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Projekt „Coronarchiv“ startet

Audimax der Ruhr Uni Bochum Foto: M Lizenz: Gemeinfrei

Eine digitale Sammlung für Erinnerungen zur Corona-Pandemie soll entstehen.

Ausgangsbeschränkungen, Abstandsregelungen, Ansteckungsrisiken – das Coronavirus und die politischen Reaktionen darauf verändern Alltag, Job und Freizeit der Menschen fundamental. Schon heute werden die Pandemie und ihre politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Folgen als historisch gekennzeichnet. Um die Erfahrung von heute für die künftige Forschung zu erhalten, hat ein Forschungsteam der Universitäten Hamburg, der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und der Justus-Liebig-Universität Gießen das Coronarchiv ins Leben gerufen (https://coronarchiv.de). Es ist ein freies und offenes Onlineportal, das allen zugänglich ist und zu dem alle beitragen können. Ziel ist die fortlaufende Sammlung, Archivierung, Kontextualisierung und Bereitstellung von persönlichen Erinnerungen und Fundstücken zur Corona-Krise.

In Presse und Social Media sind Bilder, O-Töne und Videos von Menschen omnipräsent, die dokumentieren, einordnen und bewerten. „So schnell diese Zeitzeugnisse kommen, so schnell können sie auch wieder verschwinden. Unsere Hoffnung ist, dass wir mit dem Projekt die diversen Stimmen in dieser Krisenzeit langfristig dokumentieren können. Eine vielfältige Gesellschaft braucht vielfältige Erinnerung“, so Benjamin Roers, Mitarbeiter der Universität Gießen. Mit dem Coronarchiv entsteht eine zentrale Anlaufstelle zur Dokumentation der Gegenwart, die nicht nur eine spätere Rückschau auf die Ereignisse des Jahres 2020 ermöglicht, sondern auch für die künftige Forschung zur Verfügung steht.

„Wir wissen, wie ungleich und sozial bedingt die Überlieferung der Vergangenheit häufig ist. Deshalb ist es wichtig, dass wir schon heute damit beginnen, die diversen Erfahrungen rund um Corona zu sammeln und zu archivieren. Keine Stimme soll verlorengehen“, sagt Prof. Dr. Thorsten Logge von der Universität Hamburg. Das Coronarchiv lädt dazu ein, Fundstücke aus dem Alltag und persönliche Erinnerungen in Form von Texten, Fotos, Sounds und Videos unkompliziert hochzuladen und damit für die Zukunft zu sichern. Die Objekte werden mit Metadaten versehen und Nutzerinnen und Nutzern des Portals zur Verfügung gestellt.

Gesucht werden für das Projekt neben den Beiträgen aus der Bevölkerung vor allem freiwillige Archivarinnen und Archivare, die aktiv in ihrem Umfeld nach Objekten suchen, eingehende Objekte redaktionell begleiten und dabei helfen, Angebote in anderen Sprachen zu schaffen und das Projekt in den sozialen Medien bekannt zu machen. „Wir brauchen engagierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die mit uns das Coronarchiv aufbauen wollen und dieses Projekt zu ihrem eigenen machen.“, so Prof. Dr. Christian Bunnenberg von der RUB. Interessierte können sich über das Kontaktformular auf der Seite melden.

Coronarchiv ist ein gemeinsames Public-History-Projekt der Universitäten Hamburg, Bochum und Gießen in Zusammenarbeit mit dem Medizinhistorischen Museum Hamburg und dem Museum für Hamburgische Geschichte. Es basiert auf dem Open-Source-Content-Management-System „Omeka S“ für digitale Online-Sammlungen, das vom Roy Rosenzweig Center for History and New Media (Fairfax, Virginia, USA) zur Verfügung gestellt wird

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