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Kommunalwahl NRW: Personalabbau bei der SPD


Die CDU trotz Verlusten mit  34,3 Prozent mit großem Abstand stärkste Partei, die SPD mit 7,1 Prozentpunkten und nur noch 24,3 Prozent nur noch knapp vor den Grünen, die mit  20 Prozent einen Zugewinn von 8,3 Prozentpunkten eine Rekordergebnis einfuhren und die FDP, die mit 5,6 Prozent leicht zulegen konnte: Der große Gewinner sind die Grünen, CDU und FDP halten sich gut und der große Verlierer ist die SPD. Laschet hat eine wichtige Hürde auf seinem Weg zum CDU-Vorsitz genommen. Wie stabil diese Ergebnisse sind, wird sich in der kommenden Wirtschaftskrise zeigen, aber wie fast überall in Deutschland ist die linke Mitte nicht mehr rot, sondern grün.

Als das wahre Desaster wird sich für die SPD in den kommenden Jahren der Verlust vieler hundert Mandatsträger im Land erweisen. Die Menschen, die gestern aus den Stadt-, Kreis- und Gemeinderäten und Bezirksvertretungen rausgewählt wurden, waren die Basis der Aktiven in der SPD. Mit ihren Mandatsträgerabgaben leisten sie einen wesentlich Beitrag zur Finanzierung der Partei in den Städten, sie waren die Ansprechpartner der Bürger, hielten am Tresen und im Verein das rote Fähnlein hoch und machten an den Ständen Wahlkampf bei Bundes- und Landtagswahlen. Fast ein Viertel dieses Personals haben die Wähler gestern abgebaut, es dürfte sich in den vergangenen Jahrzehnten nahezu halbiert haben. Damit haben sich die Ausgangsbedingungen für einen Wiederaufstieg der SPD in NRW und im Ruhrgebiet deutlich verschlechtert.

Mitleid muss man nicht mit ihnen haben. Sie trugen meist den Weg der SPD von einer Partei der Aufsteiger und des Fortschritts zu einer schlechten Kopie der Grünen mit, in dem sie ihnen die Hegemonie in den politischen Diskursen überließen.

Nun ist die SPD auf allen Ebenen in einer Sackgasse, aus der sie kaum noch herauskommen kann.

Die Ergebnisse der Kommunalwahl in NRW:
Quelle: Innenministerium NRW

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3 Kommentare zu “Kommunalwahl NRW: Personalabbau bei der SPD

  • #1
    ein alter Sozi

    Stefan Laurin schrieb:
    "Mit ihren Mandatsträgerabgaben leisten sie einen wesentlich Beitrag zur Finanzierung der Partei in den Städten……"

    Da werden die SPD Mitglieder wohl bald wieder einen Brief von der NRWSPD bekommen, in dem versucht wird, einen Solidaritätsbeitrag, bzw. eine Beitragsanpassung durchzudrücken.
    Dann wird das hauptamtliche Parteiestablishment bei den einfachen Malochern mit vielen herzzerreißenden Tränen Solidarität für sich einfordern.
    Je mehr den Hauptamtlichen die Arbeitslosigkeit droht, desto aggressiver und trickreicher wird dann wohl bei der Durchsetzung der erwünschten Beitragserhöhung vorgegangen werden.
    Wird dabei zu aggressiv vorgegangen, könnte die Antwort in der Form zurückgeschickter Parteibücher erfolgen.
    Ich persönlich war über die Weise der letzten "Beitragssolidaritätsaktion" so verärgert, dass ich nach fast vier Jahrzehnten Parteizugehörigkeit zum ersten mal mit dem Gedanken eines Parteiaustritts gespielt hatte.
    Die Entfremdung eines treuen und eigentlich überzeugten Sozis zur SPD ist ein schleichender Prozess.

  • #2
    EinLipper

    Ist ja auch völlig überraschend, dass die Wähler alle Versuche der SPD, die Grünen zu kopieren, mit der Wahl des Originals beantworten.

  • #3
    Yilmaz

    Die Grünen hatten eigentlich gehofft 2. Kraft zu werden. Ist nichts geworden.

    Sie haben die Stimmen der SPD geholt und ein paar von der CDU.

    Die Linken haben verloren, FDP + AFD leicht zugelegt.

    RRG hat also unter Strich nichts gewonnen und die SPD verliert weiter an Bedeutung.

    Bleibt die CDU rechnerisch mit einem anderen Partner also die führende Kraft.

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