#1 | Helmut Junge sagt am 28. Februar 2013 um 14:30 Uhr

Porto wird touristisch aufgemotzt. Aber man muß sich nicht weit vom Bahnhof entfernen, um Elend zu sehen.
Einigen wenigen geht es täglich besser, sehr vielen täglich schlechter.
Armut wohin das Auge blickt.
Wir haben damals eine Verfolgungsjagd von Securityleuten auf zwei vermutliche Kaufhausdiebe erlebt. Aber die konnten sich in einer Ruine verstecken.

Der Artikel ist ein gutes zeitgeschichtliches Dokument.
In einigen Ländern Europas ist die Entwicklung zu einer 2-Klassengesellschaft deutlich zu erkennen. Luis, unserem damaligen Vermieter schien das nicht aufzufallen. Er verdiente gutes Geld mit der Renovierung von, aus unsererer damaligen Sicht, eigentlich abrißreifer Wohnungen, um sie dann teuer zu vermieten. Tatsächlich scheint es aber so zu sein, dass dann diejenigen, die kein geld haben, „außen vor“ bleiben. Luis war nur ein kleiner Immobilienhändler, aber er sah eigentlich nur das lukrative Geschäft füt ihn selbst. Die Konsequenzen für andere konnte er nicht sehen, oder er wollte es nicht. Nebenbei konnte ich bei Luis auf keine Aufarbeitung der Caetano-Diktatur bemerken. Diesem Thema wich er aus. Dabei war die „Nelkenrevolution“ zu dieser Zeit schon 35 Jahre vorbei. Offenbar hat sie nur kurz die sozialen Strukturen übertüncht.