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Per aspera ad astra: Laschet setzt sich gegen Söder durch

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (Foto: Land NRW / Laurence Chaperon) 

“Die Würfel sind gefallen”: Mit einem Cäsar zugeschriebenen Zitat gestand Bayerns Ministerpräsident  Markus Söder heute seine Niederlage gegenüber dem CDU-Vorsitzenden Armin Laschet ein. Auch Laschet hätte allen Grund, sich an sein Latinum zu erinnern. “Per aspera ad astra” – über raue Pfade gelangt man zu den Sternen: Das beschreibt gut den Weg, den Laschet in den vergangenen Tagen gehen musste. Am Ende, als ihm nur nur wenige den Sieg zutrauten, setzte er sich durch.

Laschet hat die Härte gezweigt und die Steherqualitäten bewiesen, die man von einem Bundeskanzler erwarten darf. Hätte er weniger Zeit für seinen jetzt über ein Jahr dauernden Wahlkampf   und mehr für die Bekämpfung der Pandemie aufgewandt, wäre es am Ende  nicht so knapp geworden. Mit seinen Versuchen, als Locker-Laschet gegenüber Soeder zu punkten ließ er nicht nur sein Bundesland für seine Ambitionen einen hohen Preis zahlen, sondern riskierte auch seine politische Zukunft: Hätte Laschet heute Nacht verloren, er hätte weder NRW-Ministerpräsident noch CDU-Vorsitzender bleiben können.

Laschet ist nicht der Mann, der weiß, wie man eine Pandemie bekämpft, das hat er in Nordrhein-Westfalen gezeigt. Er setzt, wie die CDU, darauf, dass Corona bis zur Bundestagswahl überwunden ist und wirtschaftliche Themen bestimmend sein werden. Beim Thema Wirtschaft traut den Grünen über ihre eigene Klientel hinaus, die ja zumeist im öffentlichen-Dienst beschäftigt ist, studiert oder von einem Erbe zehrt, kaum jemand etwas zu. Laschet wäre die Kanzlerschaft nicht zu nehmen, zumal die Grünen nicht mit der Linkspartei im Bund koalieren werden und auch in der ehemaligen SED wenig Wille zur Übernahme von Verantwortung besteht.

Gelingt es allerdings nicht durch eine erfolgreiche Impfkampagne Corona bis zum Hochsommer zu besiegen, lassen Mutanten die Pandemie weiter eskalieren, ist das Ergebnis der Bundestagswahl jedoch vollkommen offen. Laschet als Kanzlerkandidat ist ein Zeichen des Optimismus.

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9 Kommentare zu “Per aspera ad astra: Laschet setzt sich gegen Söder durch

  • #1
    Werntreu Golmeran

    Wenn Laschet gewänne, wäre dies ein Zeichen von kollektiver Demenz bzw. Debilität. Für einen Karnevalsorden würde der uns an die Chinesen verkaufen.

  • #2
    Wolfram Obermanns

    "Laschet ist nicht der Mann, der weiß, wie man eine Pandemie bekämpft, das hat er in Nordrhein-Westfalen gezeigt."
    Und wer hat gezeigt wie es geht? Ich wüsste in Deutschland niemanden.

    Meiner Einschätzung nach hat der Corona-Schlamassel für NRW tatsächlich mit Söder begonnen. Als er Vorsitzender der MPK war, hat er eine Koordination der Bundesländer hintertrieben. Eine (unzureichende) Allianz hingegen hat daraufhin Laschet geschmiedet. Söder hat die MPK, bei der Zuständigkeit und Kompetenz regulär angesiedelt sind, ausgeschaltet. Den Problematiken, die sich daraus ergeben haben, wurde hinreichend Platz in den Medien eingeräumt – aber ohne Ross und Reiter zu nennen. (Was ich interessant finde, wo doch sonst so gerne personalisiert wird. Welchen Bonus hat Söder?)

    Die Treffen der Ministerpräsidenten im Bundeskanzleramt, die Merkel nach dem Desaster meinte einführen zu müssen, waren schon gescheitert, bevor sie begonnen hatten. Die Arbeitsvorlagen waren erst am Morgen des Treffens und gleichzeitig der Presse bekannt. Mehr als ein zusätzlicher Koch am Brei war nicht gewonnen, da Braun seinen Laden nicht im Griff hat. Merkel wird sich bedankt haben.

    Nach der erfolgreichen Bekämpfung der akuten Ausbrüche insbesondere in Rheda-Wiedenbrück können auch heute noch eigentlich niemanden die Vorschläge aus dem Kanzleramt überzeugen. Mit mehr Düsseldorf und Bonn und weniger München und Berlin hätten wir womöglich eine Chance auf ein besseres Durchkommen gehabt. Dem stand die Loyalität Laschets zur Kanzlerin im Wege.
    Übrigens stützt auch der epidemische Verlauf bei gelockerten Verhältnissen in Florida, dem Altersheim der USA, und restriktiver Politik in Kalifornien kaum die homo-sovieticus Strategie, stillhalten und weggucken von Merkel – denn der akute Ausbruch erfolgte in Kalifornien! Auch kulmuliert sind im US-Altersheim trotz lockerer Gesundheitspolitik relativ kaum mehr Coronatote zu zählen als in Kalifornien, das einfach nicht auf die Beine kommt.
    Auch für Europa braucht es guten Willen um einen blindlings verordneten Lockdown als statistisch relevantes Mittel gegen Corona zu deuten.

    Die einzigen Länder bei denen ein überprüfbares, nachvollziehbares epidemisches Geschehen, aus dem man lernen könnte, zu beobachten ist, sind in Fernost. Dies ist seit letztem Sommer so.
    Am Anfang ist der Test.
    Die sind aber vorallem mal falsch positiv und weniger falsch negativ.
    Für asymptomatische Verläufe gibt es dabei bislang übrigens praktisch keinen Nachweis einer weiteren Verbreitung (in dieser Untersuchung mit 1200 asymtomatischen und positiv Getesteten in Wuhan keinen: https://www.nature.com/articles/s41467-020-19802-w)

    Last but not least: "Locker Laschet" mag eine verkäufliche Schlagzeile oder Parole sein, die in CoronaSchVO gegossene politische Realität sieht jedoch seit etwa einem Jahr anders aus.

    Ich bin gespannt ob dieses Faktum jemals deutsche Journalisten erreicht. Wahrscheinlich nie, denn es brauchte einen Rezo, der mal einen Blick hinter den Vorhang erlassener Umweltschutzbestimmungen der Regierung und die davon abweichende Umsetzung und einen Steuerzahlerbund, der hinter die getürkte Lehrerstatistik von Löhrmann schaute.

  • #3
    Wolfram Obermanns

    Ups. Sachlicher Fehler:
    300 positiv Geteste mit asymptomischen Krankheitsverlauf und knapp 1200 nahe Kontakte, die alle nicht infiziert wurden.

  • #4
    Bochumer

    Genau: Die grüne Anhängerschaft lebt nur von anderen, die Arbeiterschaft wählt die FDP. Hoho…Luschet sieht mit seinem Fehlstart alt aus, Baerbock ist der bessere Merkel-Ersatz.
    Ich freue mich, bis zum September der CDU beim Scheitern zuzusehen.

  • #5
    Angelika, die usw.

    "Bei Gratulation an Laschet: Aus Söders Ohren entweicht sichtbar Dampf"

    https://www.der-postillon.com/2021/04/soeder-laschet.html

  • #6
    Konrad

    "Laschet als Kanzlerkandidat ist ein Zeichen des Optimismus."

    klar, da denk ich sofort "Helau und Alaaf!"

    und freue mich auf ewigen Karneval!

  • #7
    E

    Dieses Grünen-Bashing des Herren Laurin wird langsam arg peinlich. Die einzige Kompetenz die ich bei Laschet die letzten Jahre entdeckt habe ja wohl nun eher darin, wirtschaftlich tote Pferde noch reiten wenn sie schon stinken.

    Und BaWü geht es soweit ich überblicke wirtschaftlich auch nicht übermäßig schlecht. Mal davon abgesehen, dass es noch ein paar andere dringende Themen gibt ausser RWE noch ein paar Euro zuzuschustern.

    Nebenbei bemerkt wage ich bei sehr vielen Angestellten des ÖD zu bezweifeln, dass sie irgendwas links der CDU wählen.

    Aber Hauptsache, n bissel diffamieren können, gelle.

  • #8
    thomas weigle

    Niemand hat die Absicht einen Luschet zu wählen!! Höchstens in Hinterzimmern.

  • #9
    Torbjörn R.

    Nach Baerbock MUSSTE die CDU mit Laschet nachziehen:
    Brot & Spiele, Spannung bis um 18:01 am Wahltag!
    Söder (oder gar Brinkhaus) wäre doch sofort der klare Favorit gewesen.

    Und: A&A harmonieren auch "inhaltlich" recht gut, da wird keiner den/die andere/n durch Können übertrumpfen. Welche Bananenrepublik wählt da noch ‘mal im September? G195-Mitglied?

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