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Nach dem Klimaurteil: Mehr HighTech oder Armut in der Klimadiktatur

Visualisierung eines Fusionsexperimentes Foto: T. Sunn Pedersen, M. Otte, S. Lazerson, P. Helander, S. Bozhenkov, C. Biedermann, T. Klinger, R. C. Wolf, H. -S. Bosch & The Wendelstein 7-X Team Lizenz: CC-BY 4.0


Das Bundesverfassungsgericht hat radikalen Klimaaktivisten Recht gegeben. Massive Einschränkungen sind nun unter dem Label des Klimaschutzes möglich. Die Lockdown erprobte Politik wird sich diese Gelegenheit zum Machtzuwachs nicht entgehen lassen. Es wird Zeit, dass sich die Bürger für HighTech einsetzen – ansonsten werden wir in einer Klimadiktatur enden.

Das Bundesverfassungsgericht zwingt mit seinem heutigen Urteil die Politik dazu, künftig noch radikaler CO2 einzusparen. Die Bürger müssen zum Erreichen dieses Ziels nach Ansicht des Gerichts auch Einschränkungen ihrer Freiheit in Kauf nehmen, um die Freiheiten künftiger Generationen zu sichern. Wenn es darum geht Freiheiten einzuschränken, das hat die Coronakrise gezeigt, ist die Politik sofort dabei: Statt auf intelligente Apps, die schnelle Beschaffung von Impfstoff in ausreichenden Mengen und unbürokratisches Impfen zu setzen, wir es Israel, die USA und Großbritannien gemacht haben, fiel der Politik in Deutschland nichts anderes ein, als die Menschen in einer Dauerlockdown zu zwingen und ihre Grundrechte einzuschränken. Disziplinierung statt Technik war das Motto. An den alten Audi-Slogan „Fortschritt durch Technik“ mochte sich, im Gegensatz zu vielen anderenb Staaten, niemand mehr erinnern.

Es braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie es nun in den kommenden Jahren weiter geht: Die Politik wird einen Feldzug gegen den motorisierten Individualverkehr, den Fleischkonsum, und Flugreisen beginnen – und natürlich darauf achten, dass das wohlhabende Ökobürgertum sich nicht allzu sehr wird einschränken müssen. Sein, in der Regel durch Erbschaften oder öffentlich finanzierte Tätigkeiten gesicherter Lebensstil wird nun noch brutaler als bisher zum Maßstab, dem sich alle unterzuordnen haben. Und wer sich das nicht leisten kann, muss verzichten.

Doch es gibt Alternativen zu einem Leben in Armut und Unfreiheit. Die Lösung ist HighTech, genau das, wogegen das Ökobürgertum seit Jahrzehnten Sturm läuft. Wir schon mit dem Beginn der Industrialisierung kann die Technik erneut ihr riesiges Befreiungspotential zeigen: Gentechnik, Kernenergie, die Abscheidung von CO2, künstliches Fleisch aus Bioreaktoren, künstliche Intelligenz, Kernfusion, ein massiver Ausbau der Digitalisierung, CO2 neutrale synthetische Kraftstoffe: HighTech kann nicht nur unseren Wohlstand und unsere Freiheit sichern, sondern, Bill Gates hat es in seinem Klimabuch beschrieben, den Menschen der dritten Welt den Weg in Wohlstand und Freiheit ebnen.

Denn beides gehören zusammen: Es gibt keine demokratischen Gesellschaften ohne zumindest eine glaubwürdige Aussicht auf Wohlstand. Und kaum etwas gefährdet wiederum Demokratien so sehr wie die Aussicht weiter Teile der Bevölkerung auf Armut.

Wollen wir diesen Weg gehen, müssen die Bürger ihn einfordern und sich dafür einsetzen. Nach jahrzehntelanger Hetze gegen Innovation und Technik brauchen wir eine breite Bürgerbewegung

RuhrBarone-Logo

32 Kommentare zu “Nach dem Klimaurteil: Mehr HighTech oder Armut in der Klimadiktatur

  • #1
  • #2
  • #3
    ccarlton

    #1:

    Das Ökosystem hat schon ganz andere Temperaturveränderungen er- und überlebt. Aber da eine sehr große Mehrheit den radikalen Kurs der Bionade-Bourgeoisie toleriert wird der teuere Irrsinn wohl noch eine Weile weitergehen.

  • #4
    Walter Stach

    Eine Entscheidung des BVerfG, die mich freut und in der Klarheit/Eindeutigkeit ihrer Begrünung "angenehm" überrascht.

    Eine Entscheidung, die mich zudem freut, weil sie wieder einmal-belegt, daß es mit dem BVerfG ein staatliches Organ gibt, das seinen (verfassungsmäßgen) Pflichten nachkommt und sich dabei nicht von den Interessen (politisch) mächtiger Verbände leiten läßt bzw. leiten lassen muß, z.B. mit Blick auf irgend welche Parlamentswahlen im Lande, also anders als z.B. CDU/CSU und SPD in ihrer Interessengebundenheit an Unternehmensverbände und/oder Gewerkschaften.

    Eine Entscheidung, die mich auch deshalb freut, weil nunmehr alle gesellschaftlich relevanten Gruppen, Verbände,, Organisationen sich unverzüglichj und ohne die ständige Suche nach sog. faulen Kompromissen daran mach müssen, nicht nur die effektivsten und effizientesten Antworten auf allel klimapolitischen Fragen, konkret in Sachen CO 2 Produktion, zu finden, sondern diese dann auch ohne "Wenn und Aber" umzusetzen.. Stefan Laurin zeigt in seinem Kommentar einen Weg auf, der zumindest mehr als bisher bedacht und beschritten werden sollte. Wenn ich die dazu einschlägigen Aussagen des US-Präsidenten Biden bedenke, dann dürfte es für Deutschland (, für die gesamte EU) höchste Zeit sein, sich ebenfalls auf dien Weg zu machen, bevor uns der (auch) dieserhalb gewichtigste Konkurrent USA endgültig davon läuft. "Wir schaffen das" -Ja, warum eigentlich nicht .

    Mit neuen Ideen auf neuen Wegen -inhaltlich, prozessual, personell!!!

  • #5
    paule t.

    Nun, als erste angesprochen sollten sich vielleicht die fühlen, die unermüdlich veraltete klimaschädliche Technologien (wie Verbrennermotoren oder Kohlekraftwerke) oder unwirtschaftkliche Technologien (wie Atomkraft, die noch nie rentabel gewesen wäre, wenn sie nicht Vorsorge bzgl. Risiken und Endlagerung nur zu einem Bruchteil hätte selbst leisten müssen und nicht ordentlich subventioniert worden wäre) künstlich am Leben erhalten wollen; oder auf Technologien setzen wollen, die mit Glück vielleicht in ein paar Jahrzehnten einsatzreif sein werden, wenn überhaupt (Kernfusion u.ä.).

    Es gibt moderne, einsatzfähige und sich stetig verbessernde Technologien zur Energieerzeugung wie Windkraft und Photovoltaik, die heute schon mehr leisten können, als ihre Befürworter zu hoffen gewagt hätten und deren Potential noch längst nicht ausgeschöpft wird. Da ist natürlich noch viel zu tun, insbesondere bezüglich der Speicherung und Verteilung, aber man sollte dabei endlich mal anfangen, die technikfeindlichen Verhinderer aus der konservativ-wirtschaftsliberal-bürgerlichen Ecke zu ignorieren (womit "die Wirtschaft" ja erfreulicherweise schneller anfängt als diejenigen in der Politik, die meinen, ganz besonders wirtschaftsfreundlich zu sein).

    Und man sollte sich vielleicht auch ein bisschen der naturwissenschaftlichen Realität stellen und akzeptieren, dass bestimmte Dinge auch bei allen technischen Einsparmöglichkeiten einfach eine bestimmte Menge Energie erfordern und dass man auf ein paar davon vielleicht doch ein bisschen verzichten muss (Menge des beim Personentransport nebenbei transportierten Gewichts in Form von umhüllendem Metall etwa, Transportwege der Konsumgüter oder Zahl der zurückgelegten Kilometer pro Person). Wenn man glaubt, man könnte ohne jegliche Veränderungen im Konsumverhalten weitermachen, während gleichzeitig die Bevölkerung ärmerer Länder verständlicherweise dabei auch mitmachen möchten, hat man die Grenze von Technikoptimismus zu Traumtänzerei einfach überschritten.

    —————————————–

    @#3: Ja, "das Ökosystem", wenn man es nur groß genug fasst als die bloße Existenz von Leben auf diesem Planeten, hat schon eine Menge Veränderung überstanden und wird das auch weiterhin tun. Die Frage ist, wie gemütlich es für den Großteil der Menschen noch ist, wenn sich die Teil-Ökosysteme drastisch verändern.
    Oder einfacher ausgedrückt, mit einem Beispiel, das sich durchaus als Allgorie für die Gesamtsituation verwenden lässt: "Das Ökosystem" überlebt auch Naturereignisse wie Waldbrände, Überschwemmungen usw., teiweise gehören sie notwendig dazu. Wenn sich derartige Ereignisse als Bestandteil von dratischen Veränderungen aber vermehren und gleichzeitig mehr Menschen im Wald und am Flussufer leben, ist es für diese Menschen ganz schön blöd.

  • #6
    Stefan Laurin Beitragsautor

    paule t.: Klar, aber ohne Autoindustrie brechen nicht nur Jobs weg, sondern auch Exporteinnahmen und ein großer Teil der privaten Forschungsausgaben. Es wird dann ein ärmeres Land sein. Wie das den Menschen gefallen und wie es sich politisch auswirken wird, werden wir sehen. Das wird alles noch sehr spannend.

  • #7
    Philipp

    Wobei ein modernes E-Lastenfahrrad mit GPS-Diebstahlsicherung locker um die 6000€ kosten kann, da ist es bis zum rumänischen Kleinwagen nicht mehr weit.

    An diesen Wertschöpfungsketten können die deutschen Autohersteller partizipieren, wenn sie es denn wollen.

  • #8
    Pater Busoni

    In einem Land, dass Windenergie und Photovoltaik befürwortet, aber die zugehörigen Stromtrassen aus Angst vor Elektrosmog ablehnt, die notwendige Energie, die bei Dunkelflaute fehlt ohne Gewissensbisse im "Atomland" Frankreich oder "Kohleland" Polen kauft und dafür den eigenen Ausstieg aus diesen Technologien feiert, in einem Land, das ja nicht nur eine Impfkampagne versemmelt, sondern absurde Planungs- und Bauzeiten für wirklich jedes Projekt hat, wird nur eins passieren:
    Der kürzlich bei den Ruhrbaronen geschriebene Abgesang auf das Ruhrgebiet wird in spätestens 15 Jahren bundesweite Gültigkeit haben.
    Deutschland auf den Punkt gebracht: "Das Betreten der Treppe ist verboten, da sie nicht der Norm entspricht. Die Treppe kann jedoch nicht saniert werden, da sie unter Denkmalschutz steht."
    Und mal ganz kurz zu den finanziellen Folgen.
    EON betreibt in Deutschland mehrere Windparks und in Österreich Pumpspeicherkraftwerke.
    Weht der Wind nach Herzenslust und es besteht Überschuss, bekommt EON den für Windenergie garantierten Preis, gleichzeitig wird der Strom zum Negativ-Preis (ganz deutlich: man gibt Geld um den Strom loszuwerden) z. B. nach Österreich geliefert, wo EON dann die Speicher füllt. Bei der nächsten Flaute wird der Strom dann zum Marktpreis wieder nach Deutschland geschickt. Alle Stationen vom deutschen Kunden bezahlt.
    Aber klar, der deutsche Strompreis hilft dem Klima.

  • #9
    Walter Stach

    "

    Steffan Laurin -5-,
    "wir werden sehen" und "noch sehr spannend"" .

    Ja, und das dürfte nicht nur für das Grundsätzliche gelten.

    Abgesehen von grundsätzlichen Erwägungen -im .Kommentar, im Beitrag von paule t.- 5- und meinerseits -4- frage ich mich ganz konkret, ob und ggfls wie dieses Grundsatzentscheidungen im Sommer/im Herbst 2021 die dann anstehende(n) Entscheidung)en) des OVG MÜnster in Sachen Kohlekraftwerk Datteln IV beeinflussen wird. Dabei handelt es sich , ich erinnere daran, um das größte Mono-Block-Kohlekraftwerk Europas, das seit ca. einem Jahr (?) in Betrieb ist, trotz des beschossenen Ausstieges Deutschlands aus der sog. Kohleverstromung, en Kraftwerk, das m.W. zu den 7 größten CO2- "Schleudern" in Europa zählt.

    Also auch insofern und ganz konkret : "…wir werden sehen. Das wird alles noch sehr spannend.."

  • #10
    ccarlton

    #5:

    Wieviel Strom erzeugt Windkraft in einer Flaute? So viel wie Photovoltaik bei Nacht. D.h. sie sind nicht grundlastfähig. Die Aussage, daß insbesondere bezüglich der Speicherung viel zu tun ist, gesteht das ein und da ist aber leider keine bezahlbare Technologie in Sicht.

    Und die Bezahlbarkeit kann man gar nicht genug betonen. Die hohen Subventionen, die die Energiewende verschlingt müssen erwirtschaftet werden und moderne Volkswirtschaften brauchen eine Energieversorgung, die zuverlässig und günstig ist.

    Windkraft und Photovoltaik sind weder das eine noch das andere.

  • #11
    der, der auszog

    Neulich wollte man hier bei den Ruhrbaronen die Corona-Krise noch in keinem anderen Land der Welt und zu keiner anderen Zeit erleben und seit dem höchstrichterlichen Urteil zum Klimagesetz heute, droht für morgen die Klimadiktatur!

    Selten habe ich Journalismus so launisch und desorientiert erlebt wie derzeit bei den Ruhrbaronen. Mal so – mal so – und was das Bundesverfassungsgerichtsurteil über Deutschlands Klimaziele mit der Pandemie zu tun hat, bleibt wahrscheinlich eines der vielen Geheimnisse des Autors. Was allerdings auffällt: Das Kreieren von Horrorszenarien ist kein Alleinstellungsmerkmal der Grünen mehr. Das Herbeibeschwören der Apokalypse.(oder in diesem Fall der Klimadiktatur), beherrscht man bei den Ruhrbaronen mittlerweile wenigstens genauso gut. Dabei müsste doch zumindest ein Teil der heutigen Entscheidung im Sinne des Autors sein: immerhin sind die Klagen von der Umwelthilfe, von Greenpeace und von einigen anderen Organisationen nicht zugelassen worden, weil diese Gruppen schlichtweg nicht klageberechtigt waren, es aber trotzdem meinten tun zu müssen. In einer Diktatur, die sich dem Klima verschrien hätte, sähe das wahrscheinlich anders aus.

    Und wenn man sich den Bestandteil der noch übrig gebliebenen Klagen anschaut, dann ist auch dort nichts zu finden, was unsere Demokratie in irgendeiner Weise erschüttern könnte. An den von der Bundesregierung in ihrem Klimagesetz gesetzten Zielen hat das Gericht nicht im geringsten etwas auszusetzen. Sie bleiben bestehen, soe wie sie beschlossen wurden. Das Gericht hat allerdings geurteilt, dass das Gesetz für die Zeit ab 2030 zu ungenau ist, und hinsichtlich der Maßnahmen zum Erreichen der gesetzten Ziele konkretisiert werden muss – wegen der nachfolgenden Generationen.

    Wenn es für etwas viel Phantasie braucht, dann dieses Urteil als ersten Stein auf dem Weg unserer Gesellschaft in „Unfreiheit und Armut“ zu sehen, gerade wegen der hier zulande beheimateten High-Tech. Deutschland baut nämlich nicht nur die besten Dieselmotoren, (den einzigen Motorentyp, den man bei den Ruhrbaronen scheinbar kennt und um den sich immer alles dreht). Deutschlands Elektromotoren sind genauso bahn-brechend wie der Diesel und weltweit die besten. Nur fahren sie bislang überwiegend in Schienenfahrzeugen und noch relativ wenig in Autos und Krafträdern. Wenn ein höchstrichterlicher Beschluss jetzt dafür sorgt, dass beispielsweise die Umstellung von fossil betriebenen Fahrzeugen auf elektrifizierte ein wenig schneller von Statten geht, dann werden wir weder unseren Wohlstand, noch unsere Freiheit aufgeben müssen. Stefan Laurin wird sich irgendwann mal nach einem Elektroauto umsehen müssen, weil es keine Diesel mehr gibt. Aber wenn er Corona besiegt hat und endlich geimpft worden ist, wird er in 10 oder 15 Jahren auch das mit dem E-Auto schaffen, da bin ich mir sicher

  • #12
    thomas weigle

    Das Ökosystem wird den Klimawandel überleben, keine Frage. Aber die Menschheit? Eher nicht, wenn es nach dem Autor geht.
    Ach ja, wenn die Atomkraft nicht so ausgebaut wird, wie es die Profiteure dieser Technologie und ihre Lautsprecher in Politik und Medien verkündeten, gehen in den 80ern die Lichteraus,menetekelten sie, diese geistigen Vorfahren des Herrn Laurin. Sind die Lichter ausgegangen?

  • #13
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @thomas weigle: Nein, es laufen ja auch noch Reaktoren und Kohlekraftwerke. Nimmt man beides vom Netz, wird man Strom aus französischen Reaktoren und polnischen Kohlekraftwerken kaufen müssen.

  • #14
    Enno

    Karlsruhe entscheidet im kältesten April seit Jahrzehnten, dass es nicht wärmer werden darf?

    Es gibt bis heute keinerlei wissenschaftlichen Nachweis, dass die CO2-Konzentration einen Einfluss auf das Erdklima hat. Es gibt lediglich „Modellrechnungen“, die immer wieder optimiert werden müssen (sprich, die vorherigen Simulationen waren Schrott).

  • #15
    Uwe K.

    Zu 1 und 2: Es ist nicht der Kommentator zu 1 der hier heult, es ist der Autor des Artikels der heult.

  • #16
    frtzh

    @Stefan Laurin: Dass uns die Klimakatastrophe in noch viel größerem Ausmaß zu einem ärmeren Land machen wird, dürfen wir geflissentlich ignorieren? Schon mal darüber nachgedacht, dass das völlige Versagen der bisherigen Klimapolitik uns inzwischen an einen Punkt gebracht haben könnte, an dem wir gar keine andere Wahl als Wohlstandsverlust haben? Tja, vor einem Vierteljahrhundert wurden die Warnungen noch in den Wind geschlagen, hoffentlich schämen sich die Verharmloser von damals wenigstens.

  • #17
    thomas weigle

    @ Stefan Laurin Mag sein, dass das für `ne Übergangszeit so sein wird. Könnte man unter Nachhaltigkeit verbuchen, zu mal Radioaktivität einiger franz. AKWs im Falle eines Falles vor der deut.-franz. Grenze nicht haltmachen, sondern auch hierzulande für einen heftigen Wohlstandsverlust sorgen würden.

    Du wärst als Warner vor Wohlstandsverlusten sicherlich glaubwürdiger, wenn du nicht ein eifriger Befürworter der Agenda 2010 wärst, die für Millionen einen ziemlichen Wohlstandsverlust bedeutete, zumal sie schon durch "Reformen" der RV und KV herbe Einbußen hinnehmen mussten.

  • #18
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Uwe K.: Nö, der erklärt nur, was der politische Preis des Urteils ist und wie man CO2 reduzieren kann, ohne wieder Höhlenmensch zu werden.

  • #19
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @der, der auszog: Tja, im Oktober lief es ja auch noch ganz gut – dann kam des epische Versagen bei der Beschaffung der Impfstoffe. Und nun von offenbar von Greta beseelte Richter. Die Zeiten ändern sich.

  • #20
    Helmut Junge

    Dass die Klimaziele über 2030 hinaus präzisiert werden sollen oder müssen ist für mich ok.
    Es geht um die Vorbereitungen dazu, die mir Sorgen machen.
    Nur ein Beispiel.
    Die großen Busse im ÖNPV verbrauchen 60-80 Liter auf 100 km Fahrstrecke. Das ist kaum jemanden bewußt, und darüber diskutiert auch niemand. Wenn E-mobilität wirklich praktikabel wäre, sollten zunächst diese großen Fahrzeuge umgerüstet werden. Um den zu erwartenden Zuwachs an Personenen aufzufangen, der sich aus der Abschaffung des Individualverkehrs mit Diesel-Benzin-Fahrzeugen leicht errechnen läßt, benötigt man auch etwa die zehnfache Anzahl an Bussen. E-Busse versteht sich! Auch daran denkt niemand zur Zeit. Jede Sache hat nämlich zwei Seiten. Wenn ich etwas verbiete oder einschränke, muß ich für Ersatz sorgen. Die Realität in der derzeitigen Coronabewältigung läßt mich aber ahnen, daß wir nach der geplanten Abschaffung oder Reduzierung des Privatverkehrs uns noch jahrelang ganz entsetzt fragen werden, wieso es keine Mobilität mehr gibt. Wir haben zwar viele Menschen, die etwas abschaffen wollen, aber nur wenige, die etwas vorbereiten und umsetzen können.

  • #21
  • #22
    Tagedieb

    Dieser Klimawandel lässt sich nicht mit einer CO2-Steuer oder dem Verbot der Nutzung fossiler Brennstoffe aufhalten oder mehr Hightech aufhalten oder wenigstens verlangsamen. Da muss man sich schon die Frage stellen, muss man wirklich für Eigenheime Ackerland zu betonieren? Müssen wirklich in diesem Land zusätzliche Autobahnen gebaut werden (wie in Berlin z.B. mitten in die Innenstadt hinein), wobei man es nicht mal schafft, die bisherigen Autobahnen in Stand zuhalten? Wie schafft man es, eine wohnortnahe Grundversorgung in der Stadt wie auf dem Land sicher zustellen (d.h. z.B. keine weiteren Kreis-/Gebiets-/Verwaltungsreformen, die zu einer immer weiteren Konzentration von Verwaltung, sozialer Infrastruktur an einem zentralen Ort führt, mit allen weiteren Folgeprozessen für Wirtschaft, Infrastruktur, Bevölkerung)? Wie bekommt man es hin, alte Gebäude in Dörfern wieder herzurichten, ohne dass diese gegenüber einem "schicken" Eigenheim auf der grüne Wiese als minderwertig bezeichnet werden? Müssen es immer zentrale, digitale Lösungen sein, die zum einen immer neue Geräte erfordern und zum anderen den Stromverbrauch immer weiter in die Höhe treiben?

  • #23
    Arnold Voss

    "Keine Frage, es gibt eine kontinuierliche und zunehmend exponentielle Erderwärmung, was die weltweite Durchschnittstemperatur pro Jahr betrifft, und damit einhergehend auch eine Erhöhung des Meeresspiegels. Es ist auch ziemlich klar, was passiert, wenn sie bis zum Ende dieses Jahrhunderts drei plus Grade überschreitet. Was nicht klar ist, ob das wirklich passieren und ob das ausschließlich menschengemacht sein wird. D.h. ob das durch menschliches Handeln überhaupt aufgehalten werden kann. Diese Unklarheit ist allerdings kein Grund nichts zu tun, oder, als Alternative, in Panik zu verfallen."
    https://www.ruhrbarone.de/hitze-koennte-unsere-zukunft-sein-oder-der-zusammenhang-von-temperatur-und-barbarei/157364

  • #24
    Atomkraft? Nein Danke!

    Johannes Güntert, der Atomkraft-Lobbyist, der zusammen mit Amardeo Sarma von der GWUP dumpfe Pro-Kernkraft-Propaganda verbreitet, ist jetzt auch da …

  • #25
    Angelika, die usw.

    #20 @Helmut Junge
    "…benötigt man auch etwa die zehnfache Anzahl an Bussen. E-Busse versteht sich!…"

    Wenn die Anschaffung so klappt. wie bei den Luftfiltern für die Schulen, dann gute Nacht, Marie …

    Ich hörte neulich von einer weiblichen Person, die an einer Grundschule unterrichtet (sorry …), dass eine Grundschule der Stadt (Ruhrgebiet) geschlossen wird, sich dadurch die Klassen in benachbarten Grundschulen erheblich vergrößern (und große Klassen sind der Bildungsgerechtigkeit nicht förderlich). Und diese Pläne werden trotz Pandemie nicht aufgegeben. Man will Kosten senken, für Hausmeister, Gebäudeunterhaltung (und die Gebäude, die weiter benutzt werden sollen, sind eigentlich auch Sanierungsfälle, und von Öko, von High-Tech ist da nirgends die Rede …), Heizkosten usw.. Und in einer solchen Stadt (und in anderen Städten im Ruhrgebiet ist es ähnlich), soll anderes gut klappen (E-Busse en masse …). Ich kann es mir nicht vorstellen.

  • #26
    Tagedieb

    @#25 Angelika
    Das Beispiel, dass sie aufführen, ist typisch für Politik und Verwaltung, und ein gutes Beispiel. Es wird völlig eindimensional kostenfixiert gedacht.

    Die Kosten für den zusätzlich erforderlichen Transport der Schüler nach Schließung der einen Grundschule (sei es mittels ÖPNV, Schulbusse oder private Fahrten), wie die zusätzlichen Kosten, die sich indirekt aus einem Attraktivitätsverlust des Einzugsgebietes der geschlossenen Grundschule sowie möglicher finanzieller Konsequenzen für dort ansässige Gewerbetreibende ergeben, spielt überhaupt keine Rolle. Ganz abgesehen davon, dass weitere Wege zur Schule auch mehr Zeitaufwand für die Schüler bedeutet (früher aufstehen, mehr Zeit im Bus/Auto verbringen). Das alles auszugleichen bedeutet immer, mehr Ressourcen nutzen. da spielt es keine Rolle, ob man nun fossil oder elektrisch betrieben Fahrzeuge nutzt.

    Ganz abgesehen davon, da wird dann das aufgelassene Schulgebäude wahrscheinlich dem Verfall preisgegeben oder abgerissen und neugebaut. Damit verschwendet man Kapital (Verfall und Abriss) und verursacht einen deutlichen Mehrverbrauch weiterer Ressourcen. Da kann ein neu gebautes Gebäude noch so energieeffizient sein. Die Energiebilanz wird immer negativ sein. Da hilft auch kein Hightech.

    Was ja noch hinzukommt, die derzeitige Coronapandemie sollte doch allen gezeigt haben, dass es nicht sinnvoll ist, viele Menschen auf einem engen Raum zusammenzupferchen (mal übertrieben geschrieben). Man kann mit kleinere Einheiten mit weniger Personen bei Ausbrüchen von Krankheiten gleich welcher Art wesentlich einfacher umgehen.

    Nur, solche Zusammenhänge spielen weder in der Politik noch bei vielen Klimaschützern eine Rolle. Es wird die große, glücklich machende Lösung gesucht.

  • #27
    Laubeiter

    Art. 20a, auf dessen Grundlage das VerfG entschieden hat, wurde vom Bundestag mit einer Zweidrittelmehrheit 2002 ins GG aufgenommen. Wenn jetzt, 19 Jahre später und nach einem unaufhaltsamen Anstieg der atmosphärischen Kohledioxidkonzentration und der globalen Durchschnittstemperatur, das VerfG Art. 20 anwendet auf Klimaschutz, so setzt es damit das GG um. Nach meiner Einschätzung will die Mehrheit der Bevölkerung höhere Preise für Individualverkehr, Flugreisen und Fleisch in dem Fall, wenn die entsprechenden höheren Steuereinnahmen für Klimaschutz verwendet werden. Wer ein weiter so wie bisher möchte, kann ja eine Partei wählen, die das im Programm hat, z.B. Die Linke oder die FDP. Ob es nochmal wieder zu einer Abschaffung des Art. 20a mit Zweidrittelmehrheit kommt, ist fraglich.

  • #28
    Linus Sunil

    6. Mai, 1.5 Grad, die Frisur steht (Haare zu Berge), 3 Abzock Kraft.
    Ein Dummvolk, daß ganz heiß darauf ist, mehr Geld fürs Heizen auszugeben.
    Und eine Klimaerwärmung, die nicht mehr so heißt (weil arschkalt), sondern "Klimakrise".
    Merke: Wird es warm = Klimakrise, wird es kalt – AUCH Klimakrise.
    Des Gutmenschen Religion: Migration und Klimaschutz.
    Mir ist es doch lieber Covid-19 richtet dieses Land zugrunde, als die CDU und die Grünen.

  • #29
    thomas weigle

    #28 Tja, die augenblicklichen Temperaturen sind ein Ausreißer nach unten. Dafür waren Februar und März entschieden zu warm. Und zu trocken.
    Auch wenn`s im Moment regnet, dringt das Regenwasser nicht in die Tiefen vor, wie es nötig wäre, um die Verluste der letzten trockenen Jahre auszugleichen-und zwar noch lange nicht.
    Besichtigen sie doch mal in den Teuto, den Harz und andere Waldgebiete, da können sie den Klimawandel anhand der baumlosen und zahllosen Flächen kranker Bäume Meter für Meter studieren. Angesichts dieser und vieler anderer klimatischer Parameter zeigt ihr Beitrag absolutes Nichtwissen darüber, wie sehr sich das Klima radikal ändert.

  • #30
    Arnold Voss

    Lesenswert:

    https://www.nzz.ch/international/klimapolitik-vor-gericht-und-die-politischen-folgen-eines-urteils-ld.1623605?mktcid=smsh&mktcval=Facebook&fbclid=IwAR0Mn5XUgJjor1dQta0NNVGs9VayOOpmoewx8C-k1UwYUzfJUJ62EIDkjc4

  • #31
    Angelika, die usw.

    #29 @thomas weigle
    "…Auch wenn`s im Moment regnet, dringt das Regenwasser nicht in die Tiefen vor, wie es nötig wäre, um die Verluste der letzten trockenen Jahre auszugleichen-und zwar noch lange nicht…"

    Genau so ist es!

    https://tu-freiberg.de/presse/die-unsichtbare-duerre-auswirkungen-auf-grundwasser-und-wasserqualitaet

  • #32
    thomas weigle

    @ Angelika Man kann alle die Folgen der Erwärmung und des Wassermangels sehen, wenn man nur mit offenen Augen seine Umgebung betrachtet. An unserem Grundstück läuft ein kleiner Bach vorbei, der immer öfter fast trocken fällt. Im Südteil unseres Gartens sind fast alle Bäume der Trockenheit und den diversen Stürmen zum Opfer gefallen. im Nordseite des Hauses zum Teuto hin sind zwar noch nicht so viele gefallen, aber gesund ist da auchkaum keiner mehr.
    Immerhin ein Vorteil bringt uns der Klimawandel in den letzten Jahren- unsere Heizkosten(Gas) sind deutlich weniger geworden.
    Man muss wirklich blind sein, um die Zeichen an der Wand nicht lesen zu können. Einige wollen es aber auch nicht. Nur je länger gewartet wird, desto härter und schockierender werden dann in Zukunft die Maßnahmen ausfallen. Aber mich betrifft das kaum mehr, wie andere hier auch nicht. Wer alt genug ist, kann deshalb ungehemmt auf die protestierenden jungen Leute schimpfen, ihnen eigennützige Motive unterstellen. Ja, die haben sie, weil sie zu recht Angst vor ihrer und um ihre Zukunft haben müssen.

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