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Pete Shelley – der große Songwriter der Buzzcocks ist verstorben

Buzzcocks - Melodien für Millionen
Buzzcocks - Melodien für Millionen
Buzzcocks - Melodien für Millionen

Buzzcocks – Melodien für Millionen…

Er war Lennon und McCartney in einer Person. Denn Pete Shelley konnte Songs mit Melodie, Lockerheit und Geschwindigkeit ausstatten, wie kein zweiter Musiker der ersten Punkrock Generation. Nun ist der Gründer und spätere Frontmann der Punk-Rock-Band The Buzzcocks verstorben. Das teilte sein Management der BBC mit. Als Todesursache wird ein Herzinfarkt vermutet. Er wurde nur 63 Jahre alt und verweilte zum Zeitpunkt seines Todes mit seiner Frau Greta in Estland.

Shelley schrieb über Sex und Romantik, obwohl das bei seinen Kollegen verpönt war: „Anarchy in the UK“ proklamierten die Sex Pistols und The Clash hausierten mit „Hate & War“-Parolen. Dennoch war Punk die wichtigste Initialzündung im jungen Leben von Pete Shelley. 1976 wurden die Buzzcocks nach einem gemeinsamen Besuch eines Konzertes der Sex Pistols gegründet. Neben Shelley ist in der frühen Phase Howard Devoto der musikalische Sparringspartner an seiner Seite. Als ihr bekanntester Hit gilt „Ever Fallen in Love (With Someone You Shouldn’t’ve)“, der 1978 auf Platz 12 der britischen Charts landete.

Das Musikmagazin NME führt den Song auf Platz 30 seiner Liste mit den 500 wichtigsten Songs aller Zeiten. Im Jahr 2005 wurde diese Nummer sogar von einer prominent besetzten All-Star-Band dargeboten. Neben Pete Shelley standen Roger Daltrey (The Who), David Gilmour (Pink Floyd), Peter Hook (Joy Division, New Order), Elton John, und Led Zeppelin-Sänger Robert Plant auf der Bühne – und sie widmeten diesen Auftritt dem großen britischen Radiomacher John Peel.

Mit der Single „Orgasm Addict“, einer kritischen Auseinandersetzung mit zwanghafter Sexualität, lancieren die Buzzcocks einen Skandal. Die legendäre Artwork-Collage von Linder Sterling zeigt einen durchtrainierten Frauenkörper, auf deren Hals ein Bügeleisen montiert ist. Die Brustwarzen sind von Mündern verdeckt. Auf Grund des angeblich anstößigen Textes und der simulierten Kopulationsgeräusche weigerte sich die BBC damals, diese Single zu spielen. Nichts desto trotz wird diese Nummer – ähnlich wie der Sex Pistols-Song „God Save The Queen“ – ein provokantes Stück Punk mit Ewigkeitsgarantie.

Zudem bieten die Buzzcocks ein Feuerwerk an Melodiereichtum. Ob „What Do I Get“, „Promises“ oder „Harmony in my Head“ – das ist Punkrock, wie Malen nach Zahlen: bestechend einfach und einfach bestechend schön! Als hätte man die Beatles auf dem Plattenspieler mit 45 Umdrehungen abgespielt. In kurzer Folge erschienen drei wegweisende Alben: „Another Music in a Different Kitchen“ (März 1978), „Love Bites“ (September 1978) und „A Different Kind of Tension“ (August 1979). Ende 1979 erschien die Singles-Zusammenstellung Singles Going Steady – und diese Compilation bietet so viel Schönheit: bei „Everybody’s Happy Nowadays“ werden Beach Boys-Chöre in der rechtwinkligen Statik eines Wire-Songs eingepasst, „Oh Shit“ ist ein Highspeed Melodie-Gewitter mit nasalen Donald Duck-Vocals und nach dem Song „Noise Annoys“ hat sich sogar eine Punkband aus Hamburg benannt.

Auch wenn Pete Shelley nun nicht mehr unter den Lebenden verweilt – so viel ist sicher: seine Songs werden noch in 100 Jahren gehört werden.

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