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Liebe Oberbürgermeisterinnen, Oberbürgermeister und Landräte,

Foto: Flickr/k-robat

mit Verwunderung habe ich Ihr Thesenpapier zu einem Städtebund im Ruhrgebiet gelesen. Es kommt beeindruckend daher und sprüht vor Eifer, nunmehr die Chancen der Region gemeinsam zu nutzen und an den Problemen gemeinsam zu arbeiten. Das kann jeder Bürger nur begrüßen. Aber wer Sie und ihre Vorgänger, auch die Vorgängerinnen möchte ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, bei Ihrem Tun in der Vergangenheit beobachten konnte, wird diesen Eifer nicht ganz glauben, und so ist auch Ihr aktuelles Papier, wenn auch mit Verve formuliert, keines des Aufbruchs sondern ein Verhinderungspapier.

Der Anlass ist die Auflösung des RVR-Vorstandes. Diese Auflösung hielt ich immer für einen Fehler - weil ich mir schon dachte, dass so ein Papier kommen würde. In diesem Vorstand waren einige von Ihnen übrigens nicht allzu eifrig

Foto: Flickr/k-robat

mit Verwunderung habe ich Ihr Thesenpapier zu einem Städtebund im Ruhrgebiet gelesen. Es kommt beeindruckend daher und sprüht vor Eifer, nunmehr die Chancen der Region gemeinsam zu nutzen und an den Problemen gemeinsam zu arbeiten. Das kann jeder Bürger nur begrüßen. Aber wer Sie und Ihre Vorgänger, auch die Vorgängerinnen möchte ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, bei Ihrem Tun in der Vergangenheit beobachten konnte, wird diesen Eifer nicht ganz glauben, und so ist auch Ihr aktuelles Papier, wenn auch mit Verve formuliert, keines des Aufbruchs sondern ein Verhinderungspapier.

Der Anlass ist die Auflösung des RVR-Vorstandes. Diese Auflösung hielt ich immer für einen Fehler – weil ich mir schon dachte, dass so ein Papier kommen würde. In diesem Vorstand waren einige von Ihnen übrigens nicht allzu eifrig – zum Teil fehlten Sie die Hälfte der Zeit. Jetzt tun Sie bitte nicht so, als ob Sie diesen Vorstand vermissen würden – ich habe dem Mathematikunterricht auch nicht hinter her geweint, bei dem ich oft durch Abwesenheit glänzte.

Die Bilanz der freiwilligen Zusammenarbeit der Städte ist schlecht: An keinem relevanten Punkt haben Sie bislang freiwillig und aus gemeinsamen Antrieb zusammen gearbeitet. Die gemeinsame Wirtschaftsförderung, die Ihnen jetzt so wichtig ist, hätten Sie schon vor Jahrzehnten gründen können. Geschehen ist es erst, als das Land die Wirtschaftsförderung zur Pflichtaufgabe des Regionalverbandes Ruhr (RVR) gemacht hat. Als noch die Rot-Grüne Landesregierung im Düsseldorfer Signal eine gemeinsame Planung für das Ruhrgebiet geplant hat, drängten Sie auf eine Ausstiegsklausel und legten mit dem Masterplan ein Papier vor, das so inhaltsarm war, dass es bedauerlich ist, dass für den Druck unschuldige Bäume ihr Leben lassen mussten. Nun wollen Sie verhindern, dass der RVR die Planung für das Revier übernimmt.

Die Idee zu einem Emscher-Landschaftspark ist seinerzeit beim KVR für die IBA entwickelt worden – und die war eine Idee des Landes. Die von Ihnen genannten erfolgreichen Netzwerke verdanken ihre Existenz alle dem KVR: Ob gemeinsames Werben um Touristen oder die Kulturhauptstadt – die Ideen kamen immer von dort. Nie haben Sie zusammen die Initiative ergriffen, immer mussten Sie zur Zusammenarbeit gedrängt werden. Das Zückerchen, mit dem man Sie lockte, war Geld. Mit Fördermitteln konnte man Sie immer ködern, denn all Ihre herrlichen Städte sind im Kern pleite. Ihr gemeinsamer Antrag um Fördermittel unter dem Namen Konzept-Ruhr  ist hierfür ein schönes Beispiel: Nicht Erkenntnis führte zur Zusammenarbeit, sondern Wirtschaftsministerin Christa Thobens Erklärung, dass künftig nur noch Projekte gefördert werden, die in der Region gemeinsam beschlossen wurden.

Noch nicht einmal eine gemeinsame, ruhrgebietsweite Nahverkehrsgesellschaft, die Sie immer hätten aufbauen können, haben Sie gegründet – fast jeder von Ihnen hat seine eigene – sogar das kleine Herne. Nicht, dass ich häufig Bus fahren würde, aber für mich ist die Frage der gemeinsamen Nahverkehrsgesellschaft so etwas wie ein Glaubwürdigkeitstest: Sie würde allen Bürgern nutzen, den politischen Einfluss schmälern und Geld einsparen. Sie haben sie bislang nicht gegründet, Ihre Parteifreunde sitzen glücklich in all den Vorständen und Aufsichtsräten, und deswegen glaube ich Ihnen Ihr Engagement nicht. Sie reden davon, dass neue Bürokratien überflüssig sind. Wie wahr. Wenn es gegen Bürokratie geht, haben Sie mich immer auf Ihrer Seite, ich muss das nämlich alles mit meinen Steuergeldern bezahlen – zum Glück nicht alleine.

Warum nutzen Sie dann nicht die Chance, Verwaltungen zusammen zu legen und so Personalkosten einzusparen? Ein paar Synergieeffekte werden schon drin sein.

Sie sagen, dass Sie und die Räte Ihrer Städte Demokratie genug sind und wollen kein Ruhrparlament, sondern ein Treffen der Oberbürgermeister. In der Sprecherrolle wollen Sie sich abwechseln. Ich möchte die Idee mal aufgreifen: Reichen in den Städten nicht auch die Bezirksvertretungen? Und die Bezirksvorsteher? Wenn die sich koordinieren, braucht man doch wahrscheinlich keine Stadträte und Oberbürgermeister mehr. Sie können dieser Argumentation nicht folgen? Ich der Ihren auch nicht.

Ich möchte nicht, dass Kommunalpolitiker über das Ruhrgebiet entscheiden. Es fehlt Ihnen der Blick für die Region. Ich will ein eigenes Parlament, und ich will es wählen. Ich will wissen, was die Parteien für das Ruhrgebiet wollen, und ich möchte diese Frage nicht vermischt haben mit dem Bau von Fahrradwegen in meiner Nachbarschaft. Und ich will einen Sprecher für diese Region. Gerne auch eine Sprecherin. Und das für, sagen wir mal, vier bis fünf Jahre. Nicht alle paar Wochen einen anderen. Und ich möchte wählen können. Es ist mein Recht, und ich werde nicht Ihnen zu Liebe darauf verzichten, es einzufordern.

Irgendwie glaube ich Ihnen nicht, dass es Ihnen ums Ruhrgebiet geht. Es geht Ihnen um Ihre Position und Ihren Einfluss. Das ist menschlich. Mehr als das: Sie handeln vernünftig – aus Ihrer Sicht.

Aus Sicht des Ruhrgebiets, das sagen Dutzende von Studien, ist Ihr Modell natürlich Unsinn. Würde man Ihrem Papier folgen – nichts würde mehr im Ruhrgebiet passieren, außer dann und wann einmal der gemeinsame Ruf nach Fördermitteln. Sie haben es in der Vergangenheit nicht geschafft, zusammen zu arbeiten. Alle wichtigen Anstöße kamen von außen oder aus dem KVR/RVR, den Sie in den vergangenen Jahren geschwächt haben. Es gibt keinen Grund, Ihnen zu glauben, dass dies in Zukunft anders sein wird. Die Zusammenarbeit im Ruhrgebiet muss verbindlich und demokratisch sein. Kümmern Sie sich um Ihre Städte, und helfen Sie dabei mit, den RVR zu stärken und zu verbessern. Helfen Sie dem RVR, die Planung für das Ruhrgebiet gut machen zu können. Bei aller Kritik – er ist und bleibt die einzige Klammer des Ruhrgebiets. Sie werden ihn nicht ersetzen können.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Laurin

RuhrBarone-Logo

11 Kommentare zu “Liebe Oberbürgermeisterinnen, Oberbürgermeister und Landräte,

  • #1
    RVR Kenner

    SEHR GUTER BEITRAG! Bitte an alle regionalen und überregionalen Zeitungen schicken, damit er möglichst oft in den Pressespiegeln auftaucht.
    1) RVR stärken
    2) Die schwache & gesichtslose Führungsriege austauschen
    3) Hochkarätige Leute verpflichten, die den OB Respekt abnötigen und nicht nach dem Parteibuch entscheiden, sondern ausschließlich für das Wohl der Region. Natürlich scheuen die Hochkaräter einen Laden, der seit Klink kaum noch über google.de zu finden ist, aber wenn man es mit der Stärkung des Reviers Ernst meint, dann muss man sich diese Leute zur Not kaufen. Topleute folgen eben oft dem Ruf des Geldes, dann ist das eben so. Ein Aberwitz, dass sich die Wirtschaft um eine Kampagne für das Revier kümmern muss. Oh RVR, was ist nur aus dir geworden?
    4) An anderer Stelle in diesem Blog hat ein Daniel Ullrich einen Artikel von Gerd Willamowski in Stefan Laurins Wirtschaftsmagazin zitiert: http://www.wirtschaftsmagazin-ruhr.de/Bilder/magazin/0306/0603.pdf . Den kannte ich leider auch als sonst interessierter Leser noch nicht und leider scheint er auch den Adressaten nicht geholfen zu haben, mit dem Denken anzufangen, obwohl er ja auch nicht erst gestern erschienen ist.
    Und an diesem Artikel sieht man, dass es durchaus Menschen im RVR gab, die sich nicht um die Landesregierung und die OB oder das Parteibuch geschert haben. Wo sind diese Stimmen heute und warum hat noch niemand sonst aus der Belegschaft des RVR hier wenigstens mal anonym gesagt, was wirklich Sache ist? Warum zeigt sich z.B. Klink laut derwesten.de http://www.derwesten.de/nachrichten/2008/2/28/news-26986626/detail.html

    lediglich „irritiert“, dass es jetzt so ein Papier gibt? Hallo Herr Klink!Jemand zu Hause? Sie sind der Chef, danach kommt im RVR nichts mehr! Warum schreien Sie aufgrund dieses Verrates an der Region, die Sie repräsentieren nicht auf und lassen Ihre Pressestelle Sonderschichten schieben, damit dem Thesenpapier mit Feuereifer der Wind aus den Segeln genommen wird? Was machen Sie denn den ganzen lieben langen Tag? Darauf warten, dass Herr Laurin Ihnen Ihre Pflichten abnimmt und für Ihre Behörde in die Bresche springt?
    „Irritiert“: Wie süss! Da haben die OB jetzt bestimmt mächtig Angst, dass sie dann doch nicht mehr mit dem RVR machen können, was sie wollen.
    Ein Forum wie ruhrbarone.de ist doch auch für die Mitarbeiter ideal, mal richtig Luft abzulassen und ich bin sicher, dass es Beachtung findet, auch wenn hier nicht hunderte Leute die Beiträge kommentieren. Lesen werden es hoffentlich um so mehr.
    5) Das Thesenpapier liest sich meiner Meinung nach auf für einen Laien nicht wie von vermeintlich respektablen Führungspersönlichkeiten verfasst, sondern so dermaßen oberflächlich, dass es auch ein angehender Geographiestudent mit den Nebenfächern Raumplanung und Politik verfasst haben könnte. Sowohl sprachlich, als auch inhaltlich eine Beleidigung für alle gebildeten Leute, denen das Revier am Herzen liegt.

  • #2
    Martin Tönnes

    Bravo! – Stefan Laurin,

    als Sprecher der RVR-GRÜNEN stimme ich Ihnen voll zu und die Analyse des OB-Papiers kann ich in allen Punkten unterschreiben.

    Das OB-Papier ist kein Bekenntnis zur Zusammenarbeit im Ruhrgebiet sondern letztendlich die Forderung nach 15 Konzerthäusern in der Region. (Essen hat eins, Dortmund hat eins und in Bochum soll auch eins gebaut werden – da werden die anderen zwölf nicht mehr lange auf sich warten lassen). Das war und ist derzeit noch Ruhrgebiet live.

    Kooperation ist mehr als eine Summe von Einzelinteressen. Deutlich wird dies an dem Konzept Ruhr. Den 270 Projekten in dieser Broschüre liegt kein Konzept zu Grunde, sondern dort sind nur die kommunalen Einzelinteressen aneinander geheftet worden. Hier fehlt jegliche Setzung von Prioritäten. Die Region sagt in dieser Broschüre nämlich nicht, was denn die wichtigsten 10 oder 15 Projekte im Ruhrgebiet sind.

    Deshalb haben auch die jeweiligen „Fachdezernenten“ in der Region mit aller Macht verhindert, dass das Konzept Ruhr in den Gremien der Verbandes diskutiert wird. Dem Konzept Ruhr liegen ausschließlich Beschlüsse aus dem jeweiligen Kommunen zu Grunde. Aber kein Gremium im Ruhrgebiet hat je die gesamte Projektliste vorher zu Gesicht bekommen.

    Aber!,
    dass sei an dieser Stelle auch betont. Kooperation und mehr Zusammenarbeit in der Region kann nicht von oben verordnet werden sondern muss wachsen. Vor diesem Hintergrund ist das Konzept Ruhr auch ein Schritt in die richtige Richtung.

    Im Ruhrgebiet ist derzeit viel Bewegung. Sechs Städte im Kernruhrgebiet stellen derzeit einen gemeinsamen Flächennutzungsplan auf. Es gibt eine regionale Wirtschaftsförderung und die Kulturhauptstadt ist auf einem guten Weg. Auch das einheitliche Auftreten der Region in Sachen der Umweltzone zeigt, das hier etwas Neues wächst.

    Als Grüner bin ich nie der Utopie aufgesessen, dass mit dem umlegen eines Schalters die Ruhrstadt funktioniert. Ich nehme aber deutlich wahr, dass sich die Kräfteverhältnisse in der Region verschieben. Und solche Verschiebungen produzieren auch immer Ängste vor Macht- und Einflussverlust.

    An dieser Stelle haben Sie absolut recht. Nahezu sämtliche Kooperationen die im OB-Papier aufgeführt sind, gehen auf Initiativen des RVR zurück. Und auch der Regionaldirektor ist endlich wach geworden und äußert sich in diesem Sinne. Der von den Grünen initierte Beschluss der RVR-Verbandsversammlung „Der RVR gestaltet, plant und baut die Metropole Ruhr“ zeigt auch hier seine Wirkung.

    Erschreckend – aber aus Sicht der OBs nachvollziehbar – ist die Absage an ein demokratisch verfasstes und direkt gewähltes Regionalparlament. Das Bild mit dem Vergleich zu den Bezirksvertretungen ist mehr als passend.

    Als GRÜNE haben wir keine Angst vor einem direkt gewähltem Ruhrparlament. Wir wollen dies und diese Forderung wird sich auch nicht aufhalten lassen. Ich bin deshalb so optimistisch, weil die Engpässe der kommunalen Haushalte zwangsweise das Verbrennen von Steuermitteln durch Doppel- und Dreifachstrukturen im Ruhrgebiet beenden und die entsprechenden Sachzwänge herbeiführen wird.

    Was von den Städten eingefordert wird sollte allerdings auch für die Medien gelten. Breitenwirksam gibt es in der Region weder ein Ruhrgebietsfernsehen oder -radio und die Perspektive der Tageszeitungen auf die gesamte Region ist auch gering ausgeprägt und findet in der Regel nur bei „Aufregern“ statt.

    In diesem Sinne ist ruhrbarone.de ein hochspannendes Medium.

    Martin Tönnes

  • #3
    Dirk E. Haas

    Lieber Stefan Laurin,

    die Tragik liegt womöglich darin, dass weder das eine (Städtebund) noch das andere (RVR) überzeugt.

    Aber ist das wirklich tragisch? Das Ruhrgebiet ist unregierbar ? zumindest als Stadt bzw. Region im herkömmlichen Sinn. Anstatt dies immer wieder aufs Neue zu beklagen, wäre es endlich an der Zeit, radikal zur Kenntnis zu nehmen, dass die üblichen Konstrukte und Rezepte schlicht an der Realität des Ruhrgebiets scheitern. Es macht keinen Sinn mehr, das Ruhrgebiet als defizitären Raum zu begreifen, dem mit ?Raumordnung? traditioneller Couleur oder Politikkonzepten, die in London oder Hannover funktionieren mögen, beizukommen wäre.

    Andererseits: Unregierbarkeit, also das Versagen bisher gültiger Politik- und Verwaltungsroutinen, ist keine schlechte Voraussetzung für Innovation ? für neue Praktiken urbaner Demokratie oder ein eigenwilliges Design dieser Region, das dieses unsägliche Metropolengequatsche dort zurücklässt, wo es hingehört: im 20. Jahrhundert.

    Aber wie macht man Unregierbarkeit produktiv, und wie wird aus Widerspenstigkeit Klugheit? Darüber lohnt es nachzudenken und zu streiten. Der nette Herr Klink und der forsche Herr Langemeyer werden dabei wenig helfen können. Es sind möglicherweise Themen für die Kulturhauptstadt ? allerdings nur, wenn diese ihren wachen, unorthodoxen Esprit aus jener Zeit, als sie kaum einer auf der Rechnung hatte, wieder findet.

    Dirk E. Haas

  • #4
    Millo

    Einen herzlichen Glückwunsch zu dieser hervorragenden Analyse.

    Warum Dr. Klink sich nur „irriert“ äußert?

    Weil er genau von den Leuten auf den Chefsessel gehievt wurde, die nun mit ihren Thesenpapier an selbigen sägen.

    Bei der damaligen Wahl wurde genau so ein Kandidat gesucht, der einfach seinen Mund hält und das „Denken“ den OBs überlässt, damit diese auch ja ihren Einfluss im RVR behalten.

    Und solange jeder OB seine Kirchturmpolitik beibehält, wird es nichts mit der Metropole Ruhr. Leider.

  • #5
    jens weissenberg

    hallo stefan,

    die ruhrbarone haben wieder zugeschlagen…schön…Eure Seite ist so wichtig in der Medienlandschaft der Metropole Ruhr…hier wird Tacheles geredet…

    Die Politik sollte endlich begreifen, dass sie mit diesem eigeninteressengesteuerten Kirchturmdenken das Konstrukt „Ruhrgebiet“ gegen die Wand fährt…die Schäden werden irreparabel sein… anstatt mit Mut und Innovation an einer „Metropole völlig neuen Typs“ zu bauen…vielleicht die erste postmoderne Metropole überhaupt?
    Was mich aber besonders nachdenklich stimmt, sind die politischen Strukturen…die Sache der „Metropole Ruhr“ steckt wirklich in der Klemme. Von oben die Interessen Düsseldorfs, von unten die Interessen der einzelnen Ruhrstädte (bzw. OBs), daneben die drei verschiedenen Bezirksregierungen (wo bleibt eigentlich die Bezirksregierung Ruhr?) und irgendwo dazwischen der RVR, der tatsächlich derzeit die einzig legitime Klammer der Metropole Ruhr ist, die zu stärken ist, wenn wir eine neue Metropole entwickeln wollen…

    Die „Metropole Ruhr“ kommt da immer wieder unter die Räder…

    RVR Kenner: unabhängige mutige und vielleicht auch charismatische Menschen braucht die Metropole!

    Martin Tönnes: Flächennutzungsplan, Wirtschaftsförderung, Umweltzone sind alles erfreuliche Entwicklungen, aber die reichen eben nicht…es ist schon fünf vor Zwölf! Zum Beispiel die von Ihnen angesprochenen Medien. Es ist unbegreiflich, dass ein Ballungsraum von über 5 Millionen Menschen keine regionalweite bzw. überregionale Tageszeitung hat…
    Dirk E. Haas: innovative Strukturen urbaner Demokratie wären tatsächlich ein spannender Ansatz…

    Was wir in dieser Situation aber vor allen Dingen brauchen, ist eine kritische Diskussions- und Meinungsbildungskultur…die
    Ruhrbarone öffenen hier einen spannenden Raum…Danke!

  • #6
    DK

    Das Revier gibt es nicht mehr. Die verbindenen Elemente Kohle und Stahl gehen immer mehr verloren. Auch bei den Menschen. Es interessiert mich als Gelsenkirchener doch nicht ob in Hamm ein Kindergarten gebaut wird. Wir brauchen zwar Kooperationen, aber nicht im Zwang eines womöglichen Regierungsbezirkes Ruhr. Da ist es nur legetim über die Zukunft des RVR nachzudenken.

  • #7
    Arnold Voß

    Nur kurz zu Herrn Haas dessen Beiträge zur Entwicklung des Ruhrgebietes ich, soweit sie mir zugänglich waren,mit großem Interesse gelesen habe: Wenn das Versagen herkömmlicher Verwaltungsroutinen ein guter Grund für Innovationen wäre, dann müsste das Ruhrgebiet seit mindesten 5o Jahren ein Eldorado für regionalpolitische und urbanistischer Innovation sein. Ist es aber nicht. Im Gegenteil.Nirgendswo wird so zäh das Bestehende verteidigt wie hier.Das hat auch nicht die IBA Emscherpark zu verändern vermocht. Dezentralität und die sogenannte „Unregierbarkeit“ scheinen also nicht perse der beste Boden für Kreativität zu sein.Zumindest nicht für eine, der auch (gemeinsame) Taten folgen.Eigensinn alleine reicht in einer globalisierten Welt einfach nicht mehr aus.Schlagkraft muss irgendwann auch dazu kommen. Die setzt jedoch mehr noch als die Addition auch die Intgegration aller Kräfte voraus.Zu letzterem ist das Ruhrgebiet bis heute nicht in der Lage.Und das wird sich in den nächsten Jahren vor allem ökonomisch bitter rächen.

    Arnold Voß

    Arnold Voß

  • #8
    Dirk E. Haas

    Lieber Arnold Voß,

    natürlich haben Sie recht: Unregierbarkeit alleine macht nicht klug (weder im Ruhrgebiet, noch im Westjordanland) und Not nicht immer erfinderisch, sie kann sogar ausgesprochen schwerfällig machen ? deshalb ja mein Wunsch darüber nachzudenken, wie diese Unregierbarkeit endlich produktiv zu machen ist.Wenn seit 50 Jahren das Bestehende so zäh und widerspenstig verteidigt wird, wie Sie schreiben, dann stimmt möglicherweise mit jenen Konzepten, die an die Stelle des Bestehenden treten sollten, etwas nicht. Denn nicht jeder Widerstand gegen Neuerungen lässt sich mit der schon sprichwörtlichen Innovationsfeindlichkeit des Ruhrgebiets erklären.

    Ich halte es in vielen Fällen für Unsinn, zwischen Kooperation und Eigensinn unterscheiden zu wollen: Welchen Sinn hat eine „Integration aller Kräfte“, wenn sie nicht den Interessen derjenigen dient, die da ihre Kräfte bündeln sollen? Auf was soll sich gemeinschaftliches Handeln begründen, wenn nicht auf die Einsicht, dass man eigene Ziele mitunter am besten durch die Zusammenarbeit mit anderen erreicht? Wer kooperiert, wenn nicht aus Eigensinn? Nicht Eigensinn ist das Problem im Ruhrgebiet, sondern Kurzsichtigkeit, Feigheit und Fantasielosigkeit.

    Und, Herr Voß, das Drohen mit der Globalisierungskeule hilft da auch nicht weiter; damit brockt man sich, wenn man Pech hat, nur viele kleine Clements ein. Deshalb plädiere ich dafür, die Debatte um die künftige Verfasstheit des Ruhrgebiets nicht auf das Aushandeln möglichst effizienter („schlagkräftiger“) Regierungstechniken zu fokussieren, sondern mit ihr das gesellschaftliche Fundament für diese neue ‚Metropole‘ (oder Regionalstadt oder was auch immer ? das ist ein anderes Thema) zu legen. Denn bislang ist diese ‚Metropole‘ ihren Bewohnern eben kein unmittelbares Betätigungsfeld für politisches und gesellschaftliches Engagement, es fehlt ihr schlicht an ‚Stadtgesellschaft‘ und praktizierter demokratischer Kultur und Teilhabe. Das wird sich ändern müssen, ansonsten bleibt das Ruhrgebiet auch für die nächsten 50 Jahre vor allem das Eldorado für masochistisch veranlagte Verwaltungsfachleute.

    Dirk E. Haas

  • #9
    Arnold Voß

    Lieber Dirk E. Haas,
    schön, dass sie antworten. Habe mir mit ihnen immer eine Debatte gewünscht. Hätten wir natürlich auch privat führen können, sollten wir vielleicht auch mal tun, aber es geht ja ihnen und mir um mehr Stadtgesellschaft und so ein Blog ist in diesem Fall ja nichts anderes als eine sehr fortgeschrittene und zugleich sehr praktische Form davon. Also los:

    Keine Frage, der eigene Vorteil ist mit Sicherheit die tragfähigste Motivation zur Kooperation. Was aber macht man, wenn die Summer der Eigenvorteile partout zu keiner sinnvollen Problemlösung führt, diese aber im gemeinschaftlichen Interesse dringen notwendig ist, sprich die Kooperation per Eigensinn nicht zum Gemeinsinn führt. Z.B. bei der Schaffung eins integrierter statt eins aditiven öffentlichen Nahverkehrs. Hier gibt es eine lange Latte zivil- und stadtgesellschaftlicher Diskussionsprozesse im Ruhrgebiet die schlicht und immer wieder daran scheitern, dass Macht, Einkommen und Prestige (sprich ?Pöstchen?) zu den Gütern gehören die die allermeisten Menschen nur dann teilen bzw. abgeben wenn sie dazu von anderen gezwungen werden. Generell gilt leider bei den meisten räumlichen Problemlösungen, sofern es darum geht im Interesse aller jede Art von Ressourcen zu sparen bzw. effektiver zu nutzen, dass es immer „Verlierer“ gibt, die obendrein die unangenehme Eigenart haben, sofern sie es können, sich zu wehren. Genau für diese Fälle in denen Eigensinn als Verteidigung von Privilegien daherkommt und so zu individuellem Starrsinn und zugleich zu kollektivem Blödsinn wird, wurde der Mehrheitsentscheid erfunden.

    Das spricht keineswegs grundsätzlich gegen den Eigensinn als kooperative Problemlösungsstrategie, zeigt ihm aber gerade im Ruhrgebiet, d.h. als zwischengemeindliche Kooperationsmethodik enge Grenzen auf. Die vielgerühmten Win-Win-Situationen nach denen man auf jeden Fall zuerst suchen sollte bevor man auf letztlich immer krude Mehrheitsentscheidungen bzw. auf Nichtkooperation setzt, laufen bei näherer Betrachtung z w i s c h e n den Kommunen in der Regel auf den kleinsten gemeinsamen Nenner oder eben auf Addition heraus. Z.B. wird die Stadt Bochum auf keinen Fall auf ein eigenes Konzerthaus verzichten sondern, sofern sie das Geld überhaupt zusammen bekommt, allen anderen Städten erklären, dass es sich ideal mit deren Einrichtungen ergänzt. Wer könnte es ihr übel nehmen, haben doch alle anderen Großkommunen um sie herum umgekehrt genauso dasselbe getan und tun es noch. Mag sein, dass es dann ein fröhlich-eigensinniges Konkurrieren um den besten Platz im nationalen und internationalen Ranking gibt. Ein erster Platz wird bei der gegebenen finanziellen Ausstattung allerdings mit jeder weiteren Einrichtung eher unwahrscheinlicher. Mal abgesehen davon dass es allen betroffenen Kommunen an dem nötigen Geld mangelt um bei diesem ruinösen Wettbewerb um letztlich immer das gleiche Publikum außer eigensinnig auch noch fröhlich zu bleiben.

    Zum Schluss noch ein paar Sätze zur Drohung mit der Globalisierungskeule. Diese hat mich als Drohenden einfach nicht nötig. Sie schlägt eigenhändig zu ohne mich auch nur danach zu fragen. Sie und ich haben (noch) den Vorteil, dass sie uns nicht so sehr trifft wie Leute mit ersetzbarerer Qualifikation. Ein verschärfte Konkurrenz (was ohne Weiteres auch heilsam sein kann) zwingt sie allerdings auch uns auf und: das Nachdenken darüber, wie Städte und Regionen ihr Selbststeuerungsfähigkeit nicht gänzlich verlieren. Gerade eigensinniges Denken und Handeln setzt einen gewissen und dauerhaften Grad an Autonomie voraus, die leider oder glücklicherweise (ich weiß es nicht) durch eine einzelne Kommune, sei sie noch so groß, reich und mächtig, nicht mehr hergestellt, geschweige denn verteidigt werden kann.

    Ansonsten stimme ich ihnen zu: Es mangelt im Ruhrgebiet sehr wohl auch an Mut, Fantasie und Weitsicht. Aber eben auch an Schlagkraft.

    Arnold Voß

    P.S. Ich gehe davon aus, dass sie und die sonstigen Leser über eventuelle Flüchtigkeitsfehler in diesem Text hinwegsehen, da mir im Moment niemand zur Verfügung steht, der ihn ?schnell mal eben? gegenlesen könnte.

  • #10
    Dirk E. Haas

    Auch ich bin dafür, den Austausch von Meinungen öffentlich zu machen, und zwar vor allem dann, wenn der Austausch Neues zu Tage zu fördern verspricht (Hinterzimmer mit alten Ruhrstadtdebatten gibt es im Ruhrgebiet ja eh schon genug). Ich möchte deshalb die Debatte ein wenig öffnen; zum einen, weil ein Blog kein Forum für vertiefende Auseinandersetzungen um z.B. kooperationstheoretische Fragen sein kann, zum anderen, weil eine Debatte über ?Oberflächenphänomene? des Ruhrgebiets vielleicht etwas mehr Dynamik für die Diskussion entwickeln könnte.

    Eine (zugegeben knappe) Antwort auf Ihre Einlassungen, Herr Voß, will ich dennoch nicht schuldig bleiben: Der ?Gemeinsinn?, den Sie fordern, ist nichts anderes als Eigensinn auf der nächst höheren Komplexitätsstufe; ich vermute, es geht Ihnen genau darum, diesen Eigensinn des Ruhrgebiets zu entwickeln und durchzusetzen. Und: Wenn es in freiwilligen Kooperationen in der einen oder anderen Frage Verlierer gibt, dann bleibt immer noch das Instrument der Kompensation. Auch das gehört zu einer Kooperationskultur, die das Ruhrgebiet vielfach noch erlernen muss ? nicht zu vergessen: Wettbewerb kann eine sehr produktive Form von Kooperation sein. Damit sind wir bei dem von Ihnen gewählten Beispiel ?Konzerthaus Bochum?. Abgesehen davon, dass ich da durchaus einen möglichen regionalen Mehrwert sehe ? schließlich hat das Ruhrgebiet wahrlich kein Überangebot an atmosphärisch dichten Kultur- und Kreativquartieren mit integrierten Konzerthäusern (bislang nur das Brückviertel in Dortmund) ?, stört mich dieser immer gleiche Reflex, ein Konzerthaus im Ruhrgebiet sei besser als vier. Warum nur? Ist EIN großartiges Konzert pro Abend genug für 5 Millionen? Führt Rivalität immer in den Ruin? Kann sie nicht genau das stimulieren, was dem Ruhrgebiet gut tut: ein engagiertes Wetteifern um mehr Qualität und Kreativität? Oder käme jemand ernsthaft auf die Idee, die zwei bis vier Fussball-Bundesligamannschaften des Ruhrgebiets zu Gunsten EINES Klubs für das ganze Ruhrgebiet auflösen zu wollen? In der Hoffnung, dass die fußballerische Qualität im Revier dadurch steigen würde? (Für alle Freunde des Metropolenvergleichs: Auch London leistet sich mehrere Erstligaklubs ? mit unbestreitbar großem Erfolg wie wir wissen).

    Anders formuliert: ?Spitze? ohne ?Dichte? ist eine reichlich blutarme Angelegenheit, denn eine Region ohne ?Dichte? muss ?Spitze? eigentlich immer importieren (oder auf einsame und zufällige Genialität hoffen).

    Interessant ist die von Herrn Voß aufgeworfene Frage nach der Selbststeuerungsfähigkeit des Ruhrgebiets: gegenwärtig ?Unregierbarkeit? (als Problem), zukünftig größere Autonomie (als Lösung). Der gemeinsame Nenner von Unregierbarkeit und Autonomie heißt ? Dissidenz. Anders ticken als andere europäische Agglomerationen. Seine eigene Urbanität erfinden. Definitionsmacht gewinnen. Vor Jahren hat Winy (Maas) das Ruhrgebiet einmal als einzigartige ?space opera? bezeichnet. Das hatte Größe, hatte Nonchalance und atmete eine lässig-selbstironische Überlegenheit, die sich gar nicht erst mit peinlich-emsigem Metropolenfreakout abgibt.

    DH

  • #11
    Arnold Voß

    @ E. Haas. Ja das lässt sich doch gut an, unsere Debatte. Wir liegen auch nicht soweit auseinander wie es vielleicht scheinen mag, denn Eigensinn ist bei mir auch eine ganz persönliche Eigenschaft. Aber:

    Das Problem ist, dass sie die privaten Fußballvereine im Ruhrgebiet eben nicht mit den öffentlichen Kultureinrichtungen vergleichen können. Letztere konkurrieren nämlich gar nicht wirklich miteinander, sprich, selbst wenn sie auf Dauer eher mittelmäßige bis schlechte Leistungen erbringen ?steigen? sie in den seltensten Fällen ?ab? oder müssen sogar ganz dicht machen. Da ist der lokale Stolz bzw. der lokale Sponsor bzw. der Steuerzahler vor. Ich habe im Prinzip nichts gegen die öffentliche Subvention von Kultur aber sie verzerrt den von ihnen (und mir) sehr wohl erwünschten Wettbewerb doch erheblich, ja hebt ihn (gerade im Ruhrgebiet) häufig sogar ganz auf. Wenn in diesen Kulturhäusern welcher Art auch immer dauerhaft zu wenig Leute kommen, dann wird zuerst das Programm (und zwar ins Beliebige ) angepasst, und wenn das nicht hilft werden die Zahlen schlicht geschönt bzw. werden noch mal zusätzlich zu den Häusern die Tickets extra subventioniert. Wenn das nicht hilft müssen endlich ?Köpfe? rollen, die allerdings anderweitig gut versorgt werden. Dann kommt die Phase der ?Kooperation? mit anderen Häusern, die nur in den seltensten Fällen funktioniert, weil da ja im Einzelfall auf das lokal so liebgewonnene verzichtet bzw. eine harte sachliche Debatte über Qualitätsstandards geführt werden muss.

    Es klingt gut und auch sehr demokratisch, wenn sie dagegen die berüchtigten 5 Millionen potentiellen Besucher in Stellung bringen die im Prinzip noch viel mehr Konzerthäuser, Theater usw. brauchen könnten. Sie wissen aber genau so gut wie ich, dass davon nur die zählen, die sich für das kulturelle Angebot um das es hier geht interessieren lassen. Das sind aber in Ruhr im Vergleich z.B. zum ökonomisch und sozialstrukturell ähnlich schwachen Berlin viel weniger. Und wo sind dagegen die öffentlichen Angebote für den hier noch höheren und weiter dynamisch ansteigenden Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund? Wo ist hier der kreative und wettbewerbsorientierte Eigensinn der Ruhrgebietskommunen bzw. wo fördern sie den Eigensinn ?ihrer? Einwanderer? Das müssen die natürlich tunlichst selbst machen und scheitern dabei mit wenigen Ausnahmen regelmäßig an eben diesen so herrlich ?eigensinnigen? lokalen Strukturen. Oder anders ausgedrückt: Von der Art von Eigensinn den sie und ich uns so sehr wünschen sehe ich so wenig, dass ich ihrem diesbezüglichen Optimismus nur schwer zu folgen vermag.

    Vielmehr liefern sie unseren kommunalen ?Fürstentümern? mit ihrer sehr wohl durchdachten Begrifflichkeit auch gleich die besten Ausreden so zu bleiben wie sie sind: Vordergründig unabhängig sprich ?eigensinnig? aber in Wahrheit am Tropf öffentlicher Gelder und völlig abhängig von privaten Investoren, die mit eben dieser Konkurrenz zwischen den Kommunen ein leichtes Spiel haben kompromisslos ihre Interessen durchzusetzen. Da helfen übrigens auch keine interkommunalen Gewerbeflächen. Um das zu verhindern muss die gesamte und wirklich die gesamte Region an einem und an nur einem Strang ziehen. Und selbst dann ist es nicht so einfach. Womit wir wieder bei der von mir so propagierten und von ihnen so in Frage gestellten Schlagkraft wären.

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