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Reisins Hits and Misses, Folge 2: Big troubles for big teams

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NFL Foto: Parker Anderson Lizenz: CC BY-ND 2.0

Jeden Dienstag auf Ruhrbarone: Die American-Football-Kolumne von Andrej Reisin. Während der Saison immer im Anschluss an das Spieltagsende.

Scores: NFL 2. Spieltag
Standings: NFL Week 2

1. Ist die Saison für die Dallas Cowboys nach zwei Spieltagen vorbei?
Die einen sagen: Ja, klar. Denn wohin soll es mit dieser Offense ohne die verletzten Dez Bryant und Romo – und sowieso ohne DeMarco Murray gehen? Natürlich nur bergab. Brandon Weeden jedenfalls kann und wird Romo als Quarterback niemals gleichwertig ersetzen. Doch es ist viel zu früh, Jerry Jones’ Team abzuschreiben. Bryant und Romo werden aller Voraussicht nach spätestens im Dezember zurückkehren, Romo eventuell sogar früher. Und: Dallas hat bereits zwei Siege, im Gegensatz zur gesamten Konkurrenz in einer Division, die gerade auseinanderfällt (siehe unten).

Sagen wir, die Cowboys schaffen es, von den nächsten acht Spielen (Falcons, @Saints, Patriots, @Giants, Seahawks, Eagles, @Buccaneers, @Dolphins) wenigstens drei zu gewinnen. Dann stünde man Anfang Dezember mit 5-5 da, hätte möglicherweise beide Top-Stars zurück und die Panthers, Redskins, Packers, Jets, Bills und nochmal die Redskins vor der Brust. Keine einfache, aber auch keine unslösbare Aufgabe. Meine Prognose: The Cowboys ain’t done yet.

2. Die Eagles sind fertig mit den Nerven
Nicht nur die Cowboys spielen ohne DeMarco Murray, auch die Eagles tun es. Zwar steht der beste Running Back der letzten Saison in Philadelphia auf dem Feld, aber nach zwei Spieltagen hat er ebenso wenig Impact wie der gesamte Rest der von Chip Kelly völlig vercoachten Star-Offense. Man weiß nicht, wo man anfangen soll? Bei fallengelassenen Bällen? Bei einem Quarterback, der das Spielfeld nicht sieht? Einem Center, der den Snap Count komplett verpeilt? Oder eben doch bei Murray? Wie gesagt: Man weiß es nicht. Chip Kelly soll ja ein Football-Genie sein. Das wäre immerhin hilfreich, denn es wird ein Genie brauchen, um sich um diese ganzen Baustellen halbwegs gleichzeitig zu kümmern. Sollte Kelly der Turnaround tatsächlich gelingen, würde ich ihn anschließend auch gleich noch zum Baudirektor der Berliner Flughafenbaustelle BER machen. Momentan jedoch wirkt Kellys Gebäude ähnlich einsturzgefährdet wie die Berliner Bauruine.

3. Schöner verlieren mit den Giants – again
Übrigens: Sogar Eli Manning hat zurzeit mehr Rushing Yards als DeMarco Murray. Das ist aber auch das einzig Lustige für die Giants, die in einer auseinanderfallenden Division locker-lässig mit zwei Siegen on top of the world sitzen könnten, wenn nicht, ja, wenn nicht … ich verweise auf die Bemerkungen von letzter Woche.

4. Andrew out of luck
Gut, ich reite darauf rum: Bereits letzte Woche konnte ich meine Zweifel kaum verbergen, nun ist alles noch viel schlimmer: Andrew Luck wirft drei Interceptions und fumbelt on top of it. Insgesamt schenkt Indy den Ball fünfmal her, davon fumbelt Frank Gore einmal an der 1-Yard-Line – und everybody’s Super Bowl Darling liegt nach einer erneuten Niederlage gegen die New York Jets in Trümmern. Klar, man kann in der wahrscheinlich schlechtesten NFL-Division alles drehen. Aber ich persönlich besorge schon einmal Popcorn für das Spiel gegen die Patriots in Woche 6.

Auffällig ist höchstens, wie viel Blame von vielen Pundits nun um Luck herum verteilt wird, um davon abzulenken, dass er möglicherweise doch nicht der Wunder-QB ist, zu dem er gemacht wurde. Ja, es kann sein, dass die Colts ohne ihn noch schlechter da stünden. Allerdings hat er seit dem Saisonstart 2014 28(!) Turnover produziert – ein einsamer Liga-Höchstwert, dahinter folgt Chicagos notorischer Jay Cutler, den nun wirklich niemand für einen Star hält. Aber selbst wenn es zuträfe, dass es nicht (nur) an Luck liegt: Waren dann die Super Bowl Vorhersagen nicht noch mieser? Diese Colts sitzen am 7. Februar 2016 jedenfalls schon längst zuhause auf dem Sofa – jede Wette.

5. Turnaround-Tales
Ja, die NFL lässt viele wie Trottel aussehen – den Kolumnisten natürlich eingeschlossen. Nach dem ersten Spieltag wirkt Marcus Mariota schon wie ein großer – diese Woche: not so much. Jameis Winston dagegen erholte sich von seinem Week-1-Desaster und führte die Bucs zu einem nahezu sensationellen Sieg über New Orleans – was wiederum mehr als nur ein Fragezeichen im Hinblick auf die Saints aufpoppen lässt, nämlich ungefähr so viele: ???????????????????????????????????????????????????. Und nun hat sich Drew Brees auch noch verletzt. Seriously guys: What the fuck?!? Die 49ers hingegen fanden sich gegen Pittsburgh auf dem Boden der Tatsachen wieder, während die Steelers neue Hoffnung schöpfen durften:

Letzteres gilt übrigens auch für die Raiders, die Browns und die Vikings. Baltimore, Detroit, Houston und Seattle dagegen: eher weniger. Nur 14 Prozent aller mit 0-2 gestarteten Teams schaffen laut Statistik in der NFL noch die Playoffs. Die Seahawks dürfen immerhin hoffen, trotz Monster-Spielplan gut genug zu sein. Aber der Rest? Not so sure. Was ein gutes Stichwort ist, denn sicher sollte sich seiner Sache niemand sein. In diesem Sinne: Bis nächste Woche!

 

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