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Mesale Tolu und Deniz Yücel: Gabriel könnte seine Restzeit als Außenminister gut nutzen

Deniz Yücel Foto: Privat/FB

Sigmar Gabriel kann auf eine erfolgreiche politische Karriere zurückblicken: er war Ministerpräsident von Niedersachsen, arbeitete sich vom Amt des Pop-Beauftragten wieder hoch , wurde Umweltminister, ist Vizekanzler, war Wirtschaftsminister und ist jetzt Außenminister. Und er war lange Vorsitzender der SPD, der ältesten demokratischen Partei Deutschlands. Bis auf Kanzler hat er alles geschafft, was man in diesem Land als Politiker schaffen kann. Und wer glaubte, er sei das personifizierte Problem der SPD wurde in den vergangenen Wochen eines besseren belehrt: Mit Schulz an der Spitze läuft es für die Genossen auch nicht besser. 

Gabriel wird bis zur Bundestagswahl Außenminister bleiben. Ob er es nach der Wahl noch sein wird ist fraglich: Kann gut sein, das ein Vizekanzler Schulz den Job übernimmt. Oder Christian Lindner, falls es für Schwarz-Gelb reichen sollte. Gabriel wird dann einen anderen, wichtigen Job übernehmen. Aber der,  den er heute hat,  wird es wahrscheinlich nicht sein.

Das kann auch entspannen, denn das Wissen um die Endlichkeit schafft auch Freiheit. Man kann sich Ziele setzen. Ok, den Nahost-Konflikt wird Gabriel nicht mehr lösen, auch in der Ukraine wartet niemand wirklich auf eine Initiative von ihm und Trump und Kim-Jong-Un werden ihn auch kaum bitten, zwischen ihnen zu vermitteln.

Aber es gibt ein paar Aufgaben, auf die sich Gabriel nun konzentrieren kann: Deniz Yücel und Mesale Tolu frei zu bekommen. Und möglichst viele anderen Journalisten und politische Gefangene aus der Türkei. Als Außenminister eines der reichsten Länder der Welt, müsste das gelingen können. Es wäre für Gabriel eine gute Aufgabe für seinen letzten Monate als Aussenminister.

 

 

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