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Kleine Anfrage an Die Linke

Wolfgang Gehrcke, Foto: Derim Hunt/ wikipedia

Wolfgang Gehrcke, Foto: Derim Hunt/ wikipedia

Die Linke ist Weltmeisterin im Kleine Anfragen-Stellen. Heute fragen wir mal zurück, und zwar Wolfgang Gehrcke, Mitglied im Vorstand der Linken-Bundestagsfraktion:

Lieber Herr Gehrcke,

In einer aktuellen Pressemitteilung schreiben sie, dass die Listung des militärischen Arms der Hisbollah als Terrorgruppe seitens der EU ein Fehler war:

„Die Linke setzt auf Gespräche. Die Linke will, daß der Dialog auch mit schwierigen Partnern fortgesetzt wird. Die Bundesregierung jedoch setzt auf sinnlose Demonstrationspolitik, wo politische Klugheit angesagt wäre.“

Nun macht die Hisbollah aus ihrem Antisemitismus keinen Hehl. Neben diversen Äußerungen und Terroranschlägen auf israelische Zivilisten (mutmaßlich auch im Ausland) kam es wiederholt zu als Kriegsverbrechen bewerteten vorsätzlichen Angriffen auf die israelische Zivilbevölkerung (siehe Amnesty International-Bericht). Zudem existieren zahlreiche authentische Fotos, auf denen Hisbollah-Kämpfer kollektiv den Hitlergruß zeigen.

Daher meine Frage: Setzt Die Linke bei der neonazistischen NPD ebenfalls auf Gespräche?

Wenn nicht: Hisbollah-Einheiten zeigen immer wieder öffentlich den Hitlergruß, die NPD versucht zumindest nach außen, dies nicht zu tun. Was disqualifiziert die NPD im Gegensatz zur Hisbollah als Gesprächspartner?

Ihre Partei setzt sich für ein NPD-Verbot ein. Warum ist dieses Verbot für sie, im Gegensatz zur Hisbollah-Ächtung, keine „sinnlose Demonstrationspolitik“?

Was bedeutet die Parole „Nie wieder Faschismus“ für sie?

Die Fragen wurden in ähnlicher Form an Wolfgang Gehrcke geschickt. Sobald die Antworten eintreffen, werden sie bei uns veröffentlicht. Bevor sich jetzt übrigens SPD-Genossen ins Fäustchen lachen: Die SPD ist keinen Deut besser.

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12 Kommentare zu “Kleine Anfrage an Die Linke

  • #1
    LordDahrendorf

    Sorry, aber das stimmt nicht. Weltmeister im Stellen von Kleinen Anfragen, auch von solchen, die keinen Sinn ergeben, ist Ralf Witzel von der FDP. Ein Auszug aus den Absurditäten-Anfragen dieses MdL gibt es auf: www.landtag.nrw.de

  • #2
    Stefan Laurin

    @LordDahrendorf: Es geht um den Bundestag – also Bundesliga, nicht Regionalliga 🙂

  • #3
    thegurkenkaiser

    wenn es um den bundestag, also bundesliga geht, warum dann weltmeister?

  • #4
    Puck

    Daß Vertreter der Partei „Die Linke“ an der Einstufung der Hisbollah als terroristische Organisation herumnörgeln, überrascht nicht wirklich. Damit dürften sie sich in guter Gesellschaft anderer Linker befinden, die auch nicht müde werden, den Dialog zu propagieren, wenns um Organisationen oder Staaten geht, die Israel von der Landkarate putzen möchten und/oder den USA feindlich gesonnen sind.

    Sehr erfrischend und eine wirkliche Überraschung wäre es, wenn Linke mal der Hisbollah, der Hamas oder Achmanidedschad, um nur einige zu nennen, empfehlen würden, es doch zur Abwechselung mal mit Dialog zu versuchen.

    Natürlich führt man keinen Dialog mit der NPD, das ist dann doch ein bißchen igitt. Denen fehlt einfach jedes Talent, ihre sinistren Absichten vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte ausreichend mit rethorischen Purzelbäumen zu rationalisieren.

  • #5
    Jörg Reiners

    Wolfgang Gehrke und anderen Linken geht es in erster Linie darum, nicht brachialer Gewalt mit ebensolcher zu entgegnen, sondern in einen Diskurs einzutreten, um militärische Einsätze als politisches Mittel dauerhaft zu verunmöglichen. Und die Hisbollah mit der NPD in einem Atemzug zu nennen, ist schon dreist! Ich möchte nicht wissen, was in Deutschland los wäre, wenn die Siegermächte auf unserem Territorium z.B. einen Staat für Sinti und Roma installiert hätten!

  • #6
    Helmut Junge

    Also Herr Reiners, das ist nobel, wenn jemand in einen Diskurs eintritt, statt mit brachialer Gewalt auf brachiale Gewalt zu reagieren. Muß man echt mal drüber nachdenken. So etwas macht der Gehrke? Ich dachte immer. dass der in einem Krieg, den beide Seite als Krieg bezeichnen, der dann also auch wirklich ein Krieg sein muß, für eine der beiden Seiten Partei ergreift. Das ist aus meiner Sicht eine Beteiligung an einem Krieg. Aber, wie konnte ich nur so was denken?
    Jedenfalls bin ich davon überzeugt, dass Gehrke seine Position so erklären könnte, dass ich nicht sofort lachen muß.

  • #7
    Puck

    @Jörg Reiners

    Zitat: (…)Ich möchte nicht wissen, was in Deutschland los wäre, wenn die Siegermächte auf unserem Territorium z.B. einen Staat für Sinti und Roma installiert hätten!(…)

    Ja Scheiße auch! Das wäre ja fast noch schlimmer, als wenn die Siegermächte auf unserem Territorium z. B. einen Staat für Juden installiert hätten!

    Aber Gott sei Dank haben „die Siegermächte“ das ja nicht getan, sondern insbesondere die USA haben dafür gesorgt, daß Deutschland nach dem Krieg, den die Deutschen selbst vom Zaun gebrochen und obendrein beispiellose Verbrechen begangen hatten, u. a. 6 Mio Juden wie Ungeziefer quasi industriell zu vernichten, wieder au die Beine kam.
    Was insbesondere den USA in Deutschland – besonders in linken Kreisen – bis heute auf dermaßen redundante Art übel genommen wird, daß man sich fast scheut, die USA zu kritisieren wenns tatsächlich nötig ist.

    Mit der Hisbollah scheinen Sie allerdings was mißverstanden zu haben: Die Hisbollah ist in erster Linie eine Organisaq1 dem Einfluß Irans heran gebildet, um in dessen Sinne den Libanon aufzumischen.
    Der korrekte Vergleich wäre also: Stellen wir uns mal vor, daß – ist jetzt nur ein Beispiel – ein Österreicher sich daran macht, Deutschland nach seinem Willen umzukrempeln und keiner traut sich, dem entschieden Einhalt zu gebieten, im Gegenteil: die machen noch alle mit!

  • #8
    Puck

    Ja, das passiert, wenn die Katze aufs Touch-Pad latscht…

    Mit der Hisbollah scheinen Sie allerdings was mißverstanden zu haben: Die Hisbollah ist in erster Linie eine Organisaq1 (Organisation, die unter) dem Einfluß Irans den Libanon aufmischt.
    Der korrekte Vergleich wäre also: Stellen wir uns mal vor, daß – ist jetzt nur ein Beispiel – ein Österreicher sich daran macht, Deutschland nach seinem Willen umzukrempeln und keiner traut sich, dem entschieden Einhalt zu gebieten, im Gegenteil: die machen noch alle mit!
    Moment mal … hatten wir das nicht schon?

    Also Jörg Reiners, nicht nur mir dürfte aufgefallen sein, daß Ihr Vergleich nicht nur ausgesprochen infam, sondern vor allem ziemlich dumm ist.

  • #9
    Klaus Lohmann

    @#5 | Jörg Reiners: „Ich möchte nicht wissen, was in Deutschland los wäre, wenn die Siegermächte auf unserem Territorium z.B. einen Staat für Sinti und Roma installiert hätten!“

    Ja, was wäre denn dann lt. Ihrer Fantasie hier los? Zehntausende nicht bekehrte Nazis hätten mit ihren Restwaffen in jedem Provinzkaff Blutbäder en masse angerichtet? Rumänien wäre jetzt Fußball- und Baumarkt-Weltmeister? Der Transrapid würde in Ungarn 130 Jahre alten Tokajer durch die Pampas hin und her schweben? Die Linken würden sich persönliche Kofferträger mit Springerstiefeln vom Bundestag finanzieren lassen?

    Oder rauchen Sie anderes Zeug?

  • #10
    Eckarhard

    gerade für die kleinen Anfragen ist die LINKE wählenswert, nuch machen sie leider nichts daraus..

    gruß
    Ekki

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