
Die nordrhein-westfälische Automobilindustrie steckt in einer tiefen Krise. Im Jahr 2024 produzierten die Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes Kraftwagen und -teile nach angaben von IT.NRW im Wert von 17,4 Milliarden Euro. Damit liegt der Absatzwert um 1,3 Milliarden Euro beziehungsweise 7,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Auch im langfristigen Vergleich zeigt sich ein Abwärtstrend: Gegenüber 2010 sank der Absatzwert nominal um 2,5 Milliarden Euro, was einem Minus von 12,7 Prozent entspricht. Bereits während der Coronapandemie war die Branche auf den niedrigsten Stand seit 2010 gefallen – ein Niveau, das bis heute nicht wieder erreicht wurde.
Parallel zum sinkenden Absatz schrumpft auch die Zahl der Produktionsstätten in Nordrhein-Westfalen. Waren es 2010 noch 264 Betriebe, so sind es 2024 nur noch 237 – ein Rückgang um 10,2 Prozent. Damit erreicht die Zahl der Unternehmen den niedrigsten Stand der vergangenen 15 Jahre.
Die Veröffentlichung dieser Zahlen fällt bewusst mit der Essen Motor Show zusammen, die vom 29. November bis 7. Dezember stattfindet. Während die Messe die Innovationskraft und Leidenschaft der Branche präsentiert, verdeutlichen die aktuellen Daten die Herausforderungen, vor denen die Automobilproduktion in NRW steht: vom Strukturwandel über die Transformation zur Elektromobilität bis hin zu den Nachwirkungen globaler Krisen.
