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Ran Ans Geld! Wer wirklich von den RAG-Subventionen profitiert

Foto: Klingemann

Seit Gründung der Ruhrkohle AG vor 40 Jahren sind gut 140 Milliarden Euro Steuergelder in den Steinkohlebergbau geflossen. So viel Subventionen hat in Deutschland sonst keiner bekommen. Doch niemand kann kontrollieren, ob diese Zahlungen  berechtigt waren. Vielmehr hat die RAG selbst die Regeln geschaffen, nach denen sie kontrolliert wird. Zudem hat sie über Jahrzehnte zu den Milliardengewinnen ihrer ehemaligen Gesellschafter Hoesch, Thyssen Krupp Steel, EON und RWE beigetragen. Und sie tut es noch immer.

Es war eine schnelle Geburt. Innerhalb weniger Wochen wurde im November 1968 die Ruhrkohle Aktiengesellschaft ins Leben gerufen. Sie sollte ein unkontrolliertes Zechensterben im Revier verhindern und die Jobs tausender Kumpel retten, was ihr zweifellos auch gelang. Aber was da vor mehr als 40 Jahren aufgebaut wurde, ist auch ein System, das den Steuerzahler noch heute Jahr für Jahr Milliarden kostet. Mit dem Geld sollten nicht nur die Jobs der Bergleute und die Energieversorgung der Republik gesichert werden, hieß es. Ganze Regionen, wie das Ruhrgebiet oder das Saarland, sollten gerettet werden. Doch richtig profitiert haben nach unseren Recherchen die Gesellschafter der RAG: Hoesch, Thyssen Krupp, RWE, E.on und die jeweiligen Vorgängerbetriebe. Über komplizierte Mechanismen landeten Milliarden an Subventionen in ihren Taschen. Und die Konzerne profitieren noch immer.

RAG-Kunden bestimmten Preise

Mechanismus Nr. 1: Die Eigentümer der RAG waren gleichzeitig die Kunden der Zechenfirma. Ihr Interesse war es nicht, gute Kohlepreise für die RAG zu erzielen, sondern möglichst billig einzukaufen. Denn die Verluste der RAG wurden vom Staat gedeckt. Früh wurde der Webfehler entdeckt. RAG-Vorstand Hubert Grünewald etwa notierte in einem internen Vermerk im Februar 1970 über die Zwickmühle seiner Firma: „Unsere Vertragspartner sind überwiegend unsere Aktionäre. Die Vertragsschließenden haben mit Wissen und Kenntnis der auf Ruhrkohle AG übergehenden Verpflichtungen Leistungen festgelegt und vereinbart, die im Zeitpunkt des Vertragsschlusses offenkundig nicht erfüllbar waren.“ Mit anderen Worten: Die Eigentümer wussten, dass sie zu Dumpingpreisen einkauften, im Vertrauen auf die Zahlungsbereitschaft des Staates.

Dreistellige Millionenverluste

Mechanismus Nr. 2: Vor allem bei den Lieferverträgen für Hochhofenkoks, der zur Stahlerzeugung benötigt wird, waren die RAG-Eigentümerkunden kreativ.

Foto: Klingemann

Seit Gründung der Ruhrkohle AG vor 40 Jahren sind gut 140 Milliarden Euro Steuergelder in den Steinkohlebergbau geflossen. So viel Subventionen hat in Deutschland sonst keiner bekommen. Doch niemand kann kontrollieren, ob diese Zahlungen  berechtigt waren. Vielmehr hat die RAG selbst die Regeln geschaffen, nach denen sie kontrolliert wird. Zudem hat sie über Jahrzehnte zu den Milliardengewinnen ihrer ehemaligen Gesellschafter Hoesch, Thyssen Krupp Steel, EON und RWE beigetragen. Und sie tut es noch immer.

Es war eine schnelle Geburt. Innerhalb weniger Wochen wurde im November 1968 die Ruhrkohle Aktiengesellschaft ins Leben gerufen. Sie sollte ein unkontrolliertes Zechensterben im Revier verhindern und die Jobs tausender Kumpel retten, was ihr zweifellos auch gelang. Aber was da vor mehr als 40 Jahren aufgebaut wurde, ist auch ein System, das den Steuerzahler noch heute Jahr für Jahr Milliarden kostet. Mit dem Geld sollten nicht nur die Jobs der Bergleute und die Energieversorgung der Republik gesichert werden, hieß es. Ganze Regionen, wie das Ruhrgebiet oder das Saarland, sollten gerettet werden. Doch richtig profitiert haben nach unseren Recherchen die Gesellschafter der RAG: Hoesch, Thyssen Krupp, RWE, E.on und die jeweiligen Vorgängerbetriebe. Über komplizierte Mechanismen landeten Milliarden an Subventionen in ihren Taschen. Und die Konzerne profitieren noch immer.

RAG-Kunden bestimmten Preise

Mechanismus Nr. 1: Die Eigentümer der RAG waren gleichzeitig die Kunden der Zechenfirma. Ihr Interesse war es nicht, gute Kohlepreise für die RAG zu erzielen, sondern möglichst billig einzukaufen. Denn die Verluste der RAG wurden vom Staat gedeckt. Früh wurde der Webfehler entdeckt. RAG-Vorstand Hubert Grünewald etwa notierte in einem internen Vermerk im Februar 1970 über die Zwickmühle seiner Firma: „Unsere Vertragspartner sind überwiegend unsere Aktionäre. Die Vertragsschließenden haben mit Wissen und Kenntnis der auf Ruhrkohle AG übergehenden Verpflichtungen Leistungen festgelegt und vereinbart, die im Zeitpunkt des Vertragsschlusses offenkundig nicht erfüllbar waren.“ Mit anderen Worten: Die Eigentümer wussten, dass sie zu Dumpingpreisen einkauften, im Vertrauen auf die Zahlungsbereitschaft des Staates.

Dreistellige Millionenverluste

Mechanismus Nr. 2: Vor allem bei den Lieferverträgen für Hochhofenkoks, der zur Stahlerzeugung benötigt wird, waren die RAG-Eigentümerkunden kreativ. Nur ein Beispiel: zwischen 1997 und 2005 verlangten sie von den Kokereien Prosper und Kaiserstuhl Rabatte. Diese Rabatte berechneten die Eigentümerkunden so: Die Kokereien sollten die Nebenprodukte bei der Kokserzeugung, wie Teer, verkaufen. Die Erlöse sollten sie dann von den Kokspreisen abziehen, um den Koks billiger zu machen. Dass es deswegen zu Verluste der Kokereien kommen konnte, wurde hingenommen. Denn diese Verluste sollten ja wie immer die Steuerzahler über die Subventionen ausgleichen. Das erscheint schwer nachzuvollziehen, doch Kokereidirektoren berichten, dass besonders über den Verkauf von Koksgas die Preise gedrückt wurden. So soll der Eigentümerkunde Hoesch (heute Thyssen-Krupp-Steel) verlangt haben, dass für das minderwertige Koksgas die Preise für hochwertiges Erdgas als Rabatt gewährt wurden; obwohl tatsächlich nur die niedrigeren Preise für Koksgas gezahlt wurden. Intern wird aus der RAG heraus von dreistelligen Millionenbeträgen berichtet, die so vom Staat getragen werden mussten.

"Wer klagt schon gegen seine Mutter?"

Mechanismus Nr. 3 Eine andere Masche aus dieser Zeit war der Import von günstigem Koks zu Forschungszwecken. Eigentlich waren die Konzerne aufgrund der Subventionsgesetze gezwungen, Koks ausschließlich bei der RAG zu kaufen. Nur zu Testzwecken durften geringe Mengen Koks aus dem Ausland importiert werden. Davon unbeeindruckt, importierten die Hütten große Mengen Koks aus Billigländern. Diese Riesenmengen wurden einfach als Forschungskoks deklariert. Die RAG-Führungsebene war Anfang der 90er Jahre über die Einnahmeverluste „in Millionenhöhe“ so sauer, dass sie eine Klage gegen ihre Kundeneigentümer in Erwägung zog, berichten Kokereidirektoren. „Wir sahen die Züge mit Koks aus Polen an unserem Fenster vorbeifahren.“ Man habe nur von den Klagen abgesehen, weil man ja „nicht gegen seine eigene Mutter klagen kann“ sagten die Direktoren, die an den Gesprächen in der RAG beteiligt waren. Die Verluste, die der Staat ausgleichen musste, hätten wieder in dreistelliger Millionenhöhe gelegen. Genaue Zahlen kann keiner vorlegen, da Studien über die Importmengen fehlen. 

Entwicklung der Produktionskosten nicht nachvollziehbar

Mechanismus Nr. 4: Die Stahlkonzerne und Stromriesen sollten und sollen im internationalen Wettbewerb keinen Nachteil bekommen, wenn sie Deutsche Kohle verbrennen. Deswegen soll die RAG nur den Preis berechnen, den die Konzerne auch für Kohle aus dem Ausland zahlen müssten. Dies ist der so genannte Drittlandskohlepreis (DKP). Die Differenz, zwischen Produktionskosten und Drittlandskohlepreis, sprich die Verluste der RAG, gleichen die Behörden aus. Doch das reichte den Konzernen nicht aus. Im Geflecht der Kundeneigentümer der RAG entstand ein jahrelang aktives Rabattsystem auf den DKP. So berichtet der Bundesrechnungshof, die RAG-Kunden hätten zwischen 1998 und 2004 regelmäßig Ermäßigungen zwischen 10 und 20 Prozent bekommen. Die Gründe für die Rabatte seien schwer nachvollziehbar gewesen, steht in dem internen Bericht des Rechnungshofes. Es hieß etwa, die Kohle sei minderwertig oder schwer brennbar. Oder die Kunden hätten Aufgrund ihrer Monopolstellung geringere Preise durchgesetzt. Warum auch immer: Allein aufgrund der Rabatte fielen die Subventionen allein in diesem Zeitraum von sieben Jahren um rund 1,5 Mrd. Euro höher aus als nötig. Dies lässt sich aus dem Bericht der Bundesrechnungshof ermitteln. Gleichwohl werden mit diesen Argumenten bis heute die Kohlepreise der RAG gedrückt.

"Es gibt keine effektive Kontrolle"

Wie waren all diese Tricksereien überhaupt möglich? Der Landtagsabgeordnete der NRW-Grünen Reiner Priggen bemüht sich seit Jahren, Klarheit zu bekommen. Es fällt ihm schwer. Er nennt die RAG „ein System der organisierten Intransparenz“, indem niemand Interesse an Aufklärung hat. So berechnet die RAG ihre Produktionskosten selber. Ein Mitarbeiter des Bundesrechnungshofes erklärt den Effekt. Die RAG hat kein Interesse an Einsparungen, die Personal kosten würden, da Verluste sowieso ausgeglichen würden. Also bleiben die Kosten hoch. Die Stahl- und Stromkonzerne liefern die Daten, auf deren Basis der Drittlandskohlepreis ermittelt wird. Je niedriger die Konzerne die Auslandpreise ansetzen, umso billiger kriegen sie Kohle und Koks in Deutschland. Eine Kontrolle des Systems durch Angebot und Nachfrage ist nicht möglich.Denn der Markt ist durch die Subventionsgesetzgebung abgeschottet. Für die Kontrolle der Angaben und Argumente ist das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle BAFA zuständig. Hier heißt es, die Angaben der RAG und ihrer Kunden zum Kohlepreis würden auf Basis von „Erfahrungswerten, Quervergleichen und Ermittlungen“ überwacht. Allerdings hat die zuständige BAFA-Abteilung nur sieben Mitarbeiter, die hunderte Vorgänge kontrollieren sollen. Ein Mitarbeiter des Bundesrechnungshofes sagt dazu: „Es gibt keine effektive Kontrolle. Keiner geht auf die Halden und überprüft die Qualität der Kohle. Wenn RAG und RAG-Kunden Qualitätsabzüge melden, wird das so hingenommen“. Auch die Überprüfung der für die Subventionen entscheidenden Produktionskosten ist mangelhaft, kritisieren Mitarbeiter des Bundesrechnungshofes. So beauftragt das BAFA zwar externe Gutachter mit der Überprüfung der von der RAG angegebenen Kosten. Allerdings werden diese Gutachten nicht vom BAFA, sondern von der RAG selbst bezahlt. Die Beurteilten bezahlen also ihre Beurteilung.

RAG schafft die Fakten

Eine öffentliche Kontrolle findet kaum statt. Die Gutachten sind, wie hunderte andere Unterlagen in Sachen Steinkohle, geheim. Weder Journalisten, noch die für die Subventions-Kontrolle verantwortlichen Politiker können Original-Prüfgutachten über die entscheidenden Produktionskosten offen einsehen. Dabei gibt es Auffälligkeiten, die kontrolliert werden müssten: In einem Bericht an den Haushaltsausschuss des Bundestages hat der Bundesrechnungshof festgestellt, dass die Produktionskosten der RAG immer dann steigen, wenn der Drittlandskohlepreis steigt, und sinken, wen die Preise im Ausland runter gehen. Sorgt die RAG so dafür, dass die Subventionen auch in wirtschaftlich guten Jahren möglichst voll ausgeschöpft werden? Die parallele Entwicklung jedenfalls verhindert eine Kürzung der Subventionen. Zur Überprüfung der Preise durch Gutachter sagt ein Mitarbeiter des Bundesrechnungshof: „Da können Sie hunderte Gutachter schicken. Die finden nichts. Die RAG hat die Zahlen und schafft damit Fakten.“

RAG-Posten für Politiker

Manuel Frondel, Energieexperte beim RWI, fordert aufgrund der undurchsichtigen Subventionspraxis, eine Änderung im System. „Es wäre so einfach: Die RAG müsste einen fixen Betrag bekommen und wäre dann selbst daran interessiert, ihre Kosten unter Kontrolle zu halten, um mit dem Geld auszukommen.“ Doch solche Vorschläge bleiben ungehört. Zu eng ist die Politik mit der Kohlewirtschaft verwoben. Dutzende Bundes-, Landes- und Lokalpolitiker standen oder stehen auf den Gehaltslisten der Kohlefirma. Im Kuratorium der RAG-Stiftung sitzt der NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Michael Vassiliadis. Selbst die SPD hat noch einen Job. Joachim Poss, zuletzt finanzpolitischer Sprecher der SPD im Bundestag, sitzt im Aufsichtsrat der Zechengesellschaft RAG – Deutsche Steinkohle.Die Folgen sind erheblich. Die RAG meldet ihren Subventionsbedarf an, die Finanzministerien in Bund und Land stellen die Zahlen in die Haushalte ein. RWI-Mann Frondel berichtet, dass der Staat in der Vergangenheit oft darauf verzichtet habe, zu viel gezahlte Subventionen von der RAG zurück zu holen. „Da geht es um Milliarden.“

Weitere 21 Milliarden bis 2018

Nun haben Bundestag und NRW-Landtag beschlossen, noch einmal bis zu 21 Mrd. Euro in den Bergbau zu stecken, bis das Kohlekratzen 2018 aufhören soll. Und wieder ist nicht klar, ob die Summe korrekt ist. Wieder stammen die Annahmen allein von der RAG. So heißt es in einem Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, 13 Mrd. Euro müssten für den Ausstieg aus dem Kohlebergbau gezahlt werden, es geht um Kosten für Bergschäden, Pensionsverpflichtungen und die Wasserhaltung, damit das Revier nicht absäuft. Der Bundesrechnungshof hat bemängelt, dass die Angaben und Planungen der RAG nicht kritisch durchleuchtet wurden. „Plausabilisierungen, Prüfungen oder technische Einschätzungen sind auftragsgemäß nicht durchgeführt worden“. Der Bundesrechnungshof drängte im Herbst 2007 auf Nachverhandlungen, doch der Bund „hat einer Gewährleistung über eine Schadenssumme zugestimmt, deren Höhe nicht einschätzbar ist“. Wer trägt das Risiko? Die ehemaligen RAG-Eigentümerkunden haben mit Stilllegungskosten nichts mehr zu tun. Vor zwei Jahren haben Thyssen-Krupp-Steel, EON, RWE und Arcelor Mittal ihre Anteile für einen Euro an die RAG-Stiftung übertragen, die den Bergbau nun bis 2018 abwickeln soll. Damit haben sich die Konzerne der Verantwortung für Folgeschäden entledigt, ihrer vertraglichen Vorteile freilich nicht. Noch immer bezieht RWE Kohle mit Rabatten aus dem Bergwerk Ibbenbüren. Angeblich weil die dortige Anthrazitkohle „schlechte Brennwerte“ im nahe gelegenen Kohlekraftwerk habe. E.on kauft das Kokereigas auf. Und die Stahlfirmen bekommen den Koks aus der Kokerei Prosper zu günstigen Tarifen.

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10 Kommentare zu “Ran Ans Geld! Wer wirklich von den RAG-Subventionen profitiert

  • #1
    lebowski

    Ich bin ja nicht scharf darauf, in einem Staat mit Politbüro zu leben. Aber so langsam muss man sich auch über unser Wirtschaftssystem, wo die Illegalität anscheinend der Normalfall ist, Gedanken machen. Und da alle Parteien inzwischen aufgeblähte Apparate sind, wo eine Menge Leute mit lukrativen Posten versorgt werden wollen, bringt es auch nichts, eine von denen abzustrafen, indem man eine andere an die Macht bringt. Sie stecken sich alle gegenseitig das Geld in die Tasche.

  • #2
    Arnold Voß

    Wenn das alles so stimmt, war und ist das alles in allem nichts anderes als bewußte Beihilfe zum Staatsbankrott,ist das als Wirtschaftsspolitik getarnte Staatsausbeutung. Begreifen solche Leute nicht, dass sie sich damit auf Dauer selber schaden.Oder wurde die russische Grenze 1989 unbemerkt bis an den Rhein verlegt und wir haben es einfach nur noch nicht gemerkt.

  • #3
    Willy

    Toller Artikel. Traurig, dass sich sonst kaum jemand – allen voran die klassischen Medien – traut, diese Wahrheiten auszusprechen. Die Kohle ist leider ein völlig von gefühlsdusseliger Kumpelromantik durchzogenes Thema. Wer hier denn Finger in die Wunde legt, wird sofort von allen Seiten aufs Übelste beschimpft und diskreditiert.

    Soviel auch zur praktisch gelebten Pressefreiheit. Daher ist es gut, dass es Blogs wie dieses gibt, denn die traditionellen Medien sind offensichtlich nicht oder nicht mehr in der Lage ihre eigentlichen Aufgabe nachzukommen.

  • Pingback: Kohlesubventionen: Die unbequeme Wahrheit | Bottblog.de - Blog zum Ruhrmetropölchen Bottrop anne Emscher

  • #5
    Thorsten

    Addiere ich die Beihilfen und Rettungsmilliarden für das deutsche Bankwesen in den letzten 18 Monaten, denke ich nicht, das sich der Satz “So viel Subventionen hat in Deutschland sonst keiner bekommen” halten lässt. Auch die Agrarwirtschaft ist sicher Anwärter auf einen Spitzenplatz im Subventionsranking.

  • #6
    Till E.

    Dieser Artikel ist schon mehr als überfällig und nötig.
    Ich wohne in Herten ? einst größte Bergbaustadt Europas. Immer wurde uns von den abhängigen im Rat und Rathaus beigebracht, dass wir dem Bergbau besonders verpflichtet sind. Die Fordwerke ? die sich in Herten niederlassen wollten wurde weggemoppt ? die Grundstücke gehörten ja dem Bergbau, die Angst vor einer Abwanderung der Arbeitsplätze hatten. System ist in der Besetzung der Stadtparlamente zu sehen. Wir hatten jahrzehntelang einen ?RAG-Bürgermeister? (PS-Direktor, dessen Sohn gerade sich anschickt, ebenfalls bei dem Konzern eine TOP-Kariere zu machen. Die Gewerkschaft (damals IGBE) steuerte die Ratsmitglieder hinzu usw usw?
    Befangen war diese ehrenwerte Gesellschaft bei der ?Haldenfrage? nicht und stimmte ganz im Sinne der Verantwortung gegenüber dem Bergbau mit. Und nun? Die Bevölkerungsentwicklung in Herten weist zurzeit das höchste Medianalter des Regierungsbezirks Münster mit 44,5 Jahren auf und bei der Betrachtung der Einwohnerentwicklung auf der kleinräumigen Gemeindeebene” fallen unter den stärksten rückläufigen Kommunen im Regierungsbezirk Münster bis 2030, Herten mit über 15 %, Dorsten, Marl mit 11 bis 12 % sowie Recklinghausen, Gelsenkirchen und Datteln mit fast 11% Einwohnerrückgang gegenüber 2008 auf. Alles ehemalige Bergbaustätte, die nun langsam infolge der monogamen Wirtschaft zu einem großen Altersheim mutieren.
    Weitere ?Eigentümlichkeiten hier:
    http://www.pro-herten.de/download/transparenz/drbk.pdf
    http://www.pro-herten.de/download/kasperek.pdf
    http://www.jidv.de/Pro-herten/jw-kt.pdf
    http://www.pro-herten.de/transparenz/50jahremauschelei.htm

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  • #9
    Oliver Krischer

    Intransparenz und Zweckentfremdung von Steuergeldern im Steinkohlebergbau stoppen

    Zu den Berichten über überhöhte und intransparente Subventionen für den Steinkohlebergbau erklärt Oliver Krischer, Sprecher für Energie- und Ressourceneffizienz der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

    Es gibt eine Vielzahl von Hinweisen dazu, dass über Jahre hinweg bis heute die Subventionen für den Steinkohlebergbau überhöht und zum Teil zweckentfremdet waren. Zum Teil dürften pro Jahr dreistellige Millionen-Beträge an Steuergeldern verschwendet worden sein.

    Die Ursache dafür ist ein über Jahrzehnte gewachsenes System der organisierten Intransparenz. Fragen nach den Verwendungen der Mittel werden den Abgeordneten im Bundestag und im Landtag NRW mit dem Hinweis auf “geschützte Unternehmensdaten” verweigert. Damit muss Schluss sein!.

    Die RAG als Subventionsempfängerin existiert ausschließlich durch öffentliche Gelder. Deshalb bedarf es vollständiger Transparenz aller relevanten Daten zur Verwendung der Mittel. Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat jetzt die Chance den Sumpf trockenzulegen, bevor 2012 über eine Revision des Ausstiegsbeschlusses aus dem Bergbau entschieden werden muss.

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