Nudging: Paternalismus statt harter Überzeugungs­arbeit


Ein Experiment hat gezeigt, dass Nudging kaum funktioniert. Dennoch setzt die Politik immer mehr auf psychologische Verhaltensbeeinflussung. Sie fürchtet die Debatte mit den Bürgern. Von unserem Gastautor Johannes Richardt.

Sie verheißt in der Regel nichts Gutes: Die Post vom Stromanbieter. Jahresendabrechnungen mit hohen Nachzahlungen, Ankündigungen von Tariferhöhungen und manch andere böse Überraschung warten in den Briefumschlägen auf die Verbraucher.

Ganz anders sieht die Welt hingegen bei einigen tausend Kunden von Eon und zwei kleineren Versorgern aus. Diese bekamen im letzten Jahr freundliche Werbebriefe, die neben den nüchternen Verbrauchszahlen und allen möglichen Energiespartipps auch hübsche, zum Stromsparen animierende Grafik enthielten. In den Briefen wurde ihr Stromverbrauch u.a. im Verhältnis zu dem ihrer Nachbarn bewertet.

Man muss sich das so vorstellen: Unter der Überschrift „Die Bewertung ihres letzten Jahresverbrauchs“ findet sich eine dreistufige Skala. Besonders stromsparende Kunden wurden mit kleinen Smiley-Symbolen und einem „Großartig“ visuell beglückt, der Durchschnittsverbraucher bekam immerhin noch einen Smiley und ein „Gut“. Und selbst derjenige, der das Klassenziel verfehlt hat, wurde nicht etwa mit einem strengen „mangelhaft“ oder gar „ungenügend“ abgestraft, sondern bekam ein aufmunterndes „Das geht besser“ mit auf den Weg – allerdings ohne Smiley.

Was hat es mit dieser an „kindgerechte“ Belohnungs- und Motivationspraktiken aus seligen Vorschultagen erinnernden Praxis auf sich? Die erstaunliche Antwort: Sie ist Teil eines großen Experiments zur Untersuchung der Wirksamkeit von verhaltenswissenschaftlichen Interventionen, sog. Nudges (zu Deutsch: Anschubsern), das vom Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung in Essen (RWI) durchgeführt wurde. Die Forscher wollten herausfinden, ob und wie durch die gezielte psychologische Beeinflussung der Stromverbrauch in Privathaushalten reduziert werden kann.

„‚Sanft Anschubsen‘ ist letztlich nur eine freundliche Umschreibung für das unfreundliche Wort ‚Manipulation‘“

Die beruhigende Nachricht vorweg: Das Experiment zeigte, um die F.A.Z. vom vergangenen Montag zu zitieren, die zuerst über die online einsehbare Studie berichtete „ernüchternd kleine Effekte“ der erprobten Maßnahmen, die Leute haben sich also nicht wie erhofft anschubsen lassen.

Wie lief die Studie ab? Während des Experiments verschickte das RWI verschiedene Varianten von sogenannten Energiesparbriefen an mehrere zehntausend Haushalte: einige mit sozialen Vergleichen und Appellen zum Stromsparen, andere mit konkreten Spartipps für diverse Haushaltsgeräte und wieder andere mit kombinierten ökonomischen und ökologischen Aussagen.

Beim Eingangsbeispiel handelte es sich um die Methode des sozialen Vergleichs. Dieser wird in der Fachliteratur als besonders wirksam diskutiert. Im Gegensatz zu den „Spartipps“ – Umwälzpumpe erneuern, neuen Trockner kaufen usw. – oder diversen ökologischen Stromsparappellen, die man überzeugend oder nicht überzeugend finden kann, wird hier auf eher unbewusste Momente des Menschseins gezielt, den Wunsch sich mit anderen zu vergleichen, sei es nun, um dazuzugehören oder aus dem Ehrgeiz besser zu sein.

Das persönliche Verhalten des Stromkonsumenten soll ins Verhältnis zu einer virtuellen Peer-Group gerückt werden (hier die Gruppe der Stromverbraucher, die gleichzeitig auch dessen Nachbarn sind). Dabei wird eine erstrebenswerte soziale Norm als Vergleichswert postuliert (möglichst niedriger Stromverbrauch). Aus dem Wunsch heraus, der sozialen Norm zu entsprechen, soll der Konsument sein Verhalten ändern; sprich seinen Stromverbrauch reduzieren, so dass er am Ende am besten auch zur Gruppe mit dem Doppelsmiley gehört. Das ist ganz ähnlich wie früher auf dem Schulhof: Weil alle coolen Kinder das neueste Spielzeug oder die trendigen Schuhe haben, sollte ich sie auch haben wollen, nur, dass es hier eben um die Erreichung eines politischen Ziels geht, nämlich Klimaschutz – genauer: CO2-Reduktion durch „Energiesparen“.

„Bürgerhandeln ist nicht irrational, weil es staatlichen Vorgaben wiederspricht“

So putzig, freundlich und meinetwegen auch gut gemeint er in seiner Ausführung daherkommen mag, geht der Ansatz mit einer Infantilisierung erwachsener Menschen einher. Statt mit Sachargumenten auf der Verstandesebene zu überzeugen, wird der Hebel zur Verhaltensänderung in der vor-oder unbewussten Sphäre angesetzt – hier beim Herdentrieb, von dem wir eigentlich schon seit Sokrates wissen, dass er einer der größten Feinde des selbstdenkenden Menschen ist.

Es ist diese Grundidee des Nudging, sich menschliche Beeinflussbarkeit für vorgeblich gute und richtige Ziele zu Nutze zu machen, der wir bei Novo seit Beginn der breiteren öffentlichen Debatte hierzulande ablehnend gegenüberstehen. Weil sich Menschen nun mal nicht immer ganz rational verhalten und Dinge tun, die aus Sicht anderer nicht zu ihrem eigenen Besten sind, bedarf es ab und an eines sanften Schubsers in die richtige Richtung. Auch wenn Nudging-Befürworter es nicht gerne hören: Das sanfte „Anschubsen“ ist letztlich nur eine freundliche Umschreibung für das unfreundliche Wort „Manipulation“.

Demokraten sollten immer vor Augen haben, warum es wichtig ist, dass sich insbesondere staatliche Autorität in ihrer Kommunikation mit den Bürgern einer distanzierten, rationalen Ansprache bedient: So soll der Bürger vor dem Staat geschützt werden. Die Manipulation durch den Staat ist nämlich keine neue Erfindung. Man denke daran, wie über viele Jahrhunderte religiöse Gefühl selbstverständlich für alle möglichen staatliche Ziele instrumentalisiert wurden oder wie die totalitären Regime des 20. Jahrhunderts ihre Untertanen einer propagandistischen Dauerbeschallung aussetzten.

Dagegen wirken deutsche Energieanbieter, die im Sinne der Verwirklichung offizieller Politikziele Briefe mit Smilyes an ihre Kunden verschicken, selbstverständlich mehr als harmlos. Sie sind dennoch wie die vielen anderen kleinen Nudges, mit denen heute weltweit experimentiert wird, ein Schritt in die falsche Richtung. Ein demokratisches Gemeinwesen kann nur funktionieren, wenn der Staat die Bürger als rationale Akteure ernst nimmt.

Ein weiteres Problem bei diesen Versuchen der Verhaltensbeeinflussung besteht darin, dass wir uns langsam daran gewöhnen, dass alle möglichen Übergriffe in die intimste Sphäre unseres Daseins – unser Denken und unser Fühlen – als ganz normales Mittel staatlicher Regulierung dargestellt werden. Brendan O‘Neill, der Chefredakteur unseres Partnermagazins Spiked hat im Zusammenhang mit dem Nudging und anderen überall in der Gesellschaft zu beobachtenden Formen der Verhaltensbeeinflussung und Bevormundung mal von einer „schleichenden Kolonialisierung unseres Geistes“ gesprochen. Durch den Gewöhnungseffekt immer neuer paternalistischer Übergriffe werden wir langsam unempfindlich dafür, wie unerhört übergriffig psychologische Verhaltensbeeinflussung eigentlich ist.

Den Befürwortern dieses Ansatzes scheinen solche Überlegungen fremd zu sein: Sie loben dessen angebliche Liberalität. Nudging sei ein effizientes und kostengünstiges Instrument für den staatlichen Regulierungswerkzeugkasten. Es komme ohne Zwang und Verbote aus und den Menschen werde ja ihre Wahlfreiheit gelassen. Man kann sich jederzeit anderes entscheiden, aus Trägheit alles beim Alten belassen oder den Nudge auch einfach ignorieren (Mal ehrlich: Wer liest schon Werbebriefe von Stromanbietern?). Man wird nur leicht geschubst und nicht mit Gewalt zu etwas gedrängt.

Das stimmt. Auch das Scheitern des Eingangs erwähnten Experiments weist, wie viele andere gescheiterte Nudges, in diese Richtung. Gleichzeitig geht es den Freunden der Verhaltensbeeinflussung aber gerade darum, die in der Theorie hochgehaltene Wahlfreiheit dadurch einzuschränken, dass sie die „Entscheidungsarchitektur“ – also den Rahmen, in dem Menschen ihre Wahl treffen – so beeinflussen, dass die von ihnen präferierte Wahl wahrscheinlicher wird. Hier zeigt sich ein interessanter Widerspruch in der Argumentation, der Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Freiheitsrhetorik aufkommen lässt.

Zudem wird von dieser beschränkten Wahl behauptet, sie wäre ohnehin die „eigentliche“ Entscheidung des Individuums, zu der es vernünftigerweise auch selbst hätte durchdringen können, wenn es nicht durch irrationale „Verhaltensanomalien“ – also im Menschen mehr oder weniger „natürlich“ angelegte Rationalitätsverhinderungsmechanismen – davon abgehalten worden wäre. Man hilft den Leuten also freundlicherweise über ihre Schwächen hinweg. Wer sollte dagegen etwas haben?

Aber Bürgerhandeln wird nicht dadurch irrational, weil es einem „wissenschaftlich“ gemessenen Nutzen oder staatlichen Vorgaben wiederspricht. Das lässt sich gerade am Beispiel des „Energiesparens“ verdeutlichen. Für den einen Bürger mag es gute Gründe geben, Energie zu sparen (Kosteneinsparung, Umweltschutz etc.), andere mögen andere, aber deswegen keineswegs „irrationale“ Präferenzen haben (Lebensqualität, Bequemlichkeit etc.). Wer an das politische Ziel „Energiesparen“ glaubt, sollte seine Mitbürger mit Argumenten überzeugen, anstatt sie manipulativ beeinflussen zu wollen.

Die Rechtfertigung für individuelle Verhaltenssteuerung ist hier die implizite Annahme eines behaupteten gesellschaftlichen Konsenses, der außerhalb jeder Debatte liegt: Wir müssen alle Energiesparen, sonst drohen uns die Folgen des Klimawandels. Tatsächlich gibt es auch sehr viele gute Gründe, die Warnungen einer übergroßen Mehrheit der Klimaforscher ernst zu nehmen und den CO2-Gehalt der Atmosphäre nicht weiter ansteigen zu lassen. Aber bedeutet das auch, individuelle Sparmaßnahmen sind der richtige Weg?

„Nudging hilft Diskussionen mit dem störrischen Bürger aus dem Weg zu gehen“

Spätestens hier sind – zumindest bei mir – Zweifel angesagt. So zeigt eine aktuelle Analyse, dass in Frankreich Elektrizität zehnmal (!) CO2-ärmer produziert wird als in Deutschland. Warum? Unsere Nachbarn setzen vor allem auf sauberen Atomstrom, während hierzulande im Namen des Klimaschutzes eine „Energiewende“ initiiert wurde, die ihre Ziele trotz enormer Kosten kolossal verfehlt. Eine Lösung für dieses Problem ist nicht in Sicht.

Vor diesem Hintergrund darf die Frage erlaubt sein, ob die Regierung mit ihren großangelegten Stromsparprogrammen nicht vielleicht auch ein bisschen von ihrer eigenen irrationalen Energiepolitik ablenken und politische Verantwortung an die Bürger wegdelegieren möchte? Es ist zumindest nicht notwendigerweise Ausdruck allzumenschlicher „Verhaltensanomalien“ auf staatliche Klimaschutzappelle eher mit Skepsis oder Ignoranz zu reagieren, wenn auf der Metaebene eine Politik betrieben wird, die diesen Appell ad absurdum führt.

Weiterhin kann man fragen, ob Methoden zur psychologischen Verhaltensbeeinflussung aktuell auch deshalb in den tonangebenden Kreisen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft so populär sind, weil man sich vielleicht insgeheim erhofft, mit deren Hilfe, Diskussionen mit dem störrischen Bürger über die Sinnhaftigkeit der eigenen Vorhaben aus dem Weg gehen zu können? Sanfter Paternalismus, statt harter Überzeugungsarbeit? Sollte in dieser bösen Unterstellung nur ein Fünkchen Wahrheit liegen, wäre das ein ziemlich großes Problem für unsere Demokratie.

Nicht durch unser aller individuellen Schwächen und Unzulänglichkeiten, sondern durch die Vermeidung ehrlicher Diskussionen über das Für und Wider von politischen Zielen werden auf gesellschaftlicher Ebene rationale Entscheidungsprozesse verhindert. Diese entstehen nicht in entrückten Technokratenzirkeln, die sich mehr oder weniger einig sind. Sie brauchen freie und offene Debatten, die uns als Gesellschaft erlauben, Entscheidungen ernsthaft zu reflektieren.

Übrigens: Laut F.A.Z.-Artikel werden die Forscher des RWI, nachdem sich die „Energiebriefe“ als nicht kosteneffiziente verhaltenswissenschaftliche Intervention herausgestellt haben, nun der Erforschung neuer Nudges zuwenden. U.a. soll hinterfragt werden, wie die ohnehin politisch geförderten sog. intelligenten Stromverbrauchszähler (Smart-Meter) für größere Energiespareffekte nutzbar gemacht werden können. Für die Ergebnisse dürfte sich auch die nun seit gut zwei Jahren tätige Nudging-Projektgruppe des Kanzleramtes interessieren, über deren Arbeit die Öffentlichkeit bis heute so gut wie nichts erfahren hat. Laut Bundesregierung (zitiert im F.A.Z.-Bericht) arbeite sie „an mehreren Projekten, in denen es vor allem um Verständlichkeit von Informationen und Vereinfachung von Prozessen bei der Interaktion von Staat und Bürger geht“. Im Frühjahr sollen erstmals Resultate präsentiert werden. Wenn man das liest, besteht wenig Grund für Optimismus.

Dir gefällt vielleicht auch:

41 Kommentare

  1. #1 | Roman sagt am 26. Februar 2017 um 13:20 Uhr

    Punkt 1: Wieso werden Befürworter von Nudges nicht namentlich genannt? Mit einem mal Googlen würde man z.B. direkt bei Sunstein und Thaler mit ihrem Buch "Nudge" landen. Auch die darin aufgeführte empirische Befundlage müsste in diesem Artikel besprochen werden, wenn man meint, diese eine Studie des RWI wäre der Falsifikationsversuch, der jetzt alles ändert. Richardt scheint nicht in der Lage, Befundlagen richtig einordnen zu können. Durch das Vorenthalten von direkten Verweisen, die super einfach zu liefern wären, nimmt er dem Leser ferner die Möglichkeit seine Argumentation nachzuprüfen. Beides sind nicht gerade Punkte die für redlichen Journalismus sprechen.
    Punkt 2: Nehmen wir wie Richardt an, Nudging sei tatsächlich wirkungslos, wieso dann so ein Aufsehen darum. Es gibt doch wahrlich viele Dinge, die gefährlich scheinen aber wegen mangelnder Effekte nicht gefährlich sind (Homöopathie disqualifiziert sich hier als Gegenbeispiel, da die Ausgangslage einer Krankheit eine andere ist). Wenn man über all jene berichten würde, dann verschwendete man Zeit und Aufmerksamkeit des Publikums, sich mit relevanten Dingen zu beschäftigen. Dieser Artikel hätte, den (falschen) Grundannahmen des Autors folgend, viel kürzer ausfallen oder sogar ungeschrieben bleiben können.

  2. #2 | Hansi sagt am 26. Februar 2017 um 13:20 Uhr

    Hallo ihr Energiewende-Fans, vor einigen Tagen war auch wieder so ein lustiger Klima-Rettungs-Tag.
    Da war es in der Region am Niederhein völlig windstill.
    Die Sonne schien auf die Solar-Dächer und alle Solar-Dach-Halter erhielten „hoch-vergüteten Klima-Rettungs-Strom“.
    Da dieser Edelstrom Einspeisevorrang hat, mussten die vereidigten, und zum Schweigen verdonnerten Netzbetreiber, diesen Edelstrom sofort annehmen und weiterleiten.
    Um das Netz nun nicht zu beschädigen (Überkapazität) haben sie den „edlen Sonnen-Strom zu den Windrädern geschickt“ damit diese nun elektrisch angetrieben, langsam vor sich hindrehen konnten, um Bewegung in der Klima-Rettung vorzuweisen.
    Die eine Hälfte der Windmühlen stand still und anderen haben sich ganz lahm gedreht.

    Merkelin wir haben verstanden!

    Ich will wenn noch mehr Sonne scheint eine Windmaschine am Baggersee haben, um mir die richtige Windstärke zum Surfen einstellen zu können und nicht auf den unzuverlässigen Wind warten!

    Wir sehen also mit eigenen Augen, wie Klima-Rettung funktioniert und wie man einen Töpfer-Workshop organisiert https://www.agora-energiewende.de/de/ueber-uns/rat-der-agora/

    Auch die Bundestags-Millionäre am Klima-Klingeling-Gesetze anfertigen sind echte Super-Profis https://www.youtube.com/watch?v=wnnuosDXFg4

    Schauen Sie zu und konzentrieren sich darauf, immer feste zu behaupten, die da im Bundestag die Hand hochheben, halten ihre Hände niemals auf, um auf anonymen Offshore-Konten Schmiergelder einzusacken, dass gibt es auf gar keinen Fall!

    Jeder unverschämte, böse Gedanke, so etwas für möglich zu halten, ist eine schwere Beleidigung, gegenüber politischer, hervorragender deutscher, Berliner Bundestags-Realität.

  3. #3 | KE sagt am 26. Februar 2017 um 13:36 Uhr

    Wir brauchen einfache Entscheidungshilfen, damit wir das komplexe Leben bewältigen können. Deshalb finde ich Smileys, Ampeln etc ok. Es muss nur dargestellt werden, warum der Smiley vergeben wird. Damit hat jeder die Chance, sich genauer zu informieren.

    Ich hätte gerne ein Smartmeter, nur wird es sich bei den geplanten Kosten nie rentieren. Deshalb bleibe ich beim Energiemesser.

  4. #4 | Jan W. sagt am 26. Februar 2017 um 16:50 Uhr

    Huch, die Franzosen produzieren viel sauberer?
    Und den Atommüll lagert der Autor unterm Kopfkissen?

    Seltsamerweise ist fraglich, ob die Atomkonzerne lange genug existieren, um ALLE Folgekosten zu tragen. Und die Versicherungssummen der Meiler werden ggf. von den Schadenssummen weit überstiegen …

  5. #5 | Michael sagt am 26. Februar 2017 um 17:44 Uhr

    Zitat Beitrag #4 "Und den Atommüll lagert der Autor unterm Kopfkissen?"

    Nein, Sie Dummerchen, der Atommüll wir eingelagert und nach der Revolution, wenn Wissenschaft & Vernunft Einzug gehalten haben, z. B. in einem Dual Fluid Reaktor verarbeitet: https://dual-fluid-reaktor.de/

  6. #6 | Jan W. sagt am 26. Februar 2017 um 18:21 Uhr

    Vielleicht sollte man mit der Weiterproduktion von Atommüll abwarten, ob diese Wundertechnologie wirklich eines Tages einsatzfähig ist …
    Die Aufspaltung diverser Atomkonzerne (eon/Uniper, RWE/innogy) deutet ja an, dass man dort von anderen Vorraussetzungen ausgeht.

    Und DFR löst auch nicht das Problem, dass die Versicherungssummen für den GAU zu niedrig sind.

  7. #7 | Walter Stach sagt am 26. Februar 2017 um 18:28 Uhr

    Roman -1-
    Ich habe -über Google- 'mal nachgelesen, was dort über Nudge geschrieben wird .
    Mir war bis dato darüber relativ wenig bekannt.

    Das Zusätzliche, was ich jetzt jedenfalls darüber weiß, finde ich so interessant, daß ich mich mit "Nudging" näher befassen werde. U.a. der Begriff des "libertären Paternalismus" und die dazu nachzulesenden Beispiele haben es mir angetan, und zwar nach erstem Nachdenken mit einem für mich "durchaus positivem Befund".
    Insofern hat der Gastkommentator mich auf "eine Fährte gesetzt", die ich mit großer Neugier aufgenommen habe -unabhängig vom konkreten Inhalt des Gastkommentars, zu dem ich nichts beitragen will außer der kritischen Anmerkung, daß ich nach der heutigen Befassung mit Nudging – u.a. mit den empirischen Befunden dazu- keinesfalls die Auffassung teilen kann, nach der Nudging a priori als wirkungslos zu gelten hat.

  8. #8 | Arnold Voss sagt am 26. Februar 2017 um 19:28 Uhr

    # 5 Michael,sie Schlauerchen, warum sind sie bei den alternativen Energien und ihrer dezentralen Speicherfähigkeit nicht genauso optimistisch wie beim Atommüll ? Die wird nämlich wesentlich eher und für alle ausreichend da sein als dass ihr Atommüll Recycling für alle sicher und bezahlbar funktioniert.

  9. #9 | Michael sagt am 27. Februar 2017 um 08:54 Uhr

    Zitat von 6: "Vielleicht sollte man mit der Weiterproduktion von Atommüll abwarten, ob diese Wundertechnologie wirklich eines Tages einsatzfähig ist …"

    Es gibt für die Technik – Transmutation – bereits einen Versuchsreaktor im Bau (Mol in Belgien: https://de.wikipedia.org/wiki/Transmutation

    Zitat von #6: "Und DFR löst auch nicht das Problem, dass die Versicherungssummen für den GAU zu niedrig sind."

    Das ist ein Scheinargument, da es mit der Lösung – Behandlung des Atommülls durch eine fortschrittliche Technik – nichts zu hat.

    Zitat von #8: "Michael,sie Schlauerchen, warum sind sie bei den alternativen Energien und ihrer dezentralen Speicherfähigkeit nicht genauso optimistisch wie beim Atommüll ?"

    Weil es keinen Grund zum Optimismus gibt: Die "alternativen" Energien gibt es nur, weil mit ihr ordentliche Profite eingefahren werden (siehe EEG, siehe Stromarmut). Die dringend notwendige Reduzierung der CO²-Emissionen und damit eingehend – der globalen Erwärmung – wird dadurch nicht erreicht.

    https://www.esrl.noaa.gov/gmd/ccgg/trends/full.html
    http://www.realclimate.org/

  10. #10 | Arnold Voss sagt am 27. Februar 2017 um 11:27 Uhr

    Kein sehr überzeugende Antwort, Schlauerchen. Die Atomenergie hätte es ohne massive Subventionen nie gegeben und sie bekommt durch die Übernahme des Restrisikos bei der Müllverbringung erneut gewaltige Staatsknete zugeschustert. Alles in Allem mehr als die Alternativen je bekommen werden. GEHEN SIE EINFACH ZURÜCK IN IHREN LOBBYKELLER, MICHAEL.

  11. #11 | Walter Stach sagt am 27. Februar 2017 um 13:04 Uhr

    Fakten zum Thema "Erneuerbare"…??

    1.
    Der Anteil der "Erneuerbaren" am deutschen Bruttostromverbrauch ist von 25, 1 % auf 32m 3 % in 2o16 gewachsen;; Tendenz weiterhin steigend.

    2.
    Mittlerweile ist die durchschnittliche Förderhöe für große Photovoltaikanlagen um 3o % gesunken und für Wettbewerb durch Ausschreibungen gesorgt worden.

    3.
    In Deutschland gibt es -wider aller Prognosen der Gegner der "Erneuerbaren" eine Versorgungssicherheit auf sehr hohem Niveau. So liegt die durchschnittliche Dauer von Versorgungsunterbrechnungen in Deutschland weit vor….z.B. Italien, Frankreich, GB und sehr, sehr weit vor den USA und Kanda.

    4.
    Umweltschädliche CO 2 -Emissionen, die unter anderem bei der Verbrennung fossiler Brennstoffen entstehen, sind seit 1990 um 27 % zurückgegangen. Dazu haben die Erneuerbaren wesentlich beigetragen.

    5.
    Zur ökonomischen und ökologischen Bilanz der Atomernergie?
    -sh. 1o-, Arnold Voss

    Fakten zu benennen und über deren unterschiedliche Bewertung sind das Eine.
    Nur geht es den Leugnern des Klimawandels -sh. z.B.Trump- und den radikalen Gegnern der "Erneuerbaren" nicht um eine Auseinandersetzung mit Fakten und um deren mögliche unterschiedliche Zuordnung/Bewertung, sondern um ihre Glaubensgewissheit, nach der die "Erneuerbaren" weder jetzt noch zukünftig ökonomisch vertretbar noch ökologisch von Vorteil sind. Und da gegen "Glaubensgewissheiten" eine rationale Argumentation fehlgeht……….

  12. #12 | abraxasrgb sagt am 27. Februar 2017 um 14:50 Uhr

    "Und da gegen "Glaubensgewissheiten" eine rationale Argumentation fehlgeht … " welch eine Selbsterkenntnis als Quintessenz 😉

    Gibt es eigentlich eine ökonomische, soziale und ökologische Effizienz- und Effektivitäts-Gesamtbilanz des Wende-Wahns? Da gäbe es noch ein paar andere Qualitätskriterien für das Buzz-Wort "Nachhaltigkeit". Nebenbei, eine einfache aggregierte Größe für den "Erfolg", ist der Marktpreis. Stiimmt! Der ist eindeutig überproportional gestiegen, ohne dass dadurch etwas wirklich spürbar und meßbar bewirkt worden wäre. Ich finde postmodernen Ablasshandel amüsant.

    Aber ich bin mir ziemlich sicher, der internationale Markt dankt es den – von Physik, Technik und Ökonomie weitesgehend denkbefreiten Verfechtern der großen Energie-Erneuerung.

  13. #13 | Walter Stach sagt am 27. Februar 2017 um 17:34 Uhr

    "Der Marktpreis"…………
    Ich frage mich, wie groß der Glaube(!!) an den freien Markt, an die Preisbildung durch Angebot und Nachfrage auf einem "freien Markt" wohl sein muß, um damit unverdrossen wider alle volkswirtschaftlichen Realitäten zu argumentieren.
    Das gilt nicht nur für den "Energie-Markt", aber für diesen ganz besonders.

    Ich gehöre zu denjenigen, die aus ökonomischen und ökologischen Gründen darauf bauen, daß Gesellschaft und Staat die "Zukunft der Energieversorgung in Deutschland" nicht in der Kohleverstromung und nicht in der Atomenergie , sondern in der "Erneuerbaren " sehen.
    Ich befasse mich _selbstverständlich- mit allen gewichtigen Gegenargumenten -ökonomischen und ökologischen-, und das -ebenfalls selbstverständlich mit gebührendem Respekt vor jedem, der gewichtige Gegenargumente vorträgt.
    Deshalb käme es mir nie in den Sinne, die Kritiken der Erneuerbaren " denkbefreite Verfechter" ihrer Überzeugung zu nennen oder ihr Festhalten an der Kohleverstromung und an der Atomernergie als "Festhalte-Wahn" zu titulieren, wie das….sh.12…………!!!.

  14. #14 | abraxasrgb sagt am 27. Februar 2017 um 18:47 Uhr

    # 13 (unglücklicher Kommentar)

    Nicht alles, was man (selbst) nicht weiss, ist gleich eine Frage des Glaubens … wenn man bei der alteuropäischen Idee der Dichotomie von Glaube (subjektive Überzeugung) und Wissen (objektives prozedurales Verfahren) bleibt.
    Die Hinzufügung "frei" zum Phänomen "Markt" ist ebenso vom Kommentator bei der Lektüre hinzu erfunden worden: Frei 😉 oida ouk eidos …
    Ich kann mich auch nur auf meine, zugegebenermaßen beschränkte, ökonomische Ausbildung stützen. Daher sind solche Generalisierungen wie "wider A L L E volkswirtschaftlichen Realitäten" (btw, was soll das genau bitte sein? Alle vokswirtschaftlichen Modelle oder alle Realitäten oder gar die Kombination beider?), für mich, qua wissenschaftlicher Redlichkeit, tabu 😉

    Aber die aufgestellte Behauptung lässt sich leicht verstehen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Dunning-Kruger-Effekt

    Im Zusammenhang mit dem deutschen Energiemarkt auch nur ansatzweise von "freier Preisbildung" zu sprechen, erscheint mir derzeit gänzlich absurd, es kann aber auch sein, dass ich die feine Ironie nicht verstanden habe. Darum schrieb ich vom Preis, als aggregierter Größe z.B., aber nicht nur:
    http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/aggregation.html

    Objektiv superunbezweifelbar ist, dass der Energiepreis (außer bei Erdöl, Benzin etc. – jedoch nicht bei Erdgas) wesentlich schneller und höher gestiegen ist, als die allgemeine Preissteigerung (in die die Energiepreise – Achtung – als eine, neben anderen, der aggregierten Größen eingehen). Das ist zumindest ein zu untersuchendes Phänomen, dass sich eben genau NICHT mit Angebot und Nachfrage beschreiben und eventuell sogar erklären ließe. Es sollte leicht verständlich sein, dass ein größeres Angebot an z.B. mehr Strom durch erneuerbare Energien, nach der beschriebenen – simplifizierenden – Logik, zu sinkenden Preisen führen sollte?
    Eine meine Vermutungen ist es, dass die staatsinterventionistischen / politpopulären Maßnahmen zu einer Verzerrung des Preisgefüges zu Ungunsten privater Energie(ver)braucher und letzendlich aller Steuerzahler geführt haben. Ganz zu Schweigen von externen Effekten und den – meist vernachlässigten, auch weil unangenehmen – Opportunitätskosten solcher Maßnahmen.
    http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/externer-effekt.html
    http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/opportunitaetskosten.html
    Das spürt man natürlich nicht, wenn man gut damit leben kann, dass eine Eiskugel heute 5 € kostet (irgend solche eine wahnwitzige Idee hatten die Grünen doch mal, oder wie war das noch?) und sich trotzdem nicht im Eiskonsum einschränken muss.

    Angesichts meiner verfügbaren Zeit bzw. meines mangelnden Willens, mich mit populären Themen (vulgo apokalyptischen Hypes) zu beschäftigen, fehlt mir ihr Wissen um ALLE Gegenargumente. Aber ich glaube ihnen, dass sie das glauben. Mene mene tekel u-parsin 😉

  15. #15 | Klaus Lohmann sagt am 27. Februar 2017 um 20:46 Uhr

    Seitdem ich neulich an meine beiden, wundervoll warmweiß strahlenden 300-Watt-Halo-Deckenfluter einen DECT-Strommesser angeschlossen und diese Werte dann später mit den Werten der gleichen Fluter, aber dann mit äquivalenten LED-Birnen verglichen hatte (nur noch 5%!!), möchte ich die ganze Welt einfach nur noch stromspar-nudgen!!;)

  16. #16 | KE sagt am 27. Februar 2017 um 21:11 Uhr

    Ein Leistungsmesser ist interessant.
    Beim Led Fernseher die Helligkeit ändern. Strom nur bei Bedarf zuschalten….

    Ich habe ca. 33 Prozent gespart. Dabei waren aber auch einige Investitionen notwendig, d.h. es ist Engagement und Geld erforderlich um zu sparen. Das macht nicht jeder und kann sich nicht jeder leisten, da die Investitione oft einen ROI von mehreren Jahren haben.

    Wieviel Strom kann man verbrauchen , bis der Leistungsmesser, insbesondere mit Dect, bezahlt ist?

    300 Watt hatte ich aber nie für Licht benötigt. Dafür wird auch gleichzeitig geheizt. Das merke ich auch. Gefühlt ist die Heizenergie gestiegen. Hier sind Vergleiche aber nahezu unmöglich. Ich nätte gerne Vergleichsdaten, die die Wettereffekte beim Verbrauch herausrechnen.

  17. #17 | abraxasrgb sagt am 27. Februar 2017 um 21:29 Uhr

    KE, es gibt, einige, derzeit noch recht kostspieliger oder aufwändig zu vernetzende "Gadgets", die das mit einem brauchbaren Interface und z.B. der Heizungssteuerung vernetzen. Gerade die Korrelation mit den Wetterdaten geht bei einigen dieser Meß-Stationen. Insgesamt ist der Bereich "Smart-Home" aber noch nicht wirklich prickelnd, zumindest aus meiner Sicht. Neben der protestantischen Einsparungsmöglichkeit gibt es auch die hedonistische Komfortsteigerung.
    In Kombination mit Sensoren für Gase (CO2, CO Warner, Luftfeuchtigkeit, Geräusch, Sicherheit etc. etc.) lassen sich da wunderbar viele Dinge messen, regeln und abgleichen.
    Ist allerdings eine zeit- bzw. kostenintensive Sache, die digitalen -technischen Menschen aber eine Menge Spaß und Freude bereiten kann 😉

  18. #18 | Helmut Junge sagt am 27. Februar 2017 um 21:41 Uhr

    Leute, ihr wißt doch, daß man auch herauslesen kann, wann ihr im Urlaub und nicht in der Wohnung seid, oder? und das kann evtl. die gesparten Energiekosten übersteigen.

  19. #19 | KE sagt am 27. Februar 2017 um 21:51 Uhr

    #17 ist bekannt. Ich teile ihre Einschätzung.
    #18 in 5 Jahren werden mind 50 Prozent aller Haushalte eine KI mit Cloud Anbindung nutzen.

    Wenn wir paranoid bzgl. Datenschutz etc bleiben, wird uns die Welt abhängen. Einige Smartphones gibt es in Asien für die Poweruser mit 64 GB und in Europa mit 32 GB. Schöner kann man Technikfeindlichkeit einer Gesellschaft nicht vorgeführt bekommen.
    Dann sind die Ökos zwar am Ziel, sie werden aber auch merken, dass keiner mehr da ist, der das Geld für die schönen Gedöns-Jobs im öffentlichen Dienst erwirtschaftet.

  20. #20 | Walter Stach sagt am 27. Februar 2017 um 22:08 Uhr

    -14-
    Es bringt nichts, so scheint mir, wenn ich versuchen würde, sachbezogen eine Diskussion führen zu wollen; also -sh 14-abschließend: verfügbare Zeit und mangelnden Willen……….., und das betrifft sowohl die sog. Energiewende im allgemeinen als auch auf darauf bezogene konkrete Probleme -sh. Strompreisbildung.

    Ich bin z.B. der Auffassung, daß die Verdoppelung des Strompreises in den letzten 2o Jahren -und eine weiter drohenden Preiserhöhungen-nicht zurückzuführen ist auf die erneuerbaren Energien. . Die "Erneuerbaren" sind immer billiger geworden und werden sich wahrscheinlich noch weiterverbilligen. Sie sind -bestenfalls/schlechtesenfalls-in nur sehr geringem Umfange für die Umlagesteigerungen verantwortlich. Ich zitiere dazu Claudia Kemfert vom DIW: " Eine Deckelung des Ausbaues erneuerbaren Energien führt nur dazu, dass Job nd Wirtschaftskraft verlorengehen und die Energiewende-Ziele nicht erreicht werden können Durch den politisch gewollten weiterhin hohen Anteil von Kohlestrom werden überdimensionierte Stromnetze erforderlich, die den Strompreis weiter steigen lassen. Zudem wurde eine "Abwrack-Prämie" für alte Kraftwerke beschlossen, was auch den Strompreis erhöht. Nicht die Energiewende macht den Strompreis teuer, sondern die vermurkste Umsetzung und das krampfhafte Festhalten am Alten" -sh. Interview mit Kemfert in den Zeitungen des Bauer-Verlages Marl -u.a. in der Recklinghäuser-Zeitung am 15.10. 2016 -S.2.

    Ich kann mir allerdings eine wünschenswerte Sachdebatte nur schwer vorstellen, wenn die Befürworter der Energiewende, speziell die Befürworter einer möglichst raschen Ablösung der Stromgewinnung durch Kohle- und Atomkraftwerke durch die "Erneuerbaren", seitens "ihre Gegner" als "denkbefreite Verfechter" bezeichnet und ihr Engagement mit "Wende-Wahn" beschrieben wird.

    Im übrigen:
    Mir ging es jetzt und hier gar nicht um eine erneute Debatte über die Energiewende -über ihren Ursachen, ihren gegenwärtigen Zustand, über ihre Folgen, denn dazu hätte ich derzeit nichts Neues beizutragen und mir scheint zudem, daß die "Fronten" zwischen Gegnern und Befürwortern der Energiewende, zwischen den Befürwortern der Kohleverstromung und von Atomkraftwerken und den Befürwortern der erneubaren Energien unverändert sind und unveränderbar bleiben werden.
    Interessiert war ich und interessiert bin ich an einer Diskussion über Nudging in Gesellschaft und Politik, u. a. an einer Diskussion zu "libertärem Paternalismus". Da läuft leider hier nichts. Ich habe mich deshalb daran gemacht, einige Bekannte für eine kleine private Disk-Runde zu gewinnen -nicht via Internet und anonym, sondern nach "Alt-Väter-Sitte" im direkten persönlichen Miteinander – das wollte ich und dafür habe ich sogar Zeit.

  21. #21 | Klaus Lohmann sagt am 27. Februar 2017 um 22:15 Uhr

    @Helmut Junge: Über meine FritzBox lässt sich wunderbar eine "Ich-bin-zuhause-Ihr-Spackos!"-Einschaltsimulation für den Urlaub (seit Kurzem auch inkl. Geräusch-Aktivierung) konfigurieren;-)

  22. #22 | Helmut Junge sagt am 27. Februar 2017 um 23:36 Uhr

    Ke, ich bin beruflich naturwissenschaftlich- technisch tätig gewesen und habe damit meinen Lebensunterhalt verdient, bin also kein Technikfeind, aber man darf doch bei aller Begeisterung für Technik und auch Verärgerung über die unwissenden Technikgegner nicht vergessen, daß manche Technik Sicherheitsrisiken bergen. Nur habe ich persönlich noch nie auf Leute gehört, die mir Angst machen wollen, obwohl ich nach zwei Fragen weiß, daß sie null Ahnung haben.
    Ich kann mich allerdings besser in solche Themen hineindenken.Da war ich mal ganz gut drin.
    http://www.ruhrbarone.de/wie-koennen-wir-uns-in-zukunft-noch-in-ueberheizten-sitzungssaelen-ueber-umweltfragen-ereifern-und-uns-zweimal-taeglich-warm-duschen/74138

    Klaus Lohmann, was ist das für eine FritzBox? Ich krieg gerade eine Neue zugeschickt.

  23. #23 | Helmut Junge sagt am 28. Februar 2017 um 00:04 Uhr

    W.Stach (,was bei deinem Zitat von Wirtschaftswissenschaftlerin Claudia Kemfert vom DIW fehlt, ist eine fundierte technische Abschätzung dazu, wo die zu erwartende Energieknappheit bei schlechten Wetter eintritt, wenn es keine, oder weniger andere Energiequellen gibt. Insofern empfinde ich ihre Ansicht als absolut laienhaft, obwohl sie auf einem allerdings technikfernen Gebiet sogar eine Professur bekleidet. inkompetent. Wenn ich mich vorsichtig ausdrücke, muß ich sagen, die zu zitieren ist unterhalb meiner Aufmerksamkeitsschwelle, wenn ich das im Groben sage, dann hat sie, und damit auch du @Walter Stach, nicht die Diskussion begriffen.

  24. #24 | Klaus Lohmann sagt am 28. Februar 2017 um 01:03 Uhr

    @#22 Helmut Junge: FritzBoxen, die DECT-Basis-Funktionen unterstützen, das sind bis auf die 3xxx- und 4xxx-Serie und die 6820 LTE eigentlich alle. Eine Tabelle gibt's hier: https://avm.de/produkte/avm-produktvergleich/fritzbox/alle-anschluesse/
    In den nächsten Software-Updates sollen auch immer wieder mal neue Funktionen für bestehende und noch kommende Sensoren auftauchen, die Liste der bislang verfügbaren DECT-Geräte ist hier: https://avm.de/produkte/avm-produktvergleich/fritzdect/fritzdect/

  25. #25 | abraxasrgb sagt am 28. Februar 2017 um 04:10 Uhr

    Werter W.Stach:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/libertaerer-paternalismus-sklavenhalter-der-zukunft-12097791.html
    Bitte schön, gern geschehen.
    Ich ahne, dass es diskreditiert wird, bevor es zu Ende gelesen wurde (FAZ usw.) 😉
    Falls ich mich täusche, dann bitte her mit "gewichtigen Argumenten" für die Einschränkungen individueller Freiheit … die sich, die davon betroffenen und denken könnenden Menschen freiwillig nehmen lassen. OK, mit inhaltlichem Bezug zum Artikel, meine zu erwartende Meinung: Das geht nur bei denen, die schon zu Lebzeiten das Gehirn gespendet haben 😉
    Wobei die kontroverse Position zur Organspende im Detail durchaus von sehr klugen Köpfen vertreten wird … aber die Freiheit würde auch dieser wohl nie völlig selbstlos spenden 😉
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-84789664.html
    Merke(l): Nicht überall, wo "libertär" drauf steht, ist auch Freiheit gemeint 😉

  26. #26 | KE sagt am 28. Februar 2017 um 07:32 Uhr

    #24:
    Die schaltbaren Stecker mit Leistungsmesser kosten einige Euros, sie sind aber eine gut Investition. Ich nutze sie auch seit einiger Zeit.
    Die Geräuschaktivierung bedeutet natürlich auch , dass ein Mikro in die Steckdose eingebaut wurde….
    https://mobil.teltarif.de/avm-fritzdect-200-mikrofon-test/news/67413.html

    Bei vielen Internet Gadgets im Heimnetz wird dann die Netzsicherheit im Heimnetz ein Thema.

  27. #27 | Klaus Lohmann sagt am 28. Februar 2017 um 08:25 Uhr

    @KE: Ein Geräuschsensor ist auch bei Lego im Angebot: https://shop.lego.com/de-DE/Tonsensor-9845
    Die Dinger können auf veränderte Schalldruck-Werte reagieren, aber keine Tonhöhen/Frequenzwerte messen.

  28. #28 | Helmut Junge sagt am 28. Februar 2017 um 11:04 Uhr

    @Klaus Lohmann, da habe ich wohl Glück ein Gerät aus der 7xx Reihe zu besitzen. Leider kaputt, aber Garantiefall. Warte auf das Ersatzgerät. Meines schaltet sich immer wieder vom DSL ab und wieder an. Zwischendurch klappt es und ich kann surfen, Aber ich habe großes Vertrauen in den 1+1 Service.
    Die Sonderfunktionen hatte ich bisher nicht gekannt. Muß ich mal gucken. Danke für den Hinweis.

  29. #29 | Walter Stach sagt am 28. Februar 2017 um 11:08 Uhr

    -25-
    Danke für die Verweisungen.
    Ich bin derzeit dabei, möglichst all das nachzulesen, was zu Nudging verfügbar ist. Das bezieht sich nicht nur auf den "paternalistischen Staat", sondern auch auf "gesellschaftlich relevante Kräfte", die "parternalistisch" aktiv sind.
    Unbestritten, auch für mich:
    Jede de facto Beeinflussung individuellen Denkens und Tuns durch den Staat und durch "gesellschaftlich relevante Kräfte" bedarf ihrer "Aufdeckung" und bedarf der Diskussion -über ihre Notwendigkeit, über ihre Verhältnismäßigkeit, über ihre Konsequenzen.
    Da für mich Freiheit aber nur als "Freiheit in Verantwortung" gedacht werden kann -Verantwortung des Einzelnen für sich und sein Leben , aber auch Verantwortung des Einzelnen -als zoon politikon- gegenüber der Gesellschaft (und dem Staat), lehne ich nicht a priori jeden Eingriff in die individuelle Freiheitsausübung des Einzelnen -durch die Gesellschaft, durch den Staat – ab. Insofern sind "Nudging und das konkret das Thema "paternalistischer Staat" nicht von vornherein "undiskutables Teufelszeug" .

  30. #30 | der, der auszog sagt am 28. Februar 2017 um 11:14 Uhr

    So ähnlich wie diese Diskussion verläuft, funktionieren in NRW Diskussionen in Gesamtschulen:
    Wer von Nudging nicht viel weiß und/oder sich dementsprechend nicht wirklich dazu äußern möchte, inwieweit der Staat oder ein Konzern durch psychologische Verhaltensbeeinflussung den Bürger in eine bestimmte Richtung zu manipulieren versucht, der diskutiert einfach über etwas ganz anderes, frei nach dem Motto: Herr Lehrer, ihre Hausaufgabe tangiert mich nur äußerst peripher, weshalb ich mir erlaubt habe, mir eine Ersatzaufgabe zu stellen.
    Reizwörter wie Atomkraft oder erneuerbare Energien eignen sich da optimal um doch noch das begehrte Fleißkärtchen einzuheimsen und seiner Umwelt zu signalisieren, dass man sich zumindest redlich bemühte.

  31. #31 | Helmut Junge sagt am 28. Februar 2017 um 12:20 Uhr

    @DDA, stimmt, aber fast alle Diskurse verlaufen so.
    Und wenn du dir mal den Link direkt unter der Überschrift zum 2. Abschnitt ansiehst,
    http://www.rwi-essen.de/media/content/pages/publikationen/rwi-projektberichte/rwi-pb_energiesparen.pdf
    dort Seite 16 "Auswahl der Kooperationspartner" durchliest, wirst du feststellen, daß nicht die Stromanbieter an dieser Befragung Interesse hatten, sondern hauptsächlich das rwi-Essen, das aber lange gebraucht hat, überhaupt Partner für diese Untersuchung zu finden. Nur sehr wenige Energieversorger haben ihre Bedenken weggewischt und dabei mitgemacht.
    Und weil derjenige, der verkaufen will, kein Interesse haben wird, seine Kunden zum Sparen zu animieren, wird das in anderen Fällen ähnlich laufen.
    Als ich das las, habe ich das Interesse an diesem Thema verloren, denn bei mir käme persönlich noch dazu, daß ich freiwillig, und das ist ja beim anstupsen zwangsläufig der Fall, sowieso nicht mitmache. Mich müßte man schon zum mitmachen zwingen. Und das würde ich vermutlich merken.
    So, jetzt habe ich dirzuliebe doch noch was zum Thema Nudging gesagt. War gar nicht vorgesehen.

  32. #32 | Arnold Voss sagt am 28. Februar 2017 um 12:21 Uhr

    Wer weiss, dass er manipuliert wird, denkt natürlich, dass er damit aus dem Gröbsten raus ist. Aber was ist, wenn das Wissen um die Manipulation selbst der Manipulation unterliegt? Deswegen sind Diskussion über Manipulation letztlich sinnlos, bzw. Ist davon auszugehen, dass grundsätzlich jeder jeden zu manipulieren versucht. Am Ende bleibt für jeden nur die altbekannte und mühevolle und deswegen oft verlachte Suche nach der Wahrheit übrig , die leider nie aufhört.

  33. #33 | Walter Stach sagt am 28. Februar 2017 um 16:09 Uhr

    Der, Der
    Arnold Voss
    Helmut Junge

    -eränzemd zu -7- und zu -20- im letzten Absatz:

    Ich bin aufgrund des hier diskutieren Kommentars "Nudging………….", nicht zuletzt wegen des "Reizwortes" vom "libertären Paternalismus" -begrifflich ja schon aufmerksamkeitserregend- s animiert worden, mich mit Nudging, mit libertärem Paternalismus näher zu befassen und michj mit diesen Begrifflichkeiten kriitsch auseinanderzusetzen; auch wenn Arnold Voss -32- meint" "Bringt nichts, weil……". Das mag am Ende meines Befassens, meiner Auseinandersetzung das dabei herauskommende Ergebnis sein, aber gewinnbringend wird das Befassen mit Nudging, die Auseinandersetzung mit Nudging ( und dabei mit der Begrifflichkeit des libertärem Paternalismus) für mich in jedem Falle sein, zumindest was "das Trainieren meines Restbestandes an sog. grauen Zellen" betrifft.

    Ps
    1.
    Ich konnte und ich wollte -abschweifend von meiner primäre Intention- allerdings Bemerkungen zum Dauerthema "Engeriewende/erneubaren Energie/fossile Brennstoffe/Strompreisentwicklung- nicht gänzlich unkommentiert stehen lassen, jedenfalls dann nicht, wenn ich ihnen nicht zustimmen konnte.
    2.
    Helmut Junge -23-
    Wenn ich vorgeblich etwas nicht begriffen habe -sh.23 abschließend-, dann mag das ja so sein können.
    Allerdings genießt Frau Prof.Kemfert höchste (!!) Aufmerksamkeit -in der Energiewirtschaft, in der Politik, in der Wissenschaft-, weil sie in diesem Themenfeld anerkanntermaßen zu denen gehört, die nicht nur " viel begriffen haben", sondern die ihrerseits sehr viel dazu beitragen, daß sich quantitativ und qualitativ das Begreifen durch Anderer positiv entwickelt.
    Dass sie nicht jedermanns Aufmerksamkeitsschwelle erreichen kann, steht auf einem anderen Blatt.
    Sie zu zitieren, wenn es um die Energiewirtschaft, wenn es um die sog. Energiewende geht, hielt ich für "wissenschaftlich seriös" und werde das deshalb weiterhin tun.

  34. #34 | Helmut Junge sagt am 28. Februar 2017 um 17:36 Uhr

    Walter Stach, es gibt eine Frage, die im Zusammenhang mit dem Energiemix über allen Fragen steht und die lautet: Wie hoch darf der Anteil an Erneuerbarer Energie in einem Energiemix sein, damit bei anhaltend ungünstigen Wetterlagen (wochenlanger wolkenverhangener Himmel, wenig Wind und eisige Kälte) kein Energiekollaps eintritt. Diese Frage behandelt deine Expertin gar nicht. Sich einfach nur zu freuen, daß der prozentuale Anteil erneuerbarer Energie steigt, ist für mich einfach nur abschreckend.
    Sind die verbleibenden, schnell anheizbaren Kraftwerkskessel noch ausreichend, wenn sie bei 20% Anteil liegen? Reichen 50% ? Meines Erachtens liegen wir, solange es keine brauchbaren Energiespeicher für elektrische Energie gibt, jetzt mit den derzeitigen 33% schon sehr dicht an der Obergrenze und wenn alle Faktoren in ungünstiger Weise zusammenkommen, könnten wir vielleicht bei diesem Anteil bereits den Kollaps erleben.
    Es reicht in solchen Fragen nicht aus, sich auf die Brust zu klopfen und zu sagen; "ich bin aus ökologischen Gründen für eine weitere Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energie", weil das einfach nur eine Wunschvorstellung ist. Eigentlich hat jeder Mensch diese Wunschvorstellung, auch ich. Aber diese Wunschvorstellung muß den verschiedenen realen Begebenheiten Rechnung tragen. Wer die ignoriert und das sehe ich bei deiner Expertin, redet über Dinge, deren Tragweite er leider nicht abschätzen kann. Die eigentlichen Experten mit fundierter technischer Ausbildung kommen in unserer Gesellschaft nicht zu Wort, oder werden als "befangen" eingestuft, weil sie ja ihren Arbeitsplatz fast immer im technischen Bereich, häufig auch in Energiekonzernen haben. Also glaubt man lieber Menschen, die in Verwaltungen arbeiten und nichts von Technik verstehen. So geht das eben unter der Herrschaft reiligöser Eiferer. Und daß diese Eiferer schnell ermüden und weghören, wenn es um technische Zusammenhänge geht, habe ich selbst als Grüner so häufig erlebt, daß ich gar keinen Nerv habe, darüber zu reden. Es ist nur so, daß diesen Grünen mitlerweile von allen anderen Parteien immer mehr das Wasser abgegraben wurde, und sie deshalb immer weitergehende Forderungen stellen müssen als die Konkurrenz. Aber Alle haben sich auf das gleiche erfolgreiche Pferd gesetzt und schreien ebenso immer lauter. Mit Vernunft hat das nichts zu tun. Schon lange nicht mehr.
    Ich sage, daß wir bei etwa 40% Anteil erneuerbarer Energie schon eine gefährliche Grenze erreichen werden, wenn nicht sogar bei einem kleineren Anteil, vielleicht sogar jetzt schon.
    Sobald es aber brauchbare Speicher für elektrische Energie gibt, sind diese, meine Befürchtungen überholt. aber diese Speicher gibt es zur Zeit nicht, selbst wenn das seit Jahrzehnten ein bis zweimal im Jahr lautstark angekündigt wird.

  35. #35 | Walter Stach sagt am 28. Februar 2017 um 21:08 Uhr

    Helmut Junge,

    es ist "gut so", wenn, wie Du Dich geschehen, in Diskussionen über die Energiewende fach-, sachkundig, kurzum fundiert eine Meinung vorgetragen wird, hier konkret zum sog. Energiemix.

    Wenn es, wie vorgetragen, primär um die Lösung des Speicher-Problemes geht im Falle eines weiteren Anwachsens der "Erneuerbaren" -4o% und mehr?-, dann würde ich davon ausgehen, daß Staat und Wirtschaft dafür sorgen, daß " rechtzeitig" dieses Problem gelöst sein wird, und das würde nach Deinen Ausführungen bedeuten: " spätestens dann, wenn "man" an die 4o% herankommt, bei derzeit 32,3%.

    (Ist es böswillig, darüber zu spekulieren, daß "man" die Lösung des Speicherproblemes nur deshalb zögerlich angeht, um mit dem Hinweis auf unzureichende Speichermöglichkeiten den Ausbau der "Erneuerbaren" hinauszuzögern? )

    Ich halte es im übrigen für undenkbar, daß das DIW a.) dieses Problem nicht kennt und daß das DIW b.) im Rahmen seiner Möglichkeiten nicht auf die alsbald dringend notwendige Lösung dieses Problemes drängt.

    (Ich habe heute irgendwo gelesen, daß "man" , um die Problematik riesiger Speicherkapazitäten und um die Problematik gewaltiger Netze quer durch Deutschland zumindest minimieren zu können, darüber nachdenkt, daß über eine Drei-Ebenen-Regelung von Stromerzeugung, Stromversorgung technisch "relativ einfach" und im Rahmen einer "Kosten- und Leistungsrechnung" vertretbar gelöst werden könnte:

    Erste Ebene:

    die kommunale, die örtliche mit einer weitgehend autarken Stromerzeugung, Stromversorgung für den örtlichen, den kommunalen Bedarf.

    Zweite Ebene:
    die regionale mit einer weitgehend autarken Stromerzeugung/Stromversorgung für den regionalen Bedarf

    Dritte Ebene
    die überregionale, die bundesweite mit einer Stromerzeugung/Stromversorgung nur dann, wenn es Bedarfe gibt, die nicht von der ersten und der zweiten Ebene befriedigt werden können.

    Mir scheint, diese Idee verdient Beachtung .

    Helmut Junge,
    nun habe ich mich ein weiteres Mal dazu verleiten lassen, mich hier und jetzt in die Diskussion über die Energiewende einzubringen, obwohl es darum primär für mich jetzt und hier gar nicht geht -sh.-7-, -2o- und 33.
    Und zudem, darauf verweise ich ausdrücklich, Klimawandel und Energiewende sind für mich zwar wichtige aktuelle gesellschaftspolitische Themen , die aber ob ihrer komplexen und komplizierten technischen, ökonomischen und ökologischen Probleme bei mir nur bedingt die Bildung einer eigenen Meinung zulassen, die ich frei von jeglicher Selbstkritik bzw. frei von jeglichen Selbstzweifeln vortragen könnte und vortragen würde.

    Wenn ich jedoch den Eindruck gewinne, daß die Leugner des menschengemachten Klimawandels und die radikalen Gegner jeden Energiewandels ihre Position verteidigen im Sinne der Verkündigung absoluter Wahrheiten und ihre Gegner als "Dummköpfe" diffamieren, dann bemühe ich mich dagegen zu halten (auf den groben Klotz…….).

  36. #36 | Helmut Junge sagt am 28. Februar 2017 um 22:33 Uhr

    @Walter Stach,
    gäbe es einen elektrischen Speicher, der einige Monate lang elektrische Energie speichern könnte, ohne daß die Verluste durch Selbstentladung zu hoch wären, UND dessen Kosten, bzw. Unterhaltung wirtschaftlich wäre, hätten wir die Lösung vieler der DERZEITIGEN Energiefragen erreicht.
    Für ZUKÜNFTIGE Zeiten kommen wir ohne wirksame Fusionsanlagen (Kernfusionsanlagen) nicht klar.
    Aber es gibt weder das Eine noch das Andere. Hätte ich zu entscheiden, würde mehr Geld und Begeisterung in diese Projekte gesteckt. Und die Kinder und Jugend auf diese Aufgabenstellung besser vorbereitet. Denn die Technikfeindlichkeit der letzten 40 Jahre hat uns um genau 40 Jahre zurückgeworfen. Und die Zeit drängt.

  37. #37 | Walter Stach sagt am 1. März 2017 um 08:42 Uhr

    Helmut Junge,
    zwei Nachfragen:

    Wie ist denn der aktuelle Stand der Entwicklung der angesprochenen elektrischen Speicher? Ich gehe davon aus, daß daran in Wirtschaft und Wissenschaft gearbeitet wird -weltweit, auch in Deutschland?

    Wie steht es um Forschung und Entwicklung von Kernfusionsanlagen?
    Ich habe in Erinnerung, daß immer wieder in der Vergangenheit darüber öffentlich berichtet wurde, habe aber in letzter Zeit dazu nichts mehr gehört.

    Zur Technikfeindlichkeit:
    Ich habe den Eindruck, daß im gesamten Spektrum der sog. erneubaren Energien sich in den letzten 1o (?) Jahren die "Technik" doch eine enorme Entwicklung genommen hat und das "wir Deutschen" uns dabei eine weltweit führende Rolle erarbeitet haben.
    Allerdings wäre es dann umso erstaunlicher, daß "wir" in Sachen elektrische Speicher nicht vorankommen.

  38. #38 | Arnold Voss sagt am 1. März 2017 um 08:57 Uhr

    Sagen wir es mal so: Wäre in die Erforschung und Erprobung dezentraler Energiespeicherung soviel Geld gesteckt worden wie bislang an Subventionen in Atom- und Fossil-Energie geflossen ist, bräuchten wir diese Debatte nicht führen, weil der alternative Energienanteil schon vor 10 Jahren die 50% Marke problemlos überschritten hätte. ☺

  39. #39 | Helmut Junge sagt am 1. März 2017 um 11:00 Uhr

    Ich muß bedauern, aber um über den neuesten Stand der Forschung zu Akkumulatoren mehr als nur Blabla zu sagen, muß ich mich einige Tage einlesen. Und das, obwohl ich selbst auf diesem Gebiet 3 Jahre geforscht habe, und damals sogar ein Patent für ein fast völlig unbrauchbares Speichersystem angemeldet hatte. Das muß so um 1981 gewesen sein. Damals hatte ich auch etliche Vorträge über dieses Thema gehört. Damals und auch später wurde viel Propaganda gemacht. Nichts in der Wissenschaft wurde lauter verkündet, als die Selbstbeweihräucherung einiger Wissenschaftler, die sich als Erfinder des absoluten Top-Modells eines unschlagbaren elektrischen Speichersystems sahen. Aber als 1980 während einer Konferenz in Brighton der Vertreter der Firma Sanyo am Rednerpult in seine Tasche griff, etwas herausholte, und sagte, daß das eine von den ersten 50000 Lithiumbatterien wären, die Sanyo auf den Markt bringen will, hätte man eine Stecknadel fallen fallen hören können. Sogar mein damaliger Chef, dem Sprachlosigkeit gar nicht lag, war kurze Zeit still. Die Japaner hatten alle geschlagen. Und soweit ich weiß werden auch die neuen Akkus für Elektroautos von Sanyo gebaut.
    https://www.heise.de/autos/artikel/Volle-Ladung-792621.html
    Ob die für große Kraftwerke geeignet sind, kann ich im Moment nicht sagen.
    Man versucht übrigens sehr intensiv elektrische Energie über zwischenschritte wie Wasserstofferzeugung, chemische oder mechanische Energie "zwischenzulagern" Dazu gibt es etliche Ideen, die mich aber nie überzeugen konnten, weil alle Verfahren das gleiche Problem haben, nämlich einen schlechten Wirkungsgrad.
    Was die Fragen zur Kernfusionsanlagen betrifft bin ich absoluter Laie und kann auf die Schnelle gar nichts sagen. Da muß ich sogar erhebliche Zeit reinstecken.
    Was ich weiß ist, das es noch Hoffnung gibt, daß solch ein Verfahren irgendwann einmal funktionieren könnte. Einen einfachen Weg, wie Fleischmann und Pons ihn gefunden zu haben glaubten, der mit extremen Getöse der Welt 1989 vorgestellt worden war, erwies sich als Flop.
    Damals ist selbst Edward Teller darauf hereingefallen und hat jubelnd gerufen, daß er es immer gewußt hat, daß es einen einfachen Weg geben würde. Aber es war halt ein Flop von der Sorte, die derart peinlich für die "Erfinder" wurde, daß sich kaum noch jemand traut, ähnliche Ideen zu verkünden. Es bleibt also vermutlich bei dem schwierigeren Weg über Tokamaks und Stelleratoren.
    Aber dazu will ich nur einen Link angeben.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kernfusionsreaktor
    Vielleicht raffe ich mich mal auf und faß das in einem Artikel zusammen.

  40. #40 | Walter Stach sagt am 1. März 2017 um 13:04 Uhr

    Helmut Junge,
    Deine Informationen in Sachen " elektrische Speicher" und der gewährte Einblick in Deine diesbezügliche persönliche Arbeit sind für mich sehr interessant und sehr aufschlußreich; danke dafür.

    In Sachen Kernfusion danke für den LINK.
    Es wäre vermutlich für alle "Ruhrbarone" wünschenswert, wenn Du 'mal die Zeit finden würdest, uns alle über den neuesten Stand dazu mittels eines Artikels zu informieren.
    Mir ist dieserhalb nur noch Edward Teller in Erinnerung -als Persönlichkeit, nicht mehr das, was er seinerzeit in Sachen Kernfusion an wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu eingebracht bzw. welche Erwartungen er dazu hatte.

  41. #41 | Walter Stach sagt am 1. März 2017 um 13:07 Uhr

    -38-
    Arnold Voss

    "fragen wir uns 'mal so", wer aus welchen Gründen das nicht wollte bzw. das sogar gezielt unterbunden oder gar massiv bekämpft hat -mir Erfolg.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.