Kanzlerpräferenz: In NRW liegt Laschet knapp vor Söder

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (Foto: Land NRW / Laurence Chaperon)

Trotz der teilweise heftigen Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn wegen der Corona-Impfkampagne bleiben die hohen Zustimmungswerte für die Union unverändert. Im aktuellen RTL/ntv-Trendbarometer erreicht die CDU/CSU weiterhin 37 Prozent und liegt damit 18 Prozentpunkte vor den Grünen. Grüne und Linke gewinnen je einen Prozentpunkt. FDP und AfD, die die Impfpolitik am heftigsten kritisieren, verlieren je einen Prozentpunkt. Für die SPD und die sonstigen kleineren Parteien verändert sich nichts. Die Linke liegt jetzt gleichauf mit der AfD bei 8 Prozent. Bei der Bundestagswahl hatte die AfD noch einen Vorsprung von 3,4 Prozentpunkten vor der Linke.

Wenn jetzt bereits der neue Bundestag gewählt würde, könnten die Parteien mit folgendem Ergebnis rechnen: CDU/CSU 37 Prozent (Bundestagswahl 32,9 %), Grüne 19 Prozent (8,9 %), SPD 15 Prozent (20,5 %), Linke 8 Prozent (9,2 %), AfD 8 Prozent (12,6 %) und FDP 6 Prozent (10,7 %). 7 Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2 %). Die Zahl der Nichtwähler und Unentschlossenen entspricht mit 23 Prozent in etwa der Zahl der Nichtwähler bei der Bundestagswahl 2017 (23,8 %).

290 Mandate für die Union im neuen Bundestag

18 Millionen Wahlberechtigte würden derzeit bei einer Bundestagswahl CDU oder CSU wählen. 9,3 Millionen würden den Grünen ihre Stimme geben. 7,4 Millionen würden SPD, je 3,7 Millionen Linke oder AfD und 2,5 Millionen FDP wählen. 14,3 Millionen Wahlberechtigte wollen derzeit nicht wählen gehen. In den neuen Bundestag würden entsprechend dem Wahlergebnis unter Berücksichtigung der Überhang- und Ausgleichsmandate nach dem derzeit gültigen Wahlrecht 723 Bundestagsabgeordnete einziehen. Für die Parteien würde sich folgende Mandatsverteilung ergeben: Union 290, Grüne 147, SPD 116, Linke 62, FDP 46 und AfD 62.

Die „Kanzlermehrheit“ läge bei 362 Mandaten. Rechnerisch könnte die Union zusammen mit den Grünen (437 Mandate) oder mit der SPD (406 Mandate) eine Regierung bilden. Nicht regierungsfähig wären Schwarz-Gelb (zusammen 336 Mandate) sowie Grün-Rot-Rot (zusammen 325 Mandate).

Kanzlerpräferenz: Söder in den meisten Bundesländern vorn

Im aktuellen RTL/ntv-Trendbarometer hat sich an den Kanzlerpräferenzen kaum etwas geändert. Wenn die Bundesbürger ihren Bundeskanzler direkt wählen könnten, würden sich weiterhin 37 Prozent für Markus Söder entscheiden. 18 Prozent würden wie in der Vorwoche für den Grünen-Chef Robert Habeck und 14 Prozent für den SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz (minus 1 Prozentpunkt) votieren. Würde der neue CDU-Chef Armin Laschet für die Union antreten, würden die Wahlberechtigten sich genauso entscheiden wie in der Vorwoche: 28 Prozent für Laschet, 19 Prozent für Habeck, 17 Prozent für Scholz.

Eine Auswertung der Kanzlerpräferenzwerte der letzten zwei Wochen zeigt, dass die beiden Unions-Kandidaten in fast allen Bundesländern deutlich vor Scholz und Habeck liegen.

Die stärkste Unterstützung für Markus Söder gibt es in Bayern: 49 Prozent der bayerischen Wahlberechtigten würden den CSU-Chef zum Kanzler wählen. Aber auch im protestantischen Norden (Schleswig-Holstein und Niedersachsen) sowie in Teilen des „heidnischen“ Ostens (Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern) würden jeweils mindestens ein Drittel für Söder stimmen.

In seinem Heimatland Nordrhein-Westfalen liegt Armin Laschet mit 39 Prozent knapp vor Söder. Aber auch in Bayern sowie in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern würden fast ein Drittel der Wahlberechtigten Laschet wählen.

Olaf Scholz kommt nur in Bremen (24 %) und im Saarland (25 %) über die 20-Prozent-Marke. Seine niedrigsten Werte hat Scholz in Thüringen (11 %) und in Bayern (10 %). Robert Habeck liegt in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Berlin knapp über der 20-Prozent-Marke. In den Stadtstaaten Bremen und Hamburg liegt Habeck auf dem ersten Platz – in Bremen mit 30 Prozent, in der Hansestadt Hamburg, die eigentlich als Hochburg von Olaf Scholz gilt, mit 38 Prozent. Scholz erreicht in Hamburg 18 Prozent, ebenso viel wie Armin Laschet. Söder kommt in der norddeutschen Metropole auf 27 Prozent.

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3 Kommentare

  1. #1 | Walter Stach sagt am 5. Februar 2021 um 20:14 Uhr

    "Der Armin" und zwei seiner zumindest seltsame Eskapaden.

    Die eine läßt mich fragen -immer noch und immer wieder-, wie er es mit der Wahrheit hält.
    -sh.der Skandal um die von ihm "verklüngeltenn" Klausurarbeiten seiner Studenten an der TH Aachen, für die er -obwohl nicht mehr vorhanden-, Noten vergab. Auffallend, daß darüber kaum in den hiesigen Medien berichtet wurde. Auffallend, daß das auch hier bei den Ruhrbaronen nie zu einer längeren Diskussion geführt hat. Wenn ich daran erinnere, wie in den Medien, wie hier bei den Ruhrbaronen über Steinbrück, über Schulz "hergefallen" aus vergleichbar unbedeutenden Anlässen, dann……? Dann erscheint mir auch das seltsam und nicht nur das Verhalten von Laschet -das "Verklüngeln von Klausuren" und die Vergabe von Noten für nicht geschriebene Klausuren.

    Heute erfahre ich über SPIEGEL online von einer zweiten mir seltsam erscheinenden Verhaltensweise "unseres Armin".
    Im Zusammenhang mit Aktionen im Hambacher Forst und regierungsseitig verfügten Räumungsaktionen sagt "unser Armin", und zwar nicht als Vorsitzender der CDU, sondern als MP des Landes NRW:
    "Ich brauch einen Vorwand,ich wollte den Wald räumen".
    Auch diese Äußerung gibt mir ergänzend zu dem "Zeugnisskandal" Anlass, über den Charakter, über Charaktereigenschaften von Laschet nachzudenken .
    Seltsam, seltsam ! Und das gilt nicht nur für Laschet. Auffällig ist auch jetzt wieder, daß die Medien auch jetzt wieder zu versuchen scheinen, diese Äußerung von L. "totzuschweigen" –oder kommt da noch 'was ?
    Losgelöst davon, daß "man" Anlass haben könnte, haben sollte, diese Äußerung von Laschet aufzugreifen und sich mir ihr bzw. mit L. darüber auseinanderzusetzen, ist es für mich zumindest ebenso naheliegend, daß "alle" Medien darüber informieren -auch die Ruhrbaronen- Ruhrbaronen-, daß die zitierte Äußerung von Laschet im Hörfunk des WDR laut SPIEGEL online "mittlerweile" durch den WDR gelöscht worden ist. Ein Skandal? Ja, meine ich, und zwar unabhängig von der Person Laschet.

    Es scheint, daß es "den" Medien -auch den Ruhrbarone nebst der Mehrheit der hier Kommentierenden- ganz und gar nicht " in ihren Kram paßt, Fakten darlegen zu müssen, die das Bild vom "guten Jungen" aus Aachen, das Bild vom grundehrlichen katholisch-konservativen Politiker aus dem Rheinland in Frage stellen könnten.

    PS
    Wie bekommen all diejenigen, die beinahe tagtäglich gegen den angeblich "Rot-Grün" beherrschten WDR polemisieren -auch bei den Ruhrbaronen. , es auf die Reihe, daß dieser die Äußerung des CDU- Mannes Laschet durch das Löschen derselben "heimlich, still und leise" durch verschwinden lassen wollte? Im Interesse von "Rot-Grün" oder zu wessen Nutzen?

  2. #2 | Walter Stach sagt am 6. Februar 2021 um 12:59 Uhr

    "WDR weist "Spiegel-Bericht" zurück.
    Das lese ich so eben in FAZ-online.

    Dies Zurückweisung bezieht sich allerdings nicht auf die Laschet-Aussage, auf ihre Richtigkeit, sondern "nur" auf den Grund/die Rechtfertigung dafür, daß der einschlägige WDR-Hörfunk-Beitrag durch den WDR "gelöscht" wurde.
    "Gründe und Rechtfertigung" seitens des WDR erscheinen mir plausibel. Ein Geschmäckle bleibt, aber nicht mehr die Vermutung/die Annahme eines WDR-Skandale.

  3. #3 | thomas weigle sagt am 6. Februar 2021 um 17:58 Uhr

    Steht so,@ Walter Stach, heute auch in der Printausgabe der "Neuen Westfälischen/ Haller Kreisblatt." Einfach nur peinlich. Der "Rotfunk" ist wirklich auf den Hund gekommen.

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