0

Reisins Hits and Misses, Folge 4: NFL 5. Spieltag

nfl

NFL Foto: Parker Anderson Lizenz: CC BY-ND 2.0

Wöchentlich bei den Ruhrbaronen: Die American-Football-Kolumne von Andrej Reisin.

Scores: NFL 5. Spieltag
Standings: NFL Week 5

1. Erste Erkenntnis nach der BYE Week des Kolumnisten letzte Woche: Niemand in der NFL weiß, was ein Catch ist

Und warum nicht? Nun ja:

Und ich auch. Devonta Freeman stimmt wahrscheinlich zu (Szene ab Minute 03:05):

Und Dez Bryant. Und Calvin „Megatron“ Johnson. Und …Worum geht es? Nun ja, es heißt, der Receiver müsse die Ballkontrolle während des gesamten Fang-Prozesses behalten. Wann auch immer der dann vorbei ist. Dementsprechend also soll Devonta Freeman im o.a. Beispiel die Kontrolle verloren haben – nachdem er den Ball bereits über die Goalline ausstreckt.

Und das alles in einer Sportart, in der es auf der anderen Seite manchmal reicht mit dem Ball in der Luft virtuell einen Schaumgummipylon am Spielfeldrand zu überfliegen, um einen Touchdown zu erzielen – ganz egal, was danach beim Aukommen mit dem Ball passiert.

Wie man es auch dreht und wendet: Mein Gefühl ist ganz klar, dass die bestehende Regel einzig und allein dafür sorgt, dass großartige Athleten bestraft werden, weil sie eben mehr wollen als „nur“ den Fang, während der durchschnittlich begabte „Sofortdenballwegstecker“ belohnt wird. Im Sinne des bestmöglichen Spiels ist das nicht. Und vollkommen inkonsequent bewertet eben auch noch:

2. WhoDey?!?

Irgendwann im 3. Viertel dachte man ja, jetzt macht Cincy das Cincy-Ding: Interception, Fumble, der Gegner 17 Punkte weg – und alle Diskussionen von vorne. Doch dann ließ Andy Dalton die Katzen tanzen und die Tiger verspeisten die Fischadler mit 17-0 im letzten Viertel und einem Field Goal zum Sieg von Mike Nugent in der Overtime, wobei der Ball vom Pfosten durch die Stangen sprang, was man im Football ja auch eher selten sieht.

Nach dem besten Spiel des Sonntags muss man klar sagen: Wer so gegen Seattle zurückkommen kann, wer mit 5-0 in die Saison startet – und sich in der Division gegen ersatzgeschwächte Steelers, halbfertige Browns und mehr oder minder desolate Ravens wohl mühelos durchsetzen wird – den muss man nicht nur als Playoff-, sondern auch als AFC-Champion-Kandidaten auf dem Zettel haben. Die Spiele gegen Arizona und Denver im weiteren Saisonverlauf werden zeigen, wie weit der Bengals-Traum reicht – es sind momentan allerdings auch die einzigen beiden Top Teams auf dem Tiger-Spielplan. Andy Dalton wird in dieser Saison jedenfalls noch öfter Prime Time spielen.

3. Aaron Rodgers wirft zwei Interceptions in Lambeau

Ja, richtig gelesen: Nach 1043 Tagen, 586 Pässen und 49 Touchdowns lang warf Aaron Rodgers in einem Heimspiel wieder einen Ball zum Gegner. Und das gleich zweimal.

Außerdem verlor Green Bays Quarterback auch noch ein Fumble. Die Packers störte all das wenig. Auch das spektakuläre Laufspiel des Rams-Rookie-Running-Back Todd Gurley konnte einem letztlich ungefährdeten Sieg des Teams der Cheeseheads nicht viel anhaben:

4. The Giants are back

Die geneigten Leser erinnern sich vielleicht: Mit zwei herzzerreißenden Last-Minute-NIederlagen nach jeweils recht komfortablen Führungen im letzten Viertel waren die New York Giants in die Saison gestartet. „Schöner verlieren mit den Giants“, schrieb Ihr Kolumist in Woche 1 und Woche 2. Doch seitdem haben die Riesen aus New York alles gewonnen, teilweise ebenso knapp – und nicht immer pretty – aber wer fragt schon danach? Mit 3-2 sitzen Eli Manning & Co. jedenfalls mittlerweile on top einer nach wie vor schwachen NFC East. Das könnte für die Playoffs reichen – auch wenn die größten Skeptiker wie so häufig die eigenen Fans sind. Aber irgendwo hat der Mann ja auch Recht:

5. A league for old men

Nicht nur, dass Peyton Manning trotz aller Kritik mit seinen Broncos bei 5-0 steht. Nein, die Indianapolis Colts gewinnen das nächste Spiel mit Matt Hasselbeck (40) am Ruder, Andre Johnson (34) als Ballempfänger, Frank Gore (32) als Running Back und Adam Vinatieri (42) als Kicker. Ich hatte die Colts ja bereits vorzeitig totgesagt, in Wirklichkeit sind sie einfach nur rüstige Rentner mit Nebentätigkeiten.

6. Best of the Rest

Während der einwöchigen Auszeit des Kolumnisten, reisten die New York Jets und die Miami Dolphins nach London, um eines von in dieser Saiosn drei NFL-Spielen in der britischen Hauptstadt zu spielen. Nach einer vernichtenden Niederlage beschlossen die Bosse der Delfine auf dem langen Rückflug Headcoach Joe Philbin zu feuern. Interimscoach bis Saisonende ist vorerst Dan Campell aus den eigenen Reihen. Eine in der NFL recht ungewöhnliche und im Gegensatz zum Fußball auch meist unerfolgreiche Maßnahme. Schließlich bringt jeder Coach im Normalfall ein neues Playbook mit, die Spieler müssen sich umstellen, und bis die Abläufe sitzen ist die Saison vorbei. Diese Nachteile wird Campell als interne Lösung zwar nicht haben, aber ob sich allein mit neuem Spirit viel ändern lässt? Da Miami diese Woche spielfrei hatte, werden wir in dieser Hinsicht erst nächsten Sonntag schlauer sein.

Ebenfalls in London waren Teile der #ranNFL-Crew um Frank Buschmann. Na, dann: Prost!

Die Chiefs verlieren mit Jamal Charles (Kreuzbandriss) ihren wichtigsten Offense-Spieler für den Rest der Saison – und damit auch die letzten Hoffnungen.

Die Detroit Lions setzen Matthew Stafford nach der dritten Interception des Abends auf die Bank. Gut, wenn man für diesen Quarterback im aktuellen Vertrag garantierte 41 Millionen Dollar ausgibt, obwohl Stafford auch in seiner 7. NFL-Saison noch an einen verzogenen Milchbubi erinnert, der sich einfach nicht mit eigenen Fehlern und Schwächen beschäftigen will – und stattdessen eine Interception nach der nächsten wirft, weil er sich und seinen Arm für unfehlbar hält.

Enough said. Wer es bis hierhin geschafft hat, dem oder der sei übrigens verraten: In der letzten Woche hat Ihr Kolumnist sage und schreibe bei 7 von 9 Spread-Wetten daneben gelegen. Der Fantasy Football Player Of The Year-Award ist damit in greifbare Nähe gerückt (not!). Nur, damit Sie mal wissen, wem Sie hier eigentlich zuhören. Bis demnächst!

Top 10 Power Ranking nach 5 Wochen:

#1 Packers
#2 Patriots
#3 Bengals
#4 Cardinals
#5 Broncos
#6 Falcons
#7 Panthers
#8 Giants
#9
Bills
#10 Steelers

RuhrBarone-Logo

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.