Museum Folkwang macht Essen zum Ausstellungsraum

Folkwang Museum in Essen

Zum 100. Jubiläum in Essen zieht das Museum Folkwang ab dem 21. Mai mit der Ausstellung „Folkwang und die Stadt“ in die Essener City Nord ein.

13 künstlerische Projekte und ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm machen das Quartier zum Kunstraum. Herzstück ist ein Ausstellungs-Parcours, an dem renommierte Kunstschaffende wie Jeremy Deller, Anouk Kruithof und Simon Starling, sowie zahlreiche lokale Initiativen beteiligt sind. Vom zentralen Berliner Platz führt er durch das Viertel im Norden der Innenstadt.

Im Mittelpunkt der Arbeiten steht die komplexe Frage, wie wir in Zukunft leben wollen. Dabei sollen die Menschen mit der Kunst in den Dialog treten. So lässt die Künstlerin Folke Köbberling Schafe auf städtischen Grünflachen weiden, Jeremy Deller projiziert Nachrichten von 1922 vom Funke-Medienturm in die Stadt und Paula Erstmann und Mascha Fehse arbeiten mit der Essener Tafel e.V. an der Kirche St. Gertrud zum Thema Ernährungskultur.

Mitten im Kreisverkehr am Berliner Platz entsteht das „Eco-Village“ als Ort für nachhaltige Wohn- und Lebensentwürfe. Hier präsentieren u. a. das Essener Start-up Futur2k kreislauffähige Wohnmodule und das Kollektiv Performance Electrics, wie man Kunststrom aus Holzgas produziert. Gemeinsam mit weiteren Initiativen von Fridays for Future bis zur Essbaren Stadt verwandeln sie den urbanen Platz in ein ökologisches Dorf, das für alle zugänglich gemacht wird.

Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit thematischen Stadtrundgängen, Workshops, Vorträgen und Diskussionsrunden begleitet die Ausstellung. So findet u. a. in der örtlichen IKEA-Filiale ein Aktionstag zum Thema „Wie wir wohnen wollen“ statt. Das Möbelhaus integriert zudem Plakate aus den Beständen des Deutschen Plakat Museums/Museums Folkwang in seine Verkaufsausstellung.

Das Kooperationsprojekt „Folkwang und die Stadt“ knüpft an die Idee des Museumgründers Karl Ernst Osthaus an, nach der die wichtigsten Fragen des sozialen Lebens ohne die Mitwirkung der Kunst unlösbar seien. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts siedelte er Künstlerinnen und Künstler in der Stadt an, organisierte Schaufenster-Wettbewerbe, gründete eine Schule und plante neue Stadtbezirke, um die gemeinschaftliche Teilhabe der Stadt zu stärken.

 

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