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Jüdisches Museum Berlin: Deutschland von seiner erbärmlichen Seite

Das Jüdische Museum mit dem Libeskind-Bau Foto: Marek Śliwecki Lizenz: CC BY-SA 4.0


Am 8. März 2018 wurde der Kulturrat des Regimes der Islamischen Republik, Seyed Ali Moujani, zu einer Führung durch das Jüdische Museum zu Berlin eingeladen. Zu dieser Führung wurde Moujani vom Direktor des Museums, Peter Schäfer, persönlich empfangen. Von unserer Gastautorin Anastasia Iosseliani.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Im Deutschland des Jahres 2019, in dem Synagogen und andere jüdische Institutionen, wie Kindergärten,  wegen mörderischer Antisemiten rund um die Uhr von der Polizei bewacht werden müssen, empfängt eine deutsche Institutionen den Repräsentanten eines mörderischen Regimes, das Menschen am helllichtem Tage an Baukränen aufhängt, in dem Frauen, bestenfalls, Bürger zweiter Klasse sind und das, dem Juden unter den Staaten, Israel, mit der Vernichtung droht. Nicht nur das: Durch terroristische Proxies, wie die Hisbollah, versucht das Regime der Islamischen Republik den jüdischen Staat zu vernichten.

Aber nicht nur Israel ist das Ziel des schiitischen Islamismus: Attentate wie der AMIA-Anschlag, dem grössten Anschlag auf jüdische Zivilisten nach dem zweiten Weltkrieg in Buenos Aires, zeigen, dass das Regime und seine Proxies auch nicht-israelische Juden ins Visier nehmen, wenn sie keine Israelis meucheln können. In der Not frisst der Teufel eben Fliegen. Wie MENA-Watch berichtete flog vor einem Jahr in Berlin ein Netzwerk iranischer Agenten auf, die für den «Tag X», jüdische Einrichtungen wie Kindergärten ausgespäht haben. Davor wurde bekannt, dass der ehemalige Präsident der deutsch-israelischen Gesellschaft, Reinhold Robbe, von einem pakistanischen Staatsbürger im Auftrag des iranischen Geheimdienstes ausspioniert wurde.

Und genau diesem Regime erweist eine deutsche Institution, die mit deutschen Steuergeldern finanziert wird, die Ehre in dem sie einen Repräsentanten des besagten Regimes empfängt und durch das Museum führt. Und Moujani wäre nicht ein Repräsentant der gerontokratischen Mullah-Diktatur, wenn er nicht auch diesen Empfang für widerlichste Propaganda missbrauchen würde: Der Kulturrat Moujani der Botschaft des Mullahregimes sagte, dass die «Gleichsetzung von Antisemitismus mit Antizionismus» angeblich ein Problem sei, das, man unter «die Lupe nehmen müsse». Ausserdem hatte Moujani die Unverschämtheit zu fordern, dass man «eine Grenze zieht zwischen dem Zionismus und dem Judentum», wie man «eine Grenze ziehen würde zwischen dem Islamischen Staat und dem Islam». Das bedeutet, dass der Repräsentant des Mullahregimes die Chuzpe hat, den Judenstaat mit dem Islamischen Staat gleichzusetzen, und das in einer deutschen Institution und nicht im Scheinparlament in Teheran. Alles dazu auch noch unwidersprochen von denen, die anwesend waren.

Hier zeigt sich das offizielle Deutschland einmal mehr von seiner erbärmlichsten Seite: All die schönen Worte von Politikern und anderen Persönlichkeiten zum Gedenken an die Opfer der Schoa sind nichts wert, wenn deutsche Institutionen vor einem antisemitischen, mörderischen Regime wie dem zu Teheran kuschen, um auf Teufel komm raus einen siechenden «kritischen Dialog» am Leben zu erhalten, den man schon lange nur noch als «moralische Prostitution» bezeichnen kann. Damit verrät man in Deutschland nicht nur alle Werte der Aufklärung, sondern auch jüdisches Leben an sich und lässt jüdisches Leben im Deutschland nach der Schoa tatsächlich als «unverdientes Geschenk» erscheinen. Denn wenn man in Deutschland weder willens noch fähig ist, jüdisches Leben zu schützen und man Juden, inklusive dem Juden unter den Staaten, an das Regime zu Teheran verrät, dann hat man in Deutschland tatsächlich nicht verdient, dass sich Juden nach der Schoa wieder angesiedelt haben.

Es sind genau solche Fälle, in Kombination mit dem Abstimmungsverhalten des offiziellen Deutschlands bei den Vereinten Nationen, die mich persönlich daran zweifeln lassen, ob Deutschen klar ist, was es bedeutet, dass Juden wieder in der Bundesrepublik Deutschland leben und dass die Bundesrepublik Deutschland diplomatische Beziehungen zu Israel, dem Judenstaat, haben darf. Vor allem wenn es darauf hinausläuft, dass man sich am Ende des Tages, meiner Ansicht nach, effektiv für ein gerontokratisches, antisemitisches Mullahregime moralisch prostituiert, wie es das Jüdische Museum zu Berlin getan hat. Es reicht eben wirklich nicht, nur Bilder jüdischer Persönlichkeiten und Judaica auszustellen, um uns Juden gegenüber Respekt zu erweisen. Es braucht ein Bewusstsein dafür, dass man sich nicht Antisemiten anbiedert, selbst wenn sie Imperialisten in den Masken von Revolutionären sind, anbiedert. Dieses Bewusstsein hat, nicht nur in diesem Fall, gefehlt. Und gerade dieses fehlende Bewusstsein ermöglicht es Antisemiten aller Couleur in Deutschland Urstände zu feiern, während jüdische Kindergärten weiterhin rund um die Uhr bewacht werden müssen.

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2 Kommentare zu “Jüdisches Museum Berlin: Deutschland von seiner erbärmlichen Seite

  • #1
    Gerd

    Das "Jüdische" Museum hat wen eingeladen? Es ist einfach unfassbar. Die Realität wird absurder als jede Satire. Wen die wohl demnächst einladen? Den Bundesvorsitzenden der NPD?

    Stichwort Abstimmgsverhalten in der Uno:

    https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/pro-israelischer-fdp-antrag-faellt-im-bundestag-durch/

  • #2

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