährt die S1 sich die Verspätungen in der Regel zwischen Solingen und Duisburg rein, häufig wegen vollem Kontenpunkt Düsseldorf Hbf. Von den 4 Bahnen der S1 in dem neuen Modell fährt aber nur noch 1 bis Solingen. Die anderen fahren DO-DU. Gerade dadurch sollte sie weniger Verspätungen haben!!!

    @Klaus Lohmann
    Die S2 und S4 werden nicht reduziert, sondern sollen kreativ verstärkt werden durch eine S24. Die soll von DO-Mengede über Dorstfeld nach DO-Wickede fahren und so in Kombination mit den 30 Min. Fahrten der S2 und S4 innerhalb von Dortmund einen 15 Min. Takt erreichen.

    Dass sich die Verkehrsbetriebe darüber aufregen, das sie deshalb ihre Linien umplanen müssen ist ziemlicher Quatsch/reine Schutzbehauptung. In Essen, Bochum und Dortmund fahren alle wichtigen U- und Straßenbahnlinien zur HVZ mindestens im 10 Min. Takt, die U35 sogar im angenäherten 3 Min. Takt. Das ist zum/für schnellen Umsteigen/Anschlüsse völlig ausreichend.

    Der wahre Grund für das massive Bremsen ist eigentlich, dass sie befürchten, es könnten im Ruhrgebiet mehr Leute den ÖPNV nutzen, ähnlich wie in Düsseldorf, Köln, München oder Berlin!!!
    Dann würden nämlich ihre Kapazitäten nicht mehr ausreichen und sie müßten längere Bahnen und Busse einsetzen um die größere Masse an Passagieren zu bewältigen.

    Dabei übersehen die Flaschen/Milchmädchen dass durch mehr Farhgäste auch mehr Einnahmen entstehen. (Vgl. Deckungsgrad der Rheinbahn und KVB mit Ruhrgebietsunternehmen !!!)
    Und es würde die Unternehmen evtl. zwingen über mehr Kooperationen und die Abschaffung des Verwaltungswasserkopfes nachzudenken, wie auch S.Laurin hier schon beschrieben hat. Allein mit dem jährlich gesparten Flaschenpfand könnte man schon ein paar Bahnen fiananzieren!!

    Aber NEIN der ÖPNV soll demnächst als Sparschwein geschlachtet werden, damit ein paar fette Bonzen weiter ihre Gehälter und Pensionen beziehen können. Siehe aktuelle Äusserungen von D.Miklikowski, Sprecher EVV (Holding der Stadtwerke und EVAG in Essen):
    http://www.derwesten.de/staedte/essen/unter-spardruck-essens-stadttoechter-gegen-pauschalkritik-id9959078.html
    (letzter Absatz auf der ersten Seite)

  • #10
    Klaus Lohmann

    @Gerd-OB: „…kreativ verstärkt werden durch eine S24“. Bla.

    Von einer S24 ist erstens im Moment nicht mehr die Rede, das war mal eine Augenwischer-Idee des alten VRR-NVP 2012. Zweitens sollte die nur morgens und nachmittags fahren, Schüler und Studenten sowie außer den Standard-Berufspendlern (von denen es übrigens schon rein zeittechnisch immer weniger gibt, soviel zum Realitätssinn des VRR und der Bahn) eigentlich alle Kunden blieben außen vor, drittens wäre damit die Stadtmitte auch nur alle 30 Minuten erreichbar.

    Genauso ein Placebo wie eigentlich alle Details dieser „Visionen“ „kreativ“ verlogen sind.

  • #11
    Klaus Lohmann

    Ach so, Georg-OB, sorry für den Vertipper.

    Einen Nachsatz habe ich noch: Längere Bahnen und Busse brauchen längere Bahnsteige und Busbuchten. Sie haben ähnlich wie Kollege Schmidt sicherlich ein paar hundert Milliönchen für diesen Umbau im Keller, so als selbstgerechter Daueralmosen-Einforderer…

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  • #13
    JR

    Im Ruhrgebiet komme ich in aller Regel mit dem Auto schneller und bequemer von A nach B als mit dem ÖPNV. Also was soll die ganze Aufregung?

    Als Steuerpflichtiger bin ich ganz dankbar dafür, dass die Verkehrsbetriebe sich mit Händen und Füßen gegen Investitionen sträuben, die sich vermutlich nie amortisieren würden.

  • #14
    TuxDerPinguin

    30 Minuten in der Nebenzeit… das ist schon hart. Schon jetzt ist die Nebenzeit sehr stark ausgedünnt. Der ÖPNV ist eigentlich nur für Schule/Arbeit pendeln ausgelegt. Freizeit scheint man nicht zu kennen.

    Als Beispiel nehme ich Essen. Sonntag Abend wollte ich vom Essener Hbf zum Essen-Altenessen Bf, da dort ne Bahn fuhr, die nicht bestreikt wurde… Pustekuchen. Die U-Bahn fuhr abends gegen 23 Uhr nicht mehr durch bis Altenessen, die Nachtexpress-Buslinien sind aber auch noch nicht gestartet, sodass nichts nach Altenessen fuhr.
    Will man eben die 302 nach GE nehmen. Nö, die hält an der Stadtgrenze Essen / GE einfach… überhaupt. Schaut man sich das NE Netz mal an… katastrophal wird das, wenn man ne Stadtgrenze überfahren will.

    Die Taktungen zur Hauptzeit finde ich jedenfalls schon völlig ok. Vielleicht mal ein Wagon mehr dranhängen o.ä. Ansonsten wäre mein oberstes ÖPNV-Ziel erstmal die Nebenzeiten, v.a. nachts mehr fahren zu lassen

  • #15
    Volker Steude

    Woran erkennt man, dass das Ruhrgebiet zu einer Metropole geworden ist? Dass der ÖPNV so fährt wie in einer Metropole. Der Anspruch müsste sein mind. ein 5-Minuten Takt auf den zentralen S-Bahnlinen und dem RRX im Ruhrgebiet.

    Solange wir das nicht haben, bleiben wir Provinz.

    Solange wir mit gefühlten 30-40 Nahverkehrsunternehmen im VRR bzw. 10-20 im Ruhrgebiet rumwurschteln, wird das mit einem einer Metropole angemessenen ÖPNV nichts. Das ist die erste Baustelle, die der RVR angehen müsste. Alles andere kommt danach und ist dann auch viel einfacher zu realisieren.

    Ein Nahverkehrsunternehmen im Ruhrgebiet statt 10-20 würde auch nichts kosten, sondern massiv Kosten sparen.

    Der hier diskutierte Vorschlag scheint mir nicht mehr zu sein als sinnfreier Aktionismus. Zu einer entscheidende Wende in der Entwicklung des Nahverkehrs im Ruhrgebiet kann er nichts beitragen.

  • #16
    Klaus Lohmann

    Eine gute Freundin aus Dortmund war vor einer Woche in Madrid – alle ****drei**** Minuten eine U-Bahn, überall. Sie war völlig platt.

  • #17
    Ben

    Eine wirkliche Verdichtung der Taktung ist nur drin, wenn der Fernverkehr rausgeschmissen wird. S-, RE- und Fernverkehrszüge teilen sich auf der Trasse Dortmund-Essen-Düsseldorf jeweils zwei Gleise in jede Fahrtrichtung. Ein Gleisstrang mehr und man könnte man den kompletten Takt revolutionieren. Aber woher soll man das nehmen in einer so derart dicht bebauten Region?

  • #18
    Jens Schmidt

    @JR (#13)

    Die von Ihnen geäußerte Mentalität, die man leider (ob offen oder hinter vorgehaltener Hand) im Ruhrgebiet häufiger vorfindet, halte ich für eines der Hauptprobleme, die der Entwicklung zu einer echten Metropole à la Berlin oder einer bürgerlichen Gesellschaft à la Frankfurt oder Hamburg derzeit im Wege stehen.

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  • #20
    Georg-OB

    @Ben

    Die S-Bahn im Ruhrgebiet zwischen DU-E-DO hat auf der ganzen Strecke zwei eigene Gleise, dir nur im Ausnahmefall (Störungen) vom Fernverkehr mitbenutzt werden. Das Problem wäre eher der Knotenpunkt Essen, wo 4 S-Bahnlinien (S1,3,6,9) aufeinander treffen.

  • #21
  • #22
    Ben

    @Georg-OB: Ja, ich weiß. Der Fernverkehr teilt sich aber mit dem Regionalverkehr einen Gleisstrang. Macht in der Summe eben trotzdem nur zwei Gleisstränge in jede Richtung zwischen Düsseldorf, Essen und Dortmund

  • #23
    der, der auszog

    @Dirk Schmidt (#21)

    Mich würde interessieren, was Dich motiviert hat, hier einen Beitrag zum Thema VRR einzustellen, und welche Gründe Du hast, Dich der Diskussion, die dieser Beitrag bei uns Lesern auslöst, zu verweigern, immerhin bietet Dir diese Internetplattform die ideale Möglichkeit, mit Bürgern aus der Region in einen Dialog zu treten.

    Da Du Dich dieser Diskussion aber nicht stellen willst, würde mich interessieren, wieso Du glaubst, ein geeigneter Vertreter in den Gremien des VRR zu sein, weshalb ich einen kleinen Fragenkatalog erarbeitet habe, auf den Du natürlich auch nicht weiter eingehen musst:

    Fragenkatalog:

    Ich bin deshalb der geignete Mann beim VRR, weil…

    [ ] ich mehrmals wöchentlich Busse und Bahnen im Ruhrgebiet benutze
    [ ] ich mehrmals im Monat Busse und Bahnen im Ruhrgebiet benutze
    [ ] ich mehrmals im Jahr Busse und Bahnen im Ruhrgebiet benutze
    [ ] ich zwar weder Busse noch Bahnen im Ruhrgebiet benutze, aber der Proporz im VRR mein Engagement in dessen Gremien dringend erforderlich macht
    [ ] nichts von alle dem, sondern: …………………………

    Diesen Fragenkatalog würde ich übrigens nicht nur Dir, sondern auch allen anderen politischen Vetretern, die im VRR sitzen, stellen wollen.

  • #24
    Klaus Lohmann

    @#21 Dirk Schmidt:
    Mein 85-jähriger Vater liest hier auch mit, auch wenn der nicht kommentiert. Nur mal so kundgetan.
    (Selten einen sinnloseren Kommentar hier gelesen wie die #21…)

  • #25
    JR

    @ #18 Jens Schmidt
    Wer will denn „Metropole“ werden? Und warum hat man ohne 15-Minuten Takt keine bürgerliche Gesellschaft?

    Ein Ballungsraum braucht funktionierende Verkehrsmittel. Das muss nicht die Bahn sein.

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