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Post von Dieter Gorny

Dieter Gorny, ECCE

Die Betreiber des Blogs Unruhr haben Post von Dieter Gorny bekommen. Gefreut haben sie sich nicht.

Unruhr ist sicher eines der besten Blogs des Ruhrgebiets, wenn es um Pop-Musik geht. Und vor ein paar Tagen bekamen die Macher Post von Dieter Gorny. Besser: von seiner Kollegen-Versorgungsanstalt mit dem imposanten Namen „European Center for Creative Economy“ (ECCE). Die Lebenserfahrung sagt einem ja, dass hinter so einem Namen immer aufgeblasener Quark steckt, für den die Steuerzahler blechen müssen, um ein paar Nieten davor zu bewahren, sich auf dem Arbeitsmarkt begeben zu müssen. Das sehen die Kollegen von Unruhr wohl ähnlich:

Menschen wie Dieter Gorny oder Bernd Fesel geht es gar nicht um die Kreativen oder Menschen hierzulande. Nein. Sie wollen Strukturen schaffen, Kopfgeburten umsetzen und ihre Idealmodelle endlich realisiert sehen. Die einzigen, die dabei stören, sind wir, die wir das alles anders machen woll(t)en.

Sie haben über ECCE und den Brief von Dieter Gorny einen Text geschrieben. Und der ist toll. Bitte lesen.

Update: auch wir von den Ruhrbaronen haben den Gorny-Brief bekommen. Aber direkt weggeworfen. Weil sich das ECCE mit der Werbung versucht, einen Resonanzboden zusammenzustoppeln. Sprich: wenn sich Kreative auf den Brief melden, wird ECCE in Zukunft so tun, als würde es für die Kreativen im Revier sprechen. Das ECCE wird Fördermittel im Namen der Kreativen einfordern und Mitsprache-Rechte. Damit will Gorny politische, nicht durch Wahlen, sondern allein durch Postwurfsendungen legitimierte Macht. Als nächstes werden Beiträge eingefordert und dann ein Kreativparlament. Er will damit sein ECCE als Konkurrenz und Kopie zur IHK aufbauen. Die hat auch keine Wahlbeteiligung vorzuweisen und spricht doch für die Wirtschaft in Deutschland.

Davon ab, war der Brief unsagbar schlecht. Auf miesem Papier seitenlang, eng bedrucktes Geschwurbel von Kowi-Komikern. Unlesbarer Schund. Wahrscheinlich von Kommunikations-Amateuren wie Fesel, der auch Millionen für das Lab2010 verballern darf.

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11 Kommentare zu “Post von Dieter Gorny

  • #1
    Helmut Junge

    Um herauszufinden ob jemand nur schwafelt (Geschurbel von sich gibt), kenne ich von früher ein lustiges Spielchen, das sich für Sitzungen, Vorträge, aber natürlich auch für solche Briefpost, wie oben erwähnt, eignet.
    Man macht sich also eine Liste mit 10-20 hochaktuellen Modewörtern, die zu der zu erwarteten Thematik passen.
    Während des Vortrags hakt man jedesmal, wenn ein Wort fällt, das auch auf der Liste steht, dieses Wort auf der Liste ab.
    Wenn dann alle Wörter der Liste abgehakt sind, springt man auf, hält die Liste hoch, und ruft „bullshit“.
    Natürlich ist die Liste als Beweis wichtig.
    Ich hab das einige male, ohne den lauten Ruf natürlich, ausprobiert. Das glaubt man gar nicht, wie schnell so eine Liste manchmal abgehakt ist.
    Daraus hab ich dann die Vorstellung abgeleitet, daß die meisten Politiker, Sonntagsredner und sonstigen Beauftragten, für ihre Rede erst eine Wortliste mit Wörtern, die unbedingt vorkommen müssen, anfertigen.
    Die Rezipienten, die Inhalte erwarten, sind dann zwar enttäuscht, dafür sind aber die, die sich im Geschurbel wiederfinden, oft begeistert.

  • #2
    Arnold Voss

    Das ist schon eine bittere Ironie. Jetzt sitzen im U-Turm nicht die Kreativen aus Dortmund und Umgebung sondern die, die ihnen lauthals angekündigt haben, dass dieser Turm extra für die junge Ruhravantgarde gebaut worden ist. Diese bezahlt obendrein auch noch die Miete und die Gehälter von Gorny und Konsorten mit ihren Steuern und ihre Aktivisten bekommen von der Stadt bislang nicht mal eine Zwischenutzung um ihren Raumbedarf zu befriedigen.

    Was lernen wir daraus: Kulturhauptstadt ist (nur) das, was einem selber nutzt, und nachhaltig ist, wenn man selber (über) bleibt.

  • #3
    Bürokratenfeind

    Bernd Fesel und Dieter Gorny, unsere Chefbaumeister sinnloser Strukturen, verwalten etwas, das sie nicht verstehen. Denn Kreativität und Verwaltung verhalten sich zueinander wie Freiheit und Gefängnis. Kreative sind Sand im Getriebe ihrer Verwaltungsstrukturen, denn schöpferische Menschen suchen und produzieren eine ständige Veränderung und dieses kann nicht im Interesse von Hierachien sein.

  • #4
    Willy

    Wie geil ist das denn bitte mal? Das Logo auf http://www.kreativwirtschaft-deutschland.de/ wurde mit dem Web 2.0 Logo Creatr erstellt: http://creatr.cc/creatr/

    Kreativwirtschaft? Eher Bullshit Wirtschaft! Wenn diese ‚Kreativen‘ es schon nicht mehr hinkriegen, ein eigenes Logo zu entwerfen …

  • #5
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Willy: Fesel, der Mann hinter der Seite, ist doch kein Kreativer sondern nur ein „gescheiterter Galerist“ (Ein Kulturredakteurin über ihn bei einer Tasse Kaffee) Der macht einen auf Kreativwirtschaftsexperte, weil er glaubt, damit ein paar Jahre Kohle verdienen zu können. Und schau da: Es gab genug Deppen, die ihm das abgekauft haben.

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  • #7
  • #8
    Akki

    Ecce hat ja nicht nur die Kreativwirtschaft verprellt, sondern auch allen anderen was vorgemacht (Politik, Wirtschaftsförderungen etc. etc. ).
    Ich selbst bin ehrlich gesagt auch zuerst auf das Geschwafel herein gefallen.

    Danke jedenfalls für solche Artikel!

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