
Wen soziale Herkunft, Schule oder andere Anstalten ohnehin gründlich deklassiert oder verblödet haben, der gibt sich heute vor dem Fernseher anstandslos gern selbst den Rest. Wem nichts mehr dämmern will, der dämmert elend vor sich hin und glotzt „Helena Fürst. Anwältin der Armen“ und „Hör mal, wer da hämmert“, und merkt kaum noch, dass der da Behämmerte er selber ist. Oder lässt sich locken vom „Großen Film“, vom „Eventkino“ oder Free-TV-Premieren“. Ausgelutschte Gebrauchtstreifen allesamt, zigfach verwertet, flott umetikettiert zu „Top-Spielfilmen“.
Pausen? Von was?
Mit dem erstotterten Superlativ „Filmfilm“ brezelte man vor nicht allzu langer Zeit Blockbuster-Veteranen auf, um uns zugleich den toten Bären draufzubinden, im vermeintlichen Doppelpracht-Schinken wäre unvermutet bester 5-Sterne-Film versteckt. Tatsächlich aber hatte man nichts getan, als verstaubten Stoff bloß ungeniert zu strecken: mit jeder Menge Zusatz-Werbung. So bekam das komatöse Publikum, was es verdiente: Statt Sinnen-Rausch gab’s einschläfernd sinnfreies Rauschen.







