Legion der Unsichtbaren

Fotos: Städte Köln, Frankfurt, Düsseldorf, Berlin und RVR

Das Ruhrgebiet braucht keinen starken Repräsentanten, es hat viele starke Oberbürgermeister – den Satz habe ich mehr als einmal gehört. Doch die Repräsentanten der Revierstädte werden nicht wahrgenommen – niemand kennt sie, auch wenn Städte wie Essen oder Dortmund größer sind als Düsseldorf – ihre OBs, Wolfgang Reiniger und Gerhard Langemeyer, sind trotzdem Teil der Legion der Unsichtbaren. Ich habe fünf Tage lang die Namen der lokalen Spitzenpolitiker des Reviers in Google-News eingegeben, und sie mit ihre Kollegen aus Berlin, Frankfurt, Düsseldorf und Köln verglichen. Sondereffekte wie Nokia habe ich rausgenommen und einen Durchschnitt gebildet. Das Ergebnis, über das man natürlich diskutieren kann, zeigt: Das Ruhrgebiet braucht nicht nur ein Parlament, dass sich in regionale Aufgaben wie Nahverkehr, Wirtschaftsförderung und Kultur einmischt, sondern auch einen Repräsentanten, der dem Revier ein Gesicht und eine Stimme verleiht – natürlich von allen Bürgern gewählt. Damit auch eines klar ist: Ich will nicht sagen, dass die OBs einen schlechten Job machen, weil sie nicht bekannt sind. Sie haben in dieser Stadtlandschaft einfach  kaum eine Chance sich zu profilieren – schon weil die Nachbarn darauf aupassen.   Die Zahlen:

                     

Bottrop Peter Noetzel: 1
Bochum Ottilie Scholz  6
Dortmund Gerhard Langemeyer 7
Hagen Peter Demnitz    2
Hamm Thomas Hunsteger-Petermann 0
Mülheim Dagmar Mühlenfeld 3
Duisburg  Adolf Sauerland  30
Oberhausen Klaus Wehling 1
Gelsenkirchen Frank Baranowski 8
Herne Horst Schiereck 4
Kreis RE   Jochen Welt 24
Kreis EN  Arnim Brux 3
Kreis WES Ansgar Müller 14
Kreis UN Michael Makiolla 2
RVR Heinz Dieter Klink 0
Köln Fritz Schramma 180
Frankfurt Petra Roth 158
Düsseldorf Joachim Erwin 68
Berlin Klaus Wowereit 492
     

Traurig aber wahr: Die Bürgermeister und Landräte des Reviers repräsentieren noch nicht einmal die Bürger ihrer Städte jenseits der eigenen Stadtgrenzen. Vom Ruhrgebiet ganz zu schweigen.

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5 Kommentare

  1. #1 | mupfl sagt am 16. Februar 2008 um 00:21 Uhr

    >sondern auch einen Repräsentanten, der dem Revier ein Gesicht und eine Stimme verleiht

    Tja. Das wäre nur Jupp Krings.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Krings

    Der ehemalige Duisburger Oberbürgermeister, ein überregional Bekannter, ein Versöhner und ein Integrator.

    Jemand, der – wie ich – in einem bestimmten Duisburger Bioladen seinen Käse und sein Brot kauft, dieses – im Gegensatz zu mir – aber per Telephon vorbestellt.

    Leider ist der Jupp Visionär: „Das Neue wächst nicht so schnell, wie das Alte stirbt.“

    Hey: Deswegen machen alle Aufrechten den Kappes ja.

  2. #2 | René sagt am 17. Februar 2008 um 11:08 Uhr

    das ist doch nicht ernst gemeint?

    man muß ja gar nicht auf die (unseriöse) untersuchungsmethodik eingehen. aber:

    warum muß das revier, bzw. seine einzelnen städte über gebühr repräsentiert werden?
    und: ein „ruhrparlament“ mit einem repräsentationsfähigen vorsitzenden kann wenn nur überhaupt dann eingeführt werden, wenn die bürger sich als einheit verstehen und die kommunalen grenzen in ihrer bedeutung gemindert werden. solange dies nicht geschieht (und das wird es die nächsten generationen nicht), so lange ist das revier zone unbedeutender kleinstaaterei!

  3. #3 | Stefan Laurin sagt am 17. Februar 2008 um 12:03 Uhr

    Rene@ Ich selber halte mein Vorgehen für Diskussionsbedürftig – aber nicht für unseriös. Es gibt die realen Verhältnisse ziemlich gut wieder – relativ und nicht exakt, aber immerhin. Keine Stadt braucht einen Repräsentanten. Es geht auch so – nur es ist leichter für eine Stadt und eine Region wahrgenommen zu werden, wenn sie gut repräsentiert wird. Wir stehen im Wettbewerb mit anderen Städten und Regionen. Wir können in diesem alle Möglichkeiten, die es gibt, nutzen oder wir können es lassen. Wenn wir viele Möglichkeiten nicht nutzen, haben wir es schwerer als anderen – nicht mehr, und nicht weniger.

  4. #4 | blog.50hz.de sagt am 25. Februar 2008 um 22:24 Uhr

    Die Chance, dass das Ruhrgebiet dazu gehören wird, ist ziemlich klein, ……

    … soll Frank Dopheide, Chef der Agentur Grey, gesagt haben, als es um die Frage ging, ob das Ruhrgebiet in 10 Jahren zu den 20 prosperierenden Metropolen dieser Welt gehören wird.
    Da hat wohl recht.
    Doch in seiner Begründung bleibt er u…

  5. #5 | Pottblog sagt am 27. Februar 2008 um 07:23 Uhr

    Ein paar Gedanken zum Ruhrgebiet…

    Im Beitrag Die Chance, dass das Ruhrgebiet dazu gehören wird, ist ziemlich klein, ? geht Djure darauf ein, dass dem Ruhrgebiet ein Gesicht fehlt – eine Identifikationsfigur, die man mit der Region verbindet und die dafür wirbt.
    Das ein solc…

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