Manche Dinge ändern sich scheinbar nie: Immer noch würdelose Bestattungen in Waltrop!

Menschliche Überreste Ende März 2019 auf dem Waltroper Friedhof. Foto: Robin Patzwaldt

Manche Dinge ändern sich scheinbar nie wirklich. Bereits in den Jahren 2013 und 2016 war das Aschestreufeld auf dem Waltroper Friedhof hier im Blog ein leidiges Thema. Die Älteren unter unseren Lesern werden sich erinnern. 😉

In beiden Fällen wurde, nachdem wir das hier öffentlich aufgezeigt haben, über die aktuelle Bestattungs-Praxis in der 30.000-Einwohnerstadt im Kreis Recklinghausen, die Asche der Verstorbenen dort in ungewöhnlich deutlich sichtbaren Haufen ziemlich plump und deutlich sichtbar abzuladen, an dieser Stelle sehr lebhaft diskutiert.

Denn es braucht nicht viel Phantasie um sich auszumalen, dass diese Art der ‚Letzten Ruhe‘ eines Menschen zu diversen unerwünschten Folgen führen kann. Das Verhalten herumstreunender Tiere und die auch in diesem Bereich des Friedhofs erforderliche Grünflächenpflege sind dabei nur zwei der direkt aufkommenden unangenehmen Gedanken.

Diese in Anbetracht solcher Bilder beim Passanten unweigerlich aufkommenden Überlegungen sind allesamt weder besonders erfreulich noch begrüßenswert. Ich will das hier gar nicht erneut alles im Detail ausführen…

Nach den überaus emotionalen Debatten hier bei den Ruhrbaronen, griff vor rund drei Jahren kurz darauf unter anderem auch die Waltroper Zeitung das Thema vor Ort in größerem Umfang auf.

In der Folgezeit wurde es dann kurzfristig augenfällig ‚besser‘. Man gab sich fortan deutlich mehr Mühe beim Verstreuen der menschlichen Überreste. Die Asche der Verstorbenen wurde in diesem Bereich des Friedhofs wesentlich feiner und gleichmäßiger verstreut, was nicht nur sehr viel würdevoller aussah, sondern auch diese unschönen Gedanken um das weitere Schicksal der Asche in den Monaten danach weitestgehend überflüssig machte.

Nun knapp drei Jahre später, hat sich die alte Praxis inzwischen offenkundig dann doch wieder eingeschlichen, wie ein aktuelles Bild vom heutigen Tage (31.03.2019) belegt.

Daher noch einmal neu die Frage in die Runde unserer Leser, zugleich aber auch an die Verantwortlichen bei der Stadtverwaltung in Waltrop: Möchte man am Ende seiner Tage wirklich so bestattet werden? Entspricht das in dieser Art und Weise tatsächlich den Vorgaben für NRW?

Die Diskussionen drohen damit nach mehrjähriger Pause auf das Neue loszugehen. Nach ähnlichen Debatten 2013 und 2016, im Frühjahr 2019 bereits zum insgesamt dritten Mal an dieser Stelle.

Wie schon einleitend gesagt, manche Dinge bleiben einem offenbar etwas länger erhalten. Eigentlich so, in dieser Art und Weise, bei diesem hoch sensiblen Thema doch kaum zu glauben…

Dir gefällt vielleicht auch:

5 Kommentare

  1. #1 | Zero sagt am 1. April 2019 um 18:06 Uhr

    Das auf dem Foto sieht übel aus. Respekt sieht anders aus. Würde man so was privat veranstalten käme mit nicht ohne ordentliches Bußgeld davon.

  2. #2 | Nina sagt am 1. April 2019 um 18:21 Uhr

    Dürfen die Angehörigen in Waltrop nicht selbst die Asche auf dem Friedhof verstreuen? Dann würde das vielleicht etwas anders aussehen.
    Als meine Mutter starb, begang ich eine Ordnungswidrigkeit (mal wieder). Kremierung fand in Deutschland statt, dann wurde die Urne nach Holland versandt und verblieb dort eine gesetzliche Frist von ca. 6 Wochen, wenn ich mich richtig erinnere. Dann durfte ich die Überreste meiner Mutter abholen. Die Beisetzung fand dann zu Hause statt, an einem Fluss, mit einem schönen Ritual.

  3. #3 | Biene sagt am 2. April 2019 um 00:25 Uhr

    Es dürfte dem Bestatter eine Aufsichtspflicht unterliegen für
    einen letzten würdevollen Ablauf Sorge zu tragen, damit solche Vorkommen für Hinterbliebene und Außenstehende unterbleiben. Letzendlich hat er eine Pitätvollen Auftrag vollzogen der nicht schlecht bezahlt wurde. Wie ist so ein Ablauf überhaupt möglich??

  4. #4 | Gesellschaft im Wandel: Bestattungen zwischen karibischem Traum und einem Ende als Katzenklo | Ruhrbarone sagt am 4. August 2019 um 13:26 Uhr

    […] es inzwischen auch noch die ganz krassen Fälle, über die wir hier im Blog ja auch schon mehrfach berichtet haben, wo, wie bei mir hier in Waltrop, die Toten auf einem Asche-Streufeld gerade zu unsanft […]

  5. #5 | Bestattungen der Extreme als ein Spiegelbild der Gesellschaft in diesem Lande | Ruhrbarone sagt am 25. Oktober 2019 um 13:12 Uhr

    […] Schon häufiger habe ich auf diese, meiner Meinung nach unwürdigen Zustände hingewiesen… auch hier im Blog. […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.