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Islamkonferenz: Niemand musste Blutwurst essen

Stillleben mit Wurst (Italien, 17. Jh.) Lizenz: Gemeinfrei

War es ein Buffet oder ist es schon ein Blutwurstgate? Gestern bei der Islamkonferenz gab es natürlich auch was zu essen. Und eine der Speisen, die angeboten wurden, war Blutwurst. Eine Blutwurst verstößt so  ungefähr gegen alle islamischen Essensregeln: Blutig und Schwein, das lass ein. Lecker ist sie trotzdem.

Die Blutwurst sorgte dann auch für Aufregung:

Tuncay Özdamar vom WDR sah die  Wurst als Zeichen mangelnden Respekts vor den Muslimen:

Die Erdogan-Postille Daily Sabah sah in der Wurst eine Provokation:

Und Generation-Islam sah sogar die Umma, die Gemeinschaft der Muslime, in Deutschland vor der Spaltung:


Für die Publizistin Hatice Akyün war die Wurst gar ein Zeichen des Rassismus:

Auf Anfrage von Watson stellte das Bundesinnenministerium die Auswahl der Speisen dar:

„Die Speisenauswahl der Abendveranstaltung erfolgte mit Blick auf die religiös-plurale Zusammensetzung der DIK. Dabei wurde auf ein ausgewogenes Angebot, bestehend aus insgesamt 13 verschiedenen Speisen (sowohl halal und vegetarisch, als auch Speisen mit Fleisch und Fisch), und Getränken geachtet. Sollten sich einzelne Personen durch die Auswahl in ihren religiösen Gefühlen gekränkt gesehen haben, bedauern wir das.“

Und mit dem Caterer hätte es ein Missverständnis gegeben.

Bei der erstem Islamkonferenz 2006 war nach einem Beitrag des Spiegels auch – und natürlich nicht nur – Schwein im Angebot. Wer es nicht mochte, hatte genug Alternativen zur Auswahl.

Klar ist also: Niemand musste Blutwurst essen und an der Konferenz nahmen auch unter anderem Mitarbeiter der Bundesregierung teil, die sicher nicht alle Muslime waren. Und warum sollten die nicht einen Happen Blutwurst essen? Auswahl ist eines der Geheimnisse von erfolgreichen offenen Gesellschaften. Nur die beleidigte Leberwurst hat auf einem Buffet nichts zu suchen.

 

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55 Kommentare zu “Islamkonferenz: Niemand musste Blutwurst essen

  • #1
    Wolfram Obermanns

    Ein Buffet, auf dem jeder finden kann, was er sucht, ist auch ein Buffet, auf dem man einen Aufreger finden kann, wenn man danach sucht.
    Die Islamkonferenz ist eine Integrationsveranstaltung, was das bedeutet, versteht nicht jeder auf Anhieb. Merke: Nicht jeder Migrant ist schlauer als Seehofer (oder Höcke).

  • #2
    Ke

    Es ist einfach nur diskriminierend , wenn auf Buffets etc keine traditionellen Speisen meiner Heimat mehr angeboten werden, weil Gruppen sie nicht essen.
    Warum soll ich meine Speisen einschränken, nur weil andere meinen, sich einschränken zu müssen.

    Vielfalt ist doch toll.

  • #3
    abraxasrgb

    Zensur ist es, einem Mann ein Steak zu verbieten, weil ein Baby es nicht kauen kann.
    Mark Twain

  • #4
  • #5
    Thomas Weigle

    Lecker Schweinebraten mit (Semmel)knödell) jederzeit und auch im Angesicht von Muslimen. Aber Blutwurst? Nöö, muss nicht sein.
    Diese empörten Muslime haben doch einen an der Waffel. Wieder ein paar Stimmen mehr für die Armseligen.

  • #6
    Ke

    Nö, Pension ist nicht in Sicht, also nochmal mehrfach diskriminiert. Bis ich dran sein könnte,wird insbesondere für Rentner im aktuellen System kein Geld mehr da sein.

  • #7
    walter stach

    -3-
    Zensur ist, wenn der Staat(!) ……
    Hat er nicht. Im Gegenteil. Er hat Blutwurst kreiert.

    Und wenn ein Muslim meint. das sei staatlicherseits eine bewußte Provokation "der" Muslime, dann kann er das denken und kann er das äußern; ja und?
    Dann gibt es eben so selbstverständlich Widerspruch. Und dann?

    Muslime werden vermutlich weiterhin keine Blutwurst essen und allen anderen, die diese Wurst mögen, werden sie weiterhin essen -oder sogar -nach dem Motot "jetzt erst recht" noch merhr davon. Bauern, Schlachter, Fleischhandel/Fleischverkäufer wird es freuen.
    Und staatliche Einrichtungen werden auf ihren Buffets weiterhin Blutwurst anbieten oder nicht anbieten. Das ist ihre Sache.

    PS
    Horst Seehofer könnte ja "die Blutwurst Causa" zum Anlass nehmen, über Beispiele für den deutschen bzw. für den jetzt noch nicht deutschen Islam zu reflektieren,. Er hat ja "einen deutschen Islam" gefordert, also einen, der auch das Blutwurstessen zuläßt?

    Für mich ist die Blutwurst Causa jedenfalls eine konkrete Gelegenheit, über den Begriff "deutscher Islam" einige Gedanken los zu werden.

    Abgesehen davon, daß Seehofer bisher noch nicht einen "deutschen Katholizismus" gefordert hat, macht diese staatlicherseits (!!) erhobene Forderung , eine Religion(!!) müsse sich in einer vom Staat gewünschten Weise entwickeln, wieder einmal die Problematik einer nicht klaren, nicht konsequenten Trennung von Staat und Religon (Religionsgemeinschaften/Kirchen) in Deutschland jedermann bewuß; eine Problematik, mit der jedermann beinahe täglich konfrontiert wird, deren Lösung im Sinne einer strikten Trennung von Staat und Kirche, von Staat und Religionsgemeinschaften offenkundig für keine im Bundestag vertretene Partei ein Thema zu sein scheint..

    Was die Christen, was die Muslime, was die…glauben und wie sie ihrem Glauben gemäß leben wollen -mit Blutwurst oder ohne, mit Fleisch oder ohne am Karfreitag…….-ist deren Sache und sollte den Staat nichts angehen dürfen.

    Den Staat sollte es , seinem Wesen gemäß, ausschließlich um die Erfüllung aller seiner nur ihm zustehenden Aufgaben gehen. Über deren Konkretisierung ist zu streiten. Über das Ob und das Wie. Über die Inhalte und Schranken. Dazu sollte jedoch die Religion, die Kirche, die Religionsgemeinschaft a priori nicht gehören.

    "Grenzüberschreitungen" wären selbst bei strikter Trennung von Staat und Kirche nie absolut auszuschließen -weder entsprechende Versuche seitens des Staates noch solche Versuche seitens der Religionsgemeinschaften, seitens der Kirche. Über sie wäre in jedem Einzelfall kontrovers zu diskutieren -Ende offen-, das wäre dann jedoch eine im wesentlichen andere Diskussion, wenn es
    sie auf der Basis der strikten Trennung von Staat und Kirche, von Staat und Religionsgemeinschaft stattfinden würde, was derzeit nicht der Fall ist und folglich immer wieder zu meines Erachtens grundsätzlich vermeidbaren Auseinandersetzungen zwischen dem Staat und den Kirchen (den Religionsgemeinschaften) kommt.

    Wozu eine Blutwurst alles herhalten muß.
    Sie ist nicht nur Objekt im Streit um "gutes, schmackhaftes , gesundes oder um weniger gutes, weniger schmackhaftes, weniger gesundes Essen , sondern Gegenstand eines Streites darüber, ob sie staatlicherseits serviert werden darf, wenn auch Muslime Gäste des Staates sind,und sie, also die Blutwurst, hat mich dazu gebracht, ‚mal wieder über mein uraltes Anliegen zu schwadronieren, nämlich über eine von mir gewünschte strikte Trennung von Staat und Kirche in Deutschland -im Ineresse des Staates und im Interesse der Kirchen (besser wohl im Interesse der Religionen)..

    Ich will hier drüberhinaussgehend nicht erneut den Streit darüber entfachen,den ur-uralten, ob der gläubige Christ, ob der gläubige Muslim, ob der gläubige Hindu im Zweifelsfall ehe gehalten ist, sich den staatlichen Ge bzw. Verboten gemäß zu verhalten oder ob er ggfls. gehalten ist, sich den nach seinem Glauben von Gott gegeben Geboten/Verboten zu richten, und zwar auch dann, wenn sie denen des Staates zu widerlaufen. Ich lasse es jetzt und hier bei dieser Problembeschreibung Hier geht’s ja nur um die (Blut) Wurst und dabei nicht um eine staatliche Anordnung, diesselb essen zu müssen..

  • #8
    paule t.

    Bei einer Veranstaltung, bei der es ganz gezielt um eine bestimmte Religion geht, und bei der auch die Gäste, soweit nicht von staatlicher Seite, dieser Religion angehören, Speisen zu servieren, die den Speisevorschriften dieser Religion eklatant widersprechen, ist natürlich eine grobe Instinktlosigkeit, die bei Wiederholung durchaus als Provokation empfunden werden darf. Ich würde wetten, dass bei einem Empfang für jüdische Organisationen diese kein Stück anders auf die Blutwurst reagiert hätten. Aber klar, was erlaube Muslime ….

    Gut, aber SL würde, nach hiesigen Beiträgen zu urteilen, ja wohl auch Mettigel aufs Büfett stellen, wenn das Ernährungsministerium Vegetariervereine einlädt. Weil der Ministerialbeamte ja vielleicht genau an diesem Tag unbedingt sein Quantum rohes Fleisch braucht. Insofern keine Überraschung.

  • #9
    walter stach

    Nachtrag:
    Blutwurst vom Schwein…

    Oder ist das alles ein Irrtum?

    Blutwurst vom Rind oder Kalb oder Schaf? Gibt es die? Zumindest könnte es sie "rein schlachttechnisch und wurst-macherich betrachtet" geben. War vielleicht ein Hinweis angebracht, Blutwurst vom………..

    Ironie? Ja, aber auch ein Versuch aufzuzeigen, womit sich "die" Gesellschaft in Deutschland befaßt, zur Zeit immer dann in einer Art "Wahnzustand", wenn es den Muslimen unter uns um ihre religilösen Regeln und deren strikte Einhaltung in einer nichtmuslimischen Mehrheitsgesellschaft zu gehen scheint , aber auch dann, wenn es den Nichtmuslimen darum geht,, jegliche Möglichkeit , das Eindringen religiöser Sitten und Gebräuche der Muslime in die westlcih-abendländischen Kulutr "um jeden Preis" auszuschließen denn es geht…ja -beiderseits- offenkundig "um die Wurst".

  • #10
    Wolfram Obermanns

    #9
    Hallal oder koscher heißt nicht nur kein Schwein, sondern auch kein Blut, egal von welchem Vieh.

  • #11
    walter stach

    paule t.,
    Ja, völlig unabhängig von religiösen Fragen, von religiösen Bräuchen, von religiösen GebotenVerboten und völlig unabhängig von der Frage, ob eine staatliche Behörde sich nach den Wünschen/Regeln der Muslime richten soll (oder gar muß?)- ist wie in allen ähnlichen Fällen auch hier zu fragen, ob der Gastgeber und wie der Gastgeber auf Sonderwünsche seiner Gäste eingehen sollte, wenn er z.B. ein Menü zusammenstellt oder ein Buffet.
    "Der Gast ist König", so lautet doch eine alte Regel für Gastgeber oder?

    Im vorliegenden Falle geht es aber offenkundig nach den Einlassungen von T. Özdamar und den dazu hier zu lesenden Kommentaren nicht darum, ob ein Gastgeber seinen Gästen gegenüber aufmerksam und rücksichtsoll genug war bei der Auswahl der Speisen und Getränke, sondern offenkundig darum, über "Deutschland und der Islam" oder über "Muslime und die deutschen Sitten und Gebräuche" zu diskutierend, also letztendlich über das, was Seehofer unter "deutschem Islam" verstehen könnte, die Muslime jedoch nicht. Und das hat mich veranlaßt, meine mehr oder weniger gelungenen ironischen Anmerkungen unter 7/8 zu machen; denn es geht "um die Wurst".
    Für mich als Gastgeber ist es, wie vermutlich für viele andere Menschen auch, selbstverständlich, bei der Zusammenstellung eines Menüs zu überlegen, ob es Gäste gibt, die -wörtlich und bildlich gemeint- auf bestimmt Speisen allergisch reagieren würden. Und dann werden diese Speisen in der Regel gar nicht angeboten oder dem betr. Gast wird gezielt etwas Anderes serviert.

    Nun läßt sich bekanntlich trefflich darüber streiten, ob und wie und in welchem Maße ein Gastgeber auf spezielle Wünsche seiner Gäste -stillschweigend oder ausdrücklich- reagieren sollte. SO

  • #12
    Ke

    #9 W Stach
    Naja, die auch vo n Ihne gehypte Familienmjnisteri hat auch ziemlich komische Vorstellungen und schiesst übers Ziel hinaus, wenn bei Kindern mit Zöpfen die Alarmglocken angehen sollen.

    https://www.focus.de/politik/deutschland/bundesfamilienministerin-unter-druck-gesinnungs-polizei-in-der-kita_id_9992477.html

    Die Vorstellungen unserer Bildungs- und Forschungsministerin zeigt Florian Schröder recht anschaulich.
    https://wdrmedien-a.akamaihd.net/medp/podcast/weltweit/fsk0/178/1786288/wdr2kabarett_2018-11-27_florianschroederfraukarliczek_wdr2.mp3

    Dann wird auch klar, warum die Wurst so wichtig ist. Ein einfaches Thema, jeder kann etwas sagen. Beim G5 Ausbau .. ist es einfach komplizierter. Man kann bspwFunkwellen mit hoher Frequenz nicht mit einer Verordnung bei gleicher Leistung durch Wände und bis zur letzten Milchkanne bringen. Natürlich arbeiten die Theaterwissenschaftler in den Gremien trutzdem an einer solchen Verordnung.

  • #13
    Nick

    ke verbreitet rechte Propaganda, Faktenfinder der Tagesschau:

    "Angebliche "Schnüffel-Fibel"
    Massive Drohungen gegen Stiftung
    Stand: 30.11.2018 16:03 Uhr

    Die Amadeu Antonio Stiftung hat nach massiven Drohungen die Polizei eingeschaltet. Zuvor hatten Blogs und Medien der Stiftung unterstellt, eine "Schnüffel-Fibel" für Kitas zu verbreiten …"

    http://faktenfinder.tagesschau.de/inland/kita-broschuere-101.html

  • #14
    Daniel

    Ich finde Blutwurst ekelig. Ich mag lieber Geflügel und Rind als schweinefleisch.
    Wenn ich Blutwurst auf einem Buffet sehe, esse ich was anderes.
    Das ist alles, was dazu zu sagen ist.

  • #15
    ke

    @13 Nick:
    Ich habe einen Link zu einem Artikel auf focus.de in meinem Kommentar. Die angegebene Broschüre war auch in anderen Medien.

    Was ist daran jetzt rechte Propaganda? Bei diesem Vorwurf bitte ich dringend um eine Konkretisierung. Haben sie überhaupt den Focus Artikel, den Tagesschau und die Broschüre gelesen?

    Der Faktenfinder der Tagesschau ist auch beliebig unkonkret. Wenn eine Stiftung Drohungen erhält ist hierfür die POlizei zuständig. Darüber kann die Tagesschau berichten, und es bleibt zu hoffen, dass die Täter gefunden werden.

    Was soll der Faktenfinder jetzt an Zusatzinfos bringen?
    Den Verweis, dass viele andere Abgeordnete aus der CDU/CSU ebenfalls Kritik äußern?
    Alles Rechte? Überall nur noch rechte Bürger*innen? Kein Gendersternchen => Rechts?

    Ich habe ein paar Ausschnitte aus dem PDF gelesen und bin sehr verwirrt, wie eine Ministerin für diese Broschüre ein Vorwort schreiben kann.

  • #16
    Arnold Voss

    @ All Lohnt sich zu lesen

    Die Religionswissenschaft über Schweinefleisch:
    https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/warum-essen-muslime-kein-schweinefleisch/

    Junge Muslime über Schweinefleisch:
    https://munchies.vice.com/de/article/9agpd8/ein-gespraech-mit-einer-facebook-gruppe-junger-muslime-ueber-schweinefleisch

  • #17
    ke

    @14 Daniel:
    Aus ökologischen Gesichtspunkte ist das Standard-Rindfleisch sicherlich nicht zu empfehlen.
    Die Bilanz von Fisch, Geflügel, SChwein sieht im Regelfall deutlich besser aus.

    Neben Nährwerten kann man noch das Öko-Profil veröffentlichen, damit jeder sehen kann, wer den Planeten mit seiner Nahrungswahl rettet.

    Alternativ noch das potenzielle Tierleid, wenn schon Tiere gegessen werden müssen.

  • #18
  • #19
    ke

    #16 A Voss:
    Es ist doch nicht möglich, dass religiöse Regeln einfach so von Menschen/Priestern aufgeschrieben wurden, um sinnvolle Verhaltensweisen für die Gemeinschaft zu finden.
    Schächtung statt des Tötens mit Steinen oder sonstigen Mitteln als Tierschutz? Kann das in einer Welt vor vielen Jahrhundert möglich gewesen sein?

    Dann Regeln u.a. als Gruppenritual.

    Das könnte alles sein oder aber auch nicht. Final ist es auch egal, ob ein Gott oder eine Gruppe/Einzelpositiion solche Regeln für Gesellschaften, die vor langer Zeit lebten entwickelt hatten.

    In allen Fällen ist es für mich schlüssig, dass diese Regeln für eine Gesellschaft im Jahr 2018 heute im Detail anders aussehen würden.

    In der christlichen Lehre finde ich bspw. viele Prinzipien, die einfach zeitlos sinn und einen moralischen Kompass darstellen. Es ist schade, dass auch die Kirchen diesen Kompass nicht mehr offensiv verkünden.

  • #20
    Thommy

    @Laurin Herr Seehofer hat sich genau richtig verhalten und Deutschland hervorragend reprösentiert. Denn- Deutschland ist ein ungastliches, unfreundliches, kaltes , herz- und rücksichtsloses ignorantes und unverschämtes pietöt-und anstandsloses Land, deren "autochthone" Bevölkerung sichtbar zu viel Schweinefleisch frisst und merklich zu viel Alkohol säuft.

    Herr Laurin und einige Kommentaren haben nun tur Abrundung des Menues noch ein Stück bösartigen gehässigen Zynismus zum Nachtisch aufgetischt.

    Bei so viel aufgetischter Niveau-und Kulturlosigkeit bleibt einem nur noch laut und kröftig in Richtung dieser "Gastgeber" zu rülpsen, sich umzudrehen und beim Gehen noch einen kröftigen Furz in die gleiche Richtung zu lassen.

    Dann mal Prost und Mahlzeit.

  • #21
    paule t.

    Zu der angeblichen "Schnüffel-Fibel":
    https://uebermedien.de/33365/die-luege-von-der-schnueffel-fibel/

    Eine Lüge – von ke aufgegriffen – ist, dass nach der Broschüre nach Hinweisen auf rechte Gesinnung gesucht werden solle und bestimmte Dinge wie Zöpfe solche Hinweise seien. In der Broschüre wird aber solche Schnüffelei gerade nicht propagiert. Es ist vielmehr genau umgekehrt: Es wird ein Fall geschildert, in dem andere Eltern bereits wissen (!) – aus anderer Quelle -, dass die Eltern eines Kindes einer rechtsextremen Kameradschaft angehören und nicht wissen, wie sie mit einer Einladung in diese Familie umgehen sollen, da sie verständlicherweise skeptisch sind, was ihrem Kind dort begegnet. Und _dann_ können viele verschiedene Einzelheiten ein Bild über den dort herrschenden Erziehungsstil zeichnen.

    Es soll also nicht geschnüffelt werden, _ob_ rechtsextreme Gesinnungen vorliegen, sondern überlegt werden, wie man damit umgeht, wenn man _weiß_, _dass_ sie vorliegen.

    Dass Rechtsextremen solche Überlegungen nicht passen, ist wenig überraschend. Erstaunlich ist, dass sie mit Lügen darüber so weit durchdringen.

  • #22
    David

    naja,
    natürlich muss keiner sowat essen, würd+will ich auch nich.

    was aber nich klar wird: man kann doch nich das jammer-&beleidigtsein-niveau anprangern, &sich dann durch so kleinkindteenniepunkquark dem gleichsetzen! das ist einfach stillos!

    in diesem fall zeigt für mich die mißachtung ALLER, auch wenn sie uns vorsintflutlich-frühmittelalterlich vorkommen mögen, geltenden gastgeber-/höflichkeitsregeln auf hoher offizieller ebene für mich einfach einen immensen niveau-&stilverlust und daher schwäche.

    stil+haltung helfen, und werden siegen. wir müssen einfach nur gegen alle seiten durchhalten.

    D

  • #23
    Arnold Voss

    @ ke # 19

    Ich trete grundsätzlich keiner Organisation bei, die mir vorschreibt, was, wie und wieviel ich essen und trinken darf oder soll. 🙂

  • #24
    ke

    @21 paule t:
    Ich habe nicht von einer "Schnüffel Fibel" gesprochen. Der von mir verlinkte und eher sachliche Artikel auch nicht. Wenn es in dem Artikel Fehler gibt, können Sie die Fehler gerne dem Focus Autor mitteilen.

    Bitte etwas Textarbeit durchführen. Die Primärquelle liegt vor:

    Hier ist das Dokument mit dem Verweis auf den Zöpfe-"Fall". Er wird hier unter "Kinder aus völkischen Elternhäusern"betrachtet.
    https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/kita_internet_2018.pdf#page=14
    Dann werden Verhaltensmuster und Eigenschaften aufgelistet.

    Die Eltern sind "in einer rechtsextremen Kameradschaft". Warum man dann auf Handarbeiten und die Zöpfe verweist, wenn so gar keinen Zusammenhang herstellen will und auch die Kameradschaft erst am Ende der Fallbeschreibung erwähnt, bleibt für mich das Geheimnis der Autoren.

    Spannend ist dann noch, dass eine der Autorinnen dieses Abschnitts von der Alice Salomon Hochschule Berlin ist. Das ist die Hochschule mit dem "Avenidas"-Gedicht.

    Die Autoren sind bekannt, die Anzahl der Gendersternchen ist auch ein guter Richtungsmarker. Dass eine Ministerin für diese Broschüre ein Vorwort schreibt, ist für mich unverständlich.

  • #25
    Nick

    @ paule t.

    "Dass Rechtsextremen solche Überlegungen nicht passen, ist wenig überraschend. Erstaunlich ist, dass sie mit Lügen darüber so weit durchdringen."

    ke verbreitet die Lügen ja auch hier weiter. ke ist einer von den ganz harten, Typ "rechter Hysteriker", ke: "die Anzahl der Gendersternchen ist auch ein guter Richtungsmarker"

  • #26
    Thomas Weigle

    #20 Deutschland eilt von Jahr zu Jahr zu immer neuen Besucherrekorden, was den Besuch von Ausländern angeht. Wenn es so wäre, wie Sie linksradikal halluzinieren, wäre das sicher nicht der Fall. Da Seehofer seine Gäste nicht mit vorgehaltenem Essbesteck gezwungen hat Blutwurst zu essen, ist ihr hasserfüllter Post einfach nur dummes Zeug, v.a. auch weil es in diesem Land zahllose Menschen gibt, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren. Offenbar hat das dicke Brett vor ihrem Kopf verhindert, diese offenkundige Tatsache wahrzunehmen.

  • #27
    Thommy

    Noch viel unangenehmer als das Servieren on Schweineblutwurst dürfte die Beteiligung von Hamed Abdel Samad angekommen sein.

  • #28
    Arnold Voss

    Schon mal was von Religionskritik gehört, Thommy? Hat was mit Aufklärung zu tun und nicht mit angenehm oder unangenehm.:-)

  • #29
    Nina

    Eine Wurst spaltet das Land!
    😀
    Genial. Made my day.
    Gerne würde ich ja mal mit ke und paule t. ein Bier trinken gehen. Könnte ein interessanter Abend werden.

  • #30
    Wolfram Obermnnas

    "was aber nich klar wird: man kann doch nich das jammer-&beleidigtsein-niveau anprangern, &sich dann durch so kleinkindteenniepunkquark dem gleichsetzen! das ist einfach stillos!"
    d’accord – erst recht wenn es Ihnen gelingt Stil in Ihre Schreibe zu bekommen.

  • #31
    Wolfram Obermanns

    "v.a. auch weil es in diesem Land zahllose Menschen gibt, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren. Offenbar hat das dicke Brett vor ihrem Kopf verhindert, diese offenkundige Tatsache wahrzunehmen."
    Und was folgt daraus?
    Thommy hat kein Flüchtlingscamp von innen gesehen oder ist mit keinem der Immis von Amt zu Amt gepilgert, wo er hätte erleben können, wie unterschiedlich dort auf diese Überforderung reagiert wurde.

    Die Blutwurst war suboptimal, aber gar nicht mal einfach verkehrt. An dem Punkt wird nämlich eine Herausforderung der Einwanderungsgesellschaft sichtbar: wie feiert man gemeinsam?
    D mit seiner Bier- und Trinkkultur und muslimisches Alkoholverbot passen auch nur semisexi zusammen.
    Für eine selbstbewußte, interkulturelle, politisch handlungsfähige Bürgergesellschaft ist aber auch zusammen feiern können wichtig. Für die Untertanen eines Vielvölkerstaates ist es unbedeutend.
    Wer aber denkt, man müsse sich nur an die Vereinigungsmenge aller Verbote halten, weiß zwar nicht wie man feiert, aber wie man seine gesamte, interkulturelle Umgebung nervt.

  • #32
    Klaus Lohmann

    @#19 "Es ist schade, dass auch die Kirchen diesen Kompass nicht mehr offensiv verkünden."

    Der Islam tut das für seinen "Kompass", sogar in manchen Ländern wie z.B. Saudi Arabien *sehr* offensiv, um es mal defensiv zu formulieren. Und nun sind Sie dran, den für die ganze Welt "richtigen" Kompass zu definieren.

  • #33
    Markus Peters

    Ich frage mich, ob der Autor dieses Beitrags ähnlich nonchalant über den Fauxpas hinweggegangen wäre, wenn bei einer jüdischen Konferenz Zürcher Geschnetzeltes oder bei einer hinduistischen Konferenz Chateaubriand serviert würde? Wäre es ihm auch völlig wurst?

  • #34
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Markus Peters: Wenn das Geschnetzelte eines von 13 Gerichten gewesen und die Teilnehmer gemischt gewesen wären: Ja. Broder brachte es heute Nachmittag auf den Punkt: "Es ist völlig okay, dass Muslime kein Schweinefleisch essen. Man sollte darüber weder staunen noch sich lustig machen. Aber essen daheim und essen im öffentlichen Raum sind zwei verschiedene Dinge. Wir wollen doch eine bunte, offene und tolerante Gesellschaft, oder? Mit Tofuschnitzel, Lammeintopf mit grünen Bohnen und Schweinshaxe mit Sauerkraut. Jeder kann für sich entscheiden, was halal oder koscher ist. Und niemand hat das Recht, es einem anderen vorzuschreiben. Das gehört zum Respekt im Umgang miteinander." https://www.welt.de/debatte/kommentare/plus184801924/Islamkonferenz-Niemand-wird-gezwungen-Blutwurst-zu-essen.html
    Ganz davon ab: Es war keine muslimische Veranstaltung. Es war eine Veranstaltung des Innenministeriums.

  • #35
    Markus Peters

    @Stefan Laurin: Wenn ich mir Veganer zu einem Informationsgespräch über vegane Ernährung einlade, dann würde ich nicht unbedingt auch Currywurst servieren. Auch wenn noch andere Teilnehmer anwesend sind, die sich nicht vegan ernähren. So viel Respekt vor der Überzeugung des Gastes sollte sein. Was anderes wäre es, wenn ich unter anderem auch Veganer zu einem Lichtbildvortrag über die Megalithkultur auf Malta einlade. Dann darf durchaus auch ein Tofu- neben dem Wiener Schnitzel liegen. Will sagen: Broder und Sie verlieren das Sujet der Veranstaltung völlig aus den Augen. Es ist und bleibt Fauxpas. Kein Drama, aber ein Fauxpas.

  • #36
    ke

    @25 Nick
    Kommentare sollten auch etwas Inhalt herüberbringen. Meinungen begründen ….
    Hierbei ist es immer wieder gut, wenn Kommenatator*innen auch eigene Meinungen begründen.

    Ich besitze bspw. so viel Empathie, dass ich in diesem Kommentar eine Sprachform verwendet, die ich nicht mag. Aber vielleicht erreiche ich so andere Teile der Gesellschaft.
    Zu den Gendersternchen:
    Die Texte wirken einfach nur unlesbar und die Zeichen sind Platzverschwendung. Wie viele Bäume werden wohl allein für den zusätzlichen Papierbedarf gefällt? Welche Strommengen werden für die zusätzlichen Bytes benötigt? Aber für eine Community sind sie Erkennungsmerkmal und Zeichen der Abgrenzung zu den anderen.

  • #37
    abraxasrgb

    @Blutwurst-Verächter
    Die Bundesrepublik Deutschland ist kein Safe-Space, in dem es ausreicht beleidigt zu sein, wenn jemand Blutwurst isst, um aus dem beleidigt sein eine Forderung nach "Respekt" abzuleiten.
    Der Rest an Liberalität in diesem Land is(s)t ganz einfach zu erklären: Du kannst, aber Du musst keine Blutwurst essen. Take or leave it 😉

    Ich sage es ja auch immer Vergetariern und Veganern: Wer Omnivore ist, der isst entspannter und unideologischer.

    Hat jemand zufällig die Getränkekarte des Empfangs? Wurde sich schon über Alkohol beschwert? 😉

  • #38
    Ines C.

    Vielleicht war der Caterer ja einer der letzten Zwinglianer? 😉 In Zürich war das religionskritische Fastenbrechen auch ein Bruch mit der kulturellen Hegemonie. Alarmierend ist doch, dass zB. "Generation Islam" die Schnittchen als Ausrede nimmt die Forderungen des Ministeriums als "illegitim" zu stigmatisieren.
    Unter dem Aspekt kulturelle Hegemonie hat der Blutwurst-Aufschrei und die Prusselliese-Fibel strukturelle Parallelen: Pippi Langstrumpf wär unter der Doktrin ja auch unter Nazi-Verdacht – Zöpfe und "Kleiner-Onkel-Stemmen" vor dem Frühstück. Und dann auch noch Ganoven dingfest machen.
    Das Szenario indem Muttis sich flehendlich an KiTa-Tanten wenden, und um Erleuchtung bitten, mit wem sie ihre Kiddies spielen lassen dürfen, gibt es nicht. Eher umgekehrt. Die sind sich da sehr sicher, was sie für ihre Kids wollen oder nicht – Bourdieu nennt das "Habitus".
    Die Haltung der Broschüre zielt auf eine Entmündigung von Eltern. Die Superpädagogen greifen hier ebenso die Autonomie des Individuums an wie die Superreligiösen mit ihrer Blutwurst-Phobie.
    Putzige Parallele.

  • #39
    Helmut Junge

    Ich habe mit Muslimen Bier getrunken und vor ein paar Wochen auch Bratwurst gegessen.
    Solche Muslime gibt es nämlich auch, und die scheinen mir gar nicht so selten vorzukommen.
    Nur strenggläübige Muslime lehnen beides ab. Dabei wäre die Frage, ob zur Konferenz nur strenggläubige Muslime eingeladen werden sollten, wie die das gerne hätten, oder ob die Teilnehmer dieser Islamkonferenz alle Richtungen umfassen sollten.
    Das Problem entstand vermutlich dadurch, daß das Buffet kostenlos war. Müßte es bezahlt werden, gäbe es, genau so, wie in Gaststätten mit Buffet niemanden, der sich an der Auswahl stoßen würde. Der Innenminister verläßt sich einfach darauf, daß jeder Teilnehmer, entsprechend seines Glaubens, schon wissen wird, was er aus religiösen Gründen darf, und was nicht. Für einige besonders religiöse Gruppen hätte er vermutlich auch keine Frauen einladen dürfen. Aber das weiß ich nicht.

  • #40
    Nick

    @ ke

    ein Rechter, der mit Gendersternchen gegen den Umweltschutz schreibt (kann ich mir nicht ausdenken)

  • #41
    Klaus Lohmann

    @#35 Markus Peters: Schade, dass Sie allen Verganern und auch Muslims im ersten Satz gleichsam völlige Intoleranz gegenüber Nicht-Veganern und Nicht-Muslims unterstellen. Der Diskussion helfen solche Vorurteile keinesfalls weiter. Aber zum Schluss darf bei Ihnen ja Brodersche Koexistenz am Buffet herrschen, das wäre schon mal ein Schritt Richtung Einsicht.

  • #42
    Markus Peters

    @#41 Klaus Lohmann: Ich unterstelle Veganern und Muslimen gar nichts. Der Satz ist in der ersten Person Singular formuliert und ich bin weder Moslem noch Veganer. Bitte richtig lesen, nicht substanzlos interpretieren.

  • #43
    paule t.

    #38 Ines C.
    Zitat: "Die Haltung der Broschüre zielt auf eine Entmündigung von Eltern."

    Nein, tut sie nicht. Vielmehr von vorn bis hinten das genaue Gegenteil.
    Sie möchten solche Dinge nur gerne schlechtlügen.

  • #44
    Nick

    @ paule t.

    ich glaub ja, eine Diskussion mit den Ruhrbarone-Rechten ist verlorene Zeit.

    Aber zugegeben: lustig sind sie, ke’s "Gendersternchen"-Erklärung hätte ich mir ausdenken können …

  • #45
    ke

    #44 Nick
    Schon wieder überall Rechte.
    Wie langweilig. Irgendwie sind alle verdächtig, die mehr als 2 Sätze selbständig schreiben können und nicht der Standard-Argumentation der Filter-Blase folgen, sondern selber denken.

    Diese Haltung erklärt, warum es nirgendwo etwas mit dem Kampf gegen Rechts wird. Dafür muss man zuerst in der Lage sein, die Ziele zu erkennen.

    Das gilt übrigens ähnlich für viele Bereiche des Umweltschutzes, in denen zielsicher gefühlte Ziele priorisiert werden und wissenschaftliche Fakten sowie eine Nutzenrechnung ignoriert werden.

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass gut ausgebildete Erzieher vom diesem Ratgeber profitieren können. Das gilt auch für viele andere Bürger.
    ich bin neugierig in vielen Richtungen, aber die Welt aus Sicht der Berliner Hochschule wie ich sie kennen gelernt habe unterscheidet sich sehr deutlich von den Avenidas meiner Heimat und den Avenidas, die ich in der Welt gesehen habe.

  • #46
    Nick

    @ ke

    dass du ein rechter Selber-Denker bist, habe ich dir doch bestätigt: der "Gendersternchen-Umweltschutz" war genial – vielleicht machst du ja auch noch was aus den "Avenidas deiner Heimat", ich ahne da großes Potential …

  • #47
    Arnold Voss

    @Nick # 40

    Nick, Niemand zwingt sie hier zu diskutieren. Sie können auch dahin gehen, wo alle klatschen, wenn sie was schreiben, weil sie alle ihrer Meinung sind. Das allerdings ist Akklamation, und nicht Diskussion. Wenn sie hier weitermachen wollen, sollten sie sich den Unterschied klar machen und statt zu labeln mit Argumenten arbeiten. Oder einfach die Klappe halten. 🙂

  • #48
    Helmut Junge

    Arnold, beim Thema "Islam oder Islamismus" ziehen die Ruhrbarone Trolle verschiedener Couleur an wie Motten vom Licht angezogen werden. ( immer Nicknamen) Dazu kommen noch die echten Kommentatoren, die glauben, daß jeder Gedanke, der geeignet sein könnte, Muslime zu ärgern, für das Zusammenleben der Menschen schädlich sein würde. (meist Nicknamen aber nicht immer)
    Die sind Diskursnotwendig und als Mitkommentatoren schon schwierig genug.
    Die Klickrate steigt vielleicht, aber das Niveau sinkt, weil sich manch ein Kommentator erst einmal gegen gezielte Beleidigungen verteidigen muß.
    Das ist schädlich für einen Diskursverlauf.
    Offenbar bist du der einzige Ruhrbaron, dem das in bereits diesem mittelspäten Stadium auffällt.

  • #49
    Arnold Voss

    Helmut, unser Spektrum unterschiedlicher Positionen ist grundsätzlich sehr weit gezogen. Wir sind halt vom Selbstverständnis her ein Debatten- und Meinungsblog. Der Spaß hört da auf, wo den Leuten außer Beleidigungen und/oder Labeln nichts mehr einfällt, bzw. es von Anfang an nicht um Argumente und Diskurs sondern um Niedermache geht. Das ist aber nicht immer gleich zu erkennen.

    Es gibt obendrein Themen, die dafür sehr anfällig sind. Leider hat sich die Diskussionsunfähigkeit in diesem unserem Lande erheblich vergrößert. Auch und gerade unter denen, die als gebildet gelten, bzw, sich dafür halten. Das kriegen wir hier auch zunehmend zu spüren. Die Leute können einfach nicht mehr ertragen, dass andere anderer Meinung sind als sie und dafür auch noch Argumente haben.

  • #50
    Ines C.

    #49: Die Ruhrbaron-Moderation setzt ein starkes Zeichen gegen Diskursunfähigkeit. Ganz großes Dankeschön für den weiten Rahmen. Und für die großartige Moderation des Forums!
    Ich bin froh, dass es noch solche Plattformen wie die Ruhrbarone gibt. Gell Paule T. da sind selbst wir zwei uns mal einig? 😉

  • #51
    Wolfram Obermanns

    Nick ist eigentlich nur auf den Nebenstrang der Amadeo-Blockwart-Fibel eingestiegen.
    Dieser Nebenstrang und wie er diskutiert wurde, zeigt schon exemplarisch, woran die öffentliche Diskussion über die Einwanderungsgesellschaft, die D nun mal ist, hängen bleibt.
    Da haben wir ein Innenministerium, das zu einer Islamkonferenz zwangsislamisierte Migranten einlädt, deren ganzes Pech darin besteht Wurzeln in Ländern zu haben, die wesentlich muslimisch mitgeprägt zu sein:
    http://m.spiegel.de/kultur/gesellschaft/deutsche-islamkonferenz-hoert-auf-mich-zu-islamisieren-kolumne-a-1241327.html
    Da kommen dann natürlich vor allem Selbstdarsteller fragwürdiger Expertise, wie der Horst Mahler des Islamismus Hamed Abdel-Samad (wobei bei diesem im Gegensatz zu Horst festzustellen ist, er wird erkennbar klüger).
    Dazu klatschen die teutschen Hinterwäldler der Bauart "Deutschland ist kein Einwanderungsland" sowie selbsternannte Multikulturalisten. Womit deren jeweilige "Ihr seid mir scheißegal, hier geht’s wie immer nur um mich"-Haltung schon mal jeweils klargestellt ist.

    Dazu leistet sich der Gastgeber einen Lapsus, der allerdings mit einfachen Worten zu beseitigen gewesen wäre. Ob es diese Worte gab oder nicht, weiß ich nicht. Steht auch nirgends. Warum auch, niemand der diskursbestimmenden Teilnehmer interessiert sich für einen gegenseitig wertschätzenden Austausch, wichtig erscheint allein, die eigene (moralische) Überlegenheit darzustellen.
    Bei diesem Wettlauf der schöner Empörten und Betroffenen können selbstverständlich auch Vertreter der Muslime locker mithalten, soviel deutschen Islam kann auch schon das konservative Lager.

    Die veröffentlichte Diskussion wird so von bornierten Trotteln jenseits der Realität und Vernunft geprägt.
    "Deutschland ist kein Einwanderungsland"-Germanen, Multikulturalisten die schon beim deutschen Spießer mit ihrer Toleranz am Ende sind, Muslime, die gar keine sind, aber für sie sprechen wollen und Muslime die für Nicht-Muslime behaupten zu sprechen, dabei teilt man nur das Herkunftsland, aber anderen Muslimen den Mund verbieten wollen (z.B. muslimische Akademiker versus Ateş) tun zusammen so, als interessierten sie sich für etwas anderes als ihren Bauchnabel.

    Alldieweil geschieht Integration und entsteht ein deutscher Islam. Helmut war mit Muslimen Biertrinken und ich treffe mich demnächst mit unserem Herbeder Hodscha zum Pizzaessen – mittags, im Dorf, das Bier wird alkoholfrei sein und für eine hallale Küche in die Stadt zu reisen ist unnötig.

  • #52
    Arnold Voss

    @ Ines C # 50
    Immer wenn es hier mal wieder sehr kontrovers zugeht, schaue ich mir das folgende kleine Video mit dem wunderbaren Gerhard Polt an:

  • #53
    Helmut Junge

    Ja, Toleranz heißt aushalten . Was sonst? Sehr guter Kommentar.
    Ich hatte Gerhard Polt bisher noch nie im Fernsehen gesehen.
    Möglich, daß das an mir liegt.

  • #54
  • #55
    Arnold Voss

    @ Helmut Junge # 53

    Im Fernsehn sieht man ihn nicht mehr so oft. Aber es gibt vieles von und mit ihm bei Youtube. Lohnt sich.

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