ThyssenKrupp: Protest vor Hauptversammlung

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Zur Zeit findet im Ruhr-Congress in Bochum die Hauptversammlung von ThyssenKrupp statt. Neben der tiefen Krise des Konzerns wird auch die Beteiligung des Irans an dem Unternehmen Thema sein.

Kritische ThyssenKrupp Aktionäre haben heute Morgen Flugblätter der Aktion „Stop the Bomb“ an die Besucher der Hauptversammlung verteilt: In ihnen wird die Aufrüstung der islamischen Republik verurteilt und auf die Bedrohung hingewiesen, die iranische Atomwaffen für Israel darstellen würden.

Auf der Hauptversammlung wollen sie den ThyssenKrupp-Vorstand fragen, was ThyssenKrupp über die Firmen MME und Ascotec an das iranische Ministerium für Industrie und Bergbau liefert und ob der Konzern sicher stellen kann, das an seinen Projekten keine Firmen der Revolutionsgarden beteiligt sind und die Lieferungen nicht für den Bau der iranischen Atombombe missbraucht werden können. Der Iran ist noch mit 4,5 Prozent an dem Unternehmen beteiligt.

„Wir haben eine vergleichbare Aktion bei der Siemens-Hauptversammlung im vergangenen Jahr gemacht und so den Vorstand dazu gebracht, tatsächlich einige Informationen herauszugeben“, sagt einer der Demonstranten.

Ruhrpilot – Das Navigationssystem für das Ruhrgebiet

loveparade2008

Loveparade: Keine Party in Duisburg?…Pottblog
Ruhr2010:
Mythos Ruhrpott…NZZ
Dortmund:
Ärger mit Verdi…Der Westen
Dreden-Demo:
Schreckliche Juristen…Bo Alternativ
Essen:
Kein Geld…Der Westen
Duisburg:
Streit um Islam-Zentrum…Der Westen
Duisburg II:
Gefahr durch Atommüll?…xtranews
Ruhr2010:
2-3 Straßen…Zeit
Ruhr2010 II:
2-3 Straßen…Hometown Glory
Seuche:
das war die Schweinegrippe…Zoom
NRW:
TV-Duell Rüttgers-Kraft…RP Online
Atombombe:
So überlebt man die Explosion…Kueperpunk
Städte:
Keine Ausbildungen mehr?…Der Westen

Hilfe für Haiti

Ullrich Sierau
Am 31. Januar veranstalten Bochum Künstler in der Christuskirche ein Benefizkonzert für die Opfer des Erbebens auf Haiti.

Die Veranstaltung beginnt um 19.00 Uhr. Beim Eintritt ist eine Spende von mindestens 15 Euro zu leisten. Zu sehen gibt es dafür Pamela Falcon, Frank Goosen, Tommy Finke & Band, Jo Hartmann, Sarah Hartmann, Omid Pour Josefi, Milli Häuser und die Gospel Family.

Eine andere Hilfsaktion läuft seit mehren Tagen online. Die Kollegen von Spreeblick sammeln ebenfalls Geld für die Erdbebenopfer und haben mit ihrer Aktion Rettungsanker schon weit über 20.000 Euro gesammelt.

Medien? Machen wir selber!

kulturkenner
Das ist schön eine blöde Sache mit den Medien: Immer gehen sie pleite, bauen Stellen ab und wenn es ganz schlimm kommt meckern sie auch noch an allem herum. Das muss doch nicht sein.

Die Lösung: Selber machen. So gibt das Land  Nordrhein-Westfalen nun ein eigenes Online-Kulturmagazin heraus: Den Kulturkenner. „Eine schöne Seite, ein gutes Angebot, keine Frage. Ob die Landesregierung allerdings unbefristet eine „unabhängige Redaktion“ für Kulturberichterstattung finanzieren muss, ist schon eine. Und wie unabhängig sie sein kann, auch.“ nörgelt Der Westen herum. Dabei ist das Land nicht alleine: Auch die Ruhr2010 GmbH setzt lieber auf eine eigene Berichterstattung: 2010lab heißt das Ding, teuer soll es sein, die Mitarbeiter werden trotzdem mies bezahlt und glaubt man Alexa wird es nicht gerade häufig gelesen. Auf einen schlappen Platz 640.000 im Alexa-Ranking bringt es 2010lab. Zum Vergleich: Jens liegt mit seinem Pottblog liegt auf Platz 133,000.

Pikant: Die öffentlich-rechtlichen Sender, wie der WDR, mussten – zu Recht – aus ordnungspolitischen Gründen auf Druck aus der EU ihre Internetangebote zurückfahren. Wir erinnern uns: Privat vor Staat war einmal auch das Motto der schwarz-gelben Koalition in NRW. Das scheint vergessen. Nun lautet das Motto: Medien? Machen wir selber.

Wenn jetzt noch Städte verstärkt auf eigene Tages- oder Wochenzeitungen setzen und TV-Sender ihre eigenen Programmies ausbauen ist die Medienkrise schneller vorbei als wir alle gedacht haben. Land in Sicht – endlich!

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Essen – Die schlimmste Stadt Deutschlands?

Ullrich Sierau
Das Ruhrgebiet zieht Touristen aus der ganzen Welt an. Aber wie sehen die das Revier?

Fodor´s ist so etwas  wie ein Super-Baedecker: Der Verlag ist Marktführer im Bereich der englischsprachigen Reiseführer. Und natürlich ist Fodor´s auch im Internet vertreten. Mit einem Forum, in dem Reisende über ihre Erfahrungen berichten können. Einer stellte nun die Frage, ob Essen die schlimmste Stadt Deutschlands sei. Wir als Ruhrgebietsexperten sagen natürlich: „Nein – Offenbach, Magdeburg und Marl sind viel, viel schlimmer…“ aber lest selbst:

Essen, Germany – the Worst German Town?

Recently did a day trip from Amsterdam to Essen, Germany and after getting out of the train station and walking thru the town centre i can say that this is the first city in Europe i’ve ever been to where i said to myself i will never come back here.

A cement wastleand of a town centre – oh the usual nice pedestrian shopping zone with the ubiquitous Wurst and beer stubes, etc. but even as these modern town centres, rebuilt out of WWII rubble, go this one was especially blah.

Supposedly in the cathedral there is valuable treasures but that type of thing don’t interest me and i guess nearby is a former coal mine that is now a UNESCO World Industrial Heritage Site or some such thing.

Anyone have any impressions of Essen that would make me go back?

Und hier geht es zum Text und zur Diskussion auf Fodor´s…Klack

Ruhrpilot – Das Navigationssystem für das Ruhrgebiet

Foto: Smalltown Boy/Wikipedia

Literatur: Herta Müller in Essen…WDR

NRW: CDU und FDP verteidigen knappen Vorsprung…Stern

Einkaufszentren: Tauziehen zwischen Gelsenkirchen und Recklinghausen…Recklinghäuser Zeitung

Wirtschaft: Entlassungen in der Metallbranche…Der Westen

Duisburg: Brunnen ohne Wasser?…Der Westen

Dortmund: Pogadl neue Verwaltungschef…Ruhr Nachrichten

Gelsenkirchen: Linke und rechte Propaganda…Hometown Glory

Sprache: Betriebsratsverseucht…Gelsenkirchen Blog

Islamismus: Der Zeichner der Mohammed-Karikaturen…Spiegel

Zentrum: Schacht 8 könnte wieder öffnen…Marler Zeitung

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Sierau kein OB mehr

Ullrich Sierau

Ullrich Sierau hat sich als Oberbürgermeister in einem Schreiben an seine Mitarbeiter verabschiedet
Folgenden Text erhielten heute Morgen die Mitarbeiter der Dortmunder Stadtverwaltung:


„Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Innenministerium NRW, Bezirksregierung Arnsberg und das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen haben am 18.01.2010 rechtliche Bewertungen bzw. Hinweise zum Thema Wahlwiederholung gegeben.Ich habe nach Auswertung dieser Hinweise Herrn Stadtdirektor Pogadl am gestrigen Abend gebeten, die Leitung der Dortmunder Stadtverwaltung ab dem 19.01.2010 zu übernehmen.Ich werde ab dem 19.01.2010 der Stadt Dortmund wieder als Beigeordneter für Planung, Städtebau und Infrastruktur dienen. Ich bedanke mich für die gute Zusammenarbeit der letzten Monate. Die in dieser Zeit begonnene Neuorientierung der Verwaltung ist auf einem guten Weg und wird sicher Dank Ihrer Motivation und Hilfe erfolgreich weitergeführt.Für mich beginnt nun eine Zeit des Wahlkampfes. Ich bewerbe mich erneut um das Mandat als Oberbürgermeister der Stadt Dortmund und hoffe, dass ich am Ende gemeinsam mit Ihnen diese Stadt und ihre Verwaltung in eine erfolgreiche Zukunft führen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Ullrich Sierau“

Damit hat der Eiertanz der vergangenen Monate ein Ende und Sierau einen konsequenten Schritt nach Vorne getan.

3 FÜR 7 – Drei Interventionsmöglichkeiten für die aktuelle Woche



Gestern im Lokalteil der Regionalzeitung: Populistischer Klassenkampf reinsten Wassers. Ein „Frei“-Bad in Essen soll geschlossen werden, und die Nutzer argwöhnen schon in der Überschrift, das Geld würde stattdessen bestimmt wieder irgendeinem Theater zukommen. Nun arbeiten einige Theatermenschen ja schon seit langem daran, sich durch Anpassung an den Massengeschmack oder Einbeziehung sozialer Aspekte etwas unangreifbarer zu machen, aber das wird in sozialen Brennpunkten wie dem Ruhrgebiet in Zukunft wahrscheinlich nicht genügen. Erst recht wenn ein Blatt wie die WAZ/NRZ das Match „Freibad vs. Theater“ in einer Überschrift überhaupt aufmacht.

Warum nur? Weil die WAZ ja so der Anwalt der „Armen und Schwachen“ ist? Aber was macht ein Freibad sozialer als Kultur? Der hohe Grad an Elendsidylle? Wurde inzwischen locker vergessen, was diese Oase eben genau für ein Korruptionsding und Millionengrab war und ist, im Gegensatz zu vielen gut wirtschaftenden Kulturinstitutionen? Eines ist klar: Umso mehr Größenwahn sich die Kulturelite hier gönnt, desto schärfer schlägt der Backlash zu. Aufpassen, Ruhr2010. Und wehe, wenn nicht! (Aber dann sind die meisten ja wieder weg.) Nun zu: „Peer Gynt“, „Treffen außerirdischer DJs“, „2-3 Straßen“.

Öffentliche Probe und Premiere von „Peer Gynt“ (nach Henrik Ibsen, s. Foto) unter der Regie von Roger Vontobel (zuvor „Das Goldene Vlies“, „Die Orestie“) sind bereits ausverkauft – die Bewohner Essens scheinen sich nach wie vor nicht alle damit abgefunden zu haben, dass mensch doch gleich ins Stadion, den Puff oder die nächste Eckkneipe gehen kann. Und daran hat natürlich auch das Grillo unter Anselm Weber einen verdienstvollen Anteil. Mal schauen, ob die nächste Intendanz dann mehr „abschottet“ – dann können wir uns hier bald fragen, was nach den Zechen, Kirchen und Bädern denn mit all den leer stehenden Theatern passieren soll. Die Disco im Grillo läuft ja eh schon ganz passabel, und der sympathische Fußballverein von nebenan könnte auch mal mehr Geld bekommen – dann mucken seine Anhänger auch nicht auf. Vielleicht ein Thema für die WAZ?

Irgendwo lauern ja immer so ganz gescheit-verwirrte Leute und machen die Studierenden und ihr Umfeld nochmal richtig kirre, wo Luhmann, Chaos-Theorie, Habermas, Judith Butler und Genesis P. Orridge (haha, u.a. natürlich) schon genug für Verwirrung gesorgt haben. So ein Schlitzohr, irgendwo zwischen Anarcho-Songwriting und lebendem Interventionismus angesiedelt, ist Knarf Rellöm. Als irgendwann Chicks On Speed & Co. mit Sun Ra Namedropping angefangen haben, hat er sich direkt den Mantel des Psychedelic Free Jazz Mystikers übergeworfen (und nicht den von Sylvesterboy wie dereinst Schorsch Kamerun aus ähnlichem Umfeld) und so eine Art pseudo-metaphysischen Popart-Trash erfunden, der ihn anders als Tocotronic z.B., aber auch, weit vom üblichen „Glaubt mir, ich bin hier der Star“ weggeführt hat. Aus dieser Position heraus kann man denn auch mal einfach mit Mikro und Plattensammlung in der Goldkante auftauchen und als „King Fehler“ mit dem werten DiscoCaruso aus Essen … eine äh Post-Funpunk-Show abziehen. Inklusive all der handelsüblichen „White Nigger?, links oder nicht?, typisch Pudel, haha“-Doppelbödigkeiten, natürlich. (Bei Unverständnis bitte einfach „Hamburger Schule“ googlen und noch einmal Adorno vs. Habermas nachvollziehen. Buchtipp hier, Restexemplare gibt es bei der Mayerschen in Essen noch in geringer Stückzahl, aber immerhin. Scheint hier nicht allzu trendy zu sein.)

Ein alter Schulkollege des Schreibers dieser Zeilen wohnt nun für genau ein Jahr in Dortmund, und zwar als einer der Bewohner von „2-3 Straßen“. Er wohnt dort mietfrei, schreibt hin und wieder etwas in eine Maschine, und der Künstler Jochen Gertz macht aus diesen Texten wie aus denen vieler anderer Bewohner dann am Ende etwas. Um zum Beginn dieses Textes hier zurück zu kommen: Das kostet wenig, bringt Menschen verschiedenster Art im Rahmen eines Kunstprojektes zusammen und interveniert so an drei „toten Punkten“ der Städte Dortmund, Duisburg und Mülheim. Überhaupt richten sich ja derzeit viele Kameras auf die Problemzonen der hiesigen Städte und tun den Standortpolitikern der Region eben nicht den Gefallen, auf die gewünschte „Heile Welt“-Show 2010 hereinzufallen – die mit dem tollen Tourismus- und Investorenanlock-Effekt, wir erinnern uns vage. Ist das nun eine Schweinerei der Metropolenkonkurrenz oder einfach ganz normaler Katastrophentourismus? Der Schreiber dieser Zeilen wird die „2-3 Straßen“ bzw. eine davon jedenfalls mal im Laufe des Jahres hin und wieder aufsuchen um zu sehen, was Kunst und Menschen in einem schwierigen Stadtteil leisten können – ganz ohne verspätetes Freibadlobbyistenfußvolk. Mal schauen, ob all die mehr oder minder „kreativen“ Mieter und ihre „prekären“ Nachbarn ganz neue „prä-revolutionäre“ Verbindungen eingehen (und wo die Gentrifizierungsdebatte dann ist).

(Erstaunlich viele Anführungszeichen diesmal, Verzeihung. Sind nicht Titel gemeint, so ist es wohl weil die gebräuchlichen Begriffe einfach … mies, aber gebräuchlich sind.)

„Peer Gynt“ u.a. am 27. und 31. Januar im Grillo.
„Treffen außerirdischer DJs“ am Freitag in der Goldkante.
„2-3 Straßen“ noch bis zum 31.12.2010.