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Köln: Ein paar Muslime gegen den Terror

Demo gegen den Terror auf dem Kölner Heumarkt

Mit bis zu 10.000 Teilnehmern hatte das Team um die Islamwissenschaftlerin und Pädagogin Lamya Kaddor bei der heute in Köln stattfindenden Demonstration von „Muslimen und ihren Freunden“ gegen den Terror unter dem Motto „#nichtmituns“ gerechnet. Am Ende waren es nur um einige Hundert, die sich am Samstag auf dem Heumarkt zusammengefunden haben. Kaddor sagte, sie sei enttäuscht und gab dem türkischen Moscheeverband DITIB die Schuld an den peinlich geringen Teilnehmerzahlen. DITIB hatte sich dagegen entschieden, zu der Demonstration aufzurufen. Lamya Kaddor, ihr  Liberal-Islamischer Bund,  der neben dem Zentralrat der Muslime und dessen Vorsitzenden Aiman Mazyek zu der Demo aufgerufen hatten, erwiesen sich als Medienphänomene, die offensichtlich nicht in der muslimischen Community verwurzelt sind. In Talkshows eine gute Figur zu machen und dem Wunsch der nichtmuslimischen Zuschauer nach einem dialogbereiten und offenen Islam zu entsprechen, ist nun einmal etwas anderes, als die hier lebenden Muslime zu überzeugen und zu vertreten.

Kaddor sprach im Vorfeld den islamistischen Terroristen ab, Muslime zu sein. Sie versucht ihre Religion rein zu waschen, was Unsinn ist. Die Terroristen des IS sind genauso Muslime wie die Terroristen, die in den USA Abtreibungskliniken angreifen, Christen sind. Kaddors Public Relations hat wenig zu tun mit der Analyse eines Ahmad Mansour, der in seinem Buch „Generation Allah“ die These vertritt, dass eine autoritäre Koranauslegung, patriachalische Strukturen und ein von Angst geprägtes Gottesbild in weiten Teilen der islamischen Gemeinschaft die Grundlage des islamischen Terrors und des Fundamentalismus bilden. Einer solchen Kritik an den Strukturen des Islams verweigert sich Kaddor.

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19 Kommentare zu “Köln: Ein paar Muslime gegen den Terror

  • #1
    Marcel

    Schiiten und Sunniten sind sich doch spinnefeind (zum Glück für alle anderen Gläubigen und Atheisten). Die bomben sich doch gegenseitig in den Himmel falls es einen geben sollte.

    Wenn ich mir den IS anhöre sagt er doch auch der richtige Islam zu sein. Vielleicht hat der IS ja recht, wer weiß das schon.

  • #2
    Reinhard Matern

    Es gibt halt nicht ‚den Islam‘ oder ‚das Christentum‘, genauswenig wie ‚das Judentum‘, allerdings jeweils interne Abgrenzungen, die auf verschiedenen Auslegungen beruhen. Dies macht den Umgang schwierig. Die Erwartungen an die Demo waren völlig überzogen, auch Deine, Stefan.

  • #3
    Thorsten Stumm

    Für die Opfer des islamistischen Terrors gibt es in D. halt keine Lichterketten….

  • #4
    Thomas Lachner

    Ich habs so satt diese ewige Besserwisserei, dieses einerseits Muslime andererseits Islamisten und beides hätte ja nun überhaupt nichts miteinander zu tun, diese Heucheleien und Halbwahrheiten, dieses Schönreden und Abwiegeln. Als ob der Umgang schwierig sein könnte wenn das Thema derart konsensheischend ist wie dieses.

  • #5
    Tilleulenspiegel

    Es ist schade, dass der Versuch von Lamya Kaddor so kläglich gescheitert ist.

    Warum das so ist, lässt sich nicht so einfach beantworten.

    Vielleicht haben es die Muslime einfach satt, sich ständig von IS und irgendwelchen durchgeknallten Suicidbombern distsnzieren zu müssen.

    Kaddor selbst hat früher formuliert, dass sie gerade auf diese Distanzierung keine Lust hat,weil das, was IS praktiziert, nichts mit ihrem persönlichen Glauben und ihrer Lebenswelt zu tun hat..

    Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Credo für viele Muslime, -die Religion als ihre private, persönliche Angelegenheit betrachten, zutrifft.

    Dennoch – es war ein gut gemeinter Versuch, es wurde medial diskutiert – das Ergebnis ist allerdings unbefridfgend und wird nun von denen ausgeschlachtet werden, die ohnehin der Meinung sind, dass Muslime nicht zu der hiesigen Gesellschaft passen- übrigens oftmals die gleichen,die das vor einigen Jahren über Türkischstämmige und vor noch viel mehr Jahren über -ach,lassen wir das, der Schoß ist fruchtbar noch

    Kaddor – ihres Zeichens Islamwissrnschaftlerin- steht aber -Herr Laurin- gerade nicht für den von Mansour kritisieren konservativen Islam, sondern engagiert sich für eine liberale Auslegung.

    Für den Mut, diesen steonigen Weg, von dem viele Muslime und vele Nichtmuslime profitieren können, zu gehen und sich dementsprechend zu engagieren, muss man ihr viel Erfolg wünschen

    War Mansour eigentlich auf der Demo?

  • #6
  • #7
    Joe dimso

    Nur das niemend vor AbortionClinics getoetet wird und Jesus nicht zu Gewalt aufruft.

  • #8
    Helmut Junge

    Die Frage an Ditib, warum sie sich an solchen Demos nicht beteiligen, wird vermutlich noch häufigen gestellt werden, auch wenn dann gerade kein Ramadan ist ist. Was werden sie dann antworten? Diesmal war es eben der Ramadan, obwohl ich das als Ausrede einstufe, weil nicht alle türkischen Moslems deswegen unbedingt geschwächt sind, wie man an Erdogans Leibwache sehen kann.

  • #9
    Walter Stach

    Bei SPIEGELonline ist von 2.ooo/3.ooo.Teilnehmern die Rede -immerhin-.

    Das ändert m.E. nichts an einer nahliegend kritischen Kommentierung der Teilnehmerzahl durch denjenigen, der eine größere Teilnehmerzahl für wünschenswert hielt und diese erwartet hatte, z.B. hier durch Stefan Laurin.

    Auch ich gehörte zu denjenigen, die nicht nur eine wesentlich höhere Teilnehmerzahl im Interesse der hier lebenden Muslime für wünschenswert hielt, sondern diese erwartet hatten.

    Ich befürchte, daß die relativ geringe Teilnehmerzahl "Wasser auf die Mühlen" all derjenigen ist, die nicht fähig, die nicht willens sind zu unterscheiden zwischen Menschen muslimischen Glaubens, z.B. solchen, die in Deutschland leben, und den von mir sog. radikal-fanatischen Islamisten, die den muslimischen Glauben ge- bzw. mißbrauchen für weltweite Terrorakte und für Krieg(e).
    Umsomehr sind weiterhin all diejenigen gefordert, u.a. hier bei den Ruhrbaronen, die fähig und die willens sind zu dieser Unterscheidung!

  • #10
    Himynameis

    @5: Dass der IS nichts mit Frau Kaddors Lebenswelt zu tun haben soll, ist eine interessante Einschätzung. Mindestens fünf ehemalige "Islamkunde"-Schüler von ihr sind in den Jihad nach Syrien gegangen.

  • #11
    thomasweigle

    @ Eulenspiegel Viele Nichtmuslime haben es mehr als satt, dass man die Muslime sozusagen ständig zum Protest gegen ihre terroristischen Glaubensgenossen auffordern muss. Und diejenigen Nichtmuslime, die ständig relativieren, haben viele auch mehr als satt.
    Es ist doch seltsam, dass Muslime in aller Welt wegen einiger Karikaturen durch die Straßen muslimischer Großstädte tobten, bei denen es Brandstiftungen, Plünderungen und Tote gegeben hat, aber wenn Muslime A Muslime B und umgekehrt umbringen, bspw gerne mal während des sog. Freitagsgebetes Sprengstoff in Moscheen zur Explosion bringen. Da regt sich kaum Protest. Und dieses Verhalten wird dann auch noch von den Eulenspiegels hierzulande verteidigt.

  • #12
    Hans Jochen Voß

    ..und wieviele bundesdeutsche Gutmenschen mögen in diesem spärlichen Grüppchen gewesen sein?

  • #13
    Thomas Lachner

    Ich kann mich noch gut erinnern als die Meldung durch die Medien gepeitscht wurde dass in Oslo 1300 Muslime eine Menschenkette gebildet hatten und sich symbolisch schützend vor eine Synagoge stellten. Zwei Wochen später kam irgendwo ganz klein dann raus dass diese Menschenkette noch nicht mal aus 25 Leuten bestand, der Rest waren die Umstehenden: Ein paar Gaffer, Polizei und vor allem Journalisten, die sich selbst mitgezählt hatten.

    Und nirgendwo auf den Fotos von damals waren auch nur annähernd 100 Leute zu sehen, nur immer eine bildfüllende Großaufnahme von kleinen Gruppen. Und da soll ich dem Spiegel glauben der von zwei bis drei Tausend Leuten schreibt.

  • #14
    thomasweigle

    #12 Der Aufruf richtete sich an "Muslime und ihre Freunde". Warum also sollten ihre Freunde kommen, wenn die, die es in erster Linie angeht, zu Hause geblieben sind? Da wäre ich als Gutmensch einigermaßen verstimmt. Gott sei Dank bin ich keiner (mehr).
    Es scheint, dass Muslime nur dann in größerer Zahl auf die Straße gehen, wenn der kreuzritterliche Westen im Fokus islamischer Kritik steht.

  • #15
    ke

    Wer geht warum zur Demo?
    Mir fallen folgende Gründe ein:
    – Mich stört etwas gewaltig bzw. ich will persönlich Änderungen. D.h. , dass ich selber stark motiviert bin.
    – Ich befürworte eine Organisation, die sich für etwas einsetzt und die auch Demos organisiert. Insbesondere wenn es um Wege geht, sind Busse etc. hilfreich.
    – Ich gehe nicht, weil ich Angst habe, dass mir dann Nachteile entstehen (Bedrohungen durch Gegendemonstranten, Nachteile, wenn man auf Bildern erkannt wird …)

    Es sieht so aus, dass ein persönliches Interesse als Motivation nicht ausreicht und dass mitgliederstarke Organisationen eine eigene Agenda vertreten.

    Das Ergebnis ist eine eher kleine Demo.

    Ich finde es auch interessant, wie bspw. in Berlin mit dem Thema Ramadan und Schulunterricht umgegangen wird und wie dort mit dem Thema Ramadan und Schulunterricht bei Grundschülern (!) in Berlin umgegangen wird.
    http://www.berliner-zeitung.de/berlin/ramadan-knigge-in-neukoelln-viele-imame-lehnen-verhaltensregeln-fuer-schueler-ab-26993296
    Wenn ich dies lese frage ich mich, wann die Jugendämter eingreifen.

    Es entsteht der Eindruck, dass sich hier in Deutschland eine sehr konservative Form einer Religion durchsetzt, deren Ursprung vor vielen 100 Jahren im Nahen Osten lag.

  • #16
    Ludwig

    Die Moslems verachten uns inzwischen so sehr, dass sie es nicht einmal mehr für nötig halten, uns etwas vorzugaukeln … Sie zeigen offen und ehrlich wer, was und wie sie sind …. vor allem aber, dass wir für sie lebensunwerter Abschaum sind … besser tot als lebend
    Ich antworte unseren "geliebten" Moslems diesbezüglich …. dito ….

  • #17
    RONNY

    Ernsthaft.? Soll es in Deutschen wirklich noch Leute geben die ernsthaft glauben das der Islam friedlich ist? Oh man….. Macht die Augen auf und geht mal völlig unbefangen durch eure Städte und beobachtet das friedliche miteinander…. Aber nicht erschrecken, da wird nirgendwo ein Film gedreht, das ist die Wirklichkeit… Kein Moslem interressiert sich für ungläubige Opfer und im stillen Kämmerlein gibt es über solche Demos nur Gelächter….. Alles normal

  • #18
    Norbert Krambrich

    #ludwig
    habe ich Sie richtig verstanden, Sie gehen davon aus, dass alle hier lebenden Muslime, Nichtmuslime als " lebensunwerten Abschaum " betrachten und Sie umgekehrt alle Muslime "besser tot als lebend" wissen möchten? Wenn ja, wollen Sie Worte auch Taten folgen lassen, oder ist es nur" die obligatorische geistige Brandstifterei?

  • #19
    Thomas Lachner

    @ Norbert Krambich

    Ich denke falls es einen Aufstand der Rechten geben sollte dann wird man sich zuerst gegen diejenigen wenden die sich jahrelang als moralische Oberlehrer und Besserwisser hervorgetan haben, als Volksbelehrer und als Narrativerfinder; diejenigen, die mit ihrem pädagogisch erhobenem Zeigefinger einherschreiten wie ein olympischer Fackelträger. Leute wie Sie, Herr Krambich.

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