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Klimaproteste: „Der Feind ist ein Hippie“

Strahlende Herbstsonne, aber natürlich war es schon etwas kälter. Egal, fast 10.000 Menschen zogen heute bei einer Klimademonstration durch Bochum. Kinder waren dabei, Schüler, Erwachsene und Greise. Es waren so viele, dass die paar MLPD und DKP-Anhänger, die sich jede Protestbewegung einfängt wie  Menschen eine lästige Erkältung, nicht weiter auffielen. Der Protest war, wie man so sagt, bunt und friedlich, die Musik dem Anlass entsprechend grauenhaft hippiesk und es liegt mir fern, über die Jugendlichen zu lästern, die mit zum Teil großem Ernst durch die Bochumer Innenstadt zogen. Teil einer Jugendbewegung gewesen zu sein, gehört zu einer bürgerlichen Biografie dazu, ist in gewissen Kreisen fast so etwas wie ein Initiationsritus und liefert noch Jahrzehnte später Gesprächsstoff für lange Abende.

Da Fridays for Future keine neue Bewegung ist, sind die meisten Sprüche so bekannt wie harmlos: „Es gibt keinen Planeten B“ und „Make Love not CO2“, dazu ein durchaus witziges „Ohne Planet ist auch doof“, was zeigt, dass Kindern auch an vier Schultagen in der Woche ein naturwissenschaftliches Grundwissen vermittelt werden kann. Protest ist immer auch Party, Party auch Protest. Viele Jugendliche hatten heute einen guten Tag.

Aber es waren eben nicht nur Schüler und Studenten unterwegs, da waren auch ein paar tausend Erwachsene. Und einer von ihnen trug ein Schild auf dem stand:

„Industy – Destroying Future Since 1780“

Ich denke nicht, dass er mit dieser Ansicht alleine ist. Immer größere Teile des Bürgertums, und das ging heute vor allem auf die Straße, hängen der naiven Vorstellung an, dass ihr Wohlstand ein Menschenrecht ist, denn sie kennen nur ein Leben im Reichtum. Auch das Wissen, wie das Leben vor der Industrialisierung aussah, wie ungebildet und arm die Menschen waren, wie früh sie starben, wie krank sie waren, scheint verschüttet. Die meisten von uns würden kaum einen Tag in der vorindustriellen Zeit überstehen, die Dümmsten von uns haben das vergessen.

Viele die so denken sind im Öffentlichen Dienst beschäftigt, das Geld kommt so sicher wie der morgendliche Sonnenaufgang und es ist so viel, dass man sogar zum demonstrativen Verzicht in homöopathischen Dosen bereit ist. Die Verachtung gegenüber Wirtschaft und vor allem Industrie sitzt tief. Das die Produktion aus den Städten in die Provinz abgewandert nährt die Illusion, dass sie keine Rolle mehr spielt, ja, dass es sie nicht mehr gibt.

Zur grüngutbürgerlichen Dekadenz gehört es, zu ignorieren, dass es die Menschen mit den gut bezahlten Jobs in der Industrie sind, die nicht nur die Güter herstellen, deren Export das Geld bringt, von dem all die Gemeinschaftskundelehrer, Verwaltungsbeamten und Betroffenheitswissenschaftler leben. In Bochum sah ich auch Schauspieler und Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung, wie sie im Kern für höhere Energiepreise und Deindustrialisierung auf die Straße gingen. Wenn in der kommenden Krise im Öffentlichen-Dienst und bei den Künstlern gespart werden wird, weil die Steuereinnahmen einbrechen, werde ich sie an den heutigen Tag erinnern.

Erinnern wird man nach den kommenden Niederlagen auch die Bochumer SPD müssen. Sie rief zur heutigen Demonstration auf, die sich auch gegen die Stadtwerke und BP, einem der wichtigsten Arbeitgeber Bochums, richtete. Die SPD demonstrierte im Kern gegen sich selbst, die Partei ist ja auch Teil der Bundesregierung. Wer so etwas tut, ist verliebt in den eigenen Niedergang – oder einfach nur dumm.

Heute feierte sich eine arrogante und zum Teil erschreckend dumme Ökobourgeoisie selbst. Der Protest ihrer Kinder, der so ist, wie Protest von Kindern nun einmal ist, gab ihnen die Gelegenheit, ihre ganze Ignoranz auf die Straße zu tragen. Sie mögen den Tag genießen. Jeder Job der in der Automobilindustrie, im Maschinenbau, bei den Zulieferern, in der energieintensiven Werkstoff- und Chemieindustrie wegfällt, wird das Klima in diesem Land unangenehm verändern. Diese kommende Entwicklung macht mir Sorgen. Wer heute launig für Deindustrialisierung und gegen Wachstum und damit faktisch für Armut auf die Straße ging, wird eine steile Lernkurve durchlaufen – oder das was da kommt mit offenem Mund bestaunen und sich in das Hören alter Witthüser & Westrup-Platten flüchten.

Der Feind, das lehrte uns Johnny Rotten, ist ein Hippie. Es  waren heute viele Hippies unterwegs.

RuhrBarone-Logo

23 Kommentare zu “Klimaproteste: „Der Feind ist ein Hippie“

  • #1
    Bochumer

    Also Arbeitsplätze sind gefährdet. Es gab da diesen Dieselskandal, wodurch die VW-Führung das Ansehen der eigenen Marke ruiniert hat.
    Tatsächlich gefährden die Nieten in Nadelstreifen zusammen mit ihren Lobbyisten die Wirtschaft mehr als die Demonstranten heute.
    Allerdings ist die Industrie nicht per se böse. Das Plakat ist auch etwas schlicht.

  • #2
    Dortmunder

    Ist die dem Plakat innewohnende Ironie vielleicht am Ende sogar beabsichtigt,
    das fehlende ‚r‘ ein Hinweis auf allenthalben anzutreffende Flüchtigkeit, wo doch Besonnenheit gefragt ist?

  • #3
    ke

    "In Dusty" ?

    Das Problem ist eher die Politik, die sich von ein paar Menschen und vielen Kindern treiben lässt. Erschreckend ist nur, dass viele Medien einfach naturwissenschaftliche Zusammenhänge in ihrer Komplexität vermitteln könne.

    Der Demonstrant/Politiker, der mit dem Verbot von Autos in der Stadt das globale Klima retten will, liegt einfach ein paar Größenordnungen daneben. Er wird aber von den Medien gehypt und final springt die Politik auf diesen Zug auf, weil sie einfach nicht mehr in der Lage ist, Haltung zu zeigen.

    Das Klima-Paket fängt schon dumm an:
    Eine weitere Abgabe auf Benzin und Diesel. Der Preis besteht schon jetzt fast nur aus Abgaben. Vermutlich wird aber der Preis sowieso sinken, weil einfach zu viel Öl auf dem Markt ist.

    Warme Wohnungen nur für Reiche?
    Dann der Quatsch bzgl. der E-Auto-Förderung und weitere Subventionen für die Wirtschaft.

    Also ein paar Steuerungen , die alles machen werden, aber nicht das Klima retten. Es werden Subventionen ohne große Wirkung anders verteilt und insbesondere arme Bürger belastet.

    EINE KAPITULATION DER REGIERUNG

  • #4
    Thommy

    Erst dachte ich, bei den Ruhrbaronen mal wieder eine als redaktionellen Beitrag verkappte Anzeige des DIHT oder des VDA gelesen zu haben.

    Doch ich habe mich getäuscht. Das Klima ist auch beim VDA -also dem Verband der Automobilhersteller -Thema Nr.1. Ob man es damit Ernst meint, wird man sehen -der Klimawandel kann sich aber für intelligente Unternehmen durchaus lohnen -womit die rückwörtsgewandte Auffassung des Beitragsautors, der bei Berücksichtigung klimarelevanter Aspekte gerne mal den Untergang der deutschen Industrie und damit des gesamten Landes prognostiziert, eigentlich ad absurdum geführt wäre.

    Anscheinend gehört er zu einer glücklicherweise seltener werdenden mehr und mehr rückständigen veränderungsresisten Spezies, die den Klimawandel nicht wahrnehmen und erst Recht nichts für Klima tun will .

    Im Gegenteil ist es der Beitragsautor selbst, der die Zeichen der Zeit nicht erkennt. Würde es nach ihm gehen, hätte die Industrialusierung aufgrund der damit einhergehenden rasanten revolutionären Veränderungen-" industrielle Revolution" – niemals stattgefunden -von Digitaler Revolution ganz zu schweigen- und wir würden uns heute noch darüber Gedanken machen, was wäre, wenn wir das Rad erfinden würden.

    Offensichtlich ist der im Ruhrgebiet seit Jahren lebende und dort seine Weltauffassungen in die Tasten hauende Beitragsautor inzwischen selbst zum Opfer der Rückständigkeit und ideenlosen und unbeweglichen Unkreativität geworden, die er dem Ruhrgebiet unermüdlich attestiert.

  • #5
    thomas weigle

    Ich war heute hier vor Ort bei der Demo. Es waren auch nicht wenige"alte weiße Männer" und natürlich auch "alte weiße Frauen" vor Ort. Den größten Beifall gab es für die jungen Redner als sie klar machten, dass es Klimaschutz nicht zum Nulltarif gibt. Diese Botschaft scheint auch bei der Mehrheit der Wahlberechtigten angekommen zu sein, ard-vt S.130.
    Gut, bei Herrn Laurin u.a. hier nicht noch nicht, ist aber nicht weiter verwunderlich. @ Thommy #4hat es im letzten Absatz wunderbar auf den Punkt gebracht.

  • #6
    Stephan Buck

    Selten habe ich eine solch rückwärtsgewandte Polemik gelesen, bei den Ruhrbaronen hätte ich eine solche auch sicher nicht erwartet. Der Autor macht den gleichen Fehler, wie Wissenschaftler in den 1950er Jahren, welche die Zukunft im Jahr 2000 "berechnen" wollten. Ihre Rechnung bestand einfach darin, das Bekannte, d.h. die Wirtschaftsleistung + Bevölkerungswachstum x Jahre zu rechnen, Innovationen und Veränderungen im Sozialen wurden nicht berücksichtigt. Natürlich kamen sie zu Ergebnissen, die einen heute amüsieren. Bei den Klimaleugnern und Autor Laurin ist es aber noch schlimmer: Zum einen werden die jetzt schon verifizierbaren Folgen des menschengemachten Klimawandels, welche von 98% aller Wissenschaftler weltweit geteilt werden ignoriert, bzw. geleugnet. Dazu kommt, dass Larin wie in ganz finsteren Zeiten versucht, die Demonstraten als Feinde – von wem eigentlich? – zu diffamieren und gleichzeitig spricht er der Industrie und Energiewirtschaft der Gegenwart ab, sich wandeln zu können. Und das sage ich als ein Kritiker, der aus BaWü kommt, einem der Weltzentren des Maschinenbaus und Fahrzeugbaus. Man sollte nicht vergessen: Bis in die 80er Jahre kamen aus Deutschland die besten Dieselloks der Welt, die dann irgendwann niemand mehr kaufen wollte. Die jetzigen Proteste sind nicht industriefeindlich und realitätsfern, sondern sie geben vielmehr der Industrie und der Politik den nötigen Impuls, endlich das zu machen, was schon längst machbar ist.

  • #7
    Andreas Flenker

    @Thommy #4
    Voll ins Schwarze !

    Die lustigsten Cartoons hier auf dem Blog sind die vom geistig “alte weißen Mann“ der immer wieder seine Schwarte an der Zukunft der nachfolgenden Generation reiben muss, ohne dabei zu bemerken, dass er zur nostalgisch aussterbenden Art gehört und permanent bettelt doch endlich auf die Rote Liste gesetzt zu werden.

    Früher, ja früher, früher war alles besser, sogar die Zukunft.

  • #8
    ke

    @4 Thommy
    Der VDA wird doch die Sektkorken knallen lassen.

    Es gibt noch mehr Subventionen für E-Autos. Bei hoher Nachfrage und einer Politik, die direkt diese Technologie mit ihren riesigen Problem bzgl. der Batterietechnik will, wird es völlig überteuerte Autos geben, die sich so nie auf dem Markt hätten durchsetzen können.

    OK, die Luxuswagenfahrer können jetzt ihr Hobby vom kleinen Mann und seinen Steuern finanzieren lassen.

    Ja, so lässt sich mit Klimawandel Geld verdienen. Ob wir mit der Subvention von 2 Tonnen E-Autos die Erde retten, ist sehr unwahrscheinlich.

    Natürlich sind auch alle Technolgiefeine, die auf das Kein Wind und keine Sonne Problem hinweisen. ..

    Die aktuelle Klimapolitik kostet weiter enorme Summen, bringt relativ wenig fürs Klima und auch nur eine weitere Subventionsblase.

    Der städtische Angestellt mit niemals wechselnden Arbeitsplatz im Zentrum fordert subventionierten ÖPNV, der Arbeiter aus dem Lager am Standrand, zu dem niemals eine Buslinie zur Frühschicht fahren will, soll dies mitfinanzieren.

    OK, diese sozialen Ungerechtigkeiten kann man akzeptieren, muss man nicht.
    Der Klimaschutz fängt bei jedem an und im Bewusstsein der einzelnen. Dafür muss man aber das Gehirn anstrengen und Ökobilanzen prüfen. Ein Wandertag bei Sonnenschein bringt dort wenig.
    Aber man kann ja den Engagierten spielen. Und der Rest ist natürlich rückwärtsgewandt und hat die Zeichen nicht erkannt.

  • #9
    Helmut Junge

    Stefan Laurin, nicht nur durch deinen Bericht, sondern auch wegen der bundesweiten Zunahme der Klimademos bin ich mittlerweile sicher, daß die Grünen bald sehr viel Macht bekommen. Auch ich werde sie wählen.
    Aber dann müssen sie liefern, denn die Erwartungen an sie sind riesig.
    Und die Anforderungen sind erst recht riesig.
    Sie müssen das Weltklima retten!!!!
    Wehe das gelingt ihnen nicht.
    Und zurückschrauben werden sie die Erwartungen, die sie selber geschürt haben auch nicht.
    Und das werde ich beobachten. Alle werden es mit offenen Augen verfolgen. Das was die machen müssen, plätschert nicht unbemerkt den Bach herunter. Ich weiß, du weißt, daß sie nie versprochen haben, daß sie das Weltklima retten könnten. Aber ihre Anhänger glauben das. Und ich weiß, daß einige Grüne schon Angst vor dieser Erwartung haben. Ich bin mal gespannt, wie sie diese Aufgabe angehen. Wählen werde ich sie ja auf jeden Fall.

  • #10
  • #11
    Rainer Kirmse , Altenburg

    FÜR DEN BLAUEN PLANETEN

    Der Mensch, dieses kluge Wesen,
    Kann im Gesicht der Erde lesen.
    Er sieht die drohende Gefahr,
    Spürt die Erwärmung Jahr für Jahr.
    Homo sapiens muss aufwachen,
    Seine Hausaufgaben machen.

    Der Handel mit Emissionen
    Wird unser Klima nicht schonen.
    Weg vom ewigen Wachstumswahn,
    Braucht es einen weltweiten Plan.
    Für den Planeten, die Menschheit,
    Geh’n wir’s an, es ist an der Zeit.

    FRIDAYS FOR FUTURE👍

    The earth is our mother,♥️
    We will not have another.☺️
    Mit oder ohne Unterricht,🆙
    Der Klimawandel wartet nicht.
    Eltern und Lehrer mit ins Boot,
    Mutter Erde ist in Not.🌍🌐🆘
    Wir kämpfen für uns’re Erde,🆗
    Dass sie nicht zur Wüste werde.

    Rainer Kirmse , Altenburg

    Mit freundlichen Grüßen

  • #12
    ke

    Der Klimawandel wird überwiegend nicht geleugnet. Das wäre auch dumm.
    Unser Beitrag gegen den Klimawandel kann schon jetzt und sofort durch aufgeklärte Bürger mit ihrem Verhalten geändert werden.
    Ich sehe nur, dass die ganzen "Rettet den Planeten" Freunde sich gerne ein grünes Image verpassen, dann aber doch jedes Wochenende ins Grüne fahren, sinnlos ihr Motorrad ausfahren, Rundreisen im Nirdgendwo machen etc. Man kann es sich leisten und macht es. Morgens gibt es den Kaffee aus der High Tech Maschine und abends wird am Luxusgrill gegrillt.

    Es gibt für mich nichts Verlogeneres als die Klimadebatte.

    Die Rettung durch die Grünen? Die sind doch für den Ausbau von Schiene und Windenergie, unterstützen aber gleichzeitig viele lokale Bürgerinitiativen die gegen den Eingriff in ihre heile Welt sind und diese Bauten verhindern wollen.

    Gibt es in BW eigentlich immer noch die Beteiligungen an den AKWs?

    Insgesamt: Viel große Klappe, kaum konkretes Handeln, noch weniger Wissen bzgl. Ökobilanzen im Alltag.

  • #13
  • #14
    Helmut Junge

    @Ke "Insgesamt: Viel große Klappe, kaum konkretes Handeln, noch weniger Wissen bzgl. Ökobilanzen im Alltag."
    Aber im Siegesrausch. Und das Konzept ist nicht technologische Entwicklung, sondern Verzicht.
    Wir, (wer immer das auch sein wird) werden also den Gürtel enger schnallen müssen. Auch in der Forschung, wo es schon eng ist. Und das Klimaziel wird trotzdem nicht erreicht werden.
    Selbst wenn in Deutschland völliger Stillstand herrschen würde, könnte das Klimaziel nie erreicht werden. Das auszurechnen reichen minimale mathematische Kenntnisse, wie den Dreisatz.
    Es wird also auch mit grüner Politik nur symbolisch an diesen riesigem Problem gekratzt werden. Ein paar Gedichte geschrieben, große Reden vom weltumspannenden gemeinsamen Handeln, und Barmherzigkeit mit denen, die unter den Brücken leben müssen, organisiert. (zumindest gepredigt)
    Die Erwartungen, die geweckt wurden und werden, sind groß und niemand kann vorhersagen, wie die Menschen reagieren werden, wenn nichts davon wahr wird, aber die ärmsten noch ärmer. Denn darauf wird es hinauslaufen. Und niemand wird den Zug stoppen können.

  • #15
    Alexander

    Der Autor sieht EINE Fotografie, darauf EIN Mann mit EINEM Schild und folgert: Ich denke nicht, dass er mit dieser Ansicht alleine ist. Immer größere Teile des Bürgertums, und das ging heute vor allem auf die Straße, hängen der naiven Vorstellung an, dass ihr Wohlstand ein Menschenrecht ist … Viele die so denken sind im Öffentlichen Dienst beschäftigt." Ernsthaft? Darauf bauen Sie Ihr Pamphlet auf? Es wird viel von der Dummheit anderer gesprochen darin, tatsächlich sollte der Inhalt selbst dringend auf diesen Verdacht hin geprüft werden. Was ist das im Übrigen für eine Textgattung? Ich bin zwar das erste Mal auf dieser Website, nehme aber mal an, dass es ein Kommentar sein soll – vielleicht hoffe ich es auch vielmehr, dann kann man es gut als Zeugnis für den Autor stehen lassen. Sie sollten es dann aber als solches kennzeichnen, sonst denkt man schnell, so etwas ist eine grundsätzliche Sicht der Dinge bei den Ruhrbaronen. Oder haben Ihre Kollegen tatsächlich auch so einen niedrigen Denkansatz?

  • #16
  • #17
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Alexander: Der Autor hat nicht eine Fotografie gesehen, sondern war auf der Demo dabei. Wenn dieses Blog ihre intellektuellen Erwartungen nicht er füllt, tut mir das leid – aber sie müssen es dann ja auch nicht mehr besuchen.

  • #18
    Alexander

    @Stefan Laurin: Ich hatte tatsächlich vermutet, dass Sie nicht dort gewesen sein konnten, da ich es als journalistische Sorgfaltspflicht ansehe, den Autor des Schildes zur inhaltlichen Bedeutung zu befragen, bevor man solch einen Text verfasst. Mir erschließt sich diese Bedeutung nämlich nicht in Gänze, ich könnte nur vermuten. Denn, wie Sie selbst feststellen, steht dort: "Industy", nicht Industry. Sie stellen Ihre Argumentation also nicht nur auf die Basis der Beobachtung einer Einzelmeinung, sie lesen bereits das Schild so, wie Sie es möchten. Eine einfache Frage vor Ort hätte genügt, um festzustellen, ob es sich um einen Schreibfehler oder eine – zumindest für mich nicht – nicht ad hoc zu dechiffrierende Meinung handelt.

  • #19
    Teilnehmerin

    Einmal mehr Publikumsbeschimpfung und Polemik. Alles dumme und ignorante Hippies, die den eigenen Untergang herbeidemonstrieren und nicht kapieren, dass wir ohne Industrie zurück auf die Bäume müssten. Herzlichen Glückwunsch zum schlichten Weltbild.
    In meinem Weltbild ist Platz für die Phantasie, dass es eine Güterproduktion geben könnte, die nicht die eigenen Ressourcen zerstört. Die wird aber nicht vom Himmel fallen, sondern muss von Menschen entwickelt und umgesetzt werden. So sehen das übrigens alle, mit denen ich spreche und die gestern genauso auf den FFF-Demos waren wie ich.

  • #20
    Mika

    Und erneut plädiere ich hier für die Einführung des Zensuswahlrechts. Auf Nettobasis, auf als Staatsknete erhaltenes sog. Einkommen gezahlte Steuern zählen nicht. Dann hätte der Spuk ein Ende.

  • #21
    Psychologe

    Klasse Beitrag. Ganz anders als hier in einem der Userkommentare geäußert, bin ich nicht der Meinung, dass sich hier nur an einem Mann mit seinem Schild echauffiert wird. Die These, der Normalbürger sei völlig unbefleckt, während die böse Industrie die meisten CO2-Emissionen verursacht, höre ich wahrlich nicht zum ersten mal. Ich habe sie in den letzten Monaten vermehrt wahrgenommen. Welch Geistes Kind muss man sein um anzunehmen, diese Sphären seien klinisch zu trennen.

    Nur in einem Punkt bin ich übrigens anderer Meinung als der werte Herr Laurin:

    " Wer heute launig für Deindustrialisierung und gegen Wachstum und damit faktisch für Armut auf die Straße ging, wird eine steile Lernkurve durchlaufen – oder das was da kommt mit offenem Mund bestaunen"

    Nein, so wird es nicht kommen. Dann wird natürlich der erhobene Zeigefinger ein zweites mal geschwungen und davon schwadroniert, dass das jetzt das prophezeite Resultat davon sei, dass die Industrie nicht viel früher auf "grüne Technologien" gesetzt habe.
    Es geht ja nun mal nicht um Zusammenhänge, sondern um Slogans. Der Sprücheklopfer von Beitrag 11, mein Freund der Baum, liefert dazu schönes Anschauungsmaterial. Da wird einem direkt warm ums Herz bei so viel bedeutungsschwangerem Geklapper. Ich frage mich einzig, was es bedeuten soll.

    Und wenn die Steuern einbrechen, wird auch der brotlose Künstler nicht die Parallele zum eigenen Handeln ziehen, sondern die nächsten Phrasen dreschen (Fun Fact: Damals protestierten Künstler des Schauspielhauses Bochum für den Erhalt von Opel und für heimische Kohle. Ich erinnere mich noch an einen der skandierten Slogans: "Opelhausen darf nicht sterben". Gefahren ist man freilich VW und Tana Schanzara hatte im Parkhaus unterm Theater ihren verstaubten Oldtimer stehen).
    Wir können hier ja schon mal freundlich Hilfestellung leisten, in dem wir für diesen Tag X die besten Plakatsprüche sammeln. Ich fange mal an:

    "Eine Gesellschaft ohne Kultur ist eine Kultur ohne Gewissen" Oder: "Kommt Komerz, geht Kultur".

    Ihr seht, ich bin da noch recht ungeübt, aber Potenzial ist da!

    By the way (ich werde gerade etwas assoziativ), ich habe direkt auch immer ganz warme Gefühle bekommen, wenn sich im Bochumer Schauspielhaus das Bildungsbürgertum mit den hochsubventionierten Tickets kapitalismuskritische Ergüsse reingezogen hat. Wie romantisch. Da steht man dann in der Pause zwischen Frau und Herr Doktor und ihren Sekt- und O-Saft-Gläsern und weiß, hier sind die guten Menschen. Es kann einfach so schön sein, auf der richtigen Seite zu stehen. Und wenn es nur am Samstagabend zwischen 19.30 und 21.00 Uhr ist.

  • #22
    ke

    dusty = staubig
    Für mich ist das Schild ein Wortspiel, mit dem man offensichtlich viele Menschen verwirren und zum Nachdenken anregen kann.
    => Es ist gelungen

  • #23
    Peter Kepper

    Es gäbe mehrere Möglichkeiten den soviel zuviel erzeugten Strom in Gas umzuwandeln und das Gas ins bestehende Netz einzu Speisen um dann die Vorhandene Motoren- Brennstoffzellen- Eletro- Technik auf saubere und Zukunftsfähige weiseise umzustellen das es mir das Gehirn verquirlt was heutzutage Mainstrim ist. Ich kann wie immer nur sagen folgt der Spur des Geldes und schaut genau hin wer mit welchen Voraussetzungen ( Gretas Schauspiel mit der Famielie ja ganz einfach)was verändert bzw verdient und wer nicht. Sorry aber wir brauchen keine neuen Demagogen die keine wirkliche Ahnung haben.

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