
Nach der Auszeichnung für die ARD-Korrespondentin von der Tann für ihre verzerrende Darstellung Israels hat nun auch das ZDF einen dicken Skandal wegen künstlicher Dummheit und erfundener Bilder. Die ÖRR-Sender versauen damit ihren ohnehin ramponierten Ruf und schaden der demokratischen Öffentlichkeit.
ARD, ZDF und Deutschlandfunk brüsten sich unentwegt damit, dass sie gegen Fakennews und Desinformation kämpften und deshalb unverzichtbar seien. Womit sie die Rundfunkbeiträge und ihre hohen Etats rechtfertigen wollen. Jetzt hat sich das ZDF selbst entlarvt, ob aus Fahrlässigkeit, Unvermögen oder mit Absicht, indem es in seiner Hauptnachrichtensendung KI-fabrizierte Videobilder einer angeblichen Festnahme einer Mutter weinender Kindern durch herzlose ICE-Beamte von Trump zeigte. Dazu noch zwar echte, aber ältere Aufnahmen von der Festnahme eines Verdächtigen – in einen falschen Kontext gerissen. Schlimmer geht’s kaum.
Ein solcher Verstoß gegen journalistische Grundsätze und den Programmauftrag der öffentlich-rechtlichen Sender, wahrheitsgemäß und unparteiisch zu berichten, ist mit nichts zu entschuldigen und zu rechtfertigen. Schon gar nicht mit der leicht erkennbaren Absicht, die in der Tat menschenverachtende Politik des US-Präsidenten zu entlarven.
Dafür braucht es keine erfundenen Bilder. Dafür reicht es, die Realität abzubilden. Sind die Redakteure und US-Korrespondeten des ZDF dazu nicht in der Lage oder nicht willens? Jeder Bericht, auch ein Nachrichtenfilm, wird vorher von Sender-Verantwortlichen abgenommen; das kenne ich aus eigener Erfahrung bei ÖRR-Sendern. Spätestens ihnen hätte auffallen müssen, dass die KI-Fakebilder von dem Video-Ableger Sora von OpenAI sogar mit einem Wasserzeichen versehen, also sehr leicht zu erkennen waren. Zuschauern und kritischen Beobachtern fiel das sofort auf, wodurch der Skandal ans Licht kam. Dem ZDF nicht.
Hochmut kommt vor dem Fall
Strafverschärfend kommt hinzu, dass die Heute-Journal-Moderatorin Dunja Hayali in der Anmoderation selbst darauf hinwies, dass es viele gefälschte Bilder der ICE-Einsätze im Internet gebe – um zu suggerieren, dass ihre Redaktion im Gegensatz dazu „echte“ zeige. Ein Worst Case, den sich die heftigsten Gegner des ÖRR nicht hätten ausdenken können. Und der für sie natürlich gefundenes Fressen ist.
Den Gipfel setzte das ZDF noch darauf, indem es in der ersten Stellungnahme erklärte, man hätte die Bilder als KI kennzeichnen (waren sie ja) und „einordnen“ müssen. Nein, da war und ist nichts einzuordnen. Fake ist Fake – ob von Trump, Putin oder einem öffentlichen Sender. Zu entschuldigen, wie es die Anstalt später tat, ist da auch nichts. Der Fehler ist angerichtet. Mit wahrscheinlich bleibenden Folgen.
Nicht nur der Leitung des ZDF, auch den Führungen der ARD-Anstalten sollte spätestens das Anlass sein, über ihre Arbeitsweisen und Abläufe gründlich nachzudenken und in sich zu gehen. Und kleinere Brötchen zu backen. Und den Aufsichtsgremien und der Politik, ihren Einfluss geltend zu machen, damit sich so etwas nicht wiederholen kann.
Braucht es das ZDF überhaupt noch?
Die öffentlich-rechtlichen Sender leisten in vielen Fällen gute, wichtige Arbeit. Genauso wie private Medien. Aber sie sollten endlich von ihrem hohen Ross herunter kommen. Mit der Fake-Affäre des ZDF und der kritikwürdigen Auszeichnung für die ARD-Nahostkorrespondentin von der Tann, die weiterhin regelmäßig Halb- und Unwahrheiten über das Vorgehen Israels gegen arbisch-palästinensische Terroristen in Gaza und in der Westbank verbreiten darf, tragen die ÖRR-Sender dazu bei, sich selbst ihr Grab zu schaufeln.
Braucht es für so etwas zwei teure Fernsehanstalten mit ihren regionalen Programmen, Dutzende öffentliche Radioprogramme und zahllose Ableger im Netz? Gibt es fabulierte und halbseidene Darstellungen nicht genügend auf andere Kanälen? Diesen Fragen müssen sich die vielen Mitarbeiter der Sender, die dafür häufig nichts können, vor allem aber die gut bezahlten Intendanten nun umso mehr stellen.
In Großbritannien ist der Ruf der BBC – nach dem Ende der Zweiten Weltkriegs und der NS-Diktatur mit ihren staatlichen Propagandasendern Vorbild für die neu geschaffenen ÖRR-Anstalten in der Bundesrepublik – bereits durch zusammengeschnittene Bilder einer Rede von Trump und vieles andere schwer erschüttert. Und der Ruf nach einer gründlichen Reform sehr laut. In der Schweiz stimmen die Bürger demnächst über eine Halbierung der Rundunkbeiträge ab. Vielleicht wäre Schmalkost auch für die hieisigen öffentlichen Sender in der nun beginnenden Fastenzeit hilfreich.
