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Mahnwachen: Bild-Boykott und Journalisten-Hetze mit Antisemiten

anti_bild

Die Mahnwachen haben ein neues Lieblingsthema: Den Boykott der BILD-Zeitung. Ungemütlich wird es, wenn jemand die Aktionen gegen das Blatt kritisiert.

Ob Russia-Today, die Mahnwachen oder das Neue Deutschland – alle sind sie ganz begeistert von dem Boykott der Bild-Zeitung, an dem sich  ein gutes Dutzend Supermärkte, Kioske und Tankstellen beteiligen und der damit ungefähr die Schlagkraft die Coca-Cola-Boykotts der Schülervertretung des Gladbecker Heisenberg-Gymnasiums aus dem Jahr 1981 erreicht. Damals verkaufte der SV-Kiosk drei Monate lange keine Cola und wir alle gingen zum  Kiosk neben der Schule, um uns mit Coke, Sprite und Fanta einzudecken.

Die Lügenpresse-Unterstellung gehört für die Mahnwachen wie für Neonazis und Pegida-Anhänger seit Monaten ebenso zum guten Ton wie die gemeinsame Vorliebe für den Moskauer Diktatorenfunk. Und wer darauf aufmerksam macht, dass zu den Hass-Predigern gegen die Bild und den Springer-Verlag auch viele Antisemiten gehören, erlebt schnell das Meinungs-Und Pressefreiheit in diesen Kreisen nicht viel gelten. Diese Erfahrung machten nun die Publizistin Jutta Ditfurth und die Jungle-World Redakteurin Elke Wittich.

Wittich machte in einem Artikel in der aktuelle Ausgabe der Jungle-World darauf aufmerksam, wer so alles zu den eifrigen Bild-Boykotteuren gehört:

Über 200 Facebook-Nutzer sagten bereits ihre Teilnahme zu, wobei es einigen wohl um etwas anderes geht als um Boulevardberichterstattung: »Teilnehmen und die zionistische Presse Deutschland Lügenpresse outen«, forderte auf der FB-Seite der #Bildboykott-Demo ein Mann, der ansonsten ein Blog betreibt, in dem er sich mit der »Israel-Lobby in Deutschland« beschäftigt und darüber lamentiert, »was unsere jüdische Bundeskanzlerin vorhat«. Auf RT Deutsch durfte Shahyars Mitstreiterin Anabel Schunke übrigens schon einen erweiterten Demonstrationsaufruf schreiben – der Sender wird dann sicher das große Ereignis auch live übertragen.

Ditfurth warb auf Facebook für Wittichs-Artikel:

dittfuth_wittich

Seit Tagen wird nun auf der Facebook-Seite der Mahnwachen, deren Verantwortlicher der Aluhut-Häuptling  Lars Mährholz  ist, gegen Wittich und Ditfurth gehetzt:

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Mahnwachen_elke2

Wittich hatte auf dieses Titelbild der Facebook-Seite Anti-Bild aufmerksam gemacht, die es immerhin auf über 30.000 Likes bringt und zum Boykott der Bild-Zeitung aufruft.

anti_bildIm Bild-Boykott mischen sich auch antisemitische Ressentiments mit der angesagten Hetze gegen die Lügenpresse und der üblichen Verachtung gegen die auflagenstärkste Zeitung der Republik und ihrer Leser.

Auf dem Blog Prinzessinnenreporter, der auch von Elke Wittich mitherausgegeben wird, wurde in wenigen Sätzen alles zum Thema Boykott gesagt, was zu sagen ist:

prinzessinnen_boykott

Hinweis: Der Autor ist mit großer Freude  freier Mitarbeiter sowohl der Jungle World als auch der Welt und Welt am Sonntag,  die beide wie die Bild im Axel-Springer Verlag erscheinen.

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32 Kommentare zu “Mahnwachen: Bild-Boykott und Journalisten-Hetze mit Antisemiten

  • #1
    Frank

    Jahrelang glaubte ich, dass die linke Kritik am Axel Springer Verlag auf dessen konservativ-liberale Ausrichtung ziele. Doch was die Linksextremen an Axel Springer in Wahrheit schon immer am meisten anwidert ist seine konsequente Ablehnung von Antisemitismus und Unterstützung für Israel. Das ist heute leicht sichtbar, weil die linken Antisemiten sich nicht mehr genieren sondern auf offener Bühne agieren. Mit nichts kann man sie mehr reizen als mit dem Eintritt für die Freiheit und für das Existenrechts Israels wie es der Axel Springer Verlag in seinen Leitlinien tut:
    http://www.axelspringer.de/artikel/Grundsaetze-und-Leitlinien_40218.html

  • #2
    JR

    Ich werde weiterhin, wie das antisemitische Gesindel auch, Luft atmen, Brot essen, Wasser trinken und die Bild „boykottieren“, indem ich sie nicht lese. Es ist nun mal ein Drecksblatt und sollte von denkenden, fühlenden Wesen ignoriert werden. Je mehr Zeitungshändler die Bild aus dem Programm nehmen, desto besser.

  • #3
    Herbert

    Ahhh… Frank, Neeiin!!! Ich finde es positiv, dass Axel-Springer als Verlag einen israelsolidarischen Grundsatz hat. Aber, fuck und shit und fuckin shit, trotzdem steht die Bild für das niederträchtigste im Bewusstsein in der bürgerlichen Gesellschaft. Sie ist der Mehrheitsmob, redet jeder und jedem ein, sie oder er würde von fiesen Randgruppen und volksfremden Politiker*innen beständig betrogen und es hieße, mal ordentlich auf den Tisch zu hauen. Sie macht Kampagnen, Politik, demütigt, erpresst, und wenn sie mal zu weit geht, tut sie unbeteiligt und windet sich raus. Die ganzen verkappt neonazistischen „Kinderschutz“-Seiten wären niemals so erfolgreich, wenn die Bild nicht beständig die Saga von der „Täterschutz“-Justiz verbreiten würden. Die „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen: Bild kämpft für Meinungsfreiheit“-Kampagne war Wegbereiter für PEGIDA. Sarrazin hat sein Buch auf Initiative der Bild geschrieben und wurde von ihr promoted. Lauter als NPD und AfD hat die Bild nach „Kriminelle Ausländer abschieben!“ geschrieen. Die Bild hat mit „Steuern runter macht Deutschland munter“ gegen jede Abmilderung der Folgen des deutschen Neoliberalismus gekämpft. Bild hat mit „Auch nach der WM: wir machen weiter!“ seit 2006 den deutschen Patriotismus nach Kräften vorangetrieben.
    Ihr findet es jetzt frech und frei „die“ Linken mit positivem Bezug auf Axel-Springer und die Bild zu provozieren?! Wtf?!?! Damn, Mahnwächtler & Co wollen ein lang existentes Thema, nämlich das seit Jahrzehnten grassierende Bild-Problem, besetzten, um politisch voranzukommen. Der Move dagegen kann doch nicht sein, sich nur auf die „Solidarität“ des Verlages gegenüber Israel positiv zu beziehen und so, anstand den Antisemitismus bei Mahnwächtlern & Co zu thematisieren, sich einfach ach so undogmatisch-lustig auf die Seite der Bild Zeitung zu schlagen.

  • #4
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Herbert: Kriminelle Ausländer abschieben wollte auch Gerhard Schröder. Und Steuern runter bedeutet nichts anderes, als den Staat daran zu hindern, den Menschen in die Taschen zu greifen. Ich behalte mein Geld jedenfalls lieber als so einen Unsinn wie ein Konzerthaus in Bochum oder Devisenspekulationen von Kämmerern zu finanzieren. Der Vorläufertext zum ersten Sarazin-Buch war übrigens ein Interview im linken Lettre: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bundesbank-sarrazins-tuerkenfeindliche-tiraden-loesen-entsetzen-aus-a-652571.html

  • #5
  • #6
  • #7
    Stefan Laurin Beitragsautor

    JR: In der Bild gibt es gute und schlechte Artikel wie in jeder anderen Zeitung auch.

  • #8
    Jürgen Nonner

    Die Anti-Deutschen jetzt auch noch Seite an Seite mit der BILD-Zeitung. LOL

  • #9
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Jürgen Nonner: und dann sind da noch denn das sind ja auch noch CIA, Mossad, IDF und Air Force. Tja, für Leute wie Dich wird es eng… 🙂

  • #10
    Martin Schröder

    „Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muß so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zuläßt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun.“

  • #11
  • #12
    Nico

    Das „Bild“-Blatt als Zeitung zu beschreiben finde arg gewagt.
    Herbert hat weiter oben das m.e. Wichtigste schon auf den Punkt gebracht.
    Und das Schröder auf die „Kriminelle Ausländer raus“- Nummer aufgesprungen ist macht das propagieren derselben durch die Bild nicht besser.

    In übrigen gilt:
    http://blogs.taz.de/popblog/2015/03/30/schmaehkritik-classic-max-goldt-ueber-die-bild-zeitung/

  • Pingback: Links anne Ruhr (13.04.2015) » Pottblog

  • #14
    Frank

    @#3 Herbert:
    BILD ist eine der wenigen investigativen Zeitungen im Regierungsviertel Berlin. „Sie macht Kampagnen“ soll das ernsthaft ein Vorwurf sein? Wie nennen Sie dann das was die taz anrichtet?

    Wenn BILD der Wegbereiter für PEGIDA war, war es die taz für Blockupy. So gleicht sich alles aus.

    Und sollten Sie in Deutschland tatsächlich „Neoliberalismus“ finden, rufen Sie laut „HIER!“. Es gibt ihn nicht. Nicht im Arbeits-, Wohnungs-, Energie-, Verkehrs-, Forschungs- oder Gesundheitsmarkt, noch in der Landwirtschaft. Alle wesentlichen Märkte sind bis aufs letzte reguliert. So leben wir eher im „Neosozialismus“.

  • #15
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @All: Die BILD ist mit Abstand die meistzitierte Zeitung Deutschlands. Um das zu erreichen braucht man schon Qualität. Die Dämonisierung der Bild ist so lächgerlich wie es simpel ist, auf ihre Kosten einen Lacher zu erzielen:
    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/13091/umfrage/die-meistzitierten-tageszeitungen-deutschlands/

  • #16
    D.S.

    „Die BILD ist mit Abstand die meistzitierte Zeitung Deutschlands. Um das zu erreichen braucht man schon Qualität.“

    Das ist nicht ihr Ernst, oder? Ganz nach dem Motto: 12 Millionen Leser*innen können sich nicht irren? Einen derartigen Unfug habe ich selten lesen müssen! Nicht umsonst ist die Bild nämlich auch die meistgerügte Zeitschrift in diesem Land.
    So begrüßenswert der positive Israelbezug des Springer Verlags ist, die Widerwärtigkeit und Perfidie, welche einem aus jeder Zeile, aus jedem Artikel der Bildzeitung entgegen springt, sucht nach wie vor Ihresgleichen. Wer das leugnet, hat definitiv den Knall nicht gehört.

  • #17
    LHME

    Naja die BILD ist halt ne Zeitung wie andere auch, ist nicht so dass da auslänerfeindliche Stimmungen herschen, sexistische Frauenbilder und Gleichgültigkeit gegenüber Angehörigen von Unfällen . Und der Artikelautor ist dagegen dem Staat Geld zu ergeben, er kann es besser gebrauchen , das Gemeinwohl ist ihm nicht wichtig weil es in Bochum ein Bauwerk gibt das er nicht mag. Und Junge – was zitieren sie alle aus der BILD, klar wenn man selbst zu feige ist Witwen zu schütteln oder einfach krass zu lügen um aus einer Null-story was spektakuläres zu machen dann zitiert man halt von woanders. Nicht zuletzt: Kritik an was auch immer wird nicht dadurch unberechtigt weil irgendein Nazi das Objekt der Kritik auch nicht so gut findet. Man kann auch das fishing for attention kritisieren ohne sich in eine obskure Beschützerpose für die Bild zu werfen.

  • #18
    Thomas Weigle

    @Stefan Laurin #9 Man muss jetzt aber nicht den Mossad und die IDF in einem Atemzug mit der Blöd nennen, dass haben sie nun weiß Gott nicht verdient. Wenn die so arbeiten würden, wie die Blöd viele ihrer Artikel strickt, sähe es um Israel um einiges schlechter aus.

  • #19
    WALTER Stach

    Stefan,
    ein ergänzender, (auf-)klärender Hinweis:

    „Der SPIEGEL war auch im ersten Quartal 2015 das meistzitierte Medium in Deutschland. Das ergab eine Auswertung von Media-Tenor.
    Mit 375 Zitaten liegt das Nachrichten-Magazin vor der „Bild“-Zeitung (304) sowie der „Süddeutschen Zeitung (169).“

    Stefan,
    da Du (nur) von Zeitungen gesprochen hast, ist Dein Hinweis auch danach zutreffend.

    „BILD“ ist iunter den Print-Medien seit „altersher“ die Zeitung, über deren journalistiche Qualität am meisten, am heftigsten gestritten wird. Das gilt es zu registrieren. Ändern wird sich daran nichts.

    „BILD“ und alle Publikationen aus dem Hause Sprnger sind die einzigen Medien, die ich „aus Prinzip“ nicht lese. Ansonsten lese ich -selbstverständlich- als „linksliberaler Sozialdemolkrat“ u.a. auch konsverativ-liberale Zeitungen wie FAZ, FAS,ZEIT.

    Ich sage das, ohne im geringsten versuchen zu wollen, die BILD-Leser in der Befriedigung ihres Informationsbedürnisses mittels BILD irgend wie zu kritisieren. Kritik an BILD ist immer auch Kritik an den BILD-Lesern und eine solche wäre „ein weites Feld,“, das ich nicht beackern kann und nicht beackern will.

    „Jeder nach seinen Bedürfnissen“.

    Nach wie vor ist überrregional das Print-Medien-Angebot in Deutschland in Quantität und Qualität so verschiedenartig und an meinen Bedürfnissen gemessen auch so gut, daß ich diesbezüglich in Sachen Medienvielfalt/Pressevilefalt nichts zu beklagen habe.

    Den SPIEGEL abonniere ich seit 6o Jahren. Insofern freut es mich, daß er wie seit Jahren auch jetzt wieder das meistzitierte Medium in Deutschland ist.

  • #20
    Carsten

    12 Millionen Leser?? Lächerlich!! Die Druckauflage der Bild lag im 4. Quartal 2014 bei 2,92 Mio Stück. glaubt hier wirklich jemand, dass wirklich JEDE gedruckte Ausgabe von mindestens 4 Leuten gelesen wird? Von den nicht verkauften Ausgaben, die zurückgehen (laut Statistik ca 700.000 – nehmen wir zugunsten der Bild mal an, dass das der Zahl der Online-Abonnenten und -Lesern entspricht – nicht zu laut lachen, bitte). ich gehe also mal von 2,22 verkauften Druckexemplaren aus, und 700.000 online-nutzern (die ich hier einzeln setze) 12 Millionen Leser also, die 700.000 raus, bleiben 11,3 Millionen Leser bei einer verkauften Auflage von 2,22 Millionen. damit komme ich auf 5,09 Leser PRO JEDER GEDRUCKTER AUSGABE, um gesamt auf die vielzitierten „12 Mio Leser“ zu kommen. Absoulut unwahrscheinlich.
    auch ansonsten zählt das „Zahlenargument“ nicht viel: Leute, fresst Scheisse – Milliarden fliegen können nicht irren

  • #21
    Helmut Junge

    Soweit ich weiß, hat die „Bild“ seit der ersten Ausgabe insgesamt nicht mehr als 3000 verschiedene Wörter benutzt. Alle mir bekannten Boykottaufrufe, die von Links kamen, waren dagegen an Wortreichtum geradezu übersprudelnd. Der eigentlich Adressat der Boykottaufrufe, nämlich der Bildzeitungsleser, konnte deshalb nie erreicht werden, weil er die Sprache der Boykottaurufe gar nicht verstand. Darum sind die Boykottaufrufer schon in den Sechzigern auf die Idee gekommen, die Auslieferung der Zeitung zu verhindern. Das aber war leicht als Bevormundung der Leser zu erkennen.
    Sogar durch die bildzeitungsleser selber. Nach meiner Erinnerung sind die Auflagen nach solchen „Boykotten“, die ja gar keinen richtigen Boykotte waren, sogar immer gestiegen.
    Neu ist jetzt, daß die Boykottaufrufe von Rechts zu kommen scheinen. Da gibt es noch keine Erfahrungen.

  • #22
    IsItYouMrSNAFU?!?

    „In der Bild gibt es gute und schlechte Artikel wie in jeder anderen Zeitung auch.“
    „[…] und dann sind da noch denn das sind ja auch noch CIA, Mossad, IDF und Air Force. Tja, für Leute wie Dich wird es eng… :-)“
    „Die BILD ist mit Abstand die meistzitierte Zeitung Deutschlands. Um das zu erreichen braucht man schon Qualität. Die Dämonisierung der Bild ist so lächgerlich wie es simpel ist, auf ihre Kosten einen Lacher zu erzielen:“

    Was ist denn mit dir nicht in Ordnung?!? 🙂 Gibt es eigentlich bei „euch“ noch einen anderen Parameter ausser „bedingungslose Solidarität mit Israel“? Vllt. noch der, dass „ihr“ die absoluten checker seid, die alles überblicken und immer eine lässige, lustige Provokation aus der Feder schütteln, um es den anderen (ungebildeten, fanatischen Nichtsnutze) ma wieder zu zeigen, wie verblendet und dämlich die doch sie sind?!?

  • #23
    Klaus Lohmann

    @Carsten: Bist Du selbst Bild-Leser oder ist Dir der Unterschied zwischen Auflage und Reichweite geläufig? http://www.ma-reichweiten.de/

  • #24
    JR

    Leider wurde mein letzter Kommentar nicht zugelassen, deshalb formuliere ich es freundlicher: „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ scheitert regelmäßig. Folgt man der Maxime, liegt man plötzlich mit unappetitlichen Figuren kuschelnd im Bett.
    Dadurch dass irgendwelche antisemitischen Spacken die Bild auf’m Kieker haben wird das Blatt weder besser noch sympathischer.

  • #25
    Arnold Voss

    @ Helmut Junge # 21

    Bravo, dein bester Kommentar seit langem.

    @ all

    Die Bild ist ein Massenblatt, weil die Massen so sind wie sie sind.

  • #26
    chris

    […]auch ansonsten zählt das “Zahlenargument” nicht viel[…]

    @Carsten: Mit einer Demokratie haben sie gewisse Probleme, oder?

  • #27
    Geier

    „Um das zu erreichen braucht man schon Qualität.“
    Einfach nur tschöööööööö.
    Ist die Mehrheitsgesellschaft bzw. der Kapitalismus von hoher Qualität, weil alle mitmachen? Seit wann braucht man Qualität um erfolgreich zu sein? Natürlich könnte man sich dann auch fragen was Qualität in dem Zusammenhang überhaupt heißt. Vielleicht ist mit Qualität auch gemeint niedere Instinkte zu bedienen und bloß keine geistige Anstrengung zu verlangen…

  • #28
    nussknacker56

    Nein, die BILD-Zeitung ist keine Qualitätszeitung. Und ja, BILD schürt immer wieder Vorurteile. Ein schönes und bequemes Weltbild, das dazu einlädt, es sich darin gemütlich zu machen, was wiederum sehr viele, nach eigenem Selbstverständnis „kritische“ Zeitgenossen, mit selbstgerechtem Klopfen auf die eigene Schulter praktizieren.

    Dabei gibt es diese niederen Instinkte und die fehlende Bereitschaft zu einer geistigen Anstrengung nicht nur im sogenannten einfachen Volk sondern in mindestens (!) gleichem Maß bei denen, die sich für besonders gebildet und kultiviert halten. Und das ist für mich persönlich eine der niederschmetterndsten Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte – besonders weil diese privilegierten Kreise eine Ausrede wie fehlende Bildung und Ausbildung nicht für sich beanspruchen können.

    In den letzten fünfzehn bis zwanzig Jahren habe ich ebenso die ernüchternde Erfahrung gemacht, dass sich unter den Qualitätsmedien eine große Zahl befindet, die es schaffen, in Sachen Ressentiment-Erzeugung die BILD-Zeitung lässig zu unterbieten. Es fällt nur überhaupt nicht mehr auf, weil diese auf breite Zustimmung stoßen und die eigene Beschränktheit nicht wahrgenommen wird, bleibt diese doch ausschließlich den vermeintlich „ungebildeten“ BILD-Lesern vorbehalten.

  • #29
    Arnold Voss

    @ nussknacker56 # 28

    „Dabei gibt es diese niederen Instinkte und die fehlende Bereitschaft zu einer geistigen Anstrengung nicht nur im sogenannten einfachen Volk sondern in mindestens (!) gleichem Maß bei denen, die sich für besonders gebildet und kultiviert halten.“

    Stimmt, aber für die gibt es die Wochenzeitschrift FOCUS. 🙂

    Das Bedürfnis nach Unterkomplexität und Vorurteilsbestätigung basiert nicht nur auf Unkenntnis und der ressentimentgeladenen Bereitschaft sich manipulieren zu lassen, sondern auch auf dem handfesten Interesse seine gesellschaftliche Besserstellung zu erhalten.Da Niemand eine Zeitung kaufen muss, bzw. in Deutschland auch andere zur Wahl hat, haben hier die meisten Menschen die Zeitung, die sie verdienen.

  • #30
    Peter und der Wolf

    Wer die Bild noch immer als Zeitung bezeichnet, solle sich dringend die Studie von Hans-Jürgen Arlt zu Gemüte führen, dort wird gut gezeigt, wie wenig die Bild mit Journalismus oder Ethik zu tun hat. Den Link habe ich angehängt, ein gedrucktes Exemplar konnte man sich vor ein paar Jahren noch nach Hause schicken lassen.

    Was ich damit sagen will, nicht nur Antisemiten kritisieren die Bild und es wäre doch ne super Sachen, wenn jetzt nicht genauso verkürzt argumentiert werden würde, wie es den Boykottierern oder Mahnwichteln vorgeworfen wird.

    Die Bild ist und bleibt ein Blatt, dass sich durch Hetze und unethische Berichterstattung am Leid andere Menschen labt, diese Praxis ist durch nichts zu entschuldigen oder zu verteidigen. Da aber unrühmliche Titel wie „meist gerügte Zeitung Deutschlands“ oder die Vermutung, dass PEGIDA und Co. gerade wegen der Bild Berichterstattung entstanden sind, an ihr Abprallen, frage ich mich, was denn noch helfen kann außer dem Boykott?

    @ Klaus Lohmann: Ja Reichweiten Statistiken sind ja super, aber warum nicht eine unabhängige Quelle angeben? Aus der Tabelle wird zusätzlich kein „otto normal Leser“ schlau, du hättest ruhig noch etwas von deinem Wissen preis geben können, anstatt Carsten zu beleidigen.
    http://www.dwdl.de/zahlenzentrale/ Die Verlage tendieren dazu ihre Blätter besser darzustellen als sie sind.

    http://www.otto-brenner-stiftung.de/fileadmin/user_data/shop/dokumente/obs_arbeitshefte/AH78_missbrPolitik_WEB.pdf

  • #31
    Klaus Lohmann

    @Wolfs Peter: Nee, is klar, IGMs Otto-Brenner-Stiftung ist ja suuuupi unabhängig.

    PS: Ich habe Carsten nicht beleidigt, sondern eine einfache Frage gestellt. Dass in dem von mir geteilten Link die Bild-Reichweite (Tageszeitung) statt mit vermuteten 12 Mios sogar mit 16 Mios angegeben wird, ist ja hier schon als „Springer-Bonus“ abgezogen. Und ein klein wenig Medienkompetenz zur Erkennung von Begriffen und Hintergrund-Akteuren setze ich hier einfach voraus, wenn man sich zum Thema schon melden will.

    Ergo: Wer sich über die Bild mokiert, sollte sich erstmal selbst etwas Medienwissen verschaffen. Damit habe ich persönlich nicht konstatiert, dass ich die Bild mag. Aber so wie es die braundumpfen Pegiden machen, geht es eben überhaupt nicht.

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