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Münster: Vortrag über die BDS-Kampagne aus Sicherheitsgründen abgesagt

BDS - Das Original

BDS – Das Original Foto: Bundesarchiv, Bild 102-14468 / Georg Pahl Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Ein für den 2. September geplanter Vortrag über die antisemitische Kampagne wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt. Der Besitzer des Veranstaltungsortes hatte nach Drohungen Sorgen um die Sicherheit der Besucher.

Das neben*an ist ein Raum der zum Münsteraner Kino “Kurbelkiste” gehört. Hier sollte am kommenden Mittwoch Christian Küper den Vortrag “Was ist die BDS-Bewegung” halten. Doch daraus wurde nichts. Aus Sorge um die Sicherheit der Besucher hat das neben*an die Veranstaltung abgesagt. Das neben*an schreibt auf seiner Facebookseite zu der Absage:

“Durch den Ton und Inhalt von Zuschriften, die wir bekommen haben, mussten wir aber davon ausgehen, dass eine Gefährdung von Teilnehmer*innen ein realistisches Szenario war. Ein dementsprechendes Sicherheitskonzept war für uns nicht umsetzbar.”

Das Junge Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, das die Veranstaltung organisierte, reagierte auf die Absage mit einer Pressemitteilung:

Wir sind schockiert über das Ausmaß an Druck, der auf das neben*an als einem politisch vielfältigen Raum ausgeübt wurde. Zugleich sind wir darüber kaum verwundert, da auch wir als Veranstalter*innen regelmäßig Anfeindungen bis hin zu Drohungen bezüglich unseres politischen Engagements erleben. Wir kritisieren in erster Linie nicht das neben*an für die Entscheidung, die Sicherheit der Teilnehmenden und nicht zuletzt auch des Referenten in den Vordergrund zu stellen, sondern vielmehr ein ideologisch aufgeladenes Klima in Münster, das überhaupt erst dazu führen kann, die öffentliche Kritik und Debatte über eine Kampagne, die von einer demokratischen und wissenschaftlichen Mehrheit als antisemitisch beurteilt wird, zu verhindern. Es geht den Kritiker*innen nicht um eine öffentliche Debatte um die BDS-Kampagne, sondern darum, deren Kritik im Keim zu ersticken. Bezeichnend ist, dass die Gründung einer Ortsgruppe der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft (DPG)  vor einigen Wochen im selben Raum unwidersprochen blieb und das neben*an offensichtlich nicht mit „Zuschriften, welche die aufgeladene Situation des Nahostkonflikts auch in Münster widerspiegeln“, konfrontiert wurde, gleichzeitig jedoch eine Veranstaltung, die vom Jungen Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Münster unterstützt wird, nicht stattfinden kann, ohne massiven Widerstand hervorzurufen.

 

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